Donnerstag, 18. Oktober 2007
Ein mörderischer Kampf. Noch einer. Für Yiu ist das nichts Neues. Kampf ist ihr Beruf, ihre Aufgabe, dafür lebt sie. Dieser Gegner jedoch ist außergewöhnlich. Das Schlachtfeld auch, denn um sie herum toben die Beobachter und lassen sich keine Bewegung entgehen.
Gegen den Krieger in der riesigen Rüstung wirkt Yiu verloren und klein. Ihre Aktionen besagen allerdings etwas anderes. Bereits seit über fünf Minuten ist der Zweikampf im Gange. Allein dies ist eine schier unmöglich lange Zeit, die so noch niemand geschafft hat. Doch schließlich passiert das, was jeder der Schaulustigen und ihr Gegner sowieso geahnt hat: Yiu fällt!
In einer Zeit, in der sich jeder seine Werte und Ideale selber macht, erhält Yiu die heikle Aufgabe in die Festung eines Kriegerclans einzudringen. Selbst für Yiu, die für den Kampf geboren zu sein scheint, ist diese Aufgabe die wohl schwierigste in ihrem ganzen Leben.
Die Ehre erhebt den Menschen und verschafft ihm Ruhm. Sie ist der Lebenssaft alles Göttlichen.
Wüsste Yiu, dass sie im Auftrag eines Wahnsinnigen unterwegs ist, wie würde sie darüber denken? Als Yiu tot ist, erlebt der Leser, wie es zu dieser Aufgabe kommen konnte. Wir erleben in vielen Details, wie Yiu auf ihre Aufgabe vorbereitet wird und zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen muss. Aus der jungen Frau ist trotz ihrer vielen natürlichen Talente ein Cyborg geworden. Ein normaler Mensch ohne künstlich erzeugte Fähigkeiten hat in dieser Welt keine Chance mehr.
War der erste Teil der Yiu-Saga außerordentlich düster und ein Spießrutenlauf im wahrsten Sinne des Wortes, gewinnt die Zukunft um athletische Kämpferin mit dem zweiten Teil eine weitere Dimension hinzu.
Glaubte man als Leser, die Religiosität habe sämtliche sonstigen Ideale und Institutionen abgelöst, präsentieren uns Téhy, Vax und J.M. Yee eine Enklave, in der die uralten Werte asiatischer Kriegerkasten hoch gehalten werden. Ausgerechnet in ein solches Gebiet, in dem der Kampf alles ist, der Weg des Kriegers das Ziel, muss Yiu eindringen, um einen simplen Diebstahl zu vollbringen.
Im Vergleich zum ersten Teil sind die Räumlichkeiten und Entfernungen, die Yiu zurücklegen muss beinahe sauber, reinlich zu nennen. Reinheit ist ein zentrales Thema (auch schon im ersten Teil). Bei ihrer ersten Mission stand die genetische Reinheit im Vordergrund, der Wunsch als Klon nicht als Ersatzteillager für normal geborene Menschen zu dienen. Diese zweite Mission führt sie unter Menschen, deren Ideal die Ehre und der Kampf ist. Yiu kann in beiden Fällen bestehen, da sie nur ihren eigenen Idealen und Notwendigkeiten folgt. Ihr Körper wurde in eine Waffe verwandelt, die durch zahlreiche Komponenten gegen einen Totalausfall weitestgehend gefeit ist. – Was nicht heißen mag, dass Yiu keine Schmerzen empfindet. Davon erntet sie reichlich. Bei genauer Betrachtung ist diese Mission ein noch größerer Höllenritt als der vorherige. Die Autoren und Zeichner schenken Yiu wirklich nichts.
Wer den Endspurt betrachtet und sieht, wie Yiu zum ersten Mal Furcht im Angesicht ihrer Feinde empfindet – weil ihr doch noch ein Ehrbegriff innewohnt, eine letzte Grenze, die sie nie übertreten wollte.
Die Optik ist kolossal. In vielen Einstellungen präsentiert sich dem Leser zu Beginn ein wahres Schlachtengemälde, eine Art Mischung aus französischen und japanischen Merkmalen. Kampfläufer sind in der Tat nichts anderes als vielläufige wandelnde gigantische Schusswaffen. Krieger in martialischen Rüstungen rücken schnell vor, und gepanzerte Kamele tragen ihre Reiter in die Schlacht.
Yius Gegner, dem sie sich in einer Arena stellen muss, scheint in seiner prachtvollen Rüstung zu versinken. Mit Verzierungen versehen und von Abwehrstacheln gekrönt sind diese Details nur die Vorschau auf eine gewaltige Festung, die wie ein eigenständiges Wesen aus dem verseuchten Dreck des Landes emporragt. Riesige Gesichter asiatischer Dämonen prangen mit aufgerissenen Mäulern auf der Außenmauer und warnen jeden potentiellen Eindringling.
Doch nicht nur das. Die Technik, in der Schlacht bereits gesehen, äußert sich in den Bereichen der Medizin mit sehr kompliziert aussehenden Apparaturen, in der Fortbewegung in riesigen fliegenden Festungen.
Der Technik gegenüber steht die Mystik, eine archaische Religiosität die einen totalen bildhaften Gegensatz zur übertechnisierten Welt dieser furchtbaren Zukunft bildet. Jene Bilder, Installationen, in bester Bühnenbildmanier ausgeführten Grafiken sind fantastisch anzusehen wie auch fantastisch im Hinblick auf einen dunklen Fantasy-Effekt.
Dass bei all der Pracht die Geschichte nicht verliert, ist Yiu und einigen Einstreuungen zu verdanken, die auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, aber später für eine gelungene Pointe sorgen.
Yiu, bei all ihrer kämpferischen Natur, ist überaus menschlich. Sie hat sich ein Herz bewahrt, einen Funken Anstand, Mitleid und sie besitzt die notwendige Intelligenz und Entschlossenheit, um die Dinge, wenn schon nicht zu ihren Gunsten, so doch wenigstens in Bahnen zu lenken, die ihr eine gewisse Genugtuung geben.
SciFi, knallhart, packend, schnell und doch bleibt genügend Zeit, damit Yiu als sympathische wie auch zerrissene Person dargestellt wird. Eine zynische, bitterböse Betrachtung einer Menschheitsentwicklung und einer Welt, in der das Leben nichts mehr Wert ist oder falsche Ideale es wertlos machen. Vielschichtige Unterhaltung, die auch nach mehrmaligem Lesen immer Neues zutage fördert. Erste Klasse. 😀
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Freitag, 12. Oktober 2007
Ein Phantom treibt sein Unwesen. Genauer gesagt eine Phantomin, wenn man diesen Ausdruck verwenden kann. Ist schon die echte Calamity Jane ehrfurchtgebietend, jagt die gruselige Version den Menschen mehr als nur einen Schauer über den Rücken.
Die echte Calamity Jane will es sich nicht bieten lassen, dass mit ihrem Ruf Schindluder getrieben wird. Außerdem wird dieses Schauergespenst dazu verwendet, um Postkutschen zu überfallen. Für Jane ist es klar: Diese Gauner können sich warm anziehen.
Die Jagd nach dem Phantom muss sie jedoch nicht alleine bestreiten, denn auch Lucky Luke wurde mit der Suche nach einer verschwundenen Kutsche beauftragt. Die nächste Fahrt soll ein Köder sein. Lucky nimmt auf dem Kutschbock Platz, während Calamity eine schlichte Mitreisende mimen soll. Ihr Gewehr wird als Regenschirm getarnt, aber ihr Mundwerk und ihre Manieren lassen sich so leicht verstecken. So wird aus dieser Fahrt ein haarsträubendes Abenteuer mit so mancher Verwicklung, die nicht vorherzusehen war.
Lucky Luke gerade richtig zum High Noon in Hadley City zurück. Die Hochzeit des Sheriffs mit seiner Angebeteten steht bevor. Der Bestattungsunternehmer hat eine sehr schöne Zeremonie vorbereitet – denn einen Hochzeitsunternehmer gibt es nicht in Hadley City. Nur ein Ereignis trübt die Aussicht auf ein schönes Fest: Die Daltons sind erneut ausgebrochen, und haben ein Hühnchen mit dem Sheriff zu rupfen.
Hilfe ist vonnöten. Wie gut, dass Lucky Luke vor Ort ist, denn der Sheriff hat Hilfe bitter nötig. Mit seinen Schießkünsten ist es nämlich nicht mehr weit her. Ebenso schlimm: Niemand sonst im Ort ist bereit, dem alten Gesetzeshüter zu helfen.
Ein wahres Wunderwerk soll Die Brücke am ol’man river werden. Bis es freilich dazu kommen kann, müssen mannigfaltige Schwierigkeiten überwunden werden. Bisher funktionierte der Übergang über den Mississippi per Fähre. Klar, dass der Besitzer des Fährbetriebs alles andere als begeistert über den Bau der Brücke ist. So hagelt es eine Sabotage nach der anderen, und Lucky Luke hat wieder einmal alle Hände voll zu tun.
Im ersten Band dieser Zusammenfassung der Lucky-Luke-Erscheinungen von 1992 bis 1994 erzählt uns Lo Hartog van Banda ein Abenteuer mit einer Figur an Luckys Seite, die sich durch ihre Raubeinigkeit in die Herzen der Lucky-Luke-Leser gealbert hat: Calamity Jane. Dank der bewährten Cartoon-Technik von Morris ist der Auftritt von Jane ein Höhepunkt der Reihe. Lucky Luke ist zwar nett, aber neben dieser sehr ausdrucksstarken Frau (im wahrsten Sinne des Wortes) verblasst er doch sehr – aber ganz Gentleman, wie er nun einmal ist, lässt er ihr diesen Vortritt doch sehr gerne. Jedenfalls hat Van Banda diesen Band ganz auf die Wild-West-Frau zugeschnitten.
Der Humor entsteht natürlich maßgeblich dadurch, dass Jane ihre wahre Natur verschleiern muss, um nicht aufzufallen. Genau dieser Plan geht ziemlich nach hinten los. Trotz aller Tarnung kann Jane nicht aus ihrer Haut heraus. Außerdem fällt sie in der Gegenwart echter Damen sofort auf.
Ebenso ulkig ist der kleine Senator, der stets darauf bedacht ist, die Damen zu beschützen. Tapfer in der vordersten Reihe schießt er leider nicht halb so gut, wie er mutig ist. So erledigen Calamity Jane und Lucky Luke den Rest – schön zu sehen, dass Lucky durch Calamity echte Konkurrenz hat, was die Treffsicherheit anbelangt.
Nicht weniger humorvoll, dafür mit weitaus mehr Anspielungen angereichert ist die nächste Episode aus Lucky Lukes Abenteuern. High Noon in Hadley City ist eine wunderschöne Hommage an den wahrscheinlich klassischsten Western aller Zeiten: High Noon (12 Uhr mittags). Ähnlich wie der Sheriff in Hadley City stand auch Gary Cooper in seiner Rolle kurz vor seiner Hochzeit, dort mit der sehr jungen Grace Kelly. Gleichwohl setzt die Handlung um Samuel, den Sheriff, der auch mal Hilfe braucht ganz auf Komik und lässt das tragische Element außer Acht. Wenn schließlich Lucky Luke erschossen wird und sein Schatten ihm einen Trauerkranz zukommen lässt stellt sich eigentlich nur eine Frage:
Wer kann besser humorvoll erzählen? Lo Hartog van Banda aus der vorhergehenden Geschichte oder die beiden Autoren Xavier Fauche und Jean Léthurgie, die sich der Geschichte um den einsamen Sheriff angenommen haben.
Ich kann ehrlich gesagt keinen Unterschied entdecken. Alle drei Autoren gehen mit dem gleichen Elan zur Sache. Was besser gefällt, ist reine Ansichtssache.
Am ol’man river, dem alten Mann, dem Fluss, der schon Mark Twain begeisterte, spielt das letzte Abenteuer dieses Sammelbandes. Jolly Jumper, das beste Pferd der Welt (vor Fury), lässt es sich auch nicht nehmen, in einer kleinen Pause in Tom Sawyer zu lesen. Außerdem finden sich mit zwei Bootsleuten alte Bekannte aus einem alten Lucky-Abenteuer. (Am Mississippi)
Luckys Gegenspieler, ein Zigarre rauchender gedrungener Geschäftsmann, bietet alle möglichen Ideen auf, um den Bau der Brücke aufzuhalten. Fauche und Léthurgie haben sicherlich nicht jeden Witz selbst erdacht – denn anders kann ich mir die kleine Termite mit der Augenklappe nicht erklären, die Morris so liebevoll mit zwei Kumpanen in einer Schachtel abgebildet hat.
So schön kann der Wilde Westen sein: Mit alten Bekannten, einem Humor, der selbst den ältesten Gaul zum Lachen bringt (herrlich, wenn Jolly Jumper als Postkutschenpferd in die Lehre geht). Fans kommen sowieso nicht an Lucky vorbei, alle anderen, die einen intelligenten wie auch klamaukigen Humor mögen, lesen und einfach mal die Zeit verstreichen lassen.
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Mittwoch, 10. Oktober 2007
Am 3. und 4. November findet in Mönchengladbach der Art Saturday 2007 statt. Das Hauptthema sind Comics und Zeichnungen in den verschiedensten Ausprägungen. Die Veranstaltungen, bei denen auch die Künstler live vor Ort sind, sind aufgeteilt auf den Samstag wie auch den Sonntag. Samstags finden sich alle Veranstaltungen in Mönchengladbach, Sonntags in Rheydt (einem Mönchengladbach angegliederten Stadtteil).
Die Veranstaltungen in Mönchengladbach, Samstag, 3.11.2007:
(Geschäftsöffnung bis 23:00 Uhr)
Horus: Schattenreich bis Schiller
Ausstellungsort: Stadtsparkasse, Geschäftsstelle Alter Markt 9
Horus wurde bekannt durch Comics wie Schattenreich, Post Mortem Blues oder Schiller!
Horus wurde inzwischen schon zweimal für den Max-und-Moritz-Preis nominiert.
Ulf K.: Der kleine Herr Paul & Hieronymus B.
Ausstellungsort: Buchhandlung Weda, Hindenburgstr. 56
Ulf K. erhielt im 2004 den Max-und-Moritz-Preis als bester deutschsprachiger Zeichner.
Die Ausstellung zeigt hauptsächlich Bilder aus seinem neuen Buch Hieronymus B. 1997-2007.
Judith Park: „Als würde sich meine Hand verselbstständigen.“
Ausstellungsort: Galeria Kaufhof, Hindenburgstr. 125 – 133
2002 Gewinnerin des Manga-Zeichenwettbewerbs des Carlsen Verlags.
2005 Auszeichnung mit dem Sondermann-Publikumspreis auf der Frankfurter Buchmesse.
Willy Blöß-Verlag: Von Picasso bis Beuys
Ausstellungsort: Theatergalerie / Mayersche Buchhandlung, Hindenburgstr. 75
Leben und Werke von wichtigen Künstler werden dem Leser in Comic-Form vermittelt.
sputnic und TrickStudio Lutterbeck: Animationen & Trickfilme
Präsentationsort: Saturn, Hindenburgstr. 42
Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges zeigen, wie ihre Animationen entstehen.
Das TrickStudio Lutterbeck arbeitet u.a. für WDR und NDR für Produktionen wie Sendung mit der Maus, Käpt’n Blaubär u.a.
Die Veranstaltungen in Rheydt, Sonntag, 4.11.2007:
(Geschäftsöffnung zwischen 13:00 und 18:00 Uhr)
Harald Siepermann: Vater von Tarzan, Mulan und Alfred Jodokus Kwak
Ausstellungsort: Karstadt AG, Markt 10
Der Charakterdesigner war tätig bei Tarzan, Mulan, Der Schatzplanet, Ein Königreich für ein Lama. Sehr bekannt auch ist seine Arbeit an Alfred Jodokus Kwak. Demnächst sind seine Arbeiten im neuen Bully-Film Lissy und Der wilde Kaiser zu sehen.
Frank „Spong“ Plein: „Die Peanuts in erwachsen“
Ausstellungsort: Evelyn Lingerie, Stresemannstr. 56
Plein ist ein Vertreter der Graphic-Novel. 2008 erscheint Tara, oder der Marterpfahl, der Leben heisst.
Edition 52 und Calle Claus: Luftblasen statt Sprechblasen!
Ausstellungsort: Coffee In, Limitenstraße 31
Der bekannte Wuppertaler Independent-Verlag stellt sich und sein Programm vor.
Schwarzer Turm Verlag: Hochkarätige junge Manga-Talente
Ausstellungsort: Mayersche Buchhandlung, c/o Galerie am Marienplatz, Stresemannstr. 1-7
Der Schwarze Turm ist seit Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Comic-Szene. Drei Nachwuchszeichner werden vom Schwarzen Turm vorgestellt.
Mehr Informationen unter www.nachtaktiv-mg.de
Quelle: Programm Art Saturday, Nachtaktiv
Dienstag, 09. Oktober 2007
Das Eis schmilzt, und der Mann kommt wieder frei. Aber aus dem Mann, dem Agenten des FBI ist ein Vampir geworden. Der Befreier, der so dumm war, eines der Monster aus dem Eis zu holen, muss bald mit ansehen, wie der Vampir flieht.
Der Befreier will seine Versagen wieder gut machen. Er verlässt Barrow, die Ortschaft, die vom Bösen heimgesucht wurde und folgt dem ehemaligen Agenten nach Los Angeles, die nun alles andere als eine Stadt der Engel ist.
Gleich bei seiner Ankunft stöbert John Ikos ein Vampirnest auf. Die Härte und die Abgebrühtheit, mit der dieser Jäger vorgeht, sind in Los Angeles ungewöhnlich. Blitzschnell hat er zwei der Blutsauger für immer vernichtet. Bei seiner nächsten Begegnung hat er es nicht mehr so einfach, denn gegen die Übermacht der Night Crew hat er keine Chance.
Wie er schlicht und einfach feststellt: Ich und mein Großmaul.
Sein Glück ist es, dass die Vampire neugierig sind. Ihr Anführer will diesen Norris selber sehen, dessen Name immer weitere Kreise in der Vampir-Szene zieht.
Auch der Mann aus Barrow setzt seine Suche fort. Ohne es zu wissen, gerät er in eine Auseinandersetzung verschiedener Gruppierungen innerhalb der Vampire. Als er eine Rettungsaktion durchführen will – wieder einmal eine äußerst ungewöhnliche – verbündet sich ein Fremder mit ihm.
30 Days Of Night ist im Vampir-Genre unlängst einem Trend gefolgt. Die Vampire rangieren in ihrer Konzeption auf einer ähnlichen Höhe wie jene in Blade. Härter, brutaler, gemeiner, düsterer und mit einem Gebiss versehen, dass jedes Raubtier vor Neid blass werden lässt. Inzwischen hat auch die Filmindustrie den Kick entdeckt, der von dieser Vampir-Reihe ausgeht. 30 Days Of Night läuft jüngst im Kino.
Verantwortlich für diesen Schocker ist Autor Steve Niles, der eine Geschichte verfasst hat, die sich nicht lange bitten lässt. Eine Ortschaft, 30 Tage Dunkelheit, einige wenige letzte Menschen, die ihr Dorf nicht verlassen haben und eine Horde Vampire, die es genießen, sich nicht alle 12 Stunden verstecken zu müssen. Dieser 30 Tage währende Horror zog folgerichtig Fortsetzungen nach sich, die den Leser auf die gleiche schnelle Weise ins Geschehen werfen.
Agent Norris ist ein Opfer jener langen Nacht. John Ikos hat den FBI-Agenten gerettet – eher aus Dummheit und Neugier, weniger, weil er es tatsächlich wollte.
So ist die erste Episode im vorliegenden Band sehr bedrohlich und eindringlich – leider krankt sie an der zeichnerischen Darstellung, die hier doch sehr einfach ausgefallen ist. Im Gegensatz dazu ist die Szene spannend, ja aufregend sogar, da sich nicht sagen lässt, wie John Ikos aus dieser Sache wieder herauskommt, ob er überleben wird.
Mit dem Start der Episode The Journal Of John Ikos ändert sich die grafische Gestaltung. Zeichner Nat Jones, unter der Farbgebung von Jay Fotos, haben einen wilden Bildeindruck geschaffen, der die dunklen Ereignisse in Los Angeles perfekt unterstreichen. Der bärtige Ikos wirkt durch sein hinterwäldlerisches Auftreten total fehl am Platz in diesen heruntergekommen Häusergassen, in deren Schatten die Vampire lauern.
Hier ist der Hauptdarsteller sehr gelungen und echt geworden.
Der Kontrast zwischen Jäger und Beute, hier die Vampire, die den Spieß bald umdrehen, könnte nicht größer sein. Der Trapper steht einer Bande im Lack- und Leder-Outfit gegenüber. Eine Schrotflinte steht gegen atemberaubende Geschwindigkeit und ein fürchterliches Gebiss.
Die Auseinandersetzungen sind hart und schenken dem Leser nichts.
Der mittlere Teil ist eine sehr moderne Vampir-Geschichte (er ist von den drei Episoden auch der umfangreichste), die nicht nur auf der aktuellen Welle mitschwingt, sondern auch eigene Akzente setzt.
Gegen Ende sind die Grafiken von Zeichner Brandon Hovet in der abschließenden Episode Agent Norris: Mia vergleichsweise nicht so aussagekräftig. Sein Zeichenstil ist aber nicht ungewöhnlich und findet sich ähnlich auch bei Kelley Jones , einem anderen Veteran von Grusel-Comics.
Unter dem Strich eine phantastische Vampir-Schauergeschichte mit einer ordentlichen Portion Action, sehr geradlinig erzählt mit einem hervorragenden Mittelteil. Fans des Genres werden diese Kost sicherlich mögen. Wer zartbesaitet ist, sollte besser keinen Blick riskieren. 🙂
30 Days Of Night – Agent Norris: Bei Amazon bestellen
Sonntag, 07. Oktober 2007
Astraban hatte einen schönen Abend in der Taverne. Er und seine Freunde haben eifrig dem Bier zugesprochen und machen sich nun auf den Heimweg. Derweil wird unweit eine junge Frau von Attentätern angegriffen. Obwohl nicht mehr ganz nüchtern, macht sich Astraban auf zu ihrer Rettung.
Zuerst sieht es so aus, als könne sich die junge Frau sehr gut alleine verteidigen – doch ein wenig Hilfe kann nicht schaden. Mit einem kleinen Trick, den Astraban in der Gilde der Alchimisten gelernt hat, sorgt er für Ablenkung. Allerdings hält die Täuschung nicht lange vor. Erst eine ordentliche Rechte mit einem anderen Mittel ausgeführt schlägt die Angreifer in die Flucht.
Doch die Heldentat bringt Astraban kein Glück.
Kurze Zeit später, Astraban wacht gerade aus seinem Katerschläfchen auf, als einer der Häscher aus der vergangenen mit erhobenem Schwert über ihm steht und ihn töten will. Für den jungen Burschen bleibt nur das Heil der Flucht, denn der Gegner ist zahlreich. Astraban erregt darauf das Interesse des Vaters der jungen Frau. Eine positive Wende für sein Leben erwächst daraus für ihn nicht. Wieder in den Gassen der Stadt erwarten ihn Meuchelmörder, die ihre Arbeit ernster nehmen als ihre Vorgänger.
Um Astrabans Überleben zu sichern, helfen ihm seine neuen Freunde, seinen Tod vorzutäuschen.
Für den Alchimisten beginnt ein neues Leben, das er so weder gewollt noch vorhergesehen hat. Sobald er nach seinem Tod wieder erwacht, beginnt das Abenteuer seines Lebens erst richtig.
In Die Gilde 1 – Astraban taucht der Leser in ein mittelalterliches Szenario ein, in dem alle Charaktere tierischen Ursprungs sind. Seit Disney und Co kennt der Leser solche Welten, die inzwischen auch in ernsthaften Szenarien Einzug gehalten haben. Aktuelle Beispiele dafür sind Blacksad, Mit Mantel und Degen oder Inspektor Canardo.
Der Auftakt der Gilde, in dem wir Astraban kennen lernen (ich hatte immer den Eindruck, Askaban sagen zu müssen), wurde von Miroslav Dragan geschrieben und Oscar Martín gezeichnet.
Der Start ist rasant und scheint gemäß der Gesetzmäßigkeiten des Knalleffekts geschrieben worden zu sein. In Kinofilmen, Romanen oder Comics wird dieser Effekt gerne eingesetzt, um den Zuschauer oder Leser gleich von Beginn an zu fesseln.
Normalerweise flacht die Kurve danach etwas ab. Die Charaktere und das gesamte Umfeld werden genauer vorgestellt. Die Gilde behält hingegen das Tempo nahezu bei. Nachdem Astraban selber zur Zielscheibe geworden sind ruhige Momente selten. Ist es nicht die Action, sind es die Liebe oder tragische Momente, welche die Geschichte vorantreiben.
Astraban ist eine Figur, die unbedarft in diese Situation gerät, die ihr gesamtes Leben umkrempelt. Der Mut, den der junge Mann an den Tag legt, macht ihn sogleich sympathisch. Sein Vorgehen ist nicht kopflos, sondern durchaus taktisch zu nennen. Astraban ist klug, verliert aber angesichts einer möglichen Liebe doch vorübergehend seinen Kopf. – Und auch die spätere Rache lässt ihn die Kontrolle verlieren. Da Astraban zu diesem Zeitpunkt aber alles verloren hat, lässt sich dies jedoch gut nachvollziehen.
Wer glaubt, eine Geschichte, die mit Tierfiguren agiert, sei harmloser eitel Sonnenschein, sieht sich gewaltig getäuscht. Wie in den bereits erwähnten Serien trifft dies nicht zu und Die Gilde macht da keinen Unterschied.
Kämpfe, Täuschungsmanöver, Intrigen stehen in ihrer Konsequenz jenen der realistisch gezeichneten Erscheinungen in nichts nach. Martín schenkt den Figuren nichts. Ein Stich erfordert Blut, ein Schlag fordert seinen Tribut. Verletzungen erfordern auch eine längere Heilung. Das Leid, das Astarban erfährt, erzeugt Mitleid des Lesers. Was Dragan seinem Helden hier zumutet, schafft einen Helden, der im Verlauf der Geschichte durch eine Art privater Hölle geht.
Die Zeichnungen sind sehr schön ausgeführt, technisch versiert und vielen optischen Finessen versehen. Neben tollen Stadtansichten fehlt auch der Zoom auf den Protagonisten nicht, während der Hintergrund nur unscharf dargestellt wird. Martín zeichnet und koloriert hier in Personalunion. Beides ist wunderbar gelungen, konzentriert sich auf das Wesentliche und verzettelt sich nicht zu sehr in Details.
Martín und Dragan lassen bei aller Dramatik auch den nötigen Humor nicht vermissen. Ein gutes Beispiel für den gelungenen wie auch passenden Witz, der ein wenig an alte Mantel-und-Degen-Filme erinnert, ist die Wandlung, die Astraban nach seinem Ableben durchmachen muss, um nicht doch noch von seinen Verfolgern erkannt zu werden. Astraban unterstreicht seine Verwandlungen und Verkleidungen mit verschiedenen Mimiken, die zurecht albern wirken – und richtig Spaß machen. Auch in anderen Situationen schafft das Macher-Team den wichtigen humoristischen Ausgleich zu dem doch sehr ernsten Historien-Krimi.
Tolle Unterhaltung mit Tiercharakteren vor historischer Kulisse. Exquisite Gestaltung mit Zeichentrickeffekt, aufwendig, auf den Punkt genau erzählt, mit einer Hauptfigur, die sehr sympathisch geworden ist und im Verlaufe der Geschichte regelrecht mitreißt. 😀
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Freitag, 05. Oktober 2007
Gaston ist kein normaler Büroangestellter. Nichts liegt ihm ferner als seine eigentliche Arbeit. Post zu sortieren und zu beantworten ist absolut zweitrangig. Lieber tüftelt er etwas aus und raubt seinen Kollegen den letzten Nerv.
Für die Leute in seiner engsten Umgebung, nicht nur im Büro, ist die Nähe zu Gaston eine Art Abenteuerurlaub. Demel, ein Kollege mit Weisungsbefugnis (aber ohne echten Erfolg damit), gehört zu den Personen, die am meisten zu leiden haben. Es ist erstaunlich, aber bei all den Katastrophen, die das Leben für Gaston wie für die anderen bereithält, halten seine Kollegen ihn immer noch für liebenswert.
Die große Cartoon-Serie um den schmalen Bürojobber, von André Franquin, vorbildhaft für andere Cartoons, ist ein zeitloses Vergnügen für alle, die Comic mit Comedy in Reinform verbinden. In der vorliegenden Ausgabe zum 40jährigen Bestehen des Carlsen Verlages wurde Ausgewählte Katastrophen zu einem Band zusammengefasst.
Für Comic-Nostalgiker ist es eine vergnügliche Zeitreise, für Neulinge könnte es der Beginn einer wundervollen Freundschaft zum Medium Comic werden.
Gaston ist nicht faul, wie es zuerst den Anschein haben mag. Irgendwie wurde er von Franquin als verkapptes Genie konzipiert, dessen Aufmerksamkeitsspanne etwas kurz ist. Kurz, Gaston ist mit seiner Arbeit vollkommen unterfordert.
Seine Erfindungen sind zahllos, so hat es jedenfalls den Anschein. Die Leiter in der Bibliothek tauscht er gegen einen Stuhl aus, der sich an einem Zahngestänge nach oben kurbeln lässt. Nach einiger Zeit geht man auch nicht mehr über den Büroflur, sondern man fährt in bequemen Bürostühlen hängend an der Decke entlang. Pfannkuchen werden dank einer Zumischung von Latex zu kleinen Heißluftballons. Ein handelsüblicher Schirm mutiert zur Einmann-Wetterzone. Mit einem Gewehr werden Möhren zu Kaninchen geschossen, damit sie gestärkt den Jägern entkommen können. Ein neues Politurmittel wird zur unentrinnbaren Falle. Eine Erfindung zur Kaminsäuberung gerät ungewollt zu einer Flugabwehr, die einen Düsenjäger vom Himmel holt.
Freilich ist es für den Hobby-Koch damit nicht getan. Leider hat er auch noch außerordentliches Pech. Krankheiten wie Erkältungen quälen Gaston, Sonnenbrand, der er sich durch seine Erfindungen selber einhandelt und natürlich erkennen seine Freunde nicht sein Genie, weshalb er sich immer wieder so mancher Attacke ausgesetzt sieht.
Gaston ist herzensgut – wie die Frauen eher erkennen als die Männer. Fräulein Trudel kann von diesem jungen Mann, der ihr selbst gezüchtete Kakteen schenkt, gar nicht genug bekommen.
Franquins Humor ist nicht nur zeitlos. Eigentlich können Leser jeder Altersstufe über Gaston lachen. Vom feinen Humor, dem liebevollen Witz, der kurzen knackigen Pointe, dem Witz am laufenden Band (dem Running Gag) oder der puren Slapstick-Comedy ist alles dabei.
Dabei finden zahlreiche Beziehungen der auch Objekte immer wieder von Franquin Anwendung. Zu den klassischen Beziehungen gehören seine Kollegen Demel und Krause. Der Texter und der Zeichner sehen sich oft mit den neuesten Erfindungen konfrontiert oder anderen Einfällen, die entweder alles in Brüche gehen lassen oder anders für Chaos sorgen. Ein besonderes Ziel hierbei ist Herr Bruchmüller, der ein ums andere Mal in der Redaktion erscheint, um endlich die Verträge unter Dach und Fach zu bringen. Selbst als Gaston sogar eingeschlossen wird, vereitelt er indirekt die Vertragsunterzeichnung.
Gastons Tierliebe wird für seine Kollegen zusätzlich zur Belastungsprobe. Eine Katze, die dauernd nur Unsinn im Kopf hat (ihrem Herrchen damit sehr ähnlich ist), ist ebenso der Stein des Anstoßes wie die Lachmöwe, die ein Lächeln nur dann zustande bringt, wenn anderen etwas Schlimmes widerfährt.
Es ist Franquins Talent als Erzähler zu verdanken, dass aus kleinen Dingen ständig ein großer Lacher wird. – Wer das nicht glaubt, möge die kleinen Episoden um Gaston und eine Nuss einer näheren Begutachtung unterziehen.
Außerdem zeigt Franquin sehr schön, wie sehr es zu einem Bumerang werden kann, wenn man seine Mitmenschen triezt. Der Polizist, der kein gutes Haar an Gaston und seinem Oldtimer lässt, sieht sich jedes Mal einer Katastrophe mittlerer Größe ausgesetzt, sobald er neuerlich seinen Strafzettelblock zückt. – Für den Leser ist es ein Glück, dass der Schupo einfach nicht dazu lernt.
Schlechte Laune? Gaston lesen, schon ist wieder ein Lächeln da. Für jeden Humor-Typ ist etwas dabei. Eine der außergewöhnlichsten (scheinbar) Endloskomödien in der Literatur mit Witz, Charme und sehr viel Menschlichkeit. Die ausgewählten Katastrophen bringen Licht in einen regnerischen Herbstabend. 😀 😀 😀
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Kurt aus München schreibt in primo Nr. 26 im Jahre 1972:
Jo-Jo und ähnliche Comics sollten in primo mehr in den Vordergrund treten. Brutlitäten jeder Art sollten vermieden werden!
Die primo-Redaktion antwortete:
Schönen Dank für Deinen Brief, lieber Kurt.
…
Zum anderen, primo ist eine Comic-Zeitschrift. Wir bemühen uns, Brutalitäten nicht zu verherrlichen. Aber bei realistischen Abenteuerserien, wie beispielsweise Eisenherz oder dem Sheriff, lassen sich harte Szenen nicht immer vermeiden. Sie gehören zum Ablauf mancher Geschichten, die ohne Auseinandersetzung langatmig wären. Auch in lustigen Stories, wie bei Jo-Jo, geht’s machmal recht stürmisch zu. Mit einer allzu großen Verniedlichung wäre Euch, unseren Lesern, nicht gedient. Wir glauben, dass Ihr alt genug seid, um zwischen einer Story, einem Comic-Strip und dem Alltag zu unterscheiden!
So der kurze Leserbrief-Dialog in primo vor 35 Jahren.
1973, also ein Jahr nach diesem Brief, wurde Schweinchen Dick im ZDF wegen seiner Gewalt abgesetzt. Inzwischen haben sich derart viele Einflüsse in Sachen Gewaltdarstellung etabliert, die man sich in jenen Tagen nicht einmal vorzustellen gedachte. Vergleicht man Serien, die damals in primo und anderswo erschienen, solche, in denen Gewalt echt wirkte, mit heutigen Serien, ist der Level nicht sonderlich gestiegen – mein persönlicher Eindruck.
Prinz Eisenherz, Kuma, Rahan, El Cid, Der Sheriff, Andrax, Luc Orient, Tarzan und Co zeigen auch viele Kämpfe. Was sich geändert hat, sind wohl die Auswüchse. Zombies im Marvel-Universum? Wer hätte das jemals gedacht? Der Fun-Splatter hat inzwischen auch in den Comics Einzug gehalten. Diese sollten eigentlich, wie auch ähnlich gelagerte Filme oder Spiele, nur einer entsprechenden Altersstufe vorbehalten sein.
Klar, dass das nicht funktioniert!
Früher versuchten die Kids in Kinofilme zu gehen, die weit jenseits ihrer Altersstufe lagen. Ausweiskontrollen waren damals ebenso wie heute Mangelware. Klar, es war auch ein Spiel, aufregend, weil es verboten war. Heute ist der Zugang zu Filmen jenseits der 16- oder 18-Grenze noch viel einfacher, eigentlich nichts Besonderes mehr.
Die Diskussion über die Gewalt in Medien wie auch in Comic und Trickfilm reicht recht lange zurück. Darstellungen von Einschüssen in Körpern werden schon lange nicht mehr nur eindringend, sondern auch mit schönster Detailfreude auch austretend gezeigt.
Gibt es im Comic nun eine Übergewaltätisierung oder alles noch im grünen Bereich?
Keine Ahnung.
Übrigens: Der erwähnte Jo-Jo ist Gaston. Damals glaubte man wohl, ein französisch klingender Name würde auf dem deutschen Comic-Markt nicht weit kommen.
Donnerstag, 04. Oktober 2007
Thomas Barrick hat es nicht leicht. Der Junge hat seine gesamte Familie verloren. Er weiß auch, wer die Schuld daran trägt. Doch mit seinen dreizehn Jahren vermag er nichts gegen die Macht des Pfarrers Obadia Demurral auszurichten – oder doch?
In einer sehr finsteren Nacht schleicht Demurral mit seinem Gehilfen Beadle zum Strand. Demurral ist im Besitz eines Kerub, einer kleinen Statuette in Form eines Engels, der sehr mächtige Kräfte innewohnen. Es existieren nur zwei dieser Statuetten, und gemäß der magischen Gesetze können sie niemals getrennt sein. Langsam nähert sich ein Schiff, das bald darauf zerschellt. Aber wo ist der fehlende Kerub? Demurral muss ihn unbedingt finden.
Die Gemeinde versammelt sich, um über die Bergung des in der Nacht gesunkenen Schiffes zu beraten. Schnell findet sich eine Lösung, die natürlich von Pfarrer Demurral gnädigst bevorzugt wird. Niemand will aufbegehren. Einzig der Waisenjunge Thomas Barrick stellt sich offen gegen den teuflischen Priester, der seine Macht missbraucht. Hat der Junge hier kein Glück, klebt ihm zudem das Pech an den Fersen. Bei einer Flucht durch den Wald gerät er in die Nähe der Klippen und stürzt in die See. – Aber er wird gerettet.
Er findet sich wenig später in der Höhle wieder, die er nach dem Verlust seines elterlichen Zuhauses zu seinem Heim machte. Allerdings ist er nicht mehr alleine dort. Ein anderer Junge hat hier eine Zuflucht gefunden, ein Junge von schwarzer Hautfarbe, fern der Heimat Afrika und auf der Suche nach einem Gegenstand, der seinem Volk entwendet wurde. Zunächst ist Thomas über die Anwesenheit des Fremden empört. Als Raphah sich ihm vorgestellt hat und deutlich wird, dass sie einen gemeinsamen Feind haben, ändert sich Thomas’ Verhalten, wollte er doch stets einen Verbündeten gegen Demurral haben.
Doch bevor die beiden Jungen gegen den Pfarrer bestehen können, gilt es noch weitere Abenteuer zu bestehen. Außerdem müssen sich weitere Verbündete finden, denn selbst zu zweit sind ihre Chancen nur gering. Nach und nach stellen sich weitere Mitstreiter auf ihre Seite, so auch der gefürchtete Schmuggler Jacob Crane. Ein gefährlicher Plan nimmt Gestalt an.
In einer immer größer werdenden Welt, die aus dem Dorf ausbricht, in dem sich zuerst alles zuträgt, handelt die Geschichte des Schattenbeschwörers, die hier nach dem Bestseller von G.P. Taylor in Roman und Hörbuch nun als Comic in der Bearbeitung von Tony Lee vorliegt.
Die in einer ganzen Reihe erschienen Kapitel der Vorlage sind hier in einem Band zusammengefasst. Gleich zwei Zeichner haben Schattenbeschwörer bearbeitet. Pedro Delgado liefert die Vorlage, während Stephen Jorge Segovia seine Bilder an den Arbeiten seines Kollegen ausrichtet, um die Optik beizubehalten. Als Koloristen sind hier Eva De la Cruz, Kieran Oats und Ian Sharman zuständig. Ihre Arbeit gibt ein gutes Beispiel, wie unterschiedlich sehr ähnliche Grundzeichnungen nach Tusche und Kolorierung ausfallen können, und unterstreicht die Wichtigkeit dieser Arbeitsabschnitte.
Das düstere Titelbild des Sammelbandes steht beispielhaft für die gesamte Erzählung, die seinen jungen Protagonisten und erwachsenen Helfern nichts erspart. Ihnen gegenüber steht ein Priester, der sich von Gott abgewendet hat, weil er sein eigenes Gottesreich auf Erden errichten will. Irdische Macht besitzt er bereits, himmlische Macht soll folgen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Zu Beginn steht ein Szenario dessen Atmosphäre anfänglich an den Film Das Schloss im Schatten (Moonfleet, 1955) von Fritz Lang erinnert. Auch dort findet sich zur Zeit des 18. Jahrhunderts ein Waisenjunge, der von einem Schmuggler unter seine Fittiche genommen wird.
Auf Magie jedoch verzichtete Lang seinerzeit. Davon wimmelt es jedoch in G.P.Taylors Geschichte. Mythen und Legenden erzählen von dunklen Gestalten, die in den dichten Wäldern und in den Tiefen des Meeres hausen. Der christliche Glaube peitscht die Dorfbewohner, er schenkt ihnen keine Hoffnung. Ausgerechnet ein fremder Junge fern der Heimat, der seinen Gott anders nennt, aber durchaus den gleichen meint, schenkt einigen Menschen neue Zuversicht, sich dem eigenen Schicksal zu stellen.
Taylor (und auch Tony Lee mit seiner Comic-Adaption) überrascht mit ungewöhnlichen Einfällen. Erstes Beispiel ist der Kerub. Eine sehr kleine Figur, nicht größer als eine Hand, besitzt außerordentliche Kräfte. Ihre Kräfte sind neutral, deshalb kann auch Demurral sie verwenden und für seine Zwecke nutzen.
Wer Demurral betrachtet, wird Ähnlichkeit mit anderen Bösewichtern feststellen, wie sie in klassischen Jugendromanen Kindern immer wieder das Leben schwer machen. Demurral jedoch ist dunkler, gemeiner, bösartiger, ja sogar dämonisch zu nennen – und auch optisch oft so dargestellt, wenn nur seine glitzernden Augen und sein gruseliges Lächeln in der Dunkelheit zu sehen sind.
Mit neuem der zehn Kapitel entstehen neue Wendungen. Die Pläne scheinen sich zu zerschlagen, oder ihre Umsetzung zumindest zu erschweren. Kurz, die Helden gehen durch ihre ganz eigene Hölle, in der die unheimlichen Kreaturen des Landes immer mehr Oberhand gewinnen. Ein alternatives Ende der Geschichte, von Taylor ursprünglich erdacht, zeigt deutlich, wie finster der Autor auch noch den Schluss gestalten wollte. Aus der Sicht des Leser ist es ungewöhnlich, wie wenig Mitleid Taylor mit seinen Figuren hatte.
Pedro Delgado und Stephen Jorge Segovia zeichnen sehr unterschiedlich. Delgados Zeichenstil nähert sich der grafischen Gestaltung eines Humberto Ramos oder Francisco Herrera. Segovia könnte, wenn man ihn ließe, auch gut im Superhelden-Genre agieren. Zeichnungen, die von ihm zu finden sind, deuten darauf hin, dass er an Wolverine, Superman und Co seinen Spaß hätte.
Fakt ist leider, dass die Zeichnungen der beiden unter den Qualitäten der Koloristen zu leiden haben. Die Sorgfalt der ersten Kapitel durch Eva De la Cruz geht durch ihre Kollegen im weiteren Verlauf leider etwas verloren.
Dem Gesamteindruck des vorliegenden Bandes mit immerhin 240 prallen Seiten schadet das allerdings kaum.
Fantasy und Grusel pur: Die Umsetzung des Jugendbuch-Bestsellers von G.P. Taylors fesselt von der ersten bis zur letzten Seiten durch neue Wendungen und phantastische Einfälle. 🙂
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Morea Doloniac führt ein ganz normales Leben auf Kuba im Jahre 2082. Sie arbeitet für einen der mächtigsten Konzerne der Welt, dem DWC, und ist zugleich eine der Erbinnen dieser Firma, wenngleich sie in der Rangfolge auch ziemlich weit hinten steht.
Als sie zur Arbeit geht, ist alles so wie immer. Sie verabschiedet sich von ihrem Freund, nicht ahnend, dass bereits ein Killerkommando in den Wolkenkratzer eindringt, um alle Angehörigen der Doloniacs auszulöschen.
Morea hat außerordentliches Pech. Auch sie wird erschossen – nur um im Krankenhaus wieder aufzuwachen. Ihre Wunde ist verheilt, während ihr Blut noch ihren Oberkörper bedeckt. Nicht nur für den Sanitäter kommt diese Tatsache einem Wunder gleich. Dachte Morea, dies sei der Gipfel ihrer Probleme, sieht sie sich bald gewaltig getäuscht. Ihre unbekannten Feinde geben nicht so schnell auf.
Da trifft es sich, als im Moment höchster Not ein Unbekannter ihren Weg kreuzt und sie rettet.
Es kann nur eine geben, trifft in diesem Fall nicht zu, denn Morea gehört zu einer ganzen Reihe von Unsterblichen, die auf dem Planeten weilen. Ähnlich wie es der Fantasy-begeisterte Leser von Highlander her kennt, haben auch diese von Christophe Arleston geschaffenen Unsterblichen eine Schwachstelle: Sie können verbrennen. Das bedeutet ihren endgültigen Tod.
Morea, die Erbin eines Multimilliardenunternehmens, ist jedoch nicht allein. Pünktlich zu ihrem Ableben findet sich ein Lehrer ein, der ihr beibringen will, wie sie sich als Unsterbliche künftig zu verhalten – und zu verteidigen hat!
So weit, so ähnlich.
Der Leser findet eine Umgebung vor, die recht selten in dieser Form anzutreffen ist. Aus Kuba, der ehemals kommunistischen Hochburg in Spuckweite zum riesigen kapitalistischen Nachbarn USA ist ein gigantisches Handelszentrum geworden. Hier reihen sich riesige Wolkenkratzer aneinander.
Die Luftfahrzeuge, fliegende PKWs und Motorräder, die hier von Zeichner Thierry Labrosse gestaltet werden, erinnern, ebenso wie das gesamte Umfeld an Szenarien wie Das fünfte Element und Blade Runner. Auf dem Boden ist kein Platz mehr, weshalb die Gebäude in den Himmel sprießen. Die Architektur ist verspielt, geschwungen, fast könnte man sagen französisch, zieht man das Set-Design von Das fünfte Element zum Vergleich heran.
Am Boden herrscht ein zivilisiertes Durcheinander. Es ist ein wenig ungepflegt, aber bei weitem nicht so schmutzig wie im erwähnten Blade Runner. Hinzu kommt ein strahlendes Sonnenwetter, kurzum, der Handlungsort ist ein irdisches Paradies, das von der Hochfinanz weidlich ausgenützt wird.
Wie in Das fünfte Element ist der Hintergrund auch mystisch zu nennen, stehen sich doch zwei rivalisierende Parteien gegenüber, die sich selbst Drachen und Engel nennen. Im Gegensatz zur religiösen Mythologie verschiedener Glaubensrichtungen handelt es sich bei diesen Gruppen jedoch nicht um Gut und Böse, vielmehr sind es Wesen, die einzig um die Vorherrschaft kämpfen. Aus der Sicht der Drachen sind die Engel freilich die Bösen, denn ihre Vorstellung einer menschlichen Zukunft aus Gewalt, Sklaverei und der Vorherrschaft durch eine Minderheit behagt den Drachen überhaupt nicht.
Engel haben in Comics schon länger keinen besonders guten Leumund mehr. Oft schon wurde das so genannte Böse zum Missverstandenen, Fehlinterpretierten oder Opfer von feindlicher Propaganda. Inwiefern Morea hier tatsächlich schon die Wahrheit offenbart wurde, wird die weitere Entwicklung der Geschichte zeigen.
Angesichts von Arlestons Erzählkunst, die er bisher mit seinen Troy-, Lanfeust-, Ythag-Arbeiten und vielen anderen bewiesen hat, kann man sicherlich auf einige Überraschungen gefasst sein.
Wie paradiesisch das Gelände ist, zeigt sich auch am späteren Trainingsort von Morea und ihrem neuen Mentor Terkio. Ist das Training mit dem Schwert schon eine Hommage an Highlander, ist es der schlanke, in Ehren ergraute, bärtige und mit einem Pferdeschwanz versehene Terkio erst recht. Es wäre kaum glaubhaft, würde Labrosse behaupten, er habe bei dem Entwurf zu Terkio keinen Sean Connery vor Augen gehabt.
Labrosse ist als Künstler vergleichbar mit Terry Dodson. Wie der amerikanische Comic-Künstler setzt auch Labrosse hauptsächlich auf Außenlinien und nur wenige Tuscheschatten (von schwarzer Kleidung einmal abgesehen). – Dodson (mit Frau Rachel) hingegen setzt auf verschieden starke Linien, während Labrosse es doch eher bei einer Linienstärke belässt und diese auch nicht so exakt ausgeführt werden wie bei den akribischen Dodsons. Es ergibt sich ein eindrucksvoll realistisches Gesamtbild durch die menschlichen Figuren, aber auch durch Land, Architektur, technische Ausstattung wie auch durch die cineastischen Blickwinkel, mit denen Labrosse gerne arbeitet, wenn die Action die Handlung zeitweise bestimmt.
Farblich hält sich der Kolorist Didier Arpin sehr zurück. In der Regel gönnt er dem Szenario eine Grundfarbe und einen Schattierungston. Mit einer aufwendigen Farbgestaltung könnte eine viel plastischere Optik erzielt werden. Dank der realistischen Gestaltung hingegen, die bereits ein hohes Maß an Atmosphäre vermittelt, konnte aber auch darauf verzichtet werden.
Ein spannender Auftakt mit vielen bekannten Inhaltselementen, durch den sehr versierten Christophe Arleston gekonnt neu gemischt und einen sehr begabten Thierry Labrosse in Szene gesetzt. Die Mischung aus Science Fiction und mythologischer Auseinandersetzung wartet mit einer sympathischen Hauptfigur auf, die trotz ihrer Unsterblichkeit sehr menschlich bleibt und das Beste aus der Situation zu machen versucht. 😀
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Dienstag, 02. Oktober 2007
Es war einmal ein kleiner Junge namens Luca Torelli. Er und sein Bruder Mario hatten eine schwere Kindheit in Italien. Der Vater war ein Säufer, die Mutter eine Heilige. Es kam, wie es kommen musste. Als Mario eines Tages seine Mutter gegen den prügelnden Vater verteidigen will, wird er von diesem tot geschlagen.
Luca ist noch kleiner als sein Bruder Mario. Er weiß, dass jegliches Aufbegehren auch ihn das Leben kosten würde. Also lässt er sich etwas anderes einfallen. Er lauert dem Sohn von Don Francesco auf, denn er weiß genau: Wenn dem Sohn Übles widerfährt, wird sich Don Franceso rächen. Vorzugsweise an Lucas Vater.
Warum behandelt Vittorio Torelli seine Söhne so? Enrique Sánchez Abuli geht mit der Kurzgeschichte Mit geballter Faust auf die Herkunft Lucas ein. Auf Sizilien im Jahre 1903 ist es auf dem Lande nicht eitel Sonnenschein. Carlo Torelli ist in Luciana verliebt, ein Gefühl, das auf Gegenseitigkeit beruht. Leider hat Lucianas Vater Cesare etwas dagegen. In einem krankhaften Besitzdenken will er seine Tochter für sich allein. Es kommt zum erzwungenen Inzest. Und nicht nur das. Cesare lauert mit einem Kumpanen dem jungen Carlo auf.
Das Rad der Blutrache beginnt sich zu drehen. Der örtliche Don hat andere Pläne!
1936 ist aus Luca Torelli ein skrupelloser Killer geworden.
Inzwischen hat er den großen Teich überquert. Zu seinen Aufträgen und auch eigenen Plänen gehören Mord, Entführung, Schutzgeldeintreibung und Lösegeldforderungen – und eigentlich alles, was einem Kriminellen, der sein Gewissen vollends verloren hat, Spaß machen kann.
Wenn man seiner Herkunftsgeschichte glauben darf, konnte aus Luca nur der legendäre Killer Torpedo werden. Allerdings ist Luca mit seinem Charakter in bester Gesellschaft im kriminellen Untergrund.
Torpedo (und ganz besonders diese Ausgabe) wurde von Abuli mit pechschwarzem Humor geschrieben. Politisch korrekt sucht der Leser hier vergebens. Sexuelle Vorlieben und Perversionen, Gewalt in allen Formen, gegen Mensch und Tier, Vorurteile gegen Volksgruppen, gegen Frauen, gegen Kinder – Lucas Leben in Sizilien und später in New York ist eine einzige Freakshow. In seiner Welt gibt es (so gut wie) keine normalen Menschen.
Wer zu zart besaitet ist und eine überspitzte Form von Hollywoods alter schwarzer Serie nicht vertragen kann, sollte einen Bogen um Torpedo machen. Anfänglich mag ein herkömmlicher Comic-Leser noch lachen, spätestens wenn auf die übelste Weise gemordet und vergewaltigt wird, bleibt das Lachen im Halse stecken – wenn man zart besaitet ist.
Ansonsten kann man über diesen Humor, der nicht aus dem Land des schwarzen Lächelns, England, stammt, nur herzhaft, wenn nicht sogar aus vollem Halse lachen. Allerdings gibt es auch Lacher, die erst auf den zweiten Blick zünden (nachdem man einmal geschluckt hat, weil damit nicht zu rechnen war). Das beste Beispiel dürfte Lucas Herkunft sein. Dieses letzte Bild setzt dem gesamten Band das wohl verdiente Krönchen auf.
Voll integriert ist Harry, Torpedos Sidekick. Der etwas zurückgebliebene kleine Gangster darf ein eigenes Abenteuer bestehen und versieht auch in anderen Kurzgeschichten wichtige Rollen – so auch als Geisel.
Interessanterweise hat Torpedo, was Harry anbelangt, ein wenig Herz entwickelt. Harry erhält zwar hin und wieder noch den einen oder anderen Schwinger, doch ist seine Position neben Torpedo deutlich gestärkt. Zeitweilig unterhalten sie sich wenigstens auf Augenhöhe.
Eine schöne Episode mit den beiden (in deren Verlauf natürlich ein Mordauftrag ausgeführt wird) findet in einem Kino statt. Während sie sich auf ihre Tat vorbereiten, sofern das nötig ist, läuft ein Tarzan-Film über die Leinwand. Ihre Schlüsse sind nicht hochtrabend. Ganz im Gegenteil, geht es hauptsächlich darum, ob Tarzan Jane nehmen wird oder nicht. Zwischendurch bekommt ihr Opfer immer wieder einen Ellenbogenstoß ab, denn ganz gleich was er sagt oder nicht sagt, es ist grundsätzlich falsch.
Torpedo wäre vielleicht niemals so gut, gäbe es nicht einen Zeichner wie Jordi Bernet, der den Figuren eine unglaublich gute Figur in reinem Schwarzweiß verleiht. Hager wie einst Clint Eastwood ist Luca Torelli eine Mensch gewordene Mischung aus Frettchen und Hyäne. Da es eine Figur ist, die bereits seit frühester Jugend die Verbrechen um sich herum kennt, ist sein Mienenspiel stark eingeschränkt. Erstaunen ist selten, selbst echte Wut gibt es kaum. Lucas Gesicht ist immer etwas mürrisch. Ausnahmen bestätigen die Regel, so in Augenblicken, wenn es ihm nichts ausmacht, einem Säugling die Muttermilch zu stehlen.
Die vorliegende Ausgabe könnte nicht bestehen, wenn Bernet nicht auch einen gewissen Spaß an seiner Arbeit gehabt hätte.
Ein herrlich düsterer Humor, abgrundtief gemein und meilenweit unter jeder Gürtellinie, brutal, perfekt gezeichnet und mit jeder Geschichte pointiert erzählt, so präsentieren Abuli und Bernet ein Gangsterszenario, in dem nichts fehlt: Entführung, Mord, Bandenkrieg, Rache, Pferderennen und einiges andere, um die sich ein handfester Gangster nicht schert. Wer es nicht pechschwarz mag, Finger weg, für alle anderen: Schlapplachen. 😀
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