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Comic Blog


Sonntag, 15. Februar 2026

JESSICA JONES – STAFFEL 1

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:08

JESSICA JONES STAFFEL 1Straßennamen. Von früher. Aus der Kindheit. Das Aufzählen der Straßennamen soll helfen, das Trauma zu bewältigen. JESSICA JONES nutzt das Therapieinstrument, aber sie hasst es. Und sie glaubt nicht wirklich an dessen Wirkung. JESSICA JONES war einer fremden Gedankenkontrolle unterworfen. Obwohl sie über gesteigerte Körperkräfte und eine deutlich schnellere Selbstheilung verfügt, war sie dem Individuum, das unter dem Namen KILGRAVE agiert, hilflos ausgesetzt. Bis zum Tag ihrer Befreiung. An den sie sich voller Schuldgefühle erinnert. Denn an diesem Tag tötete sie einen Menschen.

JESSIA JONAS wiederentdeckt! Nachdem der MARVEL-Charakter in der 2. Staffel von DAREDEVIL DORN AGAIN zurückkehrt, lohnt sich ein Blick auf diese ungewöhnliche Figur im MARVEL CINEMATIC UNIVERSE, MCU. Grantig, aggro, selbstzerstörerisch, lässt keinen an sich ran, säuft wie ein Loch, frech, arbeitet als Privatdetektivin, nennt ihre Agentur ALIAS INVESTIGATION. Ihre Fälle: Ehebruch, Treuebruch. Mal von Männern, mal von Frauen angeheuert. Das Bild von Beziehungen, das sich ihr bietet, hilft auch nicht dabei, sich selbst auf eine solche einzulassen. Einzige Freundin: Ein junge Frau, TRISH WALKER (ehemals PATSY), die sie bereits aus Mädchentagen her kennt und irgendwie ihre Schwester geworden ist.

Doch dann ist da dieser Mann: LUKE CAGE. Barkeeper. Arbeitet viel des nachts. Verwitwet. Und JESSICA JONES gar nicht so unähnlich. Verbittert. Auch nicht an einer festen Beziehung interessiert. Und mit Kräften ausgestattet. Einer unzerstörbaren Haut. Gesteigerte Körperkraft. Was LUKE CAGE nicht weiß: JESSICA JONES hat seine Frau umgebracht, als sie unter der Kontrolle von KILGRAVE stand.

Da ist Drama vorprogrammiert, vor allem, wenn der Gegenspieler auftritt: KILGRAVE. Absoluter Narzist. Egoist, gänzlich ohne jedes Gewissen. Enorm mächtig, kann jedem seinen Willen aufzwingen. Das genügt schon. Wenn so jemand darüber hinaus eine ziemlich abartige Fantasie entwickelt, entstehen Situationen, die wahrscheinlich jeden MARVEL-Fan verblüffen (und der kennt ja nun wirklich einiges).

Das Schicksal nimmt seinen Lauf, JESSICA will KILGRAVE entkommen, doch der schleicht sich wieder in ihr Leben, bis es ihm sogar gelingt, es erneut zu dominieren. Die verhinderte HELDIN bemüht sich, zusammen mit ihren Freunden (darunter fällt eigentlich auch die enorm erfolgsfixierte Rechtsanwältin JERI HOGARTH, die ihre gleichaltrige Ehefrau WENDY zugunsten eines weitaus jüngeren flotten Fegers, PAM, verlassen will), den Psychopathen in eine Falle zu locken. Was schwierig ist, bei einem Menschen, der sich mit Worten verteidigen kann. Am Ende, das lässt sich nicht anders sagen, gibt es eine paar Splattereffekte.

Die Story könnte etwas kürzer sein, vielleicht ein, zwei Folgen und trotzdem hätte alles erzählt werden können. Insgesamt aber ist die ständige Bedrohung in der ersten Staffel spürbar und sehr, sehr gut umgesetzt. Darüber hinaus ist die Besetzung verdammt gut gelungen. KRYSTEN RITTER als JESSICA JONES, grandios abweisend. DAVID TENNANT als KILGRAVE, exzellent fies. CARRIE-ANNE MOSS als JERI HOGARTH, furchtbar kühl. REBECCA DE MORNAY als DOROTHY WALKER, so was von überspannt ehrgeizig. Und noch einige mehr.

Fazit: Von einer ziemlichen Anzahl von MARVEL-Serien ist die erste Staffel von JESSICA JONES ein echtes Highlight, weil hier der Schwerpunkt auf menschlicher Entwicklung liegt. Und das braucht es als Basis für eine vernünftige Superheldenumsetzung (erst recht, da JESSICA JONES keine Superheldin sein will). Sehenswert als Drama und als MARVEL-Verfilmung! 🙂

Nachtrag: Vielleicht findet noch jemand die erste Staffel auf DVD. Ansonsten ist die ehemalige Netflix-Produktion nun bei DISNEY+ streambar.

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