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Comic Blog


Sonntag, 01. Juni 2008

Der Ultimative Iron Man 2

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 17:16

Der Ultimative Iron Man 2Wer ist Tony Stark? Was ist mit seinem Organismus geschehen? Ausgerüstet mit einer wahnsinnig anmutenden Heilkraft um die ihn Helden wie Captain America und Wolverine beneiden würden, ist eigentlich nur noch eines größer: Sein Ego.
Doch so sehr er sich auf seine Heilkraft auch verlässt, es dauert, damit ein Arm nachwachsen kann. Und als hätte er nicht genug mit seiner eigenen Heilung zu tun, kommen noch dubiose Regierungskräfte ins Spiel, die gerne den neuen Roboter von Stark im Feld einsetzen wollen.

So machen sich Iron Man und sein Backup War Machine auf den Weg in terroristisch besetztes Gebiet. Anfänglich scheint es ein Spaziergang für die gepanzerten Männer zu werden. Doch dann stellt sich ihnen ein Kind mit einem Sprengstoffgürtel in den Weg.

In diesem Band darf wieder ein grafisches Dream-Team auflaufen: Cary Nord und Dave Stewart.
Der Fantasy- und Conan-Fan konnte die beiden schon in den neuesten Ausgaben des Helden aus Cimmeria bewundern. Nun haben sich die beiden Grafiker dem Stählernen des Marvel Universums und dem grauen Riesen.
Wenn einer mit Muskeln so umzugehen versteht, dass sie einen äußerst natürlichen Eindruck hinterlassen, dann Cary Nord. Der Hulk besitzt hier diese ungeheure und zur vernünftigen Darstellung nötige Grobschlächtigkeit, die ihn besser aussehen lasst als in der Statur des muskulösen Wucherungen ausgerüsteten Giganten – so, wie ihn manch andere Zeichner zu Papier bringt.
Manchmal ist weniger einfach mehr.

Warren Ellis nutzt die Episode Ultimativer Mensch außerdem dazu, um dem Leser die Figur des Bruce Banner näher zu bringen. Banner, innerlich gebrochen, weil er bei seiner Arbeit versagt hat, geht auf das Angebot weiterer Tests ein, damit der Hulk langfristig unter Kontrolle gebracht werden kann.
Der Ansatz, die Technologie von Tony Stark zu nutzen, um den Hulk-Ausbruch zu unterdrücken, ist treffsicher, der gesamte Aufbau der Geschichte sehr zielgerichtet.
Zu bemängeln wäre einzig, dass Stark das Experiment so ausufern lässt. Andererseits passt es auch zum Charakter der Figur, großmäulig, risikofreudig, ein Mann, der sich dank seiner Regeneration für unsterblich zu halten scheint.

Ellis beschreibt das Szenario mit der richtigen Portion Dramatik, während derer man natürlich nur auf den Auftritt des Hulk wartet. Wie eben schon erwähnt, wird dank der zeichnerischen Fähigkeiten der beiden Künstler ein richtiges Happening daraus.

Doch auch die erste, weitaus ernsthafter formulierte Episode darf nicht unerwähnt bleiben. Das von Pasqual Ferry und Dean White in Cover-Qualität angelegte Abenteuer zeigt dem Leser denn auch gleich zwei Eiserne zum Preis von einem in Aktion.
Diese Phrase ist sogar wörtlich zu verstehen, denn in der Geschichte von Orson Scott Card ist die Regierung ursprünglich nur an einem Roboter zur Terroristenbekämpfung interessiert. Der aktuelle globale Kampf gegen den Terror bietet auch hier (wie im Kinofilm) ein Szenario, das einem vor geraumer Zeit in einem Comic noch unwirklich vorgekommen wäre, seit 9/11 aber eine Art Standard geworden ist – der nicht überstrapaziert werden sollte.

Eine runde Mischung aus der Entwicklungszeit des Ultimativen Iron Man, wie auch eine noch bessere Episode zusammen mit dem Ultimativen Hulk, der hier einen weiteren Teil seiner Kräfte präsentieren kann. Dank der zeichnerischen Fähigkeiten aller Beteiligten ein echtes Leckerchen. :-)

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Mittwoch, 12. März 2008

Global Frequenzy 2

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 20:01

Global Frequenzy 2Der Leiter des MI6 wollte sich mit Kollegen des deutschen und russischen Geheimdienstes in Hamburg treffen. Leider entpuppt sich das Treffen als Falle. Ein Glück, dass Miranda Zero mit einer Auswahl ihrer Agenten zur Stelle ist und das Attentat vereiteln will.
Wenig später befindet sich Ms. Zero selber im Mittelpunkt des Interesses. Jemand möchte die Global Frequenzy zerschlagen. Aber Ms. Zero weigert sich beharrlich, die entsprechenden Auskünfte zu erteilen.
Damit nicht genug. Chirurgen laufen Amok. Zwei Killer haben miteinander eine Rechnung zu begleichen. Chicago soll dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Global Frequenzy hat alle Hände voll zu tun.

Jede der hier abgedruckten Geschichten hätte das Zeug zum berühmten Introvorfilm eines James-Bond-Kinostreifens – nur: Wie sollte ein Bondfilm diese Spannung und Dramatik noch übertrumpfen können?
Autor Warren Ellis, schon lange eine der Schwergewichte unter den Comic-Autoren, könnte mit dieser Reihe den guten alten Frank Miller vom Thron stoßen. Im Stile einer Hetzjagd, wie der Leser bzw. Fernsehzuschauer sie allenfalls von 24 her kennt, rasen die Geschichten am Leser vorüber, immer schneller werdend, immer schneller lesend, schockiert, gebannt.

Die Global Frequenzy, eine Organisation zur Abwendung von kriminellen Katastrophen jedweder Art, ist über den gesamten Erdball verteilt. 1001 Agenten stehen dem Netzwerk zur Verfügung, alle angeleitet von der geheimnisvollen Ms. Zero, unterstützt durch ein Mädchen namens Aleph, dessen Gehirnfunktionen einem Verbund von Hochleistungscomputern gleich kommt.
Geiselnahmen, Attentate, Gräueltaten fallen in das Arbeitsgebiet der Global Frequenzy, kurz GF. Und manchmal wird die GF selbst zum Angriffsziel, denn ihre Arbeit ist Terroristen, organisierten Verbrechern, mitunter auch verbrecherischen Staaten ein Dorn im Auge.

Jede Episode hat ihren ganz persönlichen Stempel. Natürlich ist Warren Ellis immer als Autor tätig, aber der Wechsel der Zeichner sorgt für eine sehr unterschiedliche Atmosphäre. Die Grundstimmung der Episoden, mal klassische Thriller, mal Duelle oder fast schon Horrorszenarien sorgen für Abwechslung und einen immer anderen Aufbau.
Den Anfang macht Simon Bisley, Anarcho-Urgestein in Sachen Zeichnung. Sein Lobo, wie auch die Begegnung zwischen Judge Dredd, Batman und Judge Death sind knackig, wüst, wild, irgendwie anders und von der ordentlichen Gestaltung oder von der auf Ordnung bedachten Gestaltung anderer Zeichner weit entfernt.
Hier gibt sich Bisley vergleichsweise zahm, aber nicht zahnlos. Die Chinesin Ms. Lau und der Russe Mr. Grushko passen voll in sein Konzept der merkwürdigen Killer-Figuren. Das Gegensätzliche der Figuren erinnert (der Name fiel bereits) an Mr. Miller. Grushko, der Riese im Frankenstein-Look, und Lau, die kleine agile Chinesin, bilden ein Gespann, wie es ungewöhnlicher kaum sein könnte.

So manche Szene mag den Leser an Filmzitate erinnern. Der Beginn der Episode über Takashi Sato ähnelt noch dem Auftakt von Apokalypse Now, um sogleich zu einem Horrorszenario im Stile eines Haunted Hill zu werden.
Zeichner Lee Bermejo gehört zur Gruppe der extrem realistisch zeichnenden Grafiker. Bei einer Episode, bei der es zwar nicht ans Eingemachte, dafür an die Eingeweide geht, geht das im wahrsten Sinne des Wortes an die Nieren. Die Farben von David Baron simulieren die Beleuchtung während des nächtlichen Einsatzes treffend, kühl, drastisch. Wenn es im Krankenhaus hygienisch grün erstrahlt, steht der Leser mit einem Fuß in der Geisterbahn.
Ultrabrutal ist nicht nur der Titel der nächsten Geschichte – der Titel ist Programm. Seit Marv den Tod von Goldie rächte (Sin City), hat es wohl nur selten zwei Killer gegeben, die sich derart angefallen haben. Bei der GF weiß man von der Gefährlichkeit des Killers Lionel Wellfare, der in eine Einrichtung eingedrungen ist, wo er nichts zu suchen hat. Der Franzose, Agent der GF, will diesen Auftrag. Er hat eine persönliche Rechnung offen.
Warren Ellis gönnt sich einen Splatter-Spaß und dank des Zeichners Tomm Coker geht hier so richtig der Punk ab.

Nach einer Episode, bei der Aleph beweisen kann, dass sie nicht nur mit der Tastatur eines Rechners umzugehen versteht, wird es wirklich global.
Gene Ha zeichnet die Geschichte, in der es am Boden und im All (!) höchst spannend weitergeht. Ha arbeitet realistisch wie sein Kollege Bermejo, lässt aber im Endergebnis durch die aquarellartige Farbgebung von Art Lyon einen ganz anderen, organischeren Eindruck entstehen.

Perfekter Thriller-Mix. Einzeln betrachtet ist jede Episode top. Gesamt betrachtet entsteht durch die Episodentechnik ein vielfältiger Blick auf die Global Frequenzy Organisation. Mit diesem Konzept hat Warren Ellis eine Grundlage geschaffen, auf der sich viele weitere Ideen verwirklichen lassen. :-)

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Montag, 26. November 2007

Thunderbolts

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 18:09

ThunderboltsDas Böse ist unter uns. Besser kann es der Klappentext nicht beschreiben. Die neue Gruppierung die zum Fang von nicht registrierten Helden benutzt wird hat einige Schurken des übelsten Abschaums versammelt, den es im Marvel-Universum gibt.
Norman Osborn, besser bekannt als Grüner Kobold, Venom, Radioactive Man, Swordsman, Moonstone, Songbird, Pennance und Bullseye bilden die neuen Thunderbolts, jenes Team, das schon immer eine Berg- und Talfahrt mitmachte.
Jetzt sind sie die offizielle Eingreiftruppe. Wer da draußen auf eigene Faust Verbrecher dingfest machen will, verhält sich gesetzeswidrig und kann verhaftet werden.

Doch Warren Ellis, Comic-Autor für die eher düsteren und härteren Themen, führt dem Leser vor Augen, was geschehen kann, wenn eine Horde von Irren eine Art Polizeigewalt erhält.
Der ganze Einsatz dieser Wahnsinnigen ist äußerst unlogisch und widerspricht vollkommen den Grundgedanken, die Iron Man zu seiner Kampagne getrieben haben. Auch die Rolle des überaus intelligenten Reed Richards alias Mr Fantastic erscheint merkwürdig, da er einer der Mitinitiatoren dieses seltsamen Programms ist. Wie jemand wie Norman Osborn ausgerechnet zum Anführer dieses Teams auserkoren werden konnte, erscheint ebenso schleierhaft.

Natürlich ist diese Gruppe durch vielfältige Überwachungsmaßnahmen gesichert. Auf mikroskopischer Basis wurden die Verbrecher mit Naniten versehen. Diese Miniroboter treten in Aktion, wenn sich eines dieser Monstren gegen die Befehle verhält. Weitere Maßnahmen runden das Sicherheitspaket ab.
Man muss es Warren Ellis’ Phantasie zugute halten, dass er diese unwirkliche Szenario auf hervorragende Weise angeht. Die Vorstellung der einzelnen Charaktere in Form von Verhören, allen voran Norman Osborn, und durch diverse Einsätze ist über alle Maßen spannend.

Einen guten Teil des Lobes für diese vortreffliche (Anti-)Superheldengeschichte kann der Zeichner Mike Deodato Jr. für sich verbuchen. Die Zeichnungen sind sehr realistisch angelegt und zu jedem Zeitpunkt brillant. Selbst die kleinsten Momente werden noch mit dem notwendigen Aufwand bearbeitet und sei es das kleine Versteck von American Eagle.
An der Darstellung des Auftritts von Stan Lee scheint Deodato seine helle Freude gehabt zu haben. Die angebotenen Verkleidungen potentieller Heldenfiguren sind ein ziemlicher Jux. Darüber hinaus ist die Namensgebung und die Verkleidung von Helden wie von Schurken ein Thema in dieser Ausgabe. Wie American Eagle sich über eine alte Verkleidung beklagt, in der er aussah wie einer der Village People oder die Erläuterung des kleinen Helden Steel Spider, der wie eine Mischung aus Doc Ock und Spider-Man erscheint, das rüttelt, wie die gesamte Handlung, an den Grundfesten des Marvel-Universums – wie letztlich die gesamten Ereignisse der letzten Zeit. So gesehen ist diese Fortführung die logische Konsequenz (und trotzdem nicht unbedingt logisch, aber im Sinne der Unterhaltung hinnehmbar).

Deodato bedient sich auch wieder eines Schauspielers (wie es so mancher Zeichner schon getan hat, man denke nur an Samuel L. Jackson als Nick Fury bei den Ultimativen). Hier dürfen wir Tommy Lee Jones als Norman Osborn bewundern. Optisch wie auch vom beeindruckenden schauspielerischen Naturell wäre Jones eine sehr gute Wahl auch für die Kino-Fassung von Spider-Man gewesen. Wie schon in den ganz alten Geschichten, als Osborn sein Gedächtnis verloren hatte, darf der Leser beobachten, wie sich langsam der alte Wahn um Spider-Man wieder in seine Gedanken einschleicht und ihn als Anführer der Thunderbolts untragbar macht – nicht zuletzt dank der nicht weniger psychotischen Moonstone, die Osborns Medikamente manipuliert.

Bei all den Schurken dürfen auch die Helden nicht vergessen werden. Nicht alle sind registriert. Viele kleinere haben sich dem Gesetzt entzogen, einige auch deshalb, weil sie seit Jahren nicht mehr aktiv waren.
An den Beispielen von Jack Flag, Steel Spider und American Eagle oder Jillian Woods alias Shadowwoman wird der verzweifelte Kampf gegen die Unholde gezeigt. Ellis ist gnädig. Zwar leiden die Helden Höllenqualen, aber zumindest dürfen seine Helden auch austeilen. Am Ende ist nichts mehr so, wie es war – nachdem die Thunderbolts in der Öffentlichkeit mehrmals ihr wahres Gesicht offenbart haben. Die Hülle bröckelt, denn eine einhundertprozentige Kontrolle dieser Kreaturen ist nicht möglich. Wie auch, wenn sie sich nicht einmal selber unter Kontrolle haben?

Wenn ein Wahnsinn in Superhelden-Comics Methode hatte, dann hier! Wenn Schurken als Waffe für das Gute eingesetzt werden, kann das nur schief gehen. Wie sehr, dass zeigen Warren Ellis und Mike Deodato Jr. beinahe genüsslich und mit allen Konsequenzen mit dieser Geschichte innerhalb des normalen Marvel-Universums, die ihren ganz eigenen Weg beschreitet. :-D

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Montag, 05. November 2007

Civil War - Der Tod eines Traums

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 15:15

Civil War - Der Tod eines TraumsCaptain America ist ein Gefangener. Der Mann, der bereits im Zweiten Weltkrieg die amerikanischen Truppen in höchstgefährlichen Situationen angeführt hatte, war auch der Initiator gegen die neue Gesetzesrichtlinie. Auf der anderen Seite stand Iron Man und sein Alter Ego Tony Stark, erster Befürworter des Gesetzes. Aus den Freunden wurden unerbittliche Feinde.
Die beiden Journalisten Ben Urich und Sally Floyd erhalten die Gelegenheit, die beiden Kontrahenten Captain America und Iron Man zu befragen. Urich ist besonnener als seine Kollegin, ruhiger, auch beruhigend. Im Gespräch mit einem desillusionierten Captain America kann er Sally trotzdem nicht zurückhalten. Sally redet sich ihren gesamten Frust von der Seele.

Nachfolgend treffen sie auf Tony Stark, der mit seiner zweiten Identität Iron Man einen neuen technischen Höchststand erreicht hat. Außerdem ist er zum Direktor von Shield, der internationalen Eingreiftruppe der UN aufgestiegen. Obwohl er der Gewinner des Konflikts ist, hat er persönlich nur verloren. Zusätzlich sind die beiden Reporter Machenschaften auf die Spur gekommen, die das Ansehen dieses mächtigen Mannes gehörig ankratzen. Ihnen ist sogleich klar, dass sie diese Informationen niemals werden veröffentlichen können.

Ein gefangener Captain America kann immer noch zu einer Gefahr werden. Dieser Auffassung sind die verschiedensten Fraktionen, nicht nur die offiziellen Stellen. Als Cap die Stufen zum Gerichtsgebäude erklimmt, mehr oder minder sorgsam bewacht, fallen Schüsse. Das Symbol einer ganzen Ära bricht getroffen zusammen.

Der Bürgerkrieg zwischen den Helden findet sein Ende mit Civil War – Der Tod eines Traums und einem sehr lauten Knall. Wenn Helden ihr Ende finden, wird es ja häufig belächelt. Na, die werden schon wiederkommen. Irgendwie. Captain Americas Ende soll aber wohl nicht nur ein Meilenstein im Comic sein, sondern auch ein Zeichen sein, eine Aussage. Wer die Helden und Schurken in der schaurigen Episode am Ground Zero stehen sieht, entdeckt nicht nur Parallelen, sondern auch ein durchgehendes Konzept.
Cap trat nicht nur gegen Kriegsverbrecher, Schurken und außerirdische Invasoren an. Zuletzt kam er auch gegen Terroristen zum Einsatz, besonders unter dem Eindruck der Katastrophe vom 9.11.2001. Civil War ist nicht nur ein sehr großes verlagsinternes Crossover geworden. Es ist zugleich auch umwälzender als das vergleichbare jüngste Großereignis bei DC.

Iron Man selbst vergleicht seinen Sieg mit dem Desaster, dass auch für König Pyrrhus ein Sieg war. Ein Sieg, der so teuer mit Menschenleben erkauft wurde, dass von einem Sieg kaum die Rede sein konnte. Angespornt durch legendäre Anführer wie König Artus sah sich auch Tony Stark als Architekt einer neuen sicheren Weltordnung, ein Visionär für das Gute. Für Captain America bedeutete diese neue Weltordnung nur den Erstickungstod der Freiheit.
Beide Ansichten prallen aufeinander, nicht bereit auch nur einen Millimeter zurückzuweichen, so dass am Ende alles auf der Strecke bleibt, auch solches, was beiden Seiten lieb und teuer ist.

Marvel gestaltet hier den Niedergang des Helden-Mythos, des einfach gestrickten Supersoldaten, des edlen Rächers. Obwohl sich viele mit dem Unvermeidlichen abfinden und sich registrieren lassen, gärt es unter der Oberfläche weiter. Neue Konflikte scheinen nur aufgeschoben zu sein.
Insgesamt lässt sich sagen, dass dieser Band, von Autoren wie Paul Jenkins, Brian Michael Bendis oder Warren Ellis geschrieben, ein ziemlich dichtes trauriges Bild liefert. Zwar zeichnet sich auch ein Neubeginn ab, so die Gründung von Omega Flight, dem neuen kanadischen Superteam, aber der Niedergang ist offensichtlich. – Wenn die Thunderbolts zu einer tatsächlichen Ansammlung von Verbrechern und Psychopathen verkommen, ist dies ein deutliches Zeichen. Illustre Namen wie Bullseye, Venom oder der Grüne Kobold unter einem Dach? Das kann nicht gut gehen.

So aufwühlend und auch niederschmetternd diese Handlung für die Fans auch sein dürfte, so toll ist die optische Gestaltung, in der zweifelsohne wieder einmal die von Marc Silvestri dominiert und die anderen, die ebenfalls gut sind, doch in den Schatten stellt. Entsprechend dramatisch fallen die Szenen um Omega Flight (gigantische Neuvorstellung) und die neuen Thunderbolts aus.

Ein sehr düsterer Abschluss, wie ein weiterer Auftakt zur Revolution geschrieben, der Tod eines Mythos. Der Abschied von Iron Man und Captain America voneinander, äußerst ruhig erzählt, sehr intensiv in Szene gesetzt, dürfte einer der Wendepunkte in der Historie des Marvel-Universums sein. Praller, sehr ernsthafter Lesespaß. :-D

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