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Comic Blog


Sonntag, 26. Juli 2009

Star Wars 71

Filed under: SciFi — Michael um 17:10

Star Wars 71Die Sternzerstörer nähern einander auf Kollisionskurs. Wenige Augenblicke später ist es soweit. Die gigantischen Schlachtkreuzer können dem Zusammenprall nicht mehr entgehen. Derweil kämpfen die Rebellen Mann gegen Mann. Luke muss wieder einmal die Erfahrung machen, dass den Imperialen nicht zu trauen ist.

Wenn ein versierter Zeichner wie Colin Wilson am Werk ist, ist dies immer ein Hingucker. Wenn er außerdem noch im Star Wars Universum zeichnet, dann muss man sich als Leser fragen: Warum erst jetzt? Colin Wilson ist ein Comic-Urgestein. Er hat an namhaften Projekten wie Judge Dredd und Blueberry. Hierzulande konnte unlängst auch seine Arbeit an Point Blank bestaunt werden, eine Geschichte, angesiedelt in Alan Moores WildC.A.T.S Universum. Hat man als Comic-Fan schon angenommen, dass es für Wilson kein Leben nach Blueberry geben kann, weil das Genre wie für ihn gemacht schien, belehrt er den Leser mit seinem Ausflug ins Reich von George Lucas eines Besseren.

Die Akteure sind meist bekannt: Luke Skywalker, Leia Organa, Han Solo … Colin Wilson erfindet das Äußere der Figuren nicht neu, aber er begeht auch nicht den Fehler, sich allzu sehr an den Schauspielern aus der ersten Filmtrilogie zu orientieren. Seine Figuren sind kerniger, das Jungenhafte eines Luke Skywalker geht hier verloren. Es wäre aber auch fehl am Platz, denn der Einsatz, den die Rebellen hier absolvieren hat es in sich. Es ist ein typischer Kommandoeinsatz (es ließe sich auch Himmelfahrtskommando nennen) mit sehr geringen Überlebenschancen. Da es sich um den dritten und abschließenden Teil der Geschichte handelt, ist das Finale eine einzige Action-Hatz, in der es knallt, rummst und explodiert. Doch das gehört zweifelsohne zu Star Wars dazu und wenn es so gut ausschaut wie hier, dann kann es gar nicht genug sein.

Wilson zeichnet akribisch und exakt. Halbseitige und ganzseitige Bilder sind besonders bei Kampfszenen zu finden, während in Ruhephasen (Dialogszenen) eine Seite geviertelt wird (nur ganz selten mehr). Will Glas, für die Farben verantwortlich, arbeitet mit klassischer Computerkolorierung (Verläufe). Eher selten sind bei sehr großen Flächen auch Texturen im Spiel. Das Ergebnis ist sehr plastisch und dank einer warmen Farbpalette im wahrsten Sinne des Wortes richtig schön anzuschauen.

Die Geschichte Schatten und Licht in der zweiten Hälfte der vorliegenden Ausgabe ist keineswegs als Zugabe zu verstehen. Technisch, erzählerisch wie auch grafisch, lässt sie keine Wünsche offen, ist aber in beiden Belangen ungleich düsterer. 4000 Jahre bevor Skywalker und seine Freunde den Aufstand wagen, sind die handelnden Charaktere andere, unbekannter, die Orte hingegen klingen natürlich in den Ohren der Fans. Es beginnt auf Tatooine und Dantooine, bevor das Abenteuer auf dem Heimatplaneten der Sith, Korriban, weitergeht.

Dustin Weaver zeichnet seine Figuren eckiger, kantiger als viele seiner Kollegen, allerdings auch nicht unrealistisch. Hier werden seine Grafiken durch die Farbgebung eines Michael Atiyeh regelrecht herausgemeißelt. So ergeben sich Wirkungen von abgezeichneten kleinen Statuen oder Dioramen. Der Effekt ist sehr gelungen und sehr individuell.

Eine sehr gute Heftausgabe, grafisch top und mit zwei Handlungen, die zwei sehr unterschiedliche Seiten des Star Wars Universum zeigen. 🙂

Links:
viciousimagery.blogspot.com/2006/07/colin-wilson-genius-at-work.html (Ein sehr schönes Bild von Wilson über sich selbst, wie ihm einige seiner Arbeiten bei der Arbeit über die Schulter schauen.)
www.colinwilsonart.com (Die offizielle Homepage von Colin Wilson)
wilco4400.blogspot.com (Das Weblog von Colin Wilson)
dustinweaver.livejournal.com (Dustin Weavers Weblog mit zwei witzigen Abbildungen von Mr. Fantastic und dem Ding im Herge-Stil)

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