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Comic Blog


Freitag, 15. Februar 2008

Wonder Woman - Wer ist Wonder Woman?

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 23:04

Wonder Woman - Wer ist Wonder Woman?Wonder Woman wird gebraucht! Im Museum spielen sich unheimliche Vorgänge ab. Mit Giganta und Cheetha sind zwei alte Erzfeindinnen aufgetaucht, die nichts anderes im Sinn haben, als sich bei Wonder Woman zu rächen. Plötzlich hat Wonder Woman ein noch ein viel größeres Problem: Die echte Wonder Woman erscheint und greift sie an. Wonder Woman x 2?
Das Rätsel lüftet sich alsbald, sehr zum Verdruss von Donna Troy, die für Diana Prince einspringen wollte. Doch irgendwie sind die Fußstapfen der Vorgängerin allzu groß, denn Diana hat eine Flut an Feinden hinterlassen.

Diana versucht unterdessen ein normales Leben zu führen – als Agentin des Amtes für Metawesen an der Seite von Nemesis und unter dem Befehl von Sarge Steel. Die Wahl wird ihr aber sehr schwer gemacht. Sehr bald schon ist klar, dass die Feinde nicht locker lassen werden. Die echte Wonder Woman muss wieder zum Einsatz kommen, ob sie will oder nicht.

Wonder Woman ist wieder da! Allzu lange haben die Leser auf diese Heldin warten müssen, die in der letzter Zeit nur im Verbund mit anderen Helden zu bewundern war, so zum Beispiel bei der JLA.
Wer könnte als Zeichner für die Amazone besser geeignet sein als Star-Zeichner Terry Dodson, der zusammen mit Rachel Dodson auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie Heldinnen (und auch Schurkinnen) aussehen können. Hoch gewachsen, sportlich, ausgestattet mit einem breiten Kreuz, einer voluminösen Oberweite, häufig langen und wehenden Haaren, einem sinnlichen und makellosen Gesicht und … na, sie haben eben alles, was man(n) sich so vorstellen kann.

Allerdings ist die Heroine immer schon ein dralles Persönchen gewesen. Dodson hat sich nicht allzu weit von den alten Vorlagen aus den guten alten Tagen entfernt. Einzig lässt es sich mit Fug und Recht behaupten, dass diese Wonder Woman einen viel muskulöseren Eindruck hinterlässt.
Mythische Figuren haben es unter den Superhelden nicht immer leicht gehabt. So ist ein Erfolg, wie ihn ein Thor im benachbarten Marvel-Universum hat, eher ungewöhnlich. Mythische Helden führen ansonsten eher ein Randdasein. Bei Marvel können Herkules und Mars ein Lied davon singen.
Das mag auch mit den Feinden zusammenhängen. Mythologische Monster, mit denen sich Wonder Woman in diesem Band auch herumschlagen muss, hinterlassen bisweilen einen unfreiwillig komischen Eindruck.

Das lässt sich von den Schurken, mit denen es Wonder Woman gleich zu Beginn in diesem Auftakt zu tun bekommt, nicht behaupten.
Man fühlt sich an eine Hommage erinnert. Riesige Frauen sind in Comics nicht ungewöhnlich, doch Giganta macht in ein paar Szenen eine deutliche Verbeugung vor der 50 Foot Woman. Wenn Giganta durch die Straßenschluchten turnt und Donna Troy als Kettenanhängsel um den Hals trägt, ist das natürlich nicht dazu gedacht sonderlich ernst genommen zu werden – aber es macht einen Heidenspaß!
Denn so merkwürdig die Gegner manchmal auch wirken mögen, so garantieren sie doch eine sehr große Gestaltungsfreiheit, die den übrigen Szenarien verwehrt bleiben.

Wenn es einmal bei Superman albern wird (auch unfreiwillig), dann kann sich der Leser mitunter schon die Haare raufen. Wer hätte nicht gerne einmal den Joker oder Myzplytyk in die Wüste geschickt. Bizarro ist wenigstens noch etwas bemitleidenswert, aber balanciert mit seinem Verhalten neuerdings auf einem sehr schmalen Grad.
Hier ist das nicht so. Bei Cheetah, Giganta oder Dr. Psycho wird niemand eine unterschwellige Ernsthaftigkeit erwarten. (Bezeichnend ist außerdem noch, dass es sich bei den Herrschaften allesamt um irre Akademiker handelt.) Darüber hinaus ist die Anlehnung anderer Figuren und Organisationen schon nicht mehr unterschwellig zu nennen. Ein Sarge Steel ist die Nick Fury-Kopie schlechthin. Von dem Amt für Metawesen wollen wir gar nicht erst reden.

Der Gesamteindruck ist entscheidend und dieser fällt sehr gut aus.
Herkules ist hier ein wunderbar eigensinniger Schönling – und ein ganz mieser Hanswurst dazu – Circe, die Zauberin aus der Odysee, gibt eine sehr garstige Wonder Woman ab, als es ihr gelingt, Dianas Macht an sich zu reißen. Die übrigen Feinde, die bald erscheinen, viele aus Wonder Womans Vergangenheit, wirken wie Gegenstücke aus einem verwandten Universum.
Dank der herausragenden Fähigkeiten eines Terry Dodson ist die Wirkung aber auch genial gut.

Dodson muss auch zugute gehalten werden, dass er ein Meister der Ausstattung ist. In einem anderen Leben hätte er Modedesigner werden können. Die Outfits, die er entwirft, haben es in sich, sind perfekt geschnitten und bemustert. Verschiedene Schuhe und Stiefel, die hier zu sehen sind, wären bei den modebewussten Kids echte Renner und sollten technisch sogar machbar sein.
Sehr schnell hat Dodson mit seinen Bildern die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Dafür bedankt er sich im Verlauf der Handlung mit immer besseren Ansichten, auch großformatigen.
Gary Frank, Geraldo Borjes und Jean Diaz übernehmen die beiden abschließenden Epsisoden. Sie sind gute Zeichner – nur eben nicht so gut wie Dodson, der hier einmal mehr seine Meisterschaft unter Beweis stellt.

Ein richtiges echtes Comic-Vergnügen. Aufschlagen, lesen, staunen, Spaß haben. Dieses ganz einfache Lesegefühl wird manchmal von den Machern vernachlässigt. Die Dodosons wie auch Autor Allan Heinberg haben begriffen, wie es geht und präsentieren hier eine tolle Steilvorlage. Klasse! :-D

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Freitag, 26. August 2005

Erwischt!

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 21:17

Spider-Man Marvel KnightsWieder hat sich ein Schauspieler gefunden, der einen Gastauftritt in einem Comic absolvieren musste. In der aktuellen Ausgabe Spider-Man #16 findet sich auf Seite 15 ein ganz besonderer Polizist: Nicholas Cage. (Vielleicht in Anlehnung an seine Rolle in 2 Millionen Dollar Trinkgeld. Das Gesicht ist unverkennbar, wenngleich er noch besser getroffen hätte werden können.)

Terry und Rachel Dodson
Langsam aber sicher halte ich dieses Duo, Zeichner und Inker, für Halbgötter. :-D
Die Frauen sehen zwar grundsätzlich so aus, wie Hefner sie sich ausdenkt in seinem Damen-ohne-Unterwäsche-Katalog. Aber darüber hinaus sind es Bombastbilder, die durch dieses Duo entstehen.
Ich gehöre ja zu denen, die Bilder mit fetten Outlines und feinen Innenlinien mögen. Bei den Dodsons kommt noch ein absolut sauberer Zeichenstil hinzu. Die Zeichnungen wirken, als seien sämtliche Linien mit einem Kurvenlineal gezogen.
Unbestreitbar ist, dass Terrys Stärken auch in Comic-Covern liegen. Selbst in den Geschichten selber kann er auf ganzseitige (oder doppelseitige) Grafiken nicht verzichten (kann er nicht mal eine Silver Surfer Story auf diese Art zeichnen?). Wenn Rächer und Fantastische Vier Spidey gemeinsam zur Hilfe eilen, dann kann ich nur ins Schwärmen geraten.

Spaß beiseite. Der Vierteiler Das letzte Gefecht (engl. The Last Stand) ist ein richtiger Comic-Knaller im besten Sinne des Wortes. Tolle Perspektiven und Bildausschnitte, satte Action, direkt ein Dutzend Fieslinge und eine gehörige Portion Überraschungen.
(Vergleiche ich die Action mit dem aktuellen Abschluss von Die Rückkehr von Superman, dann stinkt Jim Lee meiner Meinung nach ziemlich ab. Eigentlich schade nach seiner fulminanten Arbeit in Batman - Die neuen Abenteuer.)

Auch Terry Dodson und Rachel Dodson sind im DC Universum keine Unbekannten. Meiner Meinung nach war ihre Harley Quinn das Einzige, was diese merkwürdigen Geschichten gerettet hat. – Und die Darstellung von Harleys Gang, den Quinntets zeugt von einer gesunden Portion Humor. Na, und seine Poison Ivy ist wohl die schärfste Grüne abseits der Politik. :-D

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