Zum Inhalt springen


Comic Blog


Dienstag, 15. September 2026

METROPOLIA 2 – DIE AUSSENBEZIRKE

Filed under: SciFi — Michael um 16:22

METROPOLIA 2 - DIE AUSSENBEZIRKEEin Verbrechen geschieht. Nicht ungewöhnlich in METROPOLIA, bestimmt nicht das letzte. Allerdings ist die Dimension des Gewaltaktes immens. Ein riesiger Bagger wurde zum Ziel eines Anschlags, der Schaden beträgt 500 Millionen Euro. Von Seiten der Besitzer herrscht nicht allzu viel Vertrauen in die BERLINER POLIZEI. Ein privater Ermittler muss her, am besten UNDERCOVER, und einer, der verdammt gut Eignung für einen solchen Job besitzt, ist SASCHA JÄGER. Erfahren, cool, schlau.

In einer Welt, in der Reisen zum wahren Luxus geworden ist – es sei denn, einer oder eine geht zu Fuß –, steht das Geldverdienen ganz oben in der Rangliste eines jeden Menschen. Gebiete schotten sich ab, schützen das, was sie Sicherheit nennen. Auch Berlin im Jahre 2099 verfährt auf diese Weise. SASCHA JÄGER, die Hauptfigur, der vorliegenden Serie, arbeitet in dieser Welt als Ermittler und muss in dieser zweiten Folge der Serie METROPOLIA in DIE AUSSENBEZIRKE, eine Bezeichnung, die zufällig auch der Untertitel dieser Episode ist. Geboren wurde er in den AUSSENBEZIRKEN, mittels einer Drohne von unbekannten Eltern über die Stadtgrenzen gebracht, wo der Säugling zu seinem Glück adoptiert wurde. Ein nicht seltener Vorgang, STORCHENKINDER werden solche Kids genannt.

Nun werden in dieser Science-Fiction-Welt von Autor FRED DUVAL nicht nur Säuglinge über die Grenze geschafft, auch Erwachsene, zumeist junge Leute, die noch Ziele im Leben haben, versuchen nach Berlin hineinzukommen, um dort einen Platz zu ergattern. Denn Einwohner Berlins zu werden, ist ein gesuchtes Gut. Was nicht heißt, dass es dort auch Geld zu verdienen gibt. Genug Leute gehen hierzu wieder in die Außenbezirke. FRED DUVAL schildert das Leben dort sehr zielsicher, sehr versiert und präsentiert wie nebenbei neue Fertigkeiten dieser Zukunft, die sich auch SASCHA JÄGER, unser Hauptdarsteller, zunutze macht. Dank einer speziellen Droge ist er in der Lage äußerst schnell einen neuen Beruf zu erlernen und so eine Tarnidentität für die Dauer seiner Ermittlungen anzunehmen. Doch, was als Recherche beginnt, wird recht schnell zu einem Eintauchen in einen weiteren Mikrokosmos im Umfeld von METROPOLIA.

Die Geschichte spinnt den gegenwärtigen realen Faden fort. Kurz: Die Menschen haben es versaut, die Welt ist am sprichwörtlichen Arsch. Kernpunkt ist die Energie. Alles, was zu diesem (unserem) Zeitpunkt noch selbstverständlich ist, fällt in METROPOLIA in den Bereich Luxus. Fliegen? Vergesst es! Reisen? Ist so verdammt teuer geworden, dass es sich so gut wie niemand mehr leisten kann. Bis auf einige Auserwählte natürlich, aber die gibt es ja immer. Und die spielen hier auch eine Rolle, die allerdings noch etwas undurchsichtig, aber nicht unwichtig ist.

Zur Grafik: Oftmals ist es so, dass sich das Titelbild in seiner Machart vom Rest des Albums unterscheidet. Es ist vielleicht feiner ausgeführt, abgestufter in seiner Koloration, vielleicht stilistisch sogar gänzlich anders. Das ist hier – bei INGO RÖMLING generell nicht, möchte ich behaupten – überhaupt nicht der Fall. Was der Leser auf dem Cover in Sachen Illustration zu sehen bekommt, setzt sich so im Innenteil fort. Detailtreue und Koloration – fantastisch gut von CHRISTOPHE BOUCHARD ausgeführt! – sind durchweg konstant.

Im Endergebnis bedeutet das man als Leser einen Look wie in einem modernen Zeichentrickfilm erhält. Die Betonung liegt auf Zeichentrick. Denn es handelt sich auf das mittlerweile oft gesehene Animations-Design. Dieser Look hier ist organischer, natürlicher, immer auf individuelle Details einzelner Charaktere bedacht. Zwei davon, sozusagen die Antihelden der Geschichte, die dem Rest der Mannschaft das Leben schwer machen, sind sogar auf dem Titelbild vertreten.

Neben der ungeheuer guten Tiefe der Bilder, die dafür sorgt, dass diese Welt in METROPOLIA erlebbar wird, sind prägnante Nebencharaktere ein Plus der Geschichte. Da wäre ein gutes Beispiel INSPEKTOR HORST und seine Androidenassistentin WANDA (bereits bekannt aus METROPOLIA 1), die zunächst ihre Stimme verloren hat. Ihr kann SASCHA JÄGER schließlich helfen. Die über diese Figuren vermittelten Infos hätten auch über andere Kanäle fließen können, machen aber so eindeutig mehr Spaß. Und das ist auch angesichts der doch recht düsteren Geschichte und der Atmosphäre nicht unwichtig. Und als Zückerchen wird nicht nur die Welt weitergesponnen, auch ein roter Faden hinter den Geschehnissen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Da mag, so wie sich einige Charaktere entwickeln, noch einiges zu erwarten sein.

Wer Dystopien in der Science Fiction mag (die einen großen Teil der SciFi ausmachen), findet hier eine sehr gelungene, vor allem sehr, sehr detailreiche Variante, die auf deutschem Boden angesiedelt ist (was wiederum einen kleineren Teil der SciFi ausmacht). Eine entsprechend ausgearbeitete zukünftige Welt macht mindestens zu fünfzig Prozent den Anreiz einer solchen Story aus. Das Konzept hier ist tragfähig für noch viele weitere Geschichten aus der Feder von FRED DUVAL und mit dem deutschen Illustrator INGO RÖMLING ist ein Künstler am Start, der ein Garant für höchst ausgefeilte Bilder und Stimmungen ist. Sein Händchen für das Genre hat er bereits an anderer Stelle bewiesen (z.B. DIE CHRONIKEN DES UNIVERSUMS), wie vielfältig er darin unterwegs sein kann, zeigt er einmal mehr hier. Klare Empfehlung für alle SciFi-Fans! 🙂

METROPOLIA 2, DIE AUSSENBEZIRKE: Bei Amazon bestellen.

Die angezeigten Links führen nach Amazon und bringen mir eine kleine Provision (nicht jener zum Verlag), wenn ihr etwas darüber erwerbt: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. | TrackBack URI

Leave a comment

You must be logged in to post a comment.