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Comic Blog


Mittwoch, 05. Januar 2011

Eco Warriors – Orang-Utan 1

Filed under: Abenteuer — Michael um 18:45

Eco Warriors - Orang-Utan 1Die Station soll ihren ursprünglichen Betrieb wieder aufnehmen. Ziel: Die Auswilderung von Orang-Utans. Chris kam mit sehr hohen Ambitionen in das Land. Die Ruine, die nach dem Überfall durch Rebellen, übrig geblieben ist, mindert seinen Enthusiasmus ziemlich. Aber Chris lässt sich nicht bange machen. Zusammen mit einem Freund macht er sich an die Umbaumaßnahmen. Das läuft nicht reibungslos. Kleine räuberische Makakenäffchen machen ihm das Leben schwer. Immer noch streifen Rebellen schwer bewaffnet durch den Dschungel. Ein Hausschwein hat ihn zu seinem besten Freund erkoren und folgt ihm auf Schritt und Tritt. Doch schließlich scheint alles so weit zu sein für den Neubetrieb der Station. Da fangen die Schwierigkeiten erst an.

Richard Marazano, Autor der neuen Reihe um die Eco Warriors, entwirft ein für Comics ungewöhnliches Szenario, nah an der Realität und mit sehr bodenständigen wie auch ernsten Problemen. Das Auswildern von Orang-Utans hat sich als wichtige Stütze im Kampf gegen die Ausrottung der Menschenaffen bewährt. Marazano zeigt hingegen auch, wie schwierig diese Aufgabe ist, wie langwierig und wie sehr in Einzelfällen auf bestimmte Tiere eingegangen werden muss.

Chris, die Hauptfigur, ist ein sehr engagierter junger Mann, kein Schlipsträger, manchmal etwas tolpatschig, auch tatkräftig, sogar geduldig, aber nicht immer vom Glück verfolgt. Neben seiner Arbeit versucht er noch ein wenig sich zu verlieben und eine alte Liebe zu vergessen. In den Wirren, die Marazano beschreibt, werden zwei Gefahrenquellen immer akuter. Besonders handfest sind die Rebellen, die gänzlich ohne Skrupel gegen Mensch und Tier agieren.

Realistischer Zeichenstil für eine realistische Geschichte. Die Strichführung ist bemerkenswert einfach. Chris Lamquet (hierzulande u.a. durch Alvin Norge bekannt) zeichnet mit schnellen Strichen, meist in einer Stärke, ganz selten nur etwas fetter oder mit flächigem Tuscheauftrag. Dabei ist er absolut treffsicher. Die Bilder könnten sich um durchgepauste Fotografien handeln. Die einzelnen Charaktere unterscheiden sich deshalb hervorragend, die Orang-Utans sind schön getroffen (und bieten durch ihr Verhalten auch die Grundlagen feiner Szenen).

Lamquet unterscheidet zwischen Figuren und Hintergrund. Sind die Figuren meistens sehr einfach koloriert und kommen mit einer Schattierung aus (oder mit einer Lichtfarbe und einem geringen Verlauf), ist der Aufwand bei den Hintergründen etwas größer. Das schafft mehr Tiefe, wirkt plastischer und erhöht auch den Effekt der durchgepausten Fotografie. Allerdings verliert sich Lamquet auch nicht allzu sehr in farblichen Details, da gerade in Bildern mit Dschungelkulisse ein gewisser Wuselfaktor den Gesamteindruck stören könnte.

Weltretter, ernüchtert, aber auch nicht gewillt aufzugeben: Die Eco Warriors zeigen einen Neuanfang, spannend inszeniert, realistisch und technisch sauber gezeichnet, gänzlich unromantisch, atmosphärisch dicht und in manchen Szenen mitreißend. Sympathisch erzählt. 🙂

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