Sonntag, 04. Mai 2008
Die Reise mit dem Zug geht Pauline bereits auf die Nerven. Sie erreicht ein kleines Dorf in der Dunkelheit und sofort ist sie überzeugt, ein ödes Kaff vor sich zu haben. Zu allem Überfluss gehen ihr auch noch die Zigaretten aus.
Die Ente, ein altes Auto, das ihr ihre Freundin zur Verfügung gestellt hat, hat gleich am Bahnhof keine Lust zu starten. Dem jungen Mann, Erwan, der ihr helfen will, unterstellt sie sogleich, sie anmachen zu wollen. Kurzum, Pauline ist eine genervte Nervensäge, misstrauisch und beständig krittelnd.
Manchmal entsteht das große Abenteuer gleich nebenan. Indem man durch einen Schrank geht. Oder unbekannte Augentropfen zu sich nimmt.
Pauline ist eine moderne junge Frau, die kurz vor ihrem Examen zur Wirtschaftswissenschaftlerin steht. Mitten im Leben, ein typischer Städter, nicht auf den Mund gefallen, jemand, der mit Wald, Natur mangelndem Komfort auf Kriegsfuss steht. Darüber hinaus hat sie etwas gegen Ratschläge, wenn sie es besser weiß. Pauline gehört zu den Menschen, die noch viel lernen müssen, nur keine Wirtschaftswissenschaften, dies aber äußerst ungern zugeben.
Ihr gegenüber steht Erwan, ein junger Mann, erdgebunden, intelligent, der sich zurückgezogen hat und – völlig untypisch – in einem kleinen Haus im Nirgendwo, der bretonischen Landschaft lebt. Aus diesen Gegensätzen, und daraus, dass sie ein Mann und eine Frau sind, entstehen komische und spannende Momente, die Régis Loisel und JB Djian wie Noten punktgenau einsetzen. Alleine daraus ließe sich eine bezaubernde Komödie vor einer wunderbaren Landschaft erzählen, aber Loisel geht natürlich noch einen Schritt weiter.
Keine riesige Tür öffnet sich, kein Sturm, kein Blitz oder Donner, kein magisches Farbenspiel, nur ein Tropfen – man meint ein leises Plopp zu hören – und weg ist derjenige, der Die Tränen der Bienen zu sich genommen hat. Loisel kippt die grandiosen Erwartungen des Lesers angesichts eines Übergangs in eine andere Welt einfach über den Haufen. Auch Vincent Mallié begnügt sich bei seiner Umsetzung mit einem kleinen gelben Lufthauch.
Nicht sofort ist alles anders. Deshalb ist die Akzeptanz dessen, was sich mehr und mehr in Paulines Leben einschleicht, auch größer. Die Natur ist nicht sonderlich anders. Auch das fremde Volk wirkt nicht so fremd. Es könnte ein seltsam aussehender Indianerstamm sein. Es ist leicht verständlich zu beobachten, wie Pauline sich bemüht, mit der Situation fertig zu werden. Anfangs ist sie noch sehr verkrampft – sogar noch in der wirklichen Welt, als sie noch annimmt, Erwan sei ein gewöhnlicher Schwerenöter – doch je größer der Abstand zu den normalen Dingen wird, desto gelöster wird sie. Das hat Anklänge eines Urlaubs. Die Anspannung fällt zusehends von einem ab. Und je mehr Loisel und Djian den Leser an diese neue Normalität und Ursprünglichkeit gewöhnen, so tun sie dies nur, um den Schlusspunkt mit einem leisen Donner zu setzen, die Entdeckung, um die sich alles dreht.
Mallié zeichnet klare, sehr eindeutige, auch unverwechselbare Köpfe. Weder Pauline noch Erwan sind 08/15-Figuren. Aber Mallié hat sich auch nicht nehmen lassen, Pauline eine große Klappe aufzusetzen und ihr so bereits optisch etwas von ihrem Charakter mit auf den Weg zu geben.
Erwan hingegen ist gleich von Beginn an sympathisch – und er ist auch so gezeichnet. Ein leicht rundlicher Kopf, große Augen, krause schwarze Haare und mit einem melancholischen Zug versehen. Seine Naturverbundenheit, die Sanftheit, mit der Loisel und Djian ihn beschrieben haben, tun ihr Übriges.
Die Natur selbst gibt sich beinahe unauffällig. Dem Leser muss auffallen, wie sich die Proportionen geändert haben. Einiges an der Vegetation sieht anders aus. Auch existieren auf einmal neue Tiere, ein wenig bärig pummelig, auch einem Lama ähnlich – Pauline nimmt von diesem Umstand kaum Notiz. Es bleibt ihr auch keine Zeit, denn die Priesterinnen des kleinen Volkes sind außergewöhnlich genug.
Das Design dieser Wesen ist menschenähnlich, aber nicht mehr ganz so knuffig, wie jene normalen Dorfbewohner des kleinen Volkes zu Beginn – die Pauline noch hässlich fand. Ein Umstand, den man als Leser nicht nachvollziehen kann. Durch die Priesterinnen wird der indianische Ansatz dieses Wolkes noch verstärkt.
Ein leichtfüßiger Beginn, durch den der Übergang vom Vertrauten zum Phantastischen kaum auffällt. Dank der haargenau skizzierten und beschriebenen Charaktere bemerkt man diese kleine Entführung kaum. Erst wenn die Pointe naht – aber dann hält einen die Geschichte längst gefangen. Sehr schön!
Der große Tote 1 – Die Tränen der Bienen: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: regis loisel, vincent mallie, jb djian
Sonntag, 27. Januar 2008
Ein Mann lebt unter Maries Dach, ein fremder Mann! In der kleinen Ortschaft Notre-Dame, wo jeder jeden kennt, ist dieser ungewöhnliche Gast das Gesprächsthema. Bei den Damen des Ortes, besonders bei den tugendhaften Damen, erzeugt dieser Fremde allerhand Gift und Galle. Da muss der Pfarrer her!
Der gute Pfarrer kann sich sehr bald schon vom guten Geist des Neuankömmlings überzeugen. Serge, so sein Name, ist ein weit gereister Mann, der einen Hauch von Welt in die Wälder Kanadas bringt – aber auch viel Wärme und Menschlichkeit.
Serge hat viel gesehen von der Welt. Europa, den großen Krieg, das zivilisierte Kanada, aber eine solche Idylle ist ihm noch nie begegnet. In einer solch eingeschworenen Gemeinschaft jedoch hat es ein Neuling schwer. Seine große Stunde naht, als es ein Schwein zu schlachten gibt und der verantwortliche Metzger die Arbeit nicht erledigen kann. Serge, von Beruf her Tierarzt, bietet sich an, die Lücke kurzzeitig zu schließen.
Das Schlachten des Schweins wird seine erste Bewährungsprobe, denn ein derartiges Ereignis lockt das gesamte Dorf an. Und wie es sich herausstellt, ist die Schlachtung eines solchen Kolosses nicht leicht. Spätestens als die Sau mit dem Pfarrer auf dem Rücken durchgeht, wird allen Beteiligten klar, dass die Prozedur alles andere als einfach wird.
Weihnachten naht. Marie und Serge laden zum gemeinsamen Weihnachtsschmaus ein. Nicht nur Liebe geht durch den Magen, sondern auch Nächstenliebe. Serge beweist, dass er von seinem Aufenthalt in Paris sehr viel Wissen um eine gute Küche mitgebracht hat. Sehr bald ist es dann so weit. Das erste Restaurant eröffnet in kleinem Rahmen in Notre-Dame. Serge kocht sich regelrecht in die Herzen der Menschen.
Das Nest von Regis Loisel und Jean-Louis Tripp geht in die zweite Runde. Nachdem die Charaktere vorgestellt wurden und der Alltag im Nest bekannt ist, bringen Loisel und Tripp einen Unruheherd in das kleine Dörfchen Notre-Dame – und dieser Begriff passt gar nicht einmal schlecht als Umschreibung von Serge, dem Neuen.
Marie, die Witwe und Betreiberin des einzigen Ladens im Ort, steht natürlich auch im Mittelpunkt eines gewissen Interesses. Zuerst ist es Mitleid mit der noch recht jungen Frau, die nun allein ihr Leben fristen muss. Im Ort selber sollte es für jedermann einsichtig sein, dass aus dem Dorf selbst kein neuer Gefährte kommen kann. Ausgerechnet ein Mann, der eigentlich auf der Durchreise war, beginnt in Notre-Dame Wurzeln zu schlagen – wegen Marie einerseits, wegen der Menschen im Dorf andererseits.
Sehr liebevoll lernt der Leser diese kleine Welt durch die Augen von Serge kennen. Dabei schadet es nicht, den ersten Teil nicht gelesen zu haben. Durch Serge ist alles neu. Für den Leser, der bereits eingeweiht ist, tun sich viele neue Aspekte auf.
Es ist tiefer Winter. Der Schnee liegt knöcheltief, nächtens fallen weitere Flocken zur Erde. Der Winter lässt die Menschen noch enger zusammenrücken. Neben dem Schnee gibt es noch einen Grund zum Zusammenrücken: Neugier. Da kommt ein Fremder gerade recht. Serge jedoch gibt zwar Anlass zu Spekulationen, aber er gibt (eigentlich) keinen Anlass zum Unmut. – Sieht man einmal von den zornigen Blicken der tugendhaften Drei ab, die nur einem männlichen Wesen Respekt zollen: Dem Pfarrer.
Die Beziehungen in dieser Gemeinschaft sind fein ausgearbeitet. Langsam werden die unsichtbaren Geflechte und Grenzen abgesteckt, wird sichtbar, wer welche Rolle im Dorf spielt. Aber die Beziehungen sind locker. Jeder lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, lässt Freiraum, kurzum ein einigendes Element fehlt. Maries Laden im Zentrum ist ein Treffpunkt, den alle brauchen, doch ein Kern lässt sich nicht ausmachen. Mit Serge ändert sich das.
Wirklich, Serge, das war … Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass man so gut essen kann.
Der Genuss hält Einzug in Notre-Dame und mit ihm werden gepflegte kleine Einladungen ausgesprochen, bei denen der Reihe nach alle Einwohner zum Essen zu Marie und ihrem Gast kommen, der sich zunehmend heimischer fühlt. Es ist den beiden Autoren und Zeichnern in Personalunion zu verdanken, dass sich dieses zelebrierte Kennenlernen beinahe greifen lässt. In jeden Fall greift die Stimmung auf den Leser über. Es ist warm, beschaulich und jene, die schon seit einer halben Ewigkeit in Notre-Dame zu leben scheinen, kommen sich noch einmal näher.
Die Bilder von Loisel und Tripp geben diese Stimmungen perfekt wieder, erinnern ein wenig an naive Kunst, Alltagsstillleben, Szenen des Miteinanders in einer anderen Zeit, weitab von stetig wachsender Zivilisation. Wie gut die beiden aufeinander abgestimmt sind, zeigt sich gleich im Vorfeld der Geschichte. Die Arbeitsphasen der beiden werden einander gegenüber gestellt, zuerst Loisel, dann Tripp, der die Feinarbeit übernimmt. Für die Kolorierung ist Francois Lapierre zuständig. So ergeben sich spannende Mixturen aus Bleistiftvorzeichnung und schönen Farben, in denen die Lichter diesmal eine große Rolle spielen.
Lichter auf den Gesichtern, in der Dunkelheit, zu Weihnachten Wärme ausstrahlend. So entsteht eine perfekte Inszenierung dieser kleinen Welt.
Am Ende, nach einer trefflichen Episode über menschliches Zueinanderfinden, steht der Ausblick auf die weitere Entwicklung. Wenn die Katzen aus dem Haus sind, tanzt die Maus auf dem Tisch. Was mag sein, wenn die Katzen zurückkehren? So liegt über einer heiteren Geschichte auch ein Spannungselement. Erzählungen der Einwohner deuten an, was alles in Notre-Dame passieren kann. Wunderbar gezeichnet und geschrieben, so erzählen sich Loisel und Tripp direkt in das Herz des Lesers. Toll.
Das Nest 2 – Serge: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: regis loisel, jean-louis tripp, francois lapierre
Freitag, 22. Juni 2007
Felix Ducharme ist tot. Er führte den Laden in der kleinen Ortschaft Notre-Dame. Für die Menschen des Ortes in der kanadischen Wildnis ist der Laden stets ein Lebensmittelpunkt gewesen, wo sie alles für den täglichen Bedarf bekamen. Doch was wird jetzt werden, wo Felix tot ist?
Seine Witwe Marie versucht nicht nur, den Tod ihres Mannes zu verarbeiten. Außerdem fühlt sie sich von allen Seiten unter Druck gesetzt. Jeder erwartet von ihr, dass sie dort weitermacht, wo Felix aufgehört hat. Das scheint das einzige Anliegen der Gemeinschaft zu sein. Hätte es Felix nicht gegeben, wäre Marie niemals auf die Idee gekommen, sich in Notre-Dame anzusiedeln. Warum sollte sie also jetzt noch bleiben?
Maries erste Bewährungsprobe erfolgt wegen eines Unfalls. Der kleine Jean-Baptiste bricht sich ein Bein. Eigentlich soll sie nur den Arzt anrufen. Dieser will jedoch nicht kommen. Marie muss Jean-Baptiste zum Arzt hinfahren. Ihr Engagement wird auf eine zusätzliche Probe gestellt, denn ihre Fähigkeiten als Autofahrerin sind sehr beschränkt. Meistens ist Felix mit dem Wagen gefahren. Auf der Ladefläche des Wagens muss Jean-Baptiste feststellen, dass Marie mit Schlaglöchern nicht sehr elegant umzugehen weiß.
Der Tod von Felix ist ein kleines Rädchen im Leben der Menschen in Notre-Dame. Schnell ist klar, dass das Leben weitergeht. Der neue Pfarrer muss sich einleben und eckt dabei schon einmal an. Wer hätte gedacht, dass sich auch mit dem Bau eines Schiffes Schäfchen sammeln lassen?
Gaetan ist ein Kind im Körper eines Erwachsenen. Bisher wusste niemand mit ihm etwas anzufangen. Gaetan lebte in den Tag hinein, bis er bei Marie eine Anstellung erhält.
Ist Marie zu gutmütig? Vielleicht, denn irgendwie vermag sie sich nie so recht durchzusetzen. Die Pelzjäger, die von ihr in die Stadt gefahren werden, strapazieren ihre Geduld auf das Äußerste, als sie sich stundenlang in einer Kneipe betrinken und sie draußen warten lassen.
Das Leben geht weiter in Notre-Dame. Mal langsam, mal zügig und immer sehr menschlich.
Das Nest zeigt eine wunderbar einfühlsame Seite in der Welt der Graphic Novels. Régis Loisel und Jean-Louis Tripp, zwei Comic-Veteranen, versetzen den Leser nach Kanada in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wer Geschichten gewöhnt ist, die sich mit der heutigen Zeit beschäftigen oder wenigstens unsere kulturellen Errungenschaften als Grundlage haben, wird die Ruhe, die dieser vorzüglichen Erzählung innewohnt, umso stärker erfahren.
Ein Todesfall ist der Einstieg in die Welt des kleinen Ortes Notre-Dame, der nach außen so gut wie unberührt bleibt. Felix, der Tote, war ein Tor zur Welt, indem er die dringend benötigten Gegenstände von außen hereinbrachte. Der Postbote, geduldet, aber nicht unbedingt gelitten, der mit dem Postfahrzeug in den kleinen Ort einbricht, ist ein deutlicher Eindringling. Als Gaetan seinen Wagensitz berührt, ist seine Reaktion so rüde, dass er sich den offenen Unmut der anderen Ortsbewohner zuzieht.
Simonac! Mach das nie wieder, du Postschnecke!
Die Gemüter in Notre-Dame haben ein starkes Gefühlsleben. Man beobachtet die anderen – aber es ist nicht nur Neugier, man achtet auch aufeinander. In dem Wissen, voneinander abhängig zu sein, in einer Gemeinschaft, wo ein Rädchen in das andere greift, kochen die Emotionen zwar auch hoch, aber sie senken sich auch wieder auf ein verträgliches Maß herunter. Ein gutes Beispiel sind Real und sein bester Freund, die sich während eines Dorffestes prügeln.
Die Szene ist von Loisel und Tripp sehr gut aufgebaut. Sie kommt gänzlich ohne Text aus – sieht man von den Gesangstexten ab. Zuerst herrscht noch eine Atmosphäre voller guter Stimmung in der Festscheune. Plötzlich kippt das Geschehen in einen riesigen Tumult. Ein besseres Beispiel für eine Erzählung ohne Worte kann es kaum geben. Eine kurze Versöhnung der beiden Streithähne ist nur die Einleitung für einen schockierenden Epilog dieses Handlungsabschnitts.
Loisel und Tripp wissen sehr genau, wie sie ihre Leser berühren und erschüttern können.
Weniger tragisch, dafür mit viel mehr Humor erzählt, ist die Beziehung des neuen Pastors zum alten Schreiner Noel. Der alte Mann hat nichts für Religion und Pastoren übrig und macht das dem Neuen auch direkt unmissverständlich begreiflich. Über den Schiffsbau finden die ungleichen Männer zueinander und werden Freunde.
Dieser zentrale Kern, wie Menschen entgegen aller Unterschiedlichkeiten zueinander finden können, findet sich immer in die einzelnen Episoden eingewoben.
Das Nest zeigt eine Welt, wie sie einmal war, kurz bevor sehr große Umbrüche sie veränderten. In dieser kleinen Ortschaft, in der die Straßen eher an eine Westernstadt erinnern, leben die Menschen sehr intensiv. Es gibt ohne ein Höchstmaß ein Technik, wie wir es kennen, mehr zu tun. Jeder ist bereit, seine Fähigkeiten in den Dienst des anderen zu stellen. Die Ankunft eines Menschen, eine Heimkehr, ein Brief aus der fernen Stadt, ist noch ein Ereignis. Die Bindungen sind noch viel enger. Betrachtet man die Welle künstlich nachgestellten Lebensumständen, wenn z.B. Menschen in einem Segelschiff den Atlantik überqueren, bietet Das Nest auf seine Art ein gelungenes Zeitzeugnis, das auf gleicher Augenhöhe wie so mancher gute Roman gelesen werden kann.
Die Zeichnungen zeigen ein skurriles Völkchen – auf den ersten Blick jedenfalls. In Wahrheit finden Loisel und Tripp das zentrale Thema eines Gesichtes. Das mag sich seltsam anhören, trifft es aber. In den Gesichtern gibt es ein Stück Geschichte abzulesen. Diese Fähigkeit der beiden ist auch notwendig in den Szenen, in denen ohne Worte erzählt wird. Obwohl Szenen ohne Dialoge ablaufen, fehlt es ihnen nicht an Dramatik. Dank der lebendigen Farben von Francois Lapierre wird der Leser bereits nach wenigen Seiten von Notre-Dame eingefangen.
Eine stimmungsvolle Reise in der Zeit, eine gelungene Reportage und dramatische Erzählung, eine Soap und ein einfühlsamer Roman – Loisel und Tripp erzählen so, wie das Leben schreibt. Wer bisher Vorbehalte vor Comics hatte, wird durch das Nest eines Besseren belehrt.
Das Nest – Marie: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: regis loisel, jean-louis tripp, francois lapierre