Montag, 03. März 2008
Annihilus wurde geschlagen. Galactus’ einstige Herolde sind über die Galaxis verteilt, richtungslos, ziellos. Terrax, Stardust, der Silver Surfer und auch Firelord räumen in den Trümmern auf. Nicht alle Gefolgsleute von Annihilus sind vernichtet. So mancher glaubt sein eigenes kleines Reich errichten zu können.
Terrax ist ein Wesen, das mit seiner Axt denkt. Sicherlich ist er furchtlos und Kämpfer, wie es nicht viele gibt. Sicherlich gibt er nicht so leicht auf, aber sehr weit reichen seine Gedanken nicht und Konsequenzen sind ihm gleichgültig.
Anders verhält es sich mit Stardust, nicht humanoiden Ursprungs, erkennt er sehr wohl Konsequenzen, zieht Schlüsse, ist aber in seiner Gedankenlosigkeit, die seine Ratio überlagert, ebenso brutal wie Terrax.
Wer glaubt, der Silver Surfer würde sich eher menschlich verhalten, sieht sich gewaltig getäuscht. In den Tiefen des Alls kämpft er gegen Wesen, die seinem Herrn gefährlich werden können. Der Surfer selbst gerät an die Grenzen der Belastbarkeit.
Auch Firelord sucht den Kampf, doch er muss dafür weitaus weniger Mühen auf sich nehmen. Dieser Herold hält nichts von den Verträgen, die während des Krieges geschlossen wurden. Die Reste dieser Unholdarmee müssen endgültig kapitulieren oder sterben.
Empfindliche Verluste nahm auch das Nova-Corp hin. Genauer gesagt existiert nur noch einer in dieser intergalaktischen Eingreiftruppe. Richard Rider, genannt Nova, einst ein normaler Superheld der Erde, ist nun viel mehr. Seine Kräfte übersteigen das von ihm bekannte Maß bei weitem. Wie draußen zwischen den Sternen versucht er alleine die Aufgaben zu bewältigen, die eigentlich für ein ganzes Corps gedacht waren. Bald ist er am Ende seiner Kraft. Psychisch angeschlagen scheint er nur eine vernünftige Lösung zu geben: Urlaub auf der Erde.
Aber: Dort hat man nichts von dem Krieg im All erfahren. Und mehr noch: Richard weiß nichts von einem Civil War und davon, wie sich die Dinge in seiner Heimat geändert haben.
Fünf Wesen mit übernatürlichen Kräften erleben ihren ganz persönlichen Wendepunkt. Terrax, Stardust, Silver Surfer und Firelord, Herolde von Galactus stehen mit ihren doch ungewöhnlich übermenschlichen Problemen Nova gegenüber, der, zwar voller Erfahrung, im Herzen immer noch ein junger Mann und von Heimweh geplagt ist.
Unterschiedliche Autoren und Zeichner mit gegensätzlichen Zeichenstilen kommen hier mit diesen Episoden zusammen und stellen einen Prolog bereit, der alle Protagonisten an einen Startpunkt entlässt. Christos N. Gage und Stuart Moore haben die undankbare Aufgabe erhalten, sich mit den unsympathischen Charakteren abzugeben. Terrax besitzt wirklich keine Eigenschaft, die es erlauben würde, dass ein Leser mit ihm fiebert. Und Stardust ist so fremdartig, dass eine Identifikation mit ihm schwer fällt. Kurz, das Schicksal der beiden nimmt keinen Leser sonderlich mit.
Im Gegensatz dazu können der Silver Surfer und Firelord schon eher mitreißen. Einsame Rächer, konsequent und erbarmungslos und – im Falle des Surfers – auch bereit, die eigene Existenz zu opfern, um den Sieg davonzutragen.
Nicht umsonst sind die zuerst Genannten und die zuletzt Genannten auf dem Cover auf der jeweils anderen Hand von Galactus abgebildet. Wer die Andeutungen von Galactus aufmerksam liest, kann sich außerdem sicher sein, dass sich hier etwas zusammenbraut.
Zeichnerisch können in den Herold-Episoden besonders Andrea Di Vito und Scott Kolins überzeugen. Di Vito stellte sein Können schon im untergegangenen Crossgen-Universum unter Beweis und zeigte gleichzeitig damit, dass er mit phantastischen Stoffen hervorragend umzugehen weiß. Der Silver Surfer wird von ihm gewohnt exakt und mit einem guten Blick für schnelle Bewegungen gezeichnet. Maßgeblichen Anteil an den guten Bildern hat aber auch Paul Mounts, ein Kolorist, dessen Name häufig in Erscheinung tritt. Die Qualität seiner Arbeiten spricht einfach für sich.
Scott Kolins zeichnet einfacher, comic-hafter, aber immer noch aufwendiger als es zum Beispiel Giuseppe Camuncoli, in der Terrax-Episode macht. Durch die Kolorierung von June Chung, die auch die Bilder von Camuncoli veredelte, werden Kolins’ Grafiken richtig schick - das dürfte ein treffendes Wort dafür sein.
Der grafische Höhepunkt des vorliegenden Bandes ist aber die Geschichte um Nova. Hier stimmt einfach alles. Zeichnung (Sean Chen), Tusche (Scott Hanna) und Farbe (Guru EFX) ergeben ein Gesamtbild, das mittlerweile als neoklassisch bezeichnet werden könnte. Ähnliche Stile finden sich auch von anderen Zeichnern, besonders im Bereich der Superhelden.
Die Begegnungen von Nova mit Iron Man wie auch mit den (neuen) Thunderbolts stechen in dieser Episode hervor. Gerade das Zusammentreffen mit den Thunderbolts sollte für Überraschungen sorgen, denn Nova kann hier beweisen, wie stark er ist.
Ein guter Start in einen neuen wichtigen Abschnitt im Marvel-Universum. Über den Auftritt von Nova kann sich der Marvel-Fan nur freuen, da dieser Held hierzulande (und überhaupt) etwas zu kurz kommt.
Stichwörter: andrea di vito, keith giffen, paul mounts
Donnerstag, 06. Dezember 2007
Killian ist tot. So lange schon. Und doch reicht der Schatten seines Todes bis in die Gegenwart. Immer noch wird um ihn getrauert. Immer noch sind nicht alle Geheimnisse um Killian gelüftet.
Kiani hat andere Probleme. Sie steckt mitten in der Schlacht und braucht all ihr Geschick, um die angreifenden Jagdgeschwader außer Gefecht zu setzen. Bald schon ist sie nicht mehr allein. Aspen, ihr Bruder und auch Cannon Hawke sind zurück, um den bedrohten Unterwassersiedlungen beizustehen.
Kiani beobachtet die Kämpfenden. Die Kampfstile sind sehr unterschiedlich. Aspen setzt ihre Kräfte etwas verhalten ein, Cannon ist wie immer Cannon. Aber der Fremde, der, der aussieht, als würde er aus Wasser bestehen, der macht Kiani neugierig. Der Fremde scheint nicht über besondere Fähigkeiten zu verfügen und setzt eine gewöhnliche Waffe ein, diese jedoch mit äußerster Effektivität. Kiani lässt sich dazu herab, dem Fremden zu helfen und in die richtige Schussposition zu bringen.
Der Kampf geht weiter, Mann gegen Mann, ein jeder mit der jeweiligen Waffe seiner Zivilisation. Die unterseeischen Bewohner wehren sich massiv und ehrenvoll, aber schließlich kommen wieder Massenvernichtungswaffen zum Einsatz.
Mit dem 13. Band der neuen Fathom-Reihe gipfelt die Feindschaft der beiden Völker, Menschen wie auch Unterseeische, in einer furchtbaren Schlacht. Die Feindschaft, so scheint es, kann nicht beseitigt werden. Von Diplomatie ist meilenweit keine Spur mehr.
Dieser Kampf, der sich über die gesamten Länge der vorliegenden Ausgabe zieht, ist schnell, mit vielen Special Effects und sehr schönen Perspektiven in Szene gesetzt.
Wer zum ersten Mal umblättert, schaut sogleich Kiani frontal in die Augen. In ihren ausgestreckten Händen formen sich wässrige Blasen, wirken ihre Kräfte und formen einen Energieball. Im Gegensatz dazu dürfen wir aus der Entfernung beobachten, wir diese Energie ihre Arbeit verrichtet. Ihre Schlagkraft ist grausam und lehrt den Feind das Fürchten. Wo rohe Kräfte durch eine besondere Macht entstehen, schlagen die Menschen mit ihren Kampfmaschinen zurück. Blaue Strahlen aus der Tiefe treffen auf gelbe Strahlen aus der Höhe. Beide Vernichtungswellen stehen sich in nichts nach.
J.T. Krul und Fathom-Erfinder Michael Turner erzählen ihre Geschichte mehr aus dem Off, dem Hintergrund. Natürlich stammt auch die vordergründige Schlacht von ihnen. Aber die Handlung zwischen den Zeilen, neben der Optik, ist noch ein wenig wichtiger. Beide Handlungen, die innerlichen Selbsterkenntnisse der auftretenden Personen, wie auch ihre ausgeführten Handlungen stehen in einem guten Gegensatz zueinander. Sehr schön erzählen die beiden Autoren, wie die Gedanken der Helden abschweifen – fast wie eine instinktive, gedankliche Flucht, einem Fluchtgedanken, dem sie nicht nachgeben dürfen.
Koi Turnbull steht mit seinen Fähigkeiten außer Frage, ebenso wie Inker Sal Regla, der die zerbrechlich anmutenden Zeichnungen Turnbulls mit Tusche bannt. Die Hauptarbeit dürfte jedoch (wieder einmal) bei Paul Mounts liegen. Feine Farbkontraste, grelle Explosionen, glänzende Technik, organische Oberflächen, schwarze Kampfanzüge, rote Einsatzbeleuchtung auf der Brücke und tiefblauer Ozean – daraus setzt Mounts (wieder einmal) eine fantastische Umgebung zusammen.
So könnte ein James Cameron Fathom optisch umsetzen und nicht anders könnte man es sich wünschen. Tolle Science Fiction-Abenteuer unter Wasser. Michael Turner hat den Mann aus Atlantis ins nächste Jahrtausend gebracht.
Stichwörter: jt.t krul, michael turner, koi turnbull, sal regla, paul mounts
Donnerstag, 01. November 2007
Das Schiff jagt in die Tiefen der See hinab. Die einzigen Beobachter sind Fische, die mit diesem merkwürdigen Objekt nichts anzufangen wissen. Innen, mit ähnlichem Erstaunen, beobachtet Aspen ihren zurückgekehrten Bruder, der, immer noch in wässriger Form, immerhin gelernt hat, eine humanoide Gestalt zu formen.
Während Aspen sich über das Zusammensein mit ihrem Bruder freut, ist Cannon Hawke mit den Kontrollen des Schiffs beschäftigt. Eine Bemerkung lässt sie in Erinnerungen an die Vergangenheit abgleiten. Noch einmal erlebt die junge Frau, wie ihr Bruder von einem Verteidigungsstrahl getroffen und zu einem Wesen aus Wasser wird.
Aspen und ihre Freunde sind nicht die einzigen, die die Probleme ihrer Vergangenheit wälzen. Auch Kiani, die sich inzwischen wieder erholt hat, hat einige neue Fähigkeiten, die sie erst einmal verarbeiten muss. Die Begegnung mit den Menschen hat sie nicht nur verletzt, sondern auch in eine tiefe Krise gestürzt. Doch insgeheim hofft sie auf eine neue Begegnung, denn mit ihren neuen Kräften hat sie letztlich nur eines im Sinn. Sie will sich rächen.
Kianis geheimer Wunsch geht schneller in Erfüllung, als sie erwartet hat, als irgendjemand ihres Volkes erwarten konnte.
Von all dem ahnen Aspen und ihre Begleiter nichts. Der Krieg ist auf den Grund des Ozeans zurückgekehrt.
Mit dem Krieg, den neuerlichen Schlachten und Action-Szenen, scheint es, als halte eine neue Qualität in die Auseinandersetzungen zwischen Ober- und Unterweltlern Einzug. Man könnte glauben, Michael Turner höchstpersönlich habe wieder den Zeichenstift in die Hand genommen. Um es vorweg zu nehmen. Die sehr erfahrenen Künstler Koi Turnbull und Marcus To, bisher mit der neuen Serie Fathom schon beschäftigt, letzterer sogar mit der Ablegerreihe um Cannon Hawke, scheinen dem großen Meister, der leider nur noch durch besondere Cover auf sich aufmerksam macht, nacheifern zu wollen.
Fathom ist eine Action-Serie und lebt von entsprechenden Szenen. So startet die 12. Folge der neuen Reihe mit einem sehr schönen Bild des heranrasenden Unterwasserschiffes. Fathom lebt außerdem von seinen unterschiedlichen Szenen, so kehrt mit dem Umblättern auch gleich wieder Ruhe ein, denn die nötige Zeit, um die Charaktere weiterzuentwickeln, bleibt. Das Schicksal, das die Autoren J.T. Krul und Michael Turner ihren Figuren zugedacht haben, ist langfristig angelegt und auch für Überraschungen gut.
Eine dieser Überraschungen ist der Charakter der Kiani, die nun wie Cannon Hawke eine eigene Ablegerreihe erhält. Kiani, die Kämpferin ist durch einen Zwischenfall mit ähnlichen Kräften gesegnet wie Aspen – ob, es ein wirklicher Segen ist, wird sich noch herausstellen.
Krul und Turner wollen unterhalten. Sie treiben die Serie zügig voran. Nach einigen Einlagen und Handlungssträngen zu Lande geht es nun wieder unter Wasser weiter. Das Autorenduo beendet diese neuerliche Verlagerung des Handlungsschwerpunkts mit einem Knall – mit einem gemeinen Cliffhanger, einer Technik, die von den beiden meisterhaft beherrscht wird.
Optisch ist die Ausgabe, gerade wegen ihrer Unterwasserbilder, wieder ein kleines Zückerchen. Die Kampfszenen würden in einem Videogame jeden Simulatorfan begeistern. Die Schiffe sind phantasievoll, die Rüstungen aufwendig und die perspektivische Umsetzung zieht den Leser sogleich in das Geschehen.
Die Unterwasser-Action ist zurück. Schneller, blitzend, gut erzählt. Kolorist Paul Mounts gibt den tollen Bildern von Koi Turnbull und Marcus To den letzten Kick!
Stichwörter: j.t. krul, michael turner, koi turnbull, marcus to, paul mounts, fathom
Mittwoch, 18. Juli 2007
Aspen steht vor einem Neubeginn. Den Verfolgern entkommen kann sie einen Moment der Ruhe für eine Rückschau nutzen. Wie konnte all das geschehen? Nichts scheint mehr planbar zu sein. Ihr Bruder ist zurückgekehrt und bittet sie um Hilfe.
Aspen kann der Einladung nicht widerstehen. Sie verabschiedet sich von ihrem Ziehvater. Anschließend wechselt sie schweren Herzens einige letzte – und auch tröstende – Worte mit ihrem Freund Chance. Der junge Mann will sie ungern gehen lassen. Nach all den Geschehnissen der letzten Zeit will er seine Freundin nicht in den Tiefen des Meeres verschwinden sehen. Aber Aspen bleibt keine Wahl.
Derweil hat auch eine Frau in der Unterwasserwelt ihre eigenen Probleme. Kiani ist über ihre neu entdeckten Fähigkeiten mehr als erstaunt. Sie ist beunruhigt und wird von Alpträumen geplagt. Eigentlich dürfte sie nicht über Kräfte verfügen, die sonst nur der Elite der Blauen vorbehalten ist. Die Bewunderung anderer ist ihr nur ein schwacher Trost.
Der Ausflug in die Unterwasserwelt wird bald für Aspen und Finn zu einer Bewährungsprobe. Nur wenig später nach dem Abstieg werden sie angegriffen. Die Lage ist verzwickt. Da erscheint ein alter Bekannter im richtigen Augenblick und schreitet zur Tat: Cannon Hawke.
Wir erinnern uns: Im Juli 1984 legt ein Passagierschiff im Hafen an. Das Schiff war zehn Jahre lang verschwunden. An Bord ist ein kleines Mädchen. Seine richtigen Verwandten befinden sich nicht an Bord des Schiffes, aber ein ihr nahe stehendes Wesen hat ein Auge auf sie. Der Kapitän des Schiffes kümmert sich um das Kind, das den Namen Aspen trägt.
Das Mädchen wächst auf. Bis hin zu ihrer Zeit als erwachsene junge Frau hat sie stets eine besondere Beziehung zum Meer gehabt. Ihre Nähe zu diesem Element hat sie auch stets in die Nähe dessen gebracht, der sie all die Jahre beobachtet hat. Er wartet. Eines Tages, Aspen arbeitet inzwischen in einer Unterwasserstation, erhält er seine Chance. Als ein Torpedo auf Kollisionskurs mit der zerbrechlichen Forschungsstation ist, ist er zu Stelle – Finn, so der Name des aus Wasser bestehenden Wesens, rettet seine Schwester.
Seit dieser Zeit hat sich vieles ereignet. Aspen hat ihr Schicksal angenommen. Dank der Autoren J.T. Krul und Michael Turner hat sie eingesehen, dass sie zwischen zwei Welten lebt, die sich nur schwer miteinander verbinden lassen.
Mein Leben ist wie zwei Bücher, die auf einem Nachttisch liegen und jedes davon erzählt eine andere Geschichte. Leider kann Aspen immer nur in einem lesen.
So steht jedes Mal ein Abschied an, wenn sie in einem der beiden Leben aktiv unterwegs – oder sie wird sogar wegen ihrer Abstammung gejagt.
Die Jäger sind auch dieses Mal wieder mit von der Partie. Wer geglaubt hat, die menschlichen Häscher hätten ihren Plan zur Gefangennahme Aspens aufgegeben, sieht sich sehr schnell getäuscht. Lässt sich die Geschichte zu Beginn Zeit und gönnt Aspen eine wohl verdiente Pause. In den letzten Folgen war die Spannungskurve steil nach oben gerichtet. Die Verschnaufpausen geben dem Leser die Gelegenheit, mehr über Aspen zu erfahren.
Die junge Frau hat ihr Schicksal angenommen. Ebenso wie sie ihren Adoptivvater und ihren Freund schützte, will sie nun ihrem Bruder aus der anderen Welt helfen.
Die Zeit der Ruhe in der Handlung ist nicht gleichbedeutend mit Langeweile – ganz im Gegenteil. In sehr schön gestalteten Bildern kann der Leser Finn neu entdecken, dessen aus Wasser bestehender Körper für Zeichner Koi Turnbull und Kolorist Paul Mounts eine aufwendige Kleinarbeit bedeutet.
Im klassischen Stil von Michael Turner sind auch die Charaktere dieser Folge wieder groß, schlank, sportlich, geradezu übermenschlich aussehend gestaltet. Selbstverständlich passt die Form der Gestaltung hervorragend zum Science Fiction Ambiente.
Die Ruhe in der Geschichte findet ihr Ende mit der kleinen Episode um Kiani (die demnächst ihre eigene Mini-Serie bekommt). Auf einem einseitig angelegten Portrait kann sich Paul Mounts mit seinen farbgebenden Fähigkeiten einmal so richtig austoben und liefert damit ein kleines Glanzstück ab.
In der Folge ist die Kolorierung wieder auf Action ausgerichtet. Knallige Hautfarben, kaltes Blau, metallisches Grün, blitzgelbe Explosionen treffen aufeinander. Die Ruhephase ist vorbei. Die Unterwasserwelten erschließen sich dem Leser in gewohnter Augenschmausqualität.
Der Kampf der Menschen gegen die Blauen tobt weiter und gerät in eine neue Dimension. Diesmal ist Aspen wieder in ihrem gewohnten Element und es zeigt sich, dass sich die Angreifer weitaus mehr Mühe geben müssen.
Stichwörter: koi turnbull, michael turner, j.t. krul, marcus to, paul mounts, fathom
Samstag, 24. Februar 2007
Aspen Matthews wehrt sich. Sie will es nicht zulassen, dass ihr Freund und ihr Vater wegen ihr leiden müssen. Am Staudamm kommt es zu einem Showdown, den die Soldaten so noch nicht erlebt haben.
Ihre Wehrhaftigkeit ist beeindruckend. Mit ihren Fähigkeiten, das Wasser zu beeinflussen kann sie den Angreifern mit ihren automatischen Waffen erfolgreich und optisch überaus großartig Paroli bieten. Aspen tanzt auf den Wasserfontänen herum und spielt mit den Wellen, als hätte sie etwas anderes gemacht.
In Muria hat Siphon andere Probleme. Um frischen Wind in die Politik der Stadt zu bringen, wurde er in den Rat gewählt. Zuerst hat er sich noch über seine neue Aufgabe gefreut, aber schließlich ist es für ihn vollkommen ermüdend den Sitzungen beizuwohnen. Die Gespräche drehen sich zu oft im Kreis. Ergebnisse sind selten und scheinen Muria nicht voran zu bringen. Siphon ist frustriert.
Erfrischend wirkt es da, dass er sich auch mal mit seinen engsten Freunden treffen kann. Allen liegt immer noch die Genesung von Kiani am Herzen.
Fathom präsentiert gleich zu Beginn der 10. Folge der Neuen Serie ein Wasserinferno. Angesichts der sich orgiastisch auftürmenden Wellenberge ist es kein Wunder, dass in diesem Band gleich vier Inker zum Einsatz kamen.
Sieht man einmal von Cannon Hawke ab, ist Fathom eine Serie, in der Männer zwar eine Rolle spielen, doch Frauen sind die diejenigen, die das Sagen haben. Aspen kann in dieser Episode zeigen, welche Kräfte sie inzwischen entwickelt hat. Zieht man Vergleiche zu vorhergehenden Szenarien dieser Art, dann stellt Aspen mit ihren Fähigkeiten so manchen ihrer Artgenossen in den Schatten.
Hierbei ist es interessant, auf welch vielfältige Art sie ihre Macht einsetzt. Sie wehrt Kugeln mit Wasserbarrieren ab. Sie schwebt auf einer riesigen Fontäne über allem anderen, während sie eine Sicherheitsglocke über ihren Freunden aufbaut. Waffen, die zu stark für sie selbst sind, irritiert sie mit einem simplen Trick: Sie verwandelt sich selbst in Wasser und die Rakete schießt durch sie hindurch.
Die Wirbelstürme, die sie auftürmt, stellen nachfolgend alles andere in die Schatten und schauen beinahe aus wie eine Szene aus The Day After Tomorrow.
Die beiden Co-Autoren J.T. Krul und der Erfinder der Serie Michael Turner locken stets ein bißchen mehr aus der Serienheldin heraus. In der abschließenden Szene, wenn der militärische Feind einsehen muss, dass Aspen wieder einmal entkommen ist und sie ein Unwetter zurückgelassen hat, entsteht eine sehr schöne apokalyptische Stimmung.
Michael Turner hat sehr Gefühl in den Charakter von Aspen gelegt. Einerseits im Zwiespalt mit ihrer Herkunft und ihrer Sympathie für die Menschen, von denen viele ihr stets wohlgesonnen waren, andererseits kann sie nicht ewig vor sich und ihrem Schicksal weglaufen. Schließlich zwingt Turner sie zum Handeln – es soll vorkommen, dass ein Charakter ein Eigenleben entwickelt, nachdem er mit genügend Hintergrundinformationen versehen wurde. Man gewinnt den Eindruck, so sei es auch hier gewesen. Nun kann Aspen nicht mehr anders und natürlich gibt es eine Schlußszene, die hoffen lässt, dass es zu einer Art größerem Showdown in der nächsten Zeit kommen wird.
Die zweite Heldin der neuen Serie wurde wieder geheilt und macht sich an ihr Waffentraining. Kiani hat überraschend feststellen müssen, dass auch sie über die Fähigkeit zur Wasserbeherrschung verfügt.
Im Gegensatz zu Aspen ist Kiani eine geborene Kriegerin, die lieber auf ihre Fähigkeiten mit dem Schwert vertraut – völlig zu recht, zieht man die grafische Umsetzung von Koi Turnbull in Betracht. Auf einer ganzen Seite präsentiert der Zeichner Kiani in anatomisch beeindruckender Gestalt. Hinzu kommen die wirbelnden Haare und die reizvolle Kolorierung von Paul Mounts.
Seine Arbeit an diesem Band ist besonders gelungen und die Darstellung des Kiani-Bildes ist ein nur ein kleines Beispiel für ein wirklich tolles Ergebnis.
Eine überaus spannende Fortsetzung mit tollen Bildern. Der Schluss ist ein Griff in die Vergangenheit und eine reizvolle Vorankündigung, die sehr neugierig macht.
Stichwörter: j.t. krul, michael turner, koi turnbull, paul mounts, sal regla, jason gorder, don ho, jonathan glapion, aspen matthews
Donnerstag, 16. November 2006
Die Menschen sind weiterhin in der Offensive. Wie so oft rollt die Maschinerie professionell und mit tödlicher Präzision. Die militärischen Führer folgen dem Schauspiel in sicherer Position aus ihrer Kommandozentrale heraus. Die Angreifer sind bestens gerüstet und haben bereits Erfahrung im Angriff auf die unterseeisch lebenden Völker. Doch dieser Angriff ist neu. Er erfolgt nicht aus dem sicheren Inneren eines U-Bootes heraus. Diesmal sind Kampftaucher auf der Jagd.
Auf der Jagd, oder besser auf der Suche, sind auch andere. Aspen Matthews hat ihren geliebten Ozean weit hinter sich gelassen und befindet sich nun an einem Ort, der ganz und gar nicht ihrer Natur entspricht: der Wüste.
Unter Begleitung eines Freundes hat sie sich auf die lange Reise gemacht, um ihren Vater zu finden. Sie kann sich nicht erklären, warum der einstige Seebär, der das Meer ebenso liebte wie sie, sich in diese Einöde zurückgezogen haben soll.
In Muria, der unterseeischen Siedlung, ereifert sich das Volk immer noch über den Angriff der Menschen. Saba wurde zerstört, eine Reaktion soll ausbleiben. Der junge Krieger Siphon mag nicht untätig bleiben. Seine Rede ist flammend, verurteilt die Unentschlossenheit des Rates – vollkommen zu recht, wie sich bald herausstellen wird.
Fathom geht mit der 8. Folge aus der Neuen Serie in eine weitere spannende Runde. Der Mix aus Abenteuer und Unterwasser-Krieg funktioniert hält für SciFi-Fans eine Reihe von Überraschungen bereit – dank des Autoren-Teams J.T. Krul und Michael Turner
In dieser Ausgabe ist besonders die Arbeit von Paul Mounts hervorzuheben. Er ist für die hervorragende Kolorierung verantwortlich. Einige Bilder sind echte Highlights. Seien es die Szenen in Muria oder auch die Kommandozentrale (hier besonders die Großaufnahmen), die Farben vermitteln eine enorme Atmosphäre. Das Wasser, der wohl wichtigste Aspekt in Fathom, lässt bei genauem Hinsehen erahnen, wie viel Arbeit in diesen Bildern steckt.
Sicherlich ginge es nicht ohne die tollen Vorlagen von Zeichner Koi Turnbull. Durch die Portraitzeichnungen von Maylander und Aspen erfährt der Leser sehr viel über die Charaktere, ohne dass auch nur ein einziges Wort Dialog oder Off-Text hinzugefügt werden muss. Gefurchte Stirn, hochmütiger Gesichtsausdruck, angespannt, konzentriert, die Augen zusammengekniffen, Stachelfrisur, hagere Wangen und eine faltige Oberlippe. Einerseits wird Maylander als knallharter Offizier gezeigt, andererseits steht dem die doch sehr nervöse Handhaltung entgegen. Ein richtig tolles Bild! Bei Siphon und Aspen schaffte es das Team, dass ähnliche Stimmungen eingefangen wurden. In ersterem Fall sei besonders auf die schöne Collage während Siphons Ansprache verwiesen. Es kommt sogar ein wenig Zeichentrick-Atmosphäre auf.
Besser kann das Medium Comic kaum die Brücke zum Medium Film schlagen und zeigen, wie artverwandt sie sind.
Wer den Unterwasserkampf betrachtet, wird vielleicht (sofern er den Film kennt) Parallelen zum Film Feuerball ziehen, der gerade wegen der Unterwasserkampfszenen damals für Furore sorgte.
Das Szenario hier ist natürlich ungleich phantastischer. Kianis Verteidigung gegen die menschlichen Angreifer zeigt, wie detailverliebt Paul Mounts zu arbeiten versteht. Kaltes Blau, Meeresgrün und grelles Gelb, die Kombination dieser Farben lassen auch eine sehr schöne bildliche Tiefe entstehen.
J.T. Krul und Michael Turner wären nicht jene versierten Erzähler, würden sie nicht perfekt mit Spannungsbögen arbeiten. Auch wissen sie, wann sie die Schraube anziehen müssen, um ihre Leser so richtig auf die Folter zu spannen. – Also auch hier wieder eine Parallele zu guten alten Film, im wahrsten Sinne des Wortes, als die Kutsche auf den Abgrund zuraste und in die Tiefe fiel: Und die Folge endete.
Auch die beiden Autoren arbeiten hier gerissen mit Cliffhangern, die mit dieser Folge wohl einen Spannungshöhepunkt erreichen.
Stichwörter: j.t. krul, michael turner, paul mounts, fathom, koi turnbull, aspen matthews
Donnerstag, 24. November 2005
Was bisher geschah.
Johnny Storm hat seine Kräfte verloren. Nun, so ganz stimmt das auch wieder nicht. Er hat seine Flammenkräfte verloren. Im Austausch erhielt er die Macht seiner Schwester Susan. Die ehemalige berühmte Unsichtbare ist nun mit den Flammenkräften ihres kleinen Bruders gesegnet und muss lernen, damit umzugehen.
Johnny hingegen wird zum Ziel des allmächtigen Galactus. Denn seine neuen Kräfte ermöglichen es ihm, getarnte Welten aufzuspüren. (Ein Grund, warum Susan beinahe einmal umgebracht worden wäre.)
Johnny, der neue Herold des Weltenverschlingers, versucht das Beste aus seinem Job zu machen. Aber seine Versuche, die bedrohten Völker zu warnen und die Zusammenarbeit mit ihnen zu suchen, scheitern kläglich.
Und nun?
Johnny versucht Galactus schließlich vor Augen zu führen, was der Gigant einmal gewesen ist: Ein Angehöriger einer friedlichen, paradiesischen Welt, die eine sehr hohe Entwicklungsstufe besaß. Leider endete das Universum, in dem sich die Welt Taa befand und damit endete auch das Leben, das Galactus einst gekannt hatte. Er erwachte in einem neuen Universum, nach Ewigkeiten. Das Leben von einst war vergessen, doch ein fürchterlicher Hunger nach Energie treibt ihn seither an.
Johnny, die menschliche Fackel ohne Flammenkräfte, ist ein Sunnyboy ohnegleichen, allerdings taugen seine Überredungskünste nicht viel. Immerhin genügt seine forsche Rede, um seinen Gefährten, Reed, Susan und Ben, Zeit zu verschaffen. An der Seite von Quasar versuchen sie einen verwegenen Plan in die Tat umzusetzen.
Ist Mike Wieringo gut, oder was?
Auf seine Weise ist er ein Stern am Himmel derer, die sich zeichnerisch der Fantastischen Vier annahmen. Alan Davis ist ein Perfektionist alter Schule, Salvador Larroca hat seinen ganz eigenen künstlerischen Strich hinzugefügt, Carlos Pacheco gab den vier Freunden ein außerordentliches Gesicht und eine tolle Welt, aber Mike Wieringo brachte irgendwie etwas verspielt Schönes in das Universum der Fantastischen Vier.
Es gibt viele tolle, und auch einzigartige Zeichenstile (siehe die eben erwähnten Spitzenzeichner), aber bei Wieringo ist es eine Art Zeichentrick, der an entsprechende Marvel-TV-Serien erinnert wie Spider-Man oder X-Men.
Das allein genügt jedoch nicht. Sicher ist Karl Kesel hervorragend als Tuscher, aber die Effekte, die Paul Mounts mit seiner Kolorierung erreicht, geben den Bilder die absolute Klasse.
Die Geschichte birgt einige Überraschungen, so hat Wieringo das seltene Vergnügen, einen kleinen Galactus zu zeichnen, einen, der seine Herkunft zeigt. Der Charakter ist hochmütig und es macht Spaß, zu lesen, wie Galactus einmal New York erlebt, ohne gleich alles abreißen zu bzw. aufessen zu wollen.
Das Ende des vorliegenden Bandes ist ein ziemlich überraschender Cliffhanger, der für die vier Helden eine neuerliche Herausforderung darstellt. Autor Mark Waid weiß ganz genau, wie er die Fans der außergewöhnlichsten Familie der Comic-Welt zu packen hat. Die Serie hat sehr gut begonnen. Ich persönlich als F4-Fan hoffe, dass sie auch längere Zeit läuft.
Stichwörter: mark waid, mike wieringo, karl kesel, paul mounts, alan davis, carlos pacheco, salvador larroca, die fantastischen vier