Zum Inhalt springen


Comic Blog


Donnerstag, 26. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 3

Filed under: Comics im Film — Michael um 9:36

MARVEL'S JESSICA JONES – STAFFEL 3Menschen mit Kräften. Nicht jeder schnappt sich einen bunten Fummel und schwingt sich danach durch Häuserschluchten und jagt das Böse in den Straßen der Stadt. Anonym zu bleiben, selbst im zivilen Look, gelingt trotzdem nicht jedem. Oder jeder. JESSICA JONES hat ihre Position als Privatdetektivin akzeptiert und lebt in gewisser Weise so vor sich hin. Ohne wirkliches Ziel und doch nicht ohne Aufsehen zu erregen. Da wird schon mal ein Auftrag beinahe vermasselt, da geht ein Video viral, das sie zeigt, wie sie einen Mann über einen Sandstrand in Mexiko schleudert. Da wird ein Typ in einer Bar abgeschleppt, nur um später festzustellen, dass dieser Typ ebenfalls Kräfte besitzt. Aber dann… jagt ihr ein Unbekannter ein Messer in die Milz. JESSICA JONES ist schwer verletzt, und ihre Selbstheilungskräfte werden auf eine harte Probe gestellt.

Vorab: Die dritte Staffel ist die beste der Serie. Hier stimmt vieles, ganz besonders das Storytelling und das Zusammenführen der einzelnen Handlungsstränge ist extrem gelungen. Aber: Um das alles so richtig genießen zu können, ist die Vorkenntnis der beiden vorangegangenen Staffeln einfach Pflicht.

Ein paar Akteure: JESSICA JONES, junge Frau mit besonderen Kräften, extrastark, Selbstheilung beschleunigt. Ihr werden Grenzen aufgezeigt. Sie könnte Stahl durchschlagen, wenn die Knochen in den Händen mitspielen würden. Arbeitet als Privatdetektivin. TRISH (PATSY) WALKER, ehemaliger Kinderstar, will eine Superheldin sein, wagt ein lebensgefährliches Experiment. Mit Erfolg: Gesteigerte Athletik, verbesserte Sehfähigkeit in der Dunkelheit. MALCOLM DUCASSE, einst von JESSICA JONES gerettet, nun als Ermittler im Dienst der Rechtsanwaltskanzlei von JERYN HOGARTH. Sieht seine einstigen Ideale zunehmend schwinden. JERYN HOGARTH, eine der besten Anwältinnen in New York, skrupellos, privat wie auch beruflich, schwer erkrankt. DOROTHY WALKER, Mutter von TRISH, extrem ergeizig, machte die Tochter zum Kinderstar PATSY. ERIK GELDEN, kann das Böse spüren, je schlimmer es in einem Menschen gärt, desto stärker sind ERIKS daraus resultierende Schmerzen; ein menschlicher Detektor für das Böse. Und zum Schluss: GREGORY SALLINGER, Serienmörder, in höchstem Maße intelligent, geleitet von einem sehr kranken Fairnessbegriff.

Alle Akteure sind auf dem Schachbrett versammelt und setzen sich in Bewegung. Neben einer stark gezeigten Detektivarbeit, einer sehr sparsam gezeigten Superheldenaktion, wird auch die Schattenseite des amerikanischen Traums beleuchtet. Wo einige Erfolg haben, bleiben andere auf der Strecke. Und selbst wer Erfolg hat, muss auf die eine oder andere Weise dafür bezahlen. Das Verhältnis von Mutter und Tochter WALKER führt zu einem zeitweiligen mehr oder minder tiefen Zerwürfnis. JERYN HOGARTH muss sich ihrer Einsamkeit stellen und den Preis für ihre lebenslange Rücksichtslosigkeit erkennen.

Morde! Richtige Morde machen JESSICA JONES zu schaffen und schließlich auch ihrer Adoptivschwester TRISH WALKER. Immer höher schaukelt sich die Anspannung auf. In der Popkultur hat sich in manchen Veröffentlichungen die These eingeschlichen, dass gute Menschen, um das Richtige zu tun, zuweilen böse handeln. Das ist eine Idee, die hier verhandelt wird. Die andere: Körperliche Macht kann oft nicht die Probleme auf die Art lösen, die von der Allgemeinheit als gerecht empfunden wird. Das alles, und noch einige Ideen mehr, werden in der dritten Staffel sehr dicht beschrieben, auch der Umstand, dass das eigene Tun, eine Form der Selbstgerechtigkeit zu einer Sucht heranwachsen kann, die keinen Kompromiss mehr zulässt.

Hier wurde keine Minute verschwendet. Ein netter Trick zeigt auch noch jene Szenen, die in einer Folge übergangen wurden und dem Zuschauer später präsentiert werden, so dass sich ein regelrechtes Puzzle zusammenfügt und sich schlagartig ein noch breiteres ausführlicheres Bild einstellt. Eine JESSICA JONES, die mit ihren eigenen Dämonen kämpft und die in TRISH WALKER entdecken kann, was aus ihr hätte werden können (und eigentlich jederzeit aus ihr werden kann).

Ein, zwei Hommage-Eindrücke konnten die Macher sich nicht verkneifen. In den Original-Comics ist TRISH (PATSY) WALKER als HELLCAT in einem knallengen gelben Dress unterwegs. Auch TRISH, auf der Suche nach einem Kostüm, probiert in einem Kostümverleih ein ebensolches Dress an und stellt für sich fest, dass dieses ein absolutes No-Go ist. Im verlauf bedroht sie einmal die Anwältin JERYN HOGARTH, gespielt vom MATRIX-Star CARRIE-ANNE MOSS. Der dort gezeigt Move erinnert doch sehr eindeutig an die (bei Fans) altbekannte MATRIX-Action.

Was noch? Spannend, extrem spannend, sofern man eine dichte Charaktererzählung gemischt mit Detektivarbeit, Krimi, Thriller, mitfühlenden Passagen und auch düstere Geschichten mag. Und natürlich Stories über Menschen mit besonderen Fähigkeiten. (Ohne Cape und Spandexklamotten.) 🙂

Streambar auf Disney+.

Freitag, 20. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 2

Filed under: Comics im Film — Michael um 15:30

JESSICA JONES - STAFFEL 2KILGRAVE ist tot. JESSICA JONES hat es zu Ende gebracht. Aber das Leben geht weiter. Wie immer. JESSICA muss sich mit der vollbrachten Tat arrangieren, denn wie einer es auch drehen oder wenden mag, sie hat Richter und Henker in einer Person gespielt und KILGRAVE ermordet. Wichtige Fragen wurden darüber hinaus nicht geklärt. Wie konnte KILGRAVE entstehen? Wer hat JESSICA JONES‘ Kräfte zu verantworten? Plötzlich ergeben sich neue Hinweise. Und JESSICA wird gezwungen, diesen nachzugehen, weil mehr und mehr die Familie im Spiel ist. Ihre zweite ebenso wie die erste.

Wir erinnern uns. Bei einem Autounfall verlor JESSICA JONES ihre beiden Eltern und ihren kleinen Bruder. Seit dieser Zeit wähnt sie sich für diesen Unfall verantwortlich. Sie trinkt nach wie vor über die Maßen, ist einigermaßen beziehungslos, freudlos, und unternimmt nur eben so viel, wie es braucht, um genügend Geld zu verdienen.

An diesem Punkt ihres Lebens, als das Joch von KILGRAVE nun abgeschüttelt scheint, finden Veränderungen statt. Eine treibende Kraft ist TRISH (PATSY) WALKER, die den Zustand, kräftelos zu sein, in ihrem Sinne hilflos, nicht mehr ertragen kann. Die Entstehungsgeschichte ihrer Adoptivschwester JESSICA lässt in ihr eine Idee keimen.

Entstehungsgeschichte? Wir erinnern uns an etwas anderes. Helden kommen nicht einfach so über Nacht. Sie entstehen. Die X-MEN sind KINDER DES ATOMS, sie werden infolge äußerer Einflüsse mit Kräften geboren, weil ihr Genom nach den Abwürfen der Atombomben und der freigesetzten Strahlung Anpassungen vorgenommen hat. Freundlich formuliert. Und nicht immer zum Besseren. Oder Helden entstehen durch Forschung und Experimente. Prominent hierbei natürlich STEVE ROGERS alias CAPTAIN AMERICA. Oder sie entstehen durch einen Unfall. Prominent hierbei selbstverständlich BRUCE BANNER alias HULK oder PETER PARKER alias SPIDER-MAN.

Nun also JESSICA JONES. Ohne Familie im Hintergrund war sie das perfekte Versuchsobjekt. Zwei Wochen war sie verschwunden. Anschließend waren ihre Körperkräfte enorm gesteigert, ihre Selbstheilung leistungsfähiger, schneller. Ein Wissenschaftler kommt ins Spiel. Gespielt vom ehemaligen Zylonendarsteller CALLUM KEITH RENNIE präsentiert sich ein Mann, DR. KARL MALUS, der bloß helfen will und doch Unheil anrichtet. JESSICA hat nicht um ihre Kräfte gebeten, ihre Mutter noch weniger. Jawohl, entgegen aller Erwartungen JESSICAS ist ihre Mutter noch unter den Lebenden und ihre Kräfte sind ungleich größer als die ihre Tochter. Leider hat sie ein ähnliches Wutproblem wie der HULK.

Und damit wird es zu JESSICAS Problem. Denn, wenn die eigene Mutter am Ende der Feind ist, wie soll mit dieser Situation umgegangen werden? Diese Fragestellung dreht sich etwas im Kreis und wird sehr erschöpfend erörtert, weshalb, um diesen Kreislauf zu durchbrechen, DAVID TENNANT als KILGRAVE einen Gastauftritt hat. In JESSICAS Geist sind noch einige Reste des Psychopathen abgespeichert, ein Rest-Ich, das wie ein Teufelchen auf ihrer Schulter sitzt (im übertragenen Sinne, versteht sich) und versucht, entsprechende Ratschläge und Anweisungen zu erteilen.

In der Zwischenzeit kommt TRISH WALKER ihrem Ziel näher. Dank DR. KARL MALUS. Schauen wir auf die Comics, wo TRISH (PATSY) WALKER eines Tages zur Heldin HELLCAT wird. Dies wird übernommen und so wird dem Zuschauer eine weitere Entstehungsgeschichte in der Serie gezeigt, eindringlich, aber nicht ganz im Fokus. Und sie ist auch nicht sehr nah an der Comic-Vorlage. Aber letztlich ist TRISH WALKER wichtig, weil ihre Einstellung zum Heldendasein, ihr moralischer Kompass sehr gegensätzlich zu den Richtschnüren einer JESSICA JONES sind. Hier ist eine Konfrontation vorprogrammiert.

Fazit: Interessant, spannend, aber durchaus wieder etwas zu lang (womöglich ein, zwei Folgen). Es geht kürzer, kompakter (DAREDEVIL BORN AGAIN hat es vorgemacht). Aber nach wie vor dank einer sehr feinen Charakterzeichnung wegweisend für MARVEL-Verfilmungen! 🙂

Streambar auf Disney+.

Sonntag, 15. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 1

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:08

JESSICA JONES STAFFEL 1Straßennamen. Von früher. Aus der Kindheit. Das Aufzählen der Straßennamen soll helfen, das Trauma zu bewältigen. JESSICA JONES nutzt das Therapieinstrument, aber sie hasst es. Und sie glaubt nicht wirklich an dessen Wirkung. JESSICA JONES war einer fremden Gedankenkontrolle unterworfen. Obwohl sie über gesteigerte Körperkräfte und eine deutlich schnellere Selbstheilung verfügt, war sie dem Individuum, das unter dem Namen KILGRAVE agiert, hilflos ausgesetzt. Bis zum Tag ihrer Befreiung. An den sie sich voller Schuldgefühle erinnert. Denn an diesem Tag tötete sie einen Menschen.

JESSIA JONAS wiederentdeckt! Nachdem der MARVEL-Charakter in der 2. Staffel von DAREDEVIL DORN AGAIN zurückkehrt, lohnt sich ein Blick auf diese ungewöhnliche Figur im MARVEL CINEMATIC UNIVERSE, MCU. Grantig, aggro, selbstzerstörerisch, lässt keinen an sich ran, säuft wie ein Loch, frech, arbeitet als Privatdetektivin, nennt ihre Agentur ALIAS INVESTIGATION. Ihre Fälle: Ehebruch, Treuebruch. Mal von Männern, mal von Frauen angeheuert. Das Bild von Beziehungen, das sich ihr bietet, hilft auch nicht dabei, sich selbst auf eine solche einzulassen. Einzige Freundin: Ein junge Frau, TRISH WALKER (ehemals PATSY), die sie bereits aus Mädchentagen her kennt und irgendwie ihre Schwester geworden ist.

Doch dann ist da dieser Mann: LUKE CAGE. Barkeeper. Arbeitet viel des nachts. Verwitwet. Und JESSICA JONES gar nicht so unähnlich. Verbittert. Auch nicht an einer festen Beziehung interessiert. Und mit Kräften ausgestattet. Einer unzerstörbaren Haut. Gesteigerte Körperkraft. Was LUKE CAGE nicht weiß: JESSICA JONES hat seine Frau umgebracht, als sie unter der Kontrolle von KILGRAVE stand.

Da ist Drama vorprogrammiert, vor allem, wenn der Gegenspieler auftritt: KILGRAVE. Absoluter Narzist. Egoist, gänzlich ohne jedes Gewissen. Enorm mächtig, kann jedem seinen Willen aufzwingen. Das genügt schon. Wenn so jemand darüber hinaus eine ziemlich abartige Fantasie entwickelt, entstehen Situationen, die wahrscheinlich jeden MARVEL-Fan verblüffen (und der kennt ja nun wirklich einiges).

Das Schicksal nimmt seinen Lauf, JESSICA will KILGRAVE entkommen, doch der schleicht sich wieder in ihr Leben, bis es ihm sogar gelingt, es erneut zu dominieren. Die verhinderte HELDIN bemüht sich, zusammen mit ihren Freunden (darunter fällt eigentlich auch die enorm erfolgsfixierte Rechtsanwältin JERI HOGARTH, die ihre gleichaltrige Ehefrau WENDY zugunsten eines weitaus jüngeren flotten Fegers, PAM, verlassen will), den Psychopathen in eine Falle zu locken. Was schwierig ist, bei einem Menschen, der sich mit Worten verteidigen kann. Am Ende, das lässt sich nicht anders sagen, gibt es eine paar Splattereffekte.

Die Story könnte etwas kürzer sein, vielleicht ein, zwei Folgen und trotzdem hätte alles erzählt werden können. Insgesamt aber ist die ständige Bedrohung in der ersten Staffel spürbar und sehr, sehr gut umgesetzt. Darüber hinaus ist die Besetzung verdammt gut gelungen. KRYSTEN RITTER als JESSICA JONES, grandios abweisend. DAVID TENNANT als KILGRAVE, exzellent fies. CARRIE-ANNE MOSS als JERI HOGARTH, furchtbar kühl. REBECCA DE MORNAY als DOROTHY WALKER, so was von überspannt ehrgeizig. Und noch einige mehr.

Fazit: Von einer ziemlichen Anzahl von MARVEL-Serien ist die erste Staffel von JESSICA JONES ein echtes Highlight, weil hier der Schwerpunkt auf menschlicher Entwicklung liegt. Und das braucht es als Basis für eine vernünftige Superheldenumsetzung (erst recht, da JESSICA JONES keine Superheldin sein will). Sehenswert als Drama und als MARVEL-Verfilmung! 🙂

Nachtrag: Vielleicht findet noch jemand die erste Staffel auf DVD. Ansonsten ist die ehemalige Netflix-Produktion nun bei DISNEY+ streambar.

Die angezeigten Links führen nach Amazon und bringen mir eine kleine Provision, wenn ihr etwas darüber erwerbt: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.