Sonntag, 24. Februar 2008
Das Drama über den neuen Weg des Jedi Dass Jennir geht in die letzte Runde. Er und seine Kameraden haben die Spur des vermissten Mädchens, Bomos Tochter, aufgenommen. Ein Sklavenhändler besitzt die nötigen Informationen und gibt den Käufer des Mädchens preis. Nun sollte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Bomo seine Tochter wieder in die Arme schließen kann.
Die zuerst unfreiwillig zusammengefundene Gemeinschaft genießt für den Augenblick die Annehmlichkeiten eines zivilisierten Planeten, ein gutes Mahl und noch angenehmeres Klima. Es scheint fraglich, dass alle den Weg bis zum Ende mitgehen werden.
Jennir sieht sich getäuscht. Selbst auf sein Anraten hin will sich jetzt niemand mehr der Verantwortung entziehen. Die Reaktionen fallen mitunter sogar heftig aus. Der Groll sitzt bei so manchem des Teams sehr tief. Der letzte Akt beginnt, und die kleine Gruppe macht sich an den Angriff auf das Anwesen des Mannes, der Bomos Tochter kaufte.
Der letzte Akt wird auch in der zweiten Hälfte des Bandes, in der Geschichte Das Bauernopfer aufgeschlagen. Wyl Tarson und seine Helfer stehen kurz vor dem Ziel. Nur noch eine massive Tür trennt sie von der Möglichkeit, ihre Mission abzuschließen.
In der Zwischenzeit hat Darca Nyl ganz andere Probleme. Sein Kampf gegen den dunklen Jedi nähert sich dem Ende. Nyl hat nicht mehr genügend Kraft und Ausdauer. Genau in diesem Augenblick wendet sich das Blatt und ein Protagonist betritt den Kampfplatz, mit dem keiner der beiden Kontrahenten gerechnet hat.
Tragisch, traurig, dramatisch. Mit diesen drei Worten lassen sich die beiden Schlussepisoden von Dark Times und Das Bauernopfer umschreiben. Das Imperium wächst.
Grafisch beeindruckend auch im Finale präsentiert sich Dark Times, gezeichnet von Douglas Wheatley, geschrieben von Welles Hartley. Dank der Farbgebung von Ronda Pattison ist Dark Times eines der herausragenden Comic-Ereignisse von Star Wars.
Bei der Darstellung der verschiedenen Spezies dürfte jedem Star Wars Fan das Herz aufgehen. Die Ansichten von Darth Vader vor dem riesigen Hologramm des Imperators sind exzellent – und erinnern freilich an jene Szene aus Das Imperium schlägt zurück. Neben der grafischen Gestaltung ist auch der Inhalt der Szene interessant. Eine Gruppe Klonkrieger hat die Ausführung der Order 66 verweigert. Darth Vader erhält den Auftrag, an den aufmüpfigen Klonkriegern ein Exempel zu statuieren.
Aber der Leser muss sich gedulden, denn dies ist nur ein Nebenschauplatz und wird auch nicht weiter verfolgt. Letztlich dient es nur dazu, Vader als Charakter mit Jennir auf der anderen Seite zu vergleichen.
Ähnlich wie Vader am Ende über den vermeintlichen Verlust und Verrat von Padmé fiel, ist auch Jennir in der Gefahr der dunklen Seite anheim zu fallen – allein, weil er Bomo einen Freundschaftsdienst erweist.
Doch dies ist nicht die Tragik an der Geschichte (und soll auch hier nicht verraten werden, da sich Hartley eine wirklich barbarische Auflösung hat einfallen lassen).
Weniger barbarisch, aber gleichermaßen dramatisch ist die Geschichte von Rob Williams und Brandon Badeaux, die ein Himmelfahrtskommando der Rebellen auf eine schwierige Mission schicken.
Auch hier darf sich Leser wieder auf Darth Vader freuen, dessen Rolle an den Geschehnissen wichtiger ausfällt als in der Episode zuvor.
Die Szene in den dunklen Gewölben, in denen sich Vader einem seiner Art stellt, einem Jedi, der durchaus ein Sith hätte werden können, trägt auch noch ein wenig zur Erklärung von Vaders Charakter bei. Die Handlung, das Ende einzelner Figuren ist sehr düster und greift jene Mentalität auf, die ein Tarkin vorgab. Kein Mitleid, kein Erbarmen, nur Vorteile suchend, auch gegen eigene Leute, das ist das Imperium. Wer nicht untergehen will, schwimmt mit oder geht unter. Nach diesem einfachen Prinzip wird mit den Protagonisten verfahren.
Michel Lacombe, Zeichner von Das Bauernopfer, arbeitet mit starken, auffallenden Schwarzflächen, lässt aber dem Koloristen Will Glass noch viel Spielraum, seine Kunstfertigkeit zu zeigen.
Das Ergebnis ist anders als in Dark Times, aber immer noch auf einem hohen Niveau.
Ein gelungener, wenn auch tieftrauriger und düsterer Abschluss zweier Fortsetzungsgeschichten. Hier sind Könner auf ihrem Gebiet am Werk gewesen. Das äußert sich in Spannung und Lesevergnügen. Für Liebhaber betont realistischer Star Wars Geschichten sehr zu empfehlen.
Stichwörter: welles hartley, douglas wheatley, michel lacombe, rob williams
Donnerstag, 17. Januar 2008
Das Imperium ist klug genug, wichtige Einrichtungen nicht dort zu platzieren, wo sie jeder rebellische Kämpfer sie vermuten könnte. Aber es ist auch klug genug, um jeden Funken eines Widerstands auf diesen abseitigen Welten im Keim zu ersticken. Und dennoch: Es unterschätzt seine Feinde mitunter.
Es ist für das Imperium von großem Vorteil, dass die Rebellen, oder besser die Untergrundbewegung, nicht so geeint sind, wie es nützlich wäre. Zu verschieden sind die Ansichten. Während die einen das große Ganze im Blick haben, schauen die anderen nur auf die nähere Umgebung die zu retten sie sich geschworen haben.
Wie überwacht man ein riesiges Netz von Routen quer durch den Weltraum? Diese Aufgabe ist selbst für die technisch fortgeschrittenen Möglichkeiten des Imperiums nicht leicht zu bewältigen. Es gehen die Gerüchte um, dass der Imperator höchstpersönlich die Entwicklung entsprechend leistungsstarker Computer überwacht hat. Aber niemand wäre so töricht, einen solchen Computer, einen so genannten Knoten auf der Zentralwelt Coruscant unterzubringen. Diese Maschine wäre ein zu offensichtliches Angriffsziel. Deshalb wird ausgerechnet ein Planet namens Ahakista als Standort gewählt, auf dem sowieso ein kleiner Bürgerkrieg im Gange ist.
Doch das ist wohl nichts, mit dem ein Darth Vader nicht fertig werden würde.
Vader ist gerne bereit, sich an die vorderste Front zu stellen, nur um jene, die ihm sowieso unterlegen sind, gnadenlos niederzumetzeln. Bei der Erfüllung seiner Pflichten für den Imperator lässt er keine Schandtat aus. Der Verlust bei der Schlacht um Yavin muss gerächt werden. Und es ist gut, dass Vader diesen Auftrag übernahm, denn so wartet auf den Sith eine Überraschung.
Im dritten Teil um die Abenteuer von Wyl Tarson darf der Leser gewalttätige Übergriffe des Imperiums auf einen hinterwäldlerischen Planeten erleben. Derartige Vorgehensweisen der imperialen Truppen wurden auch schon in den Romanen immer wieder thematisiert, ganz besonders in den Zeiten der neuen Republik, als es für das Imperium scheinbar nichts mehr zu verlieren gibt und sich Warlords die Reste untereinander aufteilen.
Hier ist es Darth Vader, der dieser erbarmungslosen Tradition vorangeht. Die Autoren Rob Williams und Brandon Badeaux präsentieren uns einen Lord der Sith, wie ihn die Kinofreunde bereits als dunklen Helden kennen und lieben gelernt haben. Das Wesen hinter der undurchdringlichen Maske ist nur zu Hass, taktischem Vorgehen und blanker Gewalt fähig. Wer im Wege ist, wird aus dem Wege geräumt. Gegner werden in einem regelrechten Kampftanz, der an Akrobatik seinesgleichen sucht, vernichtet.
Es ist bezeichnend für die Erzählung, dass der Leser diese Gewaltakte stets vor Augen hat, während die eigentlichen Protagonisten noch überhaupt nicht erfassen können, welche Gefahr ihnen plötzlich mit der Anwesenheit von Darth Vader droht.
Mit dieser Technik, den Leser mehr wissen zu lassen als den Helden, lassen sich immer noch wirkungsvolle Effekte schaffen. Ganz automatisch muss man mit dem Aufständler Dunlan mitfiebern, der sich den Rebellen wider das Imperium verweigert, weil er sich nur um sein Volk sorgt.
Dabei vergessen beide Seiten, dass das Imperium sich um solche Feinheiten – wer geht aus welchen Beweggründen gegen sie vor – nicht schert. Als Dunlan sich zu einer Entscheidung durchringen kann, ist es beinahe zu spät.
Williams und Badeaux liefern mit dieser Episode die dichteste, menschlichste und die perfekt aufgebauteste der bisherigen Folgen ab. Die spannende Handlung, Kämpfe und Auseinandersetzungen sind nicht unerheblich am Fortgang der Geschichte beteiligt, aber die eindringliche Schilderung der Charaktere macht diesen Teil zu einem Zückerchen.
Grafisch kann ich mich nicht immer mit den Bildern von Michael Lacombe anfreunden. Sie sind toll, technisch versiert ausgeführt, gar keine Frage, aber sie sind auch so glatt wie eine technische Zeichnung. Das ist Design pur, dem ein bißchen das Organische fehlt. Wer über einen sehr geradlinigen Realismus in den Bildern freut, liegt genau richtig. Wer weichere Bilder mag, der wird vielleicht nicht sofort den richtigen Zugang finden.
Sehr gut geschilderte Handlung innerhalb der Fortsetzungsgeschichte, hervorragend beschriebene Charaktere in einem gnadenlosen Feldzug von Darth Vader gegen aussichtslos unterlegene Aufständische.
Stichwörter: rob williams, michael lacombe, brandon badeaux
Freitag, 28. September 2007
Dass Jenir und sein Freund Bomo Greenbark haben die Verschleppten gefunden. Doch Bomos Familie befindet sich nicht darunter. Bomo ist dem Zusammenbruch nahe.
Zuallererst muss er erfahren, dass seine Frau getötet und seine Tochter weiterverkauft wurden. Bomo ist der Panik nahe. Trotz seiner geringen Größe fällt es seinen Begleitern schwer, Bomo zurückzuhalten. Dass, der ihm hilft, fühlt sich im höchsten Maße verantwortlich. Er sieht nur einen Ausweg.
Schweren Herzens entschließt sich Dass Jenir, die Eingesperrten zurückzulassen. Ihre Freilassung würde für zu viel Aufmerksamkeit sorgen. Der Jedi, der sich nicht traut, jemandem sein Geheimnis anzuvertrauen, will es wenigstens zuwege bringen, die Spur von Bomos Tochter wiederzufinden.
Dass Anliegen ist edel, sein Einsatz geht an die Grenzen seiner Konstitution – und seiner Ausbildung als Jedi. Bald schon steht er vor der Wahl, eine Grenze zu überschreiten, die ihn nur zur dunklen Seite führen kann.
Tarson legt sich mit einem vermummten Mann an, der mit einem Lichtschwert seinen Freund bedroht. Und er unterliegt.
Tarson ist dankbar dafür, dass er den Kämpfer kennt. Darca Nyl hätte sein Zuhause auch stärker verteidigen können. Der Mann mit den vielen Narben im Gesicht ist nicht erfreut, seinen alten Bekannten Tarson zu treffen.
Kaum formiert sich hier eine neue, wenn auch vollkommen ungleiche Gruppe, gerät sie auch schon in die erste gemeinsame Gefahr.
In Star Wars 64 wird die groß angelegte und dramatische Geschichte um den früheren Jedi Dass Jenir fortgesetzt. Die Autoren Welles Hartley und Mick Harrison schicken hier eine gequälte Seele ins Rennen. Dass stand einmal für die Republik in vorderster Front, nun lernt er das Flüchtlingsdasein am eigenen Leib kennen.
Dark Times ist einerseits eine Schilderung der Ereignisse, die gleich nach dem Zusammenbruch der Republik und der Machtübernahme durch den Imperator angesiedelt sind. Andererseits findet sich auch eine schleichende charakterliche Änderung von Dass, der nun langsam erfahren muss, wie sich die Möglichkeiten ändern, wenn man der Unterlegene ist.
Es ist ein aufregendes Gefühl, neuen Boden zu betreten, den Horizont zu erweitern, seine Grenzen zu überwinden, die Vergangenheit loszulassen.
Es ist mehr als das. Jenir zeigt durch sein riskantes Handeln, wie sehr ihn dieses neue Leben auch bestürzt. Er ist nicht nur ein Rebell. Er ist auf der Flucht und auf dem besten Wege dazu, ein Gesetzloser zu werden. – Selbst nach den Gesetzen der Republik.
Für den Leser ergibt sich daraus auch eine völlig neue Perspektive. Denn dieser Jenir agiert, wie von allen bösen Geistern besessen. Der Sturz von Jenir mitten auf ein riesiges Glasdach zu, ein ganzseitiges Bild von Zeichner Douglas Wheatley in umgesetzt und wunderbar von Ronda Pattison koloriert, ergibt zusammen mit dem Text eine tolle Szene.
An dieser Stelle kann Ronda Pattison kaum genug gelobt werden, denn sie liefert in nahezu jedem Bild eine ungeheuer detailreiche und plastische Arbeit ab. Ohne ihre Arbeit würden die Bilder nicht dieses gelungene Star Wars Gefühl vermitteln.
Pattisons Kollege Will Glass macht seine Sache in der Folgegeschichte Rebellion ebenfalls gut, aber die technische Vorgehensweise ist anders. Die Grafiken nach der zeichnrischen Vorlage von Rob Williams und Brandon Badeaux sehen wie überzeichnete Bilder nach einer Film- oder Fotovorlage aus. Der Kontrast zwischen den äußerst harten Kanten der Tuscheflächen und den doch sehr weichen Farbtönen ist sehr schön anzusehen.
Wie gut die Wirkung ist, zeigt sich besonders am letzten ganzseitigen Bild, auf dem wir Darth Vader in seiner ganzen Pracht bewundern dürfen.
Zwei sehr spannende Handlungsstränge, Dark Times wie auch Rebellion. Ersterer weiß ganz besonders wegen seiner sehr sympathischen und gut beschriebenen Hauptfiguren zu gefallen. Qualitativ hochwertige SciFi-Opera-Unterhaltung.
Stichwörter: welles hartley, mick harrison, rob williams, brandon badeaux
Dienstag, 07. August 2007
Der Imperator betrachtet die Oberfläche des Planeten Coruscant, der ihm nun untertan ist. Leise gesellt sich Lord Vader zu ihm. Die Tatsache, dass Sklaven für das neue Imperium arbeiten, nagt an ihm. Ein kleiner Teil, die Erinnerung an Anakin Skywalker, hat nicht vergessen, dass er selbst einst ein Sklave war.
Der Imperator gibt sich nicht die größte Mühe, seine Bedenken zu zerstreuen. Die Halbherzigkeit nützt am Ende auch nicht viel. Einsam bleibt Vader mit seinen Gedanken zurück.
Dass Jennir befindet sich mit seinem Freund und Kampfgefährten Bomo Greenbark weiterhin auf der Flucht. Sie haben Unterschlupf auf einem Raumfrachter gefunden, auf dem sich viele Individuen verschiedenster Rassen befinden, die sich so weit wie möglich von den imperialen Streitkräften entfernen möchten. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft allerdings eine große Lücke. Bomo hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Familie, die von den imperialen Truppen verschleppt wurde, zu befreien. Mit allem Nachdruck versucht er seine Pläne bei den anderen Schiffkameraden durchzusetzen.
Der Plan ist gefährlich, dennoch machen sich die Zufallsgefährten auf den halsbrecherischen Weg in das Handelszentrum für Sklaven auf dem Planeten Orvax.
Wer andere verrät, verrät nur sich selbst.
Diese letzten Worte halten Anakin Skywalker nicht auf. Der tödliche Schlag mit dem Lichtschwert folgt ohne Gnade. Jahre später, sind die Kämpfe, die auf diesen verhängnisvollen Tag folgten, immer noch nicht abgeflaut. Unaufhaltsam nähern sich die gewaltigen Kampffahrzeuge des Imperiums den ungenügenden Sperren der Aufständischen. Die Räder der riesigen Kampfmaschine sind das letzte, was Wyl Tarson sieht, bevor sich seine Welt verändert.
Jetzt ist Tarson auf der Flucht und irgendetwas läuft verdammt falsch. Was ist geschehen? Was haben diese Bilder zu bedeuten, die sich in seine Träume und Erinnerungen schleichen? Je mehr Zeit vergeht, umso tiefer schlittert Tarson in einen Auftrag, der zum gefährlichsten und seltsamsten seines Lebens wird.
In Ausgabe Star Wars 63 ist die lang ersehnte Fortsetzung von Dark Times zu lesen. Mit Doug Wheatley bewegt sich ein Zeichner auf dem Star Wars Territorium, der, so hat es jedenfalls den Anschein, mit dieser Arbeit zu Hause angekommen ist.
Im direkten Vergleich mit Michael Lacombe, der den nachfolgenden Episodenauftakt Rebellion gestaltet, kann er sein Ausnahmetalent zusätzlich unter Beweis stellen. Die großartigen Bilder sind aber auch Ronda Pattison zu verdanken, die mit ihrer Kolorierung phantastische Grafiken fremder Kreaturen schafft. Besonders in den späteren Szenen, die in den Straßen des Planeten Orvax angesiedelt sind, bekommt sie sehr viel Arbeit. – Vor diesem Hintergrund ist die Verzögerung der deutschen Veröffentlichung verständlich, denn die grafische Umsetzung von Dark Times ist außerordentlich arbeitsintensiv und keineswegs der Normalfall im Bereich regelmäßig erscheinender Comic-Reihen.
Die Figur des Dass Jennir, jenes Jedi-Kommandanten, der durch den Befehl 66 erfahren musste, wie sich seine eigenen Soldaten gegen ihn stellten, kämpft inzwischen Seite an Seite mit einem Wesen, das ursprünglich sein Feind war. Der Jedi mit den langen weißen Haaren verfügt über ein ähnliches Potential wie andere Jedi, die in Comics in dieses Universum eingefügt wurden. Quinlan Vos, in den Comics eine starke Figur, wurde ähnlich gut ausgearbeitet wie Qui Gon Jin, vielleicht sogar besser, denn in den Comics gibt es viel mehr Zeit für die Entwicklung von Charakteren. Mit Dass Jennir könnte ein ähnlich interessanter Charakter entstehen. War Vos mehr ein düsterer und zerrissener Held, erinnert Jennir mehr an einen Elfen – nicht nur äußerlich.
Rein optisch verfügt er über einen hohen Wiedererkennungswert. Bei seinen Angriffen wehen die Haare, das Gesicht wurde markant gestaltet. Ihm zur Seite ist nicht nur Bomo eine herausragende Figur, angelehnt an einen intelligenten Triceratops, sondern auch Mezgraf, eine Art aufrecht gehender weißer Tiger, eine katzenartige Rasse, mit der Han Solo auch schon Bekanntschaft machte. Die Szenen, die sich folgend entwickeln, sind SciFi-Fantasy im besten Sinne von Star Wars, wie es auch aus diversen Romanen her bekannt ist.
Ein gelungener zweiter Teil von Dark Times. Die erste Episode von Rebellion in diesem Band macht aus der 63. Ausgabe der deutschen Star Wars Reihe wieder ein Sahnehäubchen des Space Opera Genres.
Stichwörter: welles hartley, mick harrison, rob williams, douglas wheatley, michael lacombe, ronda pattison
Dienstag, 27. Februar 2007
Das Imperium greift an. Von allen Seiten stürmen die imperialen Raumschiffe auf die Rebellenflotte ein. Während die Auseinandersetzungen im All immer heftiger werden, erreicht in einem der Schiffe eine Tragödie ihren Höhenpunkt.
Tank, Lukes alter Freund, ein Mann, der vor kurzem noch dem Imperium diente, hat sich wieder gegen Skywalker gestellt. Leia liegt schwer verletzt zwischen den Trümmern. Nur Tanks Gnade kann ihr das Leben retten, wenn er Luke gestattet, sie zu bergen.
Gemeinsam treten sie den Weg zu einem Rettungsboot an. Aus den einstigen Freunden sind Feinde geworden. Inzwischen ist Luke bereit, alles zu tun, was Leias Leben retten wird. Auch auf die Gefahr hin, dabei sein eigenes Leben zu verlieren.
Wedge Antilles hatte immer Glück. Er hatte Glück während des Angriffs auf den ersten Todesstern. Er hatte Glück, als die Rebellen den zweiten Todesstern zerstörten. Er überlebte Bruchlandungen, die für andere fatal gewesen wären. Nur ein einziges Mal hasste er sich dafür, derartig viel Glück zu haben.
Der Krieg ist für alle schrecklich. Jene, die ihn überleben, müssen mit dem fertig werden, was sie gesehen haben und was ihnen widerfahren ist. Doch was ist, wenn Überlebende vergessen werden?
Auf dem Waldmond Endor ist seit der Zerstörung des Todessterns wieder Ruhe eingekehrt. Aber nicht alle Überlebenden der Schlacht gehören auch hierhin. Ein imperialer Scout und ein Rebell sind zurückgeblieben. Man hat sie ganz einfach vergessen.
Drei vollkommen unterschiedliche Geschichten bietet die 60. Ausgabe der Star Wars Reihe in Deutschland. Den Auftakt bildet das Finale der Rebellion-Geschichte. Dieser Abschluss wird von Autor Rob Williams hochdramatisch erzählt. Weniger ausschweifend, dafür recht traurig, ist die Geschichte über das Glückskind Wedge Antilles, die ebenfalls von Williams stammt.
Den Abschluss des Bandes bildet Gestrandet von Lucas Marangon, der in Personalunion gleich die Posten von Autor, Zeichner und Kolorist übernommen hat.
Rob Williams hat mit der Geschichte über Tank, Janek Sunber, sich des Themas des imperialen Überläufers angenommen. Wie jeder Star Wars Fan weiß, rekrutieren sich viele Angehörige der Rebellion aus den Reihen der Imperialen. Sunber ist ein Einzelfall, der eindrucksvoll tragisch und höchst spannend geschrieben ist. Der ehemalige imperiale Offizier zeichnete sich bereits durch Tapferkeit im Feld aus. Er hat in anderen Geschichten gezeigt, dass er einen eigenen Ehrbegriff entwickelt hat und die vom Ehrgeiz zerfressene Arroganz und Dummheit anderer Offiziere nicht ausstehen kann. Er tritt sogar gegen die Misshandlung von Sklaven ein.
Sunber erlebt in seiner Karriere genügend Beispiele, die ihn zur Rebellion bewegen könnten. Allerdings ist der Grund, warum er schließlich den Ausstieg wählt eher unfreiwillig, denn er wird hereingelegt. Auch kann er seinem alten Freund Skywalker den Verrat nicht verzeihen.
Zeichner Brandon Badeaux schafft es mit seinen Bildern, den Hass, den Sunber empfindet, furchtbar gut zu Papier zu bringen. Die aufgerissenen Augen und der schreiende Mund wirken fast wie eine gezeichnete Regieanweisung. Der Hass entlädt sich schließlich in einer mörderischen Schlägerei.
Der Schluss ist wirklich eine Achterbahnfahrt aus Szene und Gefühl geworden. Perfekt, es könnte in einem Film nicht besser funktionieren.
Gleich darauf widmet sich Rob Williams einem anderen Helden der Rebellion. Wir begleiten Wedge Antilles, eine der Hauptfiguren der X-Wing-Romanreihe, in dessen Vergangenheit und erleben, wie er zur Rebellion kam.
Williams untermauert seine Fähigkeiten im Fach der Kurzgeschichte, bezeugt dies aber mit einem weiteren traurigen Schluss.
Humorvoller ist die Geschichte von Lucas Marangon. Zwei Überlebende des Krieges, im Kampf jeweils auf der anderen Seite stehend, müssen sich nun, nachdem sie zurückgelassen wurden, miteinander arrangieren.
Stilistisch verfolgt Marangon eine Zeichentrickvariante: einfache klare Outlines, einfache Schattierungen, aber immer äußerst exakt gezeichnet. Auch seine Art des Erzählens macht Spaß. Die Geschichte bietet einen versöhnlichen Abschluss des vorliegenden Bandes, nicht so tragisch, sondern hoffnungsvoll.
Eine tolle Geschichtenmischung aus drei guten Beispielen aus dem Star Wars Universum. Wegen ihrer Allgemeingültigkeit auch empfehlenswert für Nichtkenner von Lucas’ Universum.
Stichwörter: rob williams, brandon badeaux, will glass, michel lacombe, lucas marangon
Freitag, 29. Dezember 2006
Jorin ist zurück. Die Rettungsaktion der Rebellen war erfolgreich. Doch Jorin ist ein menschliches Wrack. Die Folter des Imperiums hat tiefe Spuren bei ihm hinterlassen.
Luke und Deena Shan versuchen zu fliehen. Bei ihnen befindet sich Janek Sunber, ein imperialer Offizier und früherer Freund von Luke. Er ist sich uneins, ob er bei den Flüchtenden bleiben oder sie aufhalten soll. Schließlich wird ihm die Entscheidung abgenommen, denn die imperialen Soldaten machen mit ihren Lasern keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.
Luke und seine Freunde entkommen – aber der Empfang bei den Rebellen fällt nicht herzlich aus.
Jeder geht seinen Weg, denkt sich Nash Gent. Er hat so manche brenzlige Situation hinter sich gebracht, doch hier im Orbit dieses abgelegenen Planeten, wendet sich das Blatt. Ein Fangschuss lässt seinen Transporter abstürzen. Mit letzter Kraft gelingt ihm eine solide Bruchlandung. Er kann sich aus dem Wrack ziehen und entfernt sich langsam kriechend durch den Sand – bis ein dunkler Schatten über ihn fällt. Darth Vader hat ihn gefunden.
Seine fliegerischen Fähigkeiten haben das Interesse des dunklen Lords erregt, nicht zuletzt, weil Gent sie für so manche kriminelle Machenschaft einsetzte. Vader macht nicht viele Worte. Die Wahl ist einfach. Entweder Gent setzt seine Fähigkeiten für das Imperium ein oder er stirbt auf der Stelle. Gent überlegt nicht lange.
Allerdings stellt sich bald auch die Frage, ob er die richtige Wahl getroffen hat, denn ein Dienst an Bord eines imperialen Schiffes bedeutet auch Intrigen, Intrigen und Intrigen. Und Gent nimmt die Herausforderung an.
Will man die Bilder in der Episode Mein Bruder, mein Feind mit einem Wort beschreiben, könnte man sagen: Ausdrucksstark. Was Zeichner Brandon Badeaux in die Gesichter der Charaktere hereinzulegen vermag, ist über alle Maßen toll gelungen. Seien es Erschöpfung, Zorn, Freude oder Trauer, Badeaux versteht es perfekt, die Emotionen von Skywalker und Co. einzufangen. Sein Perfektionismus erstreckt sich weiter auf Ausrüstung, Raumschiffe, Uniformen und Staturen. Besonders eindrucksvoll gelungen: Janek Sunbers Visionen von Luke Skywaler und Darth Vader. Der doppelseitige Anblick von Vader auf der Brücke seines Sternzerstörers mit Blick ins All, wo die imperiale Flotte im Anflug auf die Rebellenschiffe befindet.
Grafisch ebenso exakt ausgeführt, aber viel härter getuscht, sind die Bilder von Zeichner Michael Lacombe, der sich der Geschichte um Nash Gent angenommen hat.
Optisch stehen sich hier Gent und sein imperialer Widersacher Kommandant Millavec gegenüber. Dieses Duo, was sich bis aufs Blut hasst, ist wunderbar gegensätzlich dargestellt. Gent, zuerst etwas pausbäckig, unrasiert, später von höchstem militärischen Drill gezeichnet gegen den rattengesichtigen Millavec.
Im vorliegenden Band finden sich zwei sehr unterschiedliche Geschichten. Mit Mein Bruder, mein Feind findet sich der dritte Teil der Handlung um Janek Sunber, der zwischen Freundschaft und Pflichterfüllung hin und her gerissen wird. Autor Rob Williams erzählt die innerliche Zerrissenheit aufs trefflichste und nicht nur Star Wars-Fans werden durch die Handlung spannend unterhalten werden.
In Jeder geht seinen Weg ist es zunächst schwer eine positive Figur für sich zu finden, der man es gönnt, seinen Weg zu finden. Nash Gent ist nicht gerade der positive Held, der hier von Autor Thomas Andrews konzipiert wurde. Doch irgendwann gelingt der Trick, den Leser mit Gent mitfiebern zu lassen. Ein sehr schönes Kunststück von Andrews.
Hervorragende Star Wars- und SciFi-Unterhaltung, gut erzählt und grafisch klasse umgesetzt.
Stichwörter: rob williams, thomas andrews, brandon badeaux, michael lacombe