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Comic Blog


Freitag, 04. Juli 2008

The Darkness - Werkausgabe Band 10

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 18:04

The Darkness - Werkausgabe Band 10Da gibt es doch immer noch Leute, die glauben, dass Jackie Estacado ein ganz normaler Mafioso ist. Jake Nightly ist so ein Kerl. Jake hat eine Rechnung offen und er sucht Streit. Wäre die Sache ein ganz normaler Mafiastreit, hätte er vielleicht eine Chance. Aber so?
Es gibt gute Killer, also solche, die ihr Handwerk verstehen, und solche, die einfach nur Blindgänger sind. Jake Nightly war ein guter Killer. Palanco hingegen ist eine Flasche vor dem Herrn. Jackie sieht nur einen Ausweg. Er befiehlt Palancos Tod. Doch Palanco ist nicht nur absolut dämlich, er scheint das Glück des Dummen auch noch gepachtet zu haben.

Sind es zu Beginn, kurz nach der Machtübernahme, noch die ganz alltäglichen Dinge mit denen sich Jackie in seiner neuen Funktion als Don herumschlagen muss, wird aus einem einfachen Krieg um die Vorherrschaft ein Kampf der übernatürlichen Kräfte.
Jackies Darklings treten gegen Drachen an. In Mister Kuo steht ihm ein chinesischer Killer gegenüber, der keine Dunkelheit benötigt, um seine ihm dienenden Kreaturen heraufzubeschwören.

Ein neues Leben für Jackie Estacado. Lange stand er im Schatten der Mächtigen, nun bekleidet er die höchste Position. Und sofort sind Neider und Konkurrenten zur Stelle, die ihm das Leben nehmen wollen.
In der 10. Werkausgabe der Darkness hat sich einiges für den ehemaligen jungen Schnösel im Dienste seines Onkels geändert.
Paul Jenkins schreibt seine Abschlussgeschichten um Jackie Estacado und übergibt an Ron Marz (Cyberforce). Die Auswahl ist für den Leser genau richtig. Nach ein paar Einzelepisoden geht es mit Dragons & Darkness an einen Mehrteiler, in den Jackie endlich einmal wieder einen Gegner hat, der ihm gewachsen zu sein scheint.

Wenn Hong Kong bedroht wird, werden Drachen zu Hilfe eilen.
Mit Kuo, dem chinesischen Killer, hat Ron Marz ein helleres und mythisches Gegenstück zu Jackie Estacado geschaffen. Kuo ist nicht ganz so cool - aber ebenso arrogant. Das Aufeinanderprallen dieser beiden Kontrahenten ist besser als andere ungewöhnliche Begegnungen der Darkness, dazu lassen sich auch die Kämpfe gegen die Witchblade oder die Angelus zählen.
Neben Ron Marz steht für dieses Horror- und Gangsterspektakel als Zeichner Martin Montiel zur Verfügung. Montiel gestaltet mit sehr viel Stil und Eleganz in der Linienführung. An den Darklings und besonders den phantastisch aussehenden Drachen kann er sich richtig austoben.
Wer dachte, in der Zeit nach Paul Jenkins würde es mit Ron Marz etwas gewaltfreier zugehen, der täuscht sich. Marz hat für Montiel einige Vorlagen geschrieben, die in jedem Splatter-Film für das nötige Grauen sorgen würden.

Insgesamt ist die kleine Mini-Reihe Dragons & Darkness eher ernsthaft, was dem Szenario um die Darkness auch sehr gut bekommt.
Zuvor setzte Jenkins mit seinen Episoden mehr auf schwarzen Humor, das passt zuweilen recht gut, sollte aber auch nicht überstrapaziert werden. Es sei denn, der Humor ist vollkommen überzogen.
Mit dem Killer Palanco ist das gelungen. Jenkins beschreibt einen Mann, der ein Attentat auf der falschen Straßenseite begeht und somit das falsche Ziel um die Ecke bringt. Und so dumm wie Palanco selbst ist, das Ziel zu treffen, so viel Pech haben jene, die den Mann für seine Dummheit bestrafen sollen. Steven Cummings (www.sc-shiki.com) zeichnet eher glatter, lustiger, unterstreicht mit seinem grafischen Stil die Komik der Handlung.

Knallhart hingegen fallen die Bilder von Eric Basaldua, Michael Choi und Romano Molenaar (www.romanomolenaar.com) aus. Die Handlung verlangt dies aber auch. Wenn ein Mafioso ins Gebet vertieft in einer Kirche erschossen wird, verbietet sich jeder Funny-Effekt. So sind die ersten beiden Geschichten eher als Gangster-Geschichten mit kleinen Horroranleihen zu verstehen. Paul Jenkins hat sich zum Schluss den Alltag eines Dons vorgenommen. Fast könnte man als Leser den Eindruck gewinnen, dass diese Schuhe ein wenig zu groß für Estacado sind.

Klassisch gangsterlich, modern gruselig, ein wenig Comedy zwischendurch. Ein perfekter Mix, zu jeder Zeit unterhaltend und kurzweilig, ganz besonders durch die kleine Mini-Reihe zum guten Schluss enorm spannend. :-)

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Freitag, 28. März 2008

Storm - Der Nabel des Doppelten Gottes

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 23:22

Storm 23 - Der Nabel des Doppelten GottesEin doppelter Gott! Boforce, die muskulöse Frau und Gaunerin, gibt zu, sich als Kind nicht besonders für all die Götter und Halbgötter auf Pandarve interessiert zu haben. Doch manchmal kann Schulwissen auch hilfreich sein. Ganz besonders dann, wenn im Nabel der Statue des Doppelten Gottes ein faustgroßer grüner Edelstein verborgen ist.
Storm und seine Freunde, Rothaar und Nomad, haben unterdessen ganz andere Probleme. Geld lautet das Zauberwort. Woher nehmen und nicht stehlen? Während Storm und Rothaar sich als Tellerwäscher verdingen, erhält Nomad eine andere Gelegenheit. Ein paar Mönche treten an ihn heran und bitten ihn, einen ganz einfachen Auftrag zu übernehmen: Die Wiederbeschaffung des Nabels des Doppelten Gottes.

Das Trio denkt sich zuerst nichts dabei. Die Aufgabenstellung klingt ganz einfach. Außerdem erhalten sie mit dem Vogel Krav einen verlässlichen Führer. Tukh, der Mönch, der den Vogel pflegte, ist den Dieben gefolgt. Findet Krav den Mönch wieder, finden sie auch die Diebe. So weit, so einfach.
Bei ihrer Ankunft in Skeggenesse, einer Stadt, die zwei Kontinente miteinander verbindet, müssen sie feststellen, dass Boforce die Macht, die dem Edelstein innewohnt, bereits für ihre Zwecke nutzt. Allerdings empfindet sie diese Art der Geldeinnahme als äußerst widerwärtig. Der Beigeschmack der Legalität ist einfach zu groß. Da trifft es sich, dass einer ihrer Helfershelfer Boforce auf Storm, Rothaar und Nomad in der wartenden Menge aufmerksam macht. Von diesem Zeitpunkt an sind die drei Freunde ihres Lebens – wieder einmal – nicht mehr sicher.

STORM ist wieder da!
Nach dem Tod von Don Lawrence war es kaum zu erwarten, dass es einmal neue Folgen würde. Mehr noch als Trigan lebte die Figur durch den Zeichen- und Malstil ihres Künstlers, dessen Fähigkeiten mit den Jahren immer besser und aussagekräftiger wurden.

Nun hat sich ein Team gefunden, dass den Faden auf einzigartige Weise aufnimmt. Autor Martin Lodewijk war maßgeblich an der Entwicklung der Welt Pandarve beteiligt, einer Welt, die unerschöpflich phantasievoll zu sein scheint. Unvergessen ist der Auftritt des lebenden Planeten als Alice im Wunderland. Sicherlich war ein Universum, in dem man zwischen den Sternen surfen konnte, zunächst etwas merkwürdig. Aber der Humor und die strikte Befolgung der einmal aufgestellten Linie machten aus diesem Erzählzyklus etwas ganz Besonderes.
Nun knüpft Martin Lodewijk mit neuen Mitstreitern an die bestehende Serie an. Und sogleich bekommt Storm es mit einer alten Bekannten zu tun. Romano Molenaar hat den Bleistift übernommen und skizziert eine Boforce, wie der Leser sie von Don Lawrence her kennt. Für die Kolorierung ist Jorg de Vos zuständig.

Es ist gruselig, wie sehr der Stil des neuen Grafik-Duos dem des verstorbenen Altmeisters ähnelt.
Hier wurde auf den Punkt genau vorbereitet und gearbeitet. Durch die feine Drucktechnik in diesem Band erkennt man deutlich die kleinen feinen Striche und die schönen Farbverläufe. Man sieht, wie die Gouache-Farbe von De Vos lasierend oder in gemischter Form deckend eingesetzt worden ist. Wie es auch schon bei Lawrence der Fall gewesen ist, ist auch der Blick auf die Arbeiten von De Vos eine seitenweise Aneinanderreihung von Gemälden. Es scheint unglaublich, dass die hohe Qualität der Grafiken auf diese lange Distanz gehalten werden kann.

Romano Molenaar ist der Zeichner. Seine Figuren in den Bleistiftversionen sind etwas härter, kantiger (soweit sich an den Skizzen auf den Bonusseiten ersehen lässt). In ihnen ist etwas mehr Mainstream, wie er aber auch zu Serien wie Witchblade, Tomb Raider, Darkness und anderen, an denen Molenaar mitarbeitete, passt. Durch die Kolorierung von De Vos verlieren sie etwas von ihrer Härte.
Die Charaktere, die denen von Lawrence schon sehr ähnlich sind, rücken noch mehr an die Entwürfe des Altmeisters heran.

Würde der echte STORM bitte aufstehen?
Es gibt Unterschiede – und mit einem solchen Erbe müssen sich die Neuen es gefallen lassen, verglichen zu werden – aber diese Unterschiede sind marginal. Im direkten Vergleich zu den jüngeren Arbeiten von Don Lawrence wurde die Optik des Originals optimal eingefangen, besser, als man als Fan es sich hätte träumen lassen können.
Es finden sich die wahnsinnig tollen Landschaften und Stadtansichten, kuriose (Luft)-Fahrzeuge und Monster in den finsteren Gewässern. Letztere sind nicht nur sehr gigantisch geraten, sondern bestechen auch durch ein brutal zu nennendes Äußeres. Molenaar und De Vos toben sich hier richtig (zur Freude des Lesers) ganzseitig aus.

Zusatzinformationen wie Skizzen, Arbeitsabschnitte und Interviews mit den Machern bieten einen guten Hintergrund, vielleicht auch für Neueinsteiger. Das Zückerchen ist ein Abdruck des Original-Covers der holländischen Ausgabe zu Der Nabel des Doppelten Gottes auf einem speziellen, für Aquarelltechniken anmutenden Papier.

Eine Fortsetzung, ein Neubeginn. Neue Pinsel malen sehr gut – Molenaar und De Vos liefern eine schöne Arbeit ab, einem Don Lawrence nachempfunden, technisch top. Und wenn dieses Duo sich noch steigern kann, wie es Lawrence Zeit seines Lebens tat, stehen den Fans der Serie weitere tolle Folgen bevor. Martin Lodewijk erzählt die neue Episode mit viel Humor und beschert dem Leser eine gehörige Portion Action in einem regelrechten Showdown zu Lande, zu Wasser und in der Luft. :-D

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