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Comic Blog


Mittwoch, 16. Juli 2008

Fathom - Kiani 5

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 16:01

Fathom - Kiani 5Der Kampf ist unbarmherzig. Kalte Energieblitze wüten gegen heiße Lavaschüsse an. Während die einen mit vereinter Kraft zuschlagen müssen, um einen Sieg zu erringen, schlägt eine Gegnerin alleine ein halbes Dutzend Feinde. Doch all die Macht der Krieger nützt nichts, als die Schwarzen auftauchen.
Unterdessen begegnet Kiani endlich ihrem Vater – den sie sich so nicht vorgestellt hat. Nicht in dieser geschwächten, wässrigen Form, nicht als Opfergabe für ihr Schwert, so wie es die Oberen von Aescylot von ihr wollen. Es ist ihr Vater, der ihr dazu rät, es zu Ende zu bringen. Kiani gehorcht. Sie stößt die Energieklinge in die Brust ihres Vaters.

Das Finale rollt spannend und melodramatisch.
Die Tochter findet ihren Vater wieder und soll ihn gleich darauf im Sinne eines irren Kultes töten. Vince Hernandez hält sich nicht mit einem Konflikt auf, sondern generiert gleich mehrere, die auf ihrem Höhepunkt ineinander übergehen. Hier fasziniert besonders das Eingreifen der Schwarzen, eine Volksgrube, die wegen ihres phantastisch dunklen Panzers diesen Namen erhalten hat und für die dieses Geplänkel eher lächerlich ist. Wie groß ihre Macht ist, zeigt Hernandez am Zusammenbruch der Auseinandersetzung in wenigen Augenblicken.

Eine Erlöserin wollten die Blauen, sie bekommen die Schwarzen, die sich auch über das anberaumte Ritual hinwegsetzen. Nicht nur das. Plötzlich spielt auch Killian wieder eine Rolle, der sich seit seinem Auftritt in Killians Tide sehr verändert hat. Dieser Killian macht (zumindest hier) einen geläuterten Eindruck – inwieweit das der Wahrheit entspricht wird die Zukunft von Fathom zeigen.

Zum Abschluss kann sich Zeichner Marcus To vollkommen auf die bisherigen Charaktere konzentrieren. Hintergrundgestaltung oder sonstiges Design lenkt nicht mehr ab. So betrachtet, scheint eine Lupe angesetzt worden zu sein. Lasst Gesichter sprechen, scheint der Grundgedanke zu sein. Erschrecken, Erstaunen, Furcht oder Trauer äußert sich hier kaum in Worten. Die Augen blicken groß. Münder sind vom Zorn oder Hass verzerrt. Eine Geste sagt alles. In bester Action-Manier wird kleines Kino zelebriert, soweit das in Heftform möglich ist.

Der Höhepunkt schlechthin ist das Eingreifen von Casque, einem der Schwarzen. Ohne Anstrengung vernichtet er die – seiner Ansicht nach – Feinde, die Killian in ihre Gewalt brachten. Die einzige Gestik – leider viel zu klein dargestellt, sonst wäre es umso beeindruckender – sind die abgespreizten Flügel, die ihn wie einen Unterwasserdrachen aussehen lassen. Die Vernichtung der Feinde wird von Marcus To gnädig inszeniert und ergeht sich nicht in einer überbordenden Gewaltdarstellung, was angesichts der finalen Kämpfe zu begrüßen ist.

Ein guter Schluss, spannend, sehr ernst, mit nur sehr wenig Trost für alle Beteiligten behaftet. Grafisch ein würdiges Finale für diese Miniserie. Von Marcus To, dem Zeichner, wird angesichts seiner Jugend bestimmt noch viel zu hören sein. :-)

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Samstag, 12. Juli 2008

Fathom - Kiani 4

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 11:27

Fathom - Kiani 4Eine Explosion im Orbit der Erde hat Auswirkungen auf den tiefsten Grund des Ozeans. – Aber das konnte damals niemand ahnen. Für andere hingegen bedeutet gerade jene Kraft, die aus der Erdumlaufbahn in das Wasser fiel, den Beginn allen Heils. Eine Waffe konnte erschaffen werden, die Waffe der Erlöserin.
Kiani, die sich nun im Besitz dieser Waffe befindet, ist erstaunt und fasziniert zugleich. Die Waffe ist ein außergewöhnliches Werkzeug. Eine unbekannte Substanz erhält ihre Energieklingen. Während Kiani noch rätselt, braut sich vor den Toren von Aescylot ein Krieg zusammen.

In einem Wechselspiel aus Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen wird das Puzzle kurz vor dem Finale zusammengesetzt. Völker, gefangen zwischen ihren eigenen Mythen, dem was sie glauben und demjenigen, dem sie folgen möchten, streben auf die unvermeidliche Konfrontation zu. Andersdenkende werden, ähnlich wie im alten Rom im Senat, vernichtet, zunächst verbal und falls das nichts nützt, auch radikal und für immer.

Der Konsul von Aescylot nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Er ist mehr als nur ein Politiker, er ist außerdem noch Wissenschaftler und eine Art Priester, ein Beseelter, ein Erleuchteter – und wer die phantastischen Bilder sieht, auf denen er die Herstellungsprozedur jenes besonderen Schwerts überwacht, kann dies sogar wörtlich nehmen.

Vince Hernandez stellt mit diesem Mehrteiler um Kiani der Verblendung der Menschen die Verblendung eines unterseeischen Volkes gegenüber. Derjenige, Killian, der seinen eigenen Weg zur Bekämpfung der Menschen suchte, wird nun zu einer Geisel, einer Opfergabe der Unterseeischen und begünstigt allein durch seine Existenz einen neuen Krieg. Dahinter steht Kiani, die sich eigentlich gerecht wähnt und doch selber viel Schuld auf sich geladen hat, dies aber nur ungern wahrhaben will.
Die Handlung und ihre Charaktere verfügen über viele Grauschattierungen, ein reines Schwarzweiß, also eine wenig durchdachte Handlung und flache Charaktere wird man hier als SciFi-Fan vergeblich suchen. Allenfalls ließe sich der leise Vorwurf erheben, dass fast schon zuviel Handlung und Hintergrundinformation in die Seiten hineingepresst wurde.

Entgegen der erwähnten kriegerischen Auseinandersetzung ist dieser Abschnitt des Fünfteilers etwas ruhiger, die Ruhe vor dem Sturm, denn die vielfältigen Enthüllungen heizen die Wut der Protagonisten an. In weiterhin tollen Bildern des relativ jungen Zeichners Marcus To und des übrigen Kreativ-Teams, bei dem auch die Tuscher Don Ho und Sal Regla besonders erwähnt werden müssen, da sie bei den Massenszenen besonders viel zu tun haben und nach wie vor sehr eine sehr fein gezeichnete Arbeit abliefern, die mit dazu beiträgt, die Bilder zerbrechlich aussehen zu lassen.

Der Endspurt kann beginnen. Eine wichtige Figur des Fathom-Universums, Killian, steht kurz vor seiner Rückkehr. Vince Hernandez lässt sich hier noch einmal Zeit, um alle Fronten zu klären. :-)

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Freitag, 11. Juli 2008

Fathom - Kiani 3

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 12:42

Fathom - Kiani 3Bekämpfe den Tiefenrausch! So lautet die Warnung, der Befehl an Siphon, der fällt und fällt und fällt. Erst im allerletzten Augenblick wird er gerettet. Kiani hingegen stellt sich weniger realen Bedrohungen. Ihre Albträume setzen ihr zu. Alleine im Wasser schwebend wird sie angegriffen von den Geistern derer, deren Tod sie zu verantworten hat. Ein Kind, das Kind … Kiani erinnert sich an das Kind, dessen Vater sie raubte. Und diese Erinnerung löst etwas in ihr aus. Eine gewaltige Kraft setzt riesige Energien frei. Bis sie wieder da ist. Und sich wundert, dass man sie wie eine Erlöserin anbetet.

Kiani betritt Aescylot mit einer Mischung aus Faszination und Staunen, aber auch Misstrauen. Plötzlich, nach der Eröffnung ungewöhnlicher Neuigkeiten, hat sie noch viel mehr Probleme.

Marcus To überrascht immer wieder. Aber – und das kann gar nicht oft genug betont werden – ohne das geniale Farbenspiel, hier von John Starr und Peter Steigerwald wäre der Eindruck nur halb so gut. Bleiben wir kurz bei den Farben.
Es beginnt mit den Schwarzen, jenen tiefseeisch lebenden Wesen, die in enger Verwandtschaft zu den uns bekannten Helden stehen. Ihre Schutzkleidung, eine Mixtur aus Siamesischem Kampffisch, Seepferdchen und Rochen ist mit einer lila und grün schillernden Textur belegt. Die einzelnen Segmente werden stahlblaue Abschlussleisten voneinander getrennt. Das Design ist schlicht und einfach perfekt. Ein jeweils individueller Helm krönt die gesamte Erscheinung, die gruselig und majstätisch zugleich ist.

Das Gegenteil sind die Anhänger Killians, ausgestattet mit der üblichen Panzerung mit einem roten Grundton und einer bleichen Haut, schimmernd wie eine Wasseroberfläche. Hier zeigt sich eine barbarische Urkraft, die später durch ein ganzseitiges Bild eines angreifenden Trupps mit unterseeischen Fahrzeugen noch verstärkt wird.
Die grafische Krönung findet sich zum Schluss, wenn Kiani ihre ganz persönliche Waffe erhält und der Leser einen Ausblick auf die unterseeische Stadt.
Dies mag alles im Zeitalter des Computers gut und auch zügig zu bewerkstelligen sein, dennoch bedarf es immer noch eines Menschen, der die Effekte an der richtigen Stelle und mit dem nötigen Feingefühl einsetzt.
John Starr und Peter Steigerwald gehören zweifelsohne zu jenen Koloristen, die dazu in der Lage sind.

Vince Hernandez stürzt Kiani in dieser Folge von einem Extrem ins andere. Eben noch vergeht sie vor Schuldgefühlen, im nächsten Augenblick wird sie von ihr Unbekannten als Erlöserin angesehen.
Am Ende sind diese Ereignisse nur die Fassade eines bevorstehenden Konflikts, der mit gleicher Macht heraufzieht wie der Krieg gegen die Menschen.
Weiterhin ein tolles SciFi-Abenteuer mit interessanten Charakteren und klasse Einfällen zur Erweiterung des Fathom-Universums. :-)

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Dienstag, 26. Februar 2008

Kiani 2

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 20:49

Fathom - Kiani 2Kiani mag sich nicht mit ihrer Vergangenheit versöhnen und befindet sich in einem tiefen Zwiespalt. Ihr Vater ist ein Mörder. Doch wie groß ist sein Erbe? Wie viel von Kilian steckt in ihr? Lässt sie sich wirklich so sehr von ihren Gefühlen leiten, wie ihre Mutter behauptet?
Kiani forscht in ihren Gefühlen. Was ist das? Erst jetzt hat sie von ihrem Vater erfahren und dennoch? Brachen all seine Gefühle, der Hass, den er in sich trug aus ihr hervor. Vielleicht kann sie gar nicht anders.

Anderorts wird ein Kriegsgefangener gefoltert. Er entstammt dem eigenen Volk, aber das erscheint unerheblich zu sein. Fragen werden gestellt, Fragen, auf die der Gefangene keine Antwort geben will. Schließlich, nach einer neuerlichen Wunde, gibt er nach. Kilian, lautet die Antwort.
Wieder: Kilian. Dieser Name löst in den Folterknechten nichts aus. Der ausgesprochene Name bringt keine Erlösung, im Gegenteil.

Inzwischen dringt Kiani in die Tiefen des Meeres vor. Sie will Antworten. Sie will etwas greifbares finden. Es gilt bei ihrem Vater zu beginnen. Seine sterblichen Überreste sollen ihr dabei helfen. Der Weg ist nicht leicht, denn er führt zu einem seltsamen Volk, den Aescylianern, seltsamer als alles, was Kiani jemals zuvor in den Weiten des Meeres gesehen hat.

Rätsel und Wunder zeichnen die zweite Episode der kleinen Fathom-Reihe um die Kämpferin Kiani aus. Autor Vince Hernandez versteht es, die gewohnten Pfade zu verlassen und neue Ideen einfließen zu lassen. Dabei entstehen ein paar Einsichten in das Fathom-Universum, die seine Fremdartigkeit unterstreichen und neue erzählerische Möglichkeiten eröffnen.

Der Anfang fällt ungewohnt brutal aus, wenngleich das meiste, was sich während der Gefangenschaft des einsamen Kriegers abspielt, nicht gezeigt und der Phantasie des Lesers überlassen wird. Diese Szene bleibt ein Ausreißer, denn in der Folge versucht die Geschichte vieles aus Kianis Vergangenheit wie auch aus ihrer Gegenwart zu verarbeiten. Killian, ihr Vater, wird weitaus menschlicher dargestellt, als ihn seine Tochter viele Jahre später selbst sehen wird. Am Ende ist er ein Vater, der seine Tochter und seine kleine Familie insgesamt von ganzem Herzen geliebt hat.
Und so sehr sie sich sträubt, so hat sie auch seine Tapferkeit und seinen Mut geerbt.

Kiani ist optisch die Sportlichkeit in Person. Ihr Haarschopf fällt gewaltig aus und wäre wohl an Land kaum tragbar. Unter Wasser jedoch geben die langen Strähnen ein sehr gutes gestalterisches Mittel ab, das von Zeichner Marcus To weidlich ausgenutzt wird. Wie Wasserpflanzen umwehen die Haare die Kriegerin.
Dieses und andere Elemente spielen einer atmosphärischen Farbgebung zu, an der gleich vier Koloristen beteiligt waren, allen voran Peter Steigerwald und Beth Sotelo, die reichlich Erfahrung mit Fathom im Besonderen und den Arbeiten innerhalb der Michael Turner-Schmiede im Allgemeinen haben.

Zwei grafische Highlights finden sich mit der Darstellung der Aescylianer. Quallenähnlich, palmähnlich schweben sie durch das Wasser und strahlen. Außerdem sind sie riesig und treten in einem großen Schwarm auf. Eine andere Szene, beeindruckender in ihrer Düsternis und Kraft, ist eine einfache Ansicht der Schwarzen, die aus den Wellen auftauchen.
Beides verbindet sich im Schluss zu einem tollen Ende, rätselhafter als zuvor, optisch vollkommen auf das Auge eines Kinozuschauers eingestellt.
Eine sehr schöne Fortsetzung der Kiani-Reihe, die sogar besser zu gefallen weiß als die Ableger-Reihe um Cannon Hawke. :-)

Links: Zur Homepage von Beth Sotelo

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