Mithrilhalle. Ein Mythos unter den Zwergen. Aber für Bruenor Heldenhammer ist es noch mehr. Es bedeutet Heimat. Es ist das Erbe seiner Vorväter. Dort starben sein Vater und sein Großvater im Kampf gegen den eindringenden Feind. Dort lauert nun Dunkelschimmer auf einem riesigen Hort. Dunkelschimmer wird sich nicht kampflos vertreiben lassen, denn das liegt nicht in der Natur eines Drachen. Die vier Freunde, die durch das Eiswindtal stapfen, wissen davon nichts. Bruenor Heldenhammer, Wulfgar, Regis und Drizzt Do’Urden, der Drow, haben im Augenblick noch andere Sorgen. Sie haben zwar ein Ziel, aber sie wissen nicht, wo es liegt.
Bruenor, Wulfgar und Drizzt haben ebenfalls keine Ahnung von Regis’ kleinem Mitbringsel. Der magische Stein, den der Halbling um den Hals trägt und der ihm die Macht verleiht, ist – wie kann es anders sein – gestohlen. Unbemerkt von allen hat sich ein Attentäter an ihre Fersen geheftet. Hartnäckig verfolgt er sein Ziel und geht dabei über Leichen, sofern es ihm zweckdienlich ist. Binnen kurzer Zeit stößt er so auf Cattie-Brie, eine Menschenfrau und Adoptiv-Tochter von Bruenor Heldenhammer. Artemis Entreri, von Beruf Mörder, aber nicht dumm, sieht in der jungen Frau ein gutes Druckmittel und nimmt sie mit.
Derweil stoßen Bruenor und seine Gefährten auf ihrer Suche nach Informationen auf eine Schwierigkeit nach der anderen. Barbaren und Trolle stehen ihnen entgegen. Und wäre das nicht bereits genug, werden sie auch von Artemis Entreri verfolgt, der nun seinerseits – wenn auch ungewollt – Gefährten gefunden hat: Eine junge Zauberin und einen Golem, dessen einziges Ziel es ist, den Drow zu finden.
Die Saga vom Dunkelelf Drizzt Do’Urden, dem Drow, der sein Volk verließ, weil er Mordtaten und Intrigen überdrüssig war, geht mit einer handfesten Quest weiter. An der Seite der vier Gefährten lernt der Leser Land und Leute kennen.
Wulfgar stößt unvermittelt auf andere Barbaren, wenn gleich sie ihm auch nicht sehr friedlich begegnen und seinen Freunde nicht den nötigen Respekt entgegenbringen. Darf auch Wulfgar sich frei bewegen, werden seine Freunde jedoch gefangen gehalten. Einzig Drizzt kann entkommen und die Befreiung seiner Freunde planen. Aus einer ganz normalen Gefangennahme durch Barbaren wird plötzlich ein magischer Zweikampf, den niemand erwarten konnte – auch der Leser nicht.
Dieses Rezept, den Leser beständig über Überraschungen stolpern zu lassen, zieht sich gleich einem roten Faden durch diese Geschichte mit dem Untertitel Die silbernen Ströme.
Diese Überraschungen sind R.A. Salvatore zu verdanken, der sich mit Drizzt Do’Urden in den Fantasy-Himmel schrieb und sich hier nicht nur auf magische Überraschungen verlässt. Auch ganz ordinäre Monster können in dieser Welt schon einmal aus einem Fluss auftauchen und Ärger bereiten. Val Semeiks ist ein Fachmann auf seinem Gebiet. Zu seinen Arbeiten zählen nicht nur die Forgotten Realms mit Drizzt, sondern auch viele Erscheinungen in anderen Universen. Semeiks zeichnete für Marvel und DC, betätigte sich an Batman, Superman, Lobo, Wolverine oder auch Conan.
Im Vergleich zu diesen anderen Zeichnungen anderer Publikationen zeigt sich auch, wie gut Semeiks bei seiner Arbeit ist, wenn die richtigen Tuscher am Werk sind und seine Zeichnungen umsetzen.
Gleich fünf Tuscher sind hier am Werk. Wer was gemacht hat, ist leider nicht zu erkennen, doch in vielen Fällen könnte es besser sein. Geht man nach der Reihenfolge der aufgelisteten Namen, hat John Lowe seine Arbeit auch am besten gemacht und viel mehr Feingefühl eingebracht. Dies äußert sich in feineren und genaueren Strichen, eben einem deutlich größeren Arbeitsaufwand. (Was ein Tuscher aus Semeiks Arbeiten zu machen vermag, können Comic-Fans z.B. an Semeiks Bildern zu She-Hulk sehen.)
Die Grundgeschichte von R.A. Salvatore, umgesetzt durch Andrew Dabb, ist eine Achterbahnfahrt der Abenteuer, mit denen sich jeder Rollenspieler einige Nächte um die Ohren schlagen müsste. Spannend, abwechslungsreich, unvorhersehbar. Die Bilder sind ein kleiner Wermutstropfen, Semeiks kann mehr, doch die Tuscher im Team lassen es nicht zu. Die farbliche Arbeit von Nei Ruffino macht einiges wieder wett. 🙂
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Links: Val Semeiks




















