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Comic Blog


Mittwoch, 09. Juli 2008

B.U.A.P. 5 - Die universelle Maschine

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 14:09

B.U.A.P. 5 - Die universelle MaschineDie Bomben fallen teppichartig in den bereits vorhandenen Trichter im Erdboden. Die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen bemüht sich, jede noch so kleine Möglichkeit auszuschließen, dass aus dieser Grube jemals wieder eine Monströsität erstehen kann.
Doch das ist das Tagwerk. Insgeheim sind die Kernmitglieder des Büros immer noch mit dem Tod eines der ihren beschäftigt. Roger, der Homunkulus, wurde beim letzten großen Fall zerstört – getötet? Die Zweifel darüber, ob etwas getötet werden kann, was eigentlich nie lebte sind groß. Und so wollen einige die Hoffnung auf eine Wiedererweckung nicht aufgeben.

Dr. Corrigan reist mit einem Gehilfen, Andrew Devon, nach Frankreich. Hier soll ein Antiquar namens Thierry über ein besonderes Buch verfügen, das Informationen zur Wiederbelebung von Roger enthalten könnte.
Aber die Räume des Antiquars entpuppen sich als Falle. Während Andrew verzweifelt versucht, mit der B.U.A.P. Kontakt aufzunehmen, teilen sich daheim Daimio, Liz, Johann und Abe ihre Erlebnisse mit dem Tod. Zwar lästert Daimio in einem fort über derlei Gefühlsduselei, aber ein wenig kommen doch alle einander näher.

Die Gruppe ist zerrissen. Ein Mitglied der Mannschaft wurde getötet und hinterlässt eine große Lücke. Jener, der sich bemühte, menschlicher zu werden, musste sterben. Der Tod eines Mitglieds der Stammbesatzung einer Serie ist immer ungewöhnlich, ungewöhnlicher noch, wenn es ein sehr sympathischer Charakter war, den sich Mike Mignola da ausgedacht hat. Der Versuch der Wiederbelebung wird von Mignola und John Arcudi auf zwei Ebenen geschildert.
Einerseits sind die Behördenmitglieder immer noch geschockt – und auch ratlos – andererseits gerät die Suche nach einer Lösung direkt wieder zu einem unheimlichen Abenteuer, in dem sich die sonst eher zurückstehende Dr. Corrigan behaupten kann.

Durch eine geschickte Verschachtelung der einzelnen Rückblicke wie auch der aktuellen Geschehnisse entsteht eine ungewöhnliche Gesamtgeschichte, die vielleicht nicht für jeden Leser so eingängig ist, wie er es von vergangenen Ausgaben her kennt. Dafür kann Die universelle Maschine mit einem erhöhten Schauermähr-Faktor aufwarten. Im südamerikanischen Dschungel, in vornehmen Salons, in denen mit den Toten kommuniziert wird oder in der kanadischen Kälte warten göttliche Geister oder gruselige Mythenfiguren wie der Wendigo. Bei dieser Begegnung findet der Leser auch einen Gastauftritt von Hellboy, da dieser zu jener Zeit noch Mitglied der B.U.A.P. war.

Die Erinnerungen bilden eine unheimliche Welt ab, in der das Finstere und Jenseitige eine Selbstverständlichkeit ist. Jedenfalls regt sich am Tisch der kleinen Behördenkantine keiner sonderlich über die Erlebnisse der anderen auf – wie auch nach all den vorhergehenden Abenteuern. Und dennoch hat das Geschehen um Dr. Kate Corrigan eine neue Dimension, im wahrsten Sinne des Wortes.
Da man als Leser glaubt – auch als Neueinsteiger – man habe durch die Augen von Daimio, Liz, Abe und Johann alles gesehen, wird man durch die Erlebnisse auf dem Schloss eines besseren belehrt. Der Sammler, der sich selbst Thierry nannte, dürfte entgegen seiner Unscheinbarkeit zu den gefährlichsten Feinden der Behörde zählen.

Er umgibt sich mit Monstren und Absurditäten wie andere Sammler mit Knibbelbildern, ist höhnisch, umgibt sich mit Vampiren und Werwölfen und hat sich eine furchtbare Kraft zueigen gemacht. Als diese ausbricht, wird noch einmal das, was der Leser bis dahin als eine Art Höhepunkt der Geschichte definierte, über den Haufen geworfen.
Das grafisch sehr gut zusammenarbeitende Team Guy Davis (Zeichnungen) und Dave Stewart (Farben) erschafft hier einige Wesen, die einfach wirken, abstrus, unförmig und doch irgendwie echt, in der Art und Weise, wie sie das Hellboy-Universum bevölkern. So gerät das Finale zu einem Blick in eine kuriose Vorstellungskraft, die aber den Ideenreichtum von Mike Mignola ausmachen, der sich noch nie scheute, sich auf Experimente einzulassen und damit seine Leser zu verblüffen.

Mit dieser Geschichte verabschieden sich Mike Mignola und John Arcudi von Roger, dem Homunkulus. Es ist selten, dass ein derartiger Aufwand für eine Verabschiedung einer Comic-Figur betrieben und gleichzeitig eine tiefer gehende Darstellung aller beteiligten Charaktere daraus wurde. Sehr unterhaltsam, mysteriös, ein wenig mehr wie Hellboy, nur ohne Hellboy, mit einem traumhaften Finale, das es in sich hat. :-)

B.U.A.P. 5 – Die universelle Maschine: Bei Amazon bestellen

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Samstag, 05. Juli 2008

Baltimore

Abgelegt unter: Comics im Roman — Michael um 11:16

Baltimore, oder: Der Standhafte Zinnsoldat und der VampirEs beginnt im Krieg. Jeder Krieg ist schmutzig, doch dieser bringt eine neue schreckliche Dimension in das Schlachtengemetzel ein. Die Soldaten kämpfen sich von Schützengraben zu Schützengraben, von Schlammgrube zu Schlammgrube, von Stacheldraht zu Stacheldraht. Jeder Ansturm auf den Feind ist ein Selbstmordkommando.
Lord Henry Baltimore gehört zu den englischen Soldaten, die einen weiteren heldenhaften Angriff führen sollen. Sie werden schneller von gegnerischem Feuer niedergemäht, als sie vorher gedacht haben. Inmitten der Gefallenen, unter seinen toten Kameraden, macht Baltimore eine fürchterliche Entdeckung. Die Soldaten sind nicht allein auf den Schlachtfeldern. Da ist noch etwas, etwas anderes.

Baltimore wehrt sich gegen den Furchtbaren, verletzt ihn und ruft damit einen Schrecken in die Welt, den niemand erahnen konnte. Baltimore verlässt notgedrungen das Schlachtfeld, dem er ein Bein opfern musste. Aber das Wesen verfolgt ihn, quält ihn, tötet die, die er liebt, macht ihm und der ganzen Welt, wie es scheint, das Leben zur Hölle. Die Zeit vergeht, eine grauenhafte Zeit.
Eines Tages treffen sich drei Männer auf Geheiß von Baltimore in einem heruntergekommenen Gasthaus. Alle kennen sie den Veteranen, jeder aus einem anderen Grund. Und alle sind sie hier, weil sie die Geschichte des Lords glauben. Sie glauben, weil sie ähnlich phantastische Erfahrungen gemacht haben. Sie glauben, weil sie wissen, dass das Böse leibhaftig existiert.

Vier Männer gegen das Grauen. Mike Mignola und Christopher Golden mischen verschiedene Genres und Szenarien zu einer ungewohnten, aber atmosphärisch ungeheuer dichten Mixtur aus Krieg, Horror, Phantastik und Mythen.
Ganz im Stile viktorianischen Horrors bauen die beiden Autoren ihre Geschichte mit verschachtelten Episoden auf. Warum ist jeder der Protagonisten in diesem Gasthaus gelandet, wenn es doch möglich wäre, die abschließende Konfrontation zu vermeiden und damit ein einfacheres Leben zu führen?

Die Antwort geben Mignola und Golden durch ihre Beschreibungen dieser neuen Nachkriegswelt, in der sich die Pest ausgebreitet hat, die Menschen lethargisch geworden sind und Vampire jederzeit zuschlagen können. Wenn der Horror zu einer unendlichen Geschichte würde, wäre dies das Endergebnis.
Doktor Rose, Aischros und Childress sind Männer, wie sie auch ein Bram Stoker zusammengeführt hätte. Ihre Geschichten erläutern dem Leser wie in einem Puzzle, wie die Welt sich änderte und auch wie sie zu dem wurden, was sie nun sind. Außerdem erfährt der Leser, besonders durch Aischros’ Erzählungen, was Baltimore nach dem Krieg widerfahren ist, warum er letztlich der unerbittliche Jäger des Bösen wurde.

Beim Lesen stellt sich automatisch der Eindruck ein, es mit absoluter Kälte zu tun zu haben. Obwohl gefühlvoll geschildert, bleibt die Geschichte kalt, trostlos. Die Männer sind zwar beisammen, trotzdem bleiben sie einsam. In der zweiten Hälfte wendet sich dieses Gefühl. Nun hält eine Endgültigkeit Einzug. Mignola und Golden haben ihre finale Geschwindigkeit erreicht und halten diese. Und sie fahren geradewegs in eine Schlussexplosion, den Endkampf hinein, in dem sich all das entlädt, was zuvor aufgebaut wurde. Die Düsternis mag auch mit den Illustrationen zusammenhängen, die Mike Mignola für diesen Roman angefertigt hat. Im typischen Hellboy-Stil, einer Mischung aus Scheren- und Holzschnitt, werden die einzelnen Passagen optisch begleitet und vertieft.

Das wirklich gelungene dieser Geschichte ist nicht nur die Erweckung des guten alten viktorianischen Horrors, sondern auch ihre Erzählweise.
Jede der einzelnen Episoden, ganz gleich von wem erzählt, ist ein eigenständiges Werk und kann durchaus alleine bestehen. Ob Aischros Baltimore nach Hause begleitet und später noch einmal wiederkehrt, um den einsamen Mahner zu treffen, der sein eigenes Ende vorhersieht oder ob er als junger Mann in ein verfluchtes Dorf gelangt, alles ist stimmig und mit ganz eigenen Wende- und Höhepunkten versehen.
Da mögen besonders solche Ideen, wie die Begegnung von Doktor Rose mit einem dämonischen Bären begeistern und zum sanften Grusel einladen. – Bevor es in einer abschließenden und unausweichlichen Sequenz endet.

Selbst derjenige, der all das auslöste, das Monster, die Kreatur, der Vampir, er kann schließlich nicht mehr. Das muss sich die Kreatur selber eingestehen. Die Unerbittlichkeit des Menschen siegt nicht, wie der Krieg gezeigt hat, aber die Beharrlichkeit führt wenigstens zu einem Ende, einem furchtbaren, dass alle anderen Ereignisse in den Schatten stellt.

Sanfter und eindringlicher Horror, der gefangen nimmt und besonders durch seine sehr gute, sehr fein gesponnene Atmosphäre zu gefallen weiß. Ein klassisch wirkendes Werk, ungewöhnlich für eine moderne Zeit, dafür umso wichtiger. Mignola und Golden wecken den Wunsch, dass dieser Zusammenarbeit noch weitere folgen mögen. :-)

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Sonntag, 18. Mai 2008

Serenity

Abgelegt unter: Meldungen — Michael um 18:49

SerenitySerenity ist zurück! Nachdem Joss Whedon mit Buffy und Angel im Comic-Bereich einen schönen Lauf hinlegt, erfuhr auch die Serenity (gleichnamiger Kinofilm) und die zeitlich vorher platzierte Fernsehserie Firefly ein kleines Comeback im Comic.
Mit einigen wenigen Bänden (die hoffentlich auch hier in Deutschland erscheinen werden) wird, wie es ausschaut, die zeitliche Lücke zwischen Fernsehserie undKinofilm geschlossen. - Die Meldung ist sicherlich nicht neu. Aber sie muss einfach noch mal platziert werden, da es auch hierzulande eine Fangemeinde von Serenity gibt, die sich über Nachschub freuen würde.

Sehr schöne Ansichten dazu lassen sich als Previev auf darkhorse.com abrufen.
Serenity: Better Days 1
Serenity: Better Days 2
Serenity: Better Days 3
Serenity: Those Left Behind (Hardcover)

Der Preview-Button ist gleich unter dem Cover, etwas versteckt.
Joss Whedon wird von Darkhorse als pop-culture mastermind behind Buffy the Vampire Slayer bezeichnet. Es ist bestimmt erfreulich, dass er, wie J. Michael Straczynski, Ausflüge in den Comic-Bereich macht. Erfreulicher wäre es aber, diese Talente wieder mit Werken im TV oder Kino zu sehen.

Apropos Kino: Wer sich noch weitere Eindrücke zum neuen Hellboy-Film holen möchte, sollte einen kleinen Blick auf die Previews des Hellboy II - The Art Of The Movie werfen.
Auch hier wäre eine Veröffentlichung in Deutschland wünschenswert. Ein Blick in die Hexenküche der Profis ist immer interessant, ganz besonders bei einer solch fantasievollen Produktion.

Apropos Preview: Unter newsarama.com finden sich wieder ein paar schöne Vorschaubilder von Neuerscheinungen der Mighty Avengers, Hercules, Captain America sowie Iron Man.

Apropos Blick hinter die Kulissen: Eine nette Sammlung von Zeichnungen findet sich bei Oni Press zur Serie Wasteland. Bei der Ansicht der Bilder erwacht wieder das alte Rollenspielerherz. :-)

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Samstag, 10. Mai 2008

Hellboy 8 - Die Trollhexe

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 15:41

Hellboy 8 - Die TrollhexeDie Penanggalan riss sich versehentlich den Kopf von den Schultern. Zusammen mit ihren Innereien flog er in einen Baumwipfel und wurde dort zu einem Dämon. – Hellboy hält diese Sage für das Blödeste, das er jemals gehört hat.
Dennoch hat er 1958 seinen Weg nach Malaysia gefunden, um dieser Geschichte nachzugehen. So unglaubwürdig sie sich auch anhören mag, etwas geht um in diesen Dschungeln. Bald findet Hellboy einen kopflosen Körper. Aber wo ist der Kopf? Denn von diesem geht schließlich die Gefahr aus. Hellboy muss nicht lange warten.

Jede Kultur hat ihre Sitten und Gebräuche – und ihre ganz eigenen Dämonen und Geister. Diese Erfahrung macht Hellboy auf seine bekannt eigenwillige Weise, als er sich mit dem Vampir von Prag anlegt. Das recht stumme, aber dafür nicht weniger aggressiv agierende Wesen wehrt sich vehement, doch nicht vehement genug. Und Hellboy sieht wieder einmal etwas Neues. Und begegnet ihm auf seine gewohnt schnoddrige Art.
War die Begegnung mit dem Vampir eher Routine, ist das Eintauchen in die Mythologie Afrikas ein ganz anderes Kaliber: Makoma lässt Hellboy zu einem Teil dieser märchen- und sagenhaften Erzählung um das Werden und Vergehen und die Auferstehung eines Kontinents werden.

Hellboy - in Farbe und bunt!
Hellboy-Stammleser werden zuerst etwas verwundert sein, doch die Eingewöhnung kommt mit dem Lesen. Wer bereits mit B.U.A.P. ist, ist dort bereits farbig am Ball und weiß, dass die Farbigkeit der gruseligen Atmosphäre keinen Abbruch tut, sondern eher noch neue Möglichkeiten eröffnet. Der Leser findet den B.U.A.P.-erprobten Koloristen Dave Stewart in diesem Band wieder, an der Seite von Lovern Kindzierski, die ebenfalls für die Farben zuständig ist.

Neben Mike Mignola, der die Geschichten schrieb, haben noch zwei weitere Künstler zum Bleistift gegriffen: P. Craig Russell und Richard Corben.
Mignolas Zeichenstil, über die Jahre hinweg herausgebildet, kantig, abstrahierend, mittlerweile Vorbild für andere Zeichner, kontrastiert sehr schön mit den grafischen Arbeiten von Russell und Corben. Beide begreifen den humoristischen Unterton von Mignola sehr gut. Russell setzt den Vampir von Prag um, eine Geschichte, die zu einem großen Teil ohne Text auskommt und ihren Witz und Schwung einzig aus den Bildern bezieht. Hellboy ist mitunter nur so kurios, weil seine Gegner kurios sind (manchmal auch ein bißchen albern, so als hätte Mel Brooks Frankenstein inszeniert).

Während Mignola den Rahmen von Makoma zeichnet, übernimmt Corben die eigentliche Handlung – und was für eine Handlung das ist! Sie trifft den Kern dessen, was Mike Mignola über Hellboy in den Comic transportierte. Die Einbindung fremder Mythen – ganz gleich, ob wahr, erfunden oder eine Mischung aus beidem – abseits der üblichen Religionen und kulturellen Sagen macht Hellboy zu etwas Besonderem. In der Geschichte über diesen außergewöhnlichen Kontinent Afrika, der noch viel reicher an Legenden ist, wie mein Lexikon der afrikanischen Mythologie zur Auskunft gibt, kann Mignola so richtig ausholen. (Bei der Gelegenheit: Wer sich Abbildungen alter afrikanischer Statuetten ansieht, könnte den Eindruck gewinnen, diese seien von Mignola entworfen worden.)

Hellboy übernimmt in seinem Tagtraum die Rolle von Makoma. Auf seiner Wanderschaft begegnet er jenen Wesen, die für die Form von Afrika mitverantwortlich sind: Riesen. Makoma muss sie besiegen. Im Kampf werden sie mit zunehmender Niederlage kleiner – bis sie in den mitgeführten Sack passen. Aus den Riesen werden Zwerge, die mit piepsiger Stimme ihre Meinung kundtun oder Makoma verhöhnen. Makoma/Hellboy weist sie auf einfache Art immer in ihre Schranken: Schnauze!
Feuerdämonen, Sandteufel, Drachen bereichern das Feindeslager und zeichnen sich durch eine phantasievolle Darstellung aus. Alles ist bei Hellboy ein klein wenig anders. Wahrscheinlich ist dies das Geheimrezept.

Mignola behauptet zwar, dass nicht alles erklärt werden muss, was in seinen Geschichten so vor sich geht, aber diesmal gibt er auch zu sich bei der einen oder anderen Geschichte etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben. Aber er nimmt es sportlich, denn selbst Hellboy kann so manche Legende oder Erläuterung nicht zufrieden stellen. Wie Hellboy selber sagt: Autsch!

Das Sketchbook (Skizzenbuch) im Anhang – ich liebe es – bietet wieder einige sehr schöne Entwürfe von Mignolas Ideen. In dieser ursprünglichen Form, in der seine Kreaturen noch nicht so starr wirken, sollte sich einmal eine alternative Darstellung finden lassen, etwas räumlicher vielleicht, mit der Hilfe eines Dave Stewart, der schon den Bildern von Guy Davis viele tolle Eindrücke entlockte.

Hellboy ist zurück. Ein rundum schöner Band mit vielen Einfällen Mignolas, mitunter sehr spaßig, immer mit überbordenden Ideen und Einflüssen aus real existierenden Mythologien verbunden. Corben und Russell fügen sich grafisch hervorragend ein, insbesondere Corbens Interpretation ist wunderbar geworden.

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Sonntag, 10. Februar 2008

B.U.A.P. 4 - Schwarze Flamme

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 12:14

B.U.A.P. 4 - Schwarze FlammeDie Froschplage greift um sich. Überall finden sich neue Nester in unterirdischen Verstecken. Aber die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen ist nicht gewillt, sich Angst einjagen zu lassen. Vehementer als jemals zuvor gehen sie gegen diesen Feind vor, der sich unablässig zu vermehren scheint.
In vorderster Front lassen Captain Daimio und Roger, der Homunkulus, die Waffen sprechen. Die ersten Erfolge sehen viel versprechend aus. Wenn allerdings in einem anderen Tunnel wieder unzählige Augen aufblitzen, dann weiß das gesamte Einsatzteam, dass es noch viel Arbeit vor sich hat.

Liz macht sich Sorgen um Roger. Seit Hellboy das Team verlassen hat, ist Roger auf der Suche nach einem Ersatzvorbild. In Captain Daimio scheint er dieses Vorbild gefunden zu haben, sehr zum Missfallen von Liz. Denn der Captain ist ein Kommisskopp, wie er im Buche steht. Erfolge werden nach der Anzahl der Gefallenen berechnet, eine Einstellung, die Liz zuwider ist. Sie befürchtet nicht zu Unrecht, dass Roger durch die Übernahme zu vieler negativer Eigenschaften des Captains in Gefahr gerät.

Derweil bereitet man sich bei Zinco, einem riesigen Konzern, in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf eine Lage vor, von der die B.U.A.P. noch nicht einmal etwas ahnt. Ein Konzernchef mit einem kranken Interesse am Zweiten Weltkrieg versucht sich seine eigene Mythologie zu erschaffen. Machtzugewinn steht dabei im Vordergrund. Mittels der Frösche will er erobern, herrschen. Ein spezieller Anzug sorgt dafür, dass die Schwarze Flamme neu erstehen kann. Aber Mr. Pope, der Konzernchef, begeht einen folgenschweren Fehler.

Selten sahen sich die Teammitglieder des B.U.A.P. einer größeren Gefahr gegenüber. Mike Mignola und John Arcudi haben ein wahres Weltuntergangsszenario geschaffen, in dem sie nicht kleckern, sondern klotzen.
So drastisch wie in dieser Episode wurde der Alltag der B.U.A.P. noch nicht gezeigt. Selbst Hellboy, der einige sehr große Abenteuer erlebt hat, wurde noch nicht mit diesen Ausmaßen konfrontiert. Diesmal sind auch viele Red Shirts dabei, um den Ausdruck aus Star Trek zu gebrauchen, viele Sicherheitskräfte, die auf der Strecke bleiben.
Wie bereits erwähnt, sehr zum Unmut von Liz Sheridan, die glaubt, der Captain verheize seine Leute bei Kampfeinsätzen, um zu gewinnen.

Mignola und Arcudi beginnen nicht nur mit einem Knalleffekt, sie legen mit einem Rätsel auch gleich die Basis für das Gerüst der gesamten Handlung.
Wenn eine Handlung mit einem Knalleffekt beginnt, setzen sich Autoren zugleich eine hohe Hürde, denn diese Messlatte muss in höherer Position erneut übersprungen werden. Die Ideen, die dazu nötig sind und die den Leser regelrecht überfluten, sind bombastisch, ungewöhnlich und absolut von der Phantasie Mignolas durchdrungen. Wieviel davon Arcudi zuzuschreiben ist, lässt sich nicht recht beantworten. Zweifellos aber scheint die Zusammenarbeit laut Mignola mehr als nur gut geklappt zu haben, denn die Geschichte wirkt wie aus einem Guss.

Die Idee der Schwarzen Flamme ist wieder einmal sehr gruselig und wirkt wie ein Konzept aus einer Verneschen Zeitperiode. Aber gerade diese antiquiert erscheinenden Ideen erzeugen eine unglaubliche Atmosphäre. Es ist der Gegensatz aus High Tech in den gezeigten Labors und der merkwürdigen Rüstungsschutzbekleidung der Schwarzen Flamme, der Gegensatz von modernen Waffen und monströs angreifenden Wesen wie auch der Kampf-Jets, die sich später auf den Giganten stürzen, die diesen enormen Reiz der Geschichte ausmachen. Denn zugleich wird die Machtlosigkeit der Technik gegen uralte Magie gezeigt. Dies beschwört einen starken Spannungsbogen herauf, vor allem treibt es die Erwartungshaltung des Lesers auf die Spitze, der einen bombastischen Showdown erwartet – und nicht enttäuscht wird.

Das Besondere ist der Umstand, wie schön in der Handlung mit den Charakteren gespielt wird. Liz Sherman erfährt noch mehr Tiefe durch verschiedene Details wie der alten Frau oder dem geheimnisvollen Fremden aus ihren Träumen. Wie Mignola selber über die Ideen Arcudis aussagt – so, wenn es um den geheimnisvollen Chinamann geht – man müsse Arcudi einfach vertrauen, denn auch er, Mignola, tappe mitunter im Dunkeln, was diese Ideen angehe.

Guy Davis und seinen Charakterkopfstudien ist es zu verdanken, dass die handelnden Figuren außerdem an Tiefe gewinnen. Aus diesen Gesichtern kann der Leser noch mehr ablesen, in Augen, Gesichtszügen und Haltungen steckt noch mehr. Die Inszenierung erinnert ein wenig an Theater. Mit punktgenauen Szenenbildern werden noch bessere Eindrücke geschaffen, als es die geschriebene Vorlage erreichen kann.
Wie sehr die Bilder von Davis noch gesteigert werden können, zeigt das Koloristentalent von Dave Stewart. Der Auftakt ist in feurige Explosionen getaucht, grünlich dunkle Tunnel folgen, blaues High Tech- und Schneelandschaftsambiente lösen bunte Träume und finsterblaugrüne Weltuntergänge ab. Wer einfach nur durch die Seiten blättert, kann sehr schnell erkennen, wie gut Stewart die Farben aufeinander abstimmt und sich einer bestimmten Grundpalette bedient, die einen atmosphärischen Faden erzeugt, der mehr als nur eine Stütze für die Geschichte ist.

Drei Bereiche, Text durch Mignola und Arcudi, Entwurf und Zeichnung durch Mignola und Davis sowie Farbe durch Stewart finden in dieser Ausgabe in perfekter Harmonie zueinander. Anders lässt sich dieses gute Zusammenspiel nicht erklären. Am Ende steht das ideale Leseerlebnis für alle Grusel- und Mystery-Fans – für Mignola-Fans sowieso, die sich so die Wartezeit bis zur zweiten Hellboy-Filmausgabe gut verkürzen können. :-D

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Montag, 29. Oktober 2007

Fafhrd und der Graue Mausling

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 16:39

Fafhrd und der Graue MauslingFernab in der Stadt Lankhmar finden sich die buntesten, die gruseligsten, die leidenschaftlichsten und abenteuerlichsten Gestalten. Inmitten einer Stadt, die ein Schmelztiegel für vielerlei Schichten ist, treffen sich zwei liebenswerte Halunken, Schurken, Diebe, die sehr bald die dicksten Freunde werden. Die Geschichte nennt sie: Fafhrd und der Graue Mausling.

Viele Abenteuergeschichten sind häufig auch Erzählungen über Männerfreundschaften. Fafhrd und der Graue Mausling beschreibt eine solche Freundschaft. Zwei sehr unterschiedliche Männer gehen gemeinsam durch Dick und Dünn, geeint durch ein ähnliches Schicksal, dem Verlust ihrer jeweiligen großen Liebe.
Der eine, ein großer starker Mann, rothaarig, bärbeißig und humorvoll ist ein Barbar. Fafhrd ist Mann, den kein Wässerchen trüben kann. Der Graue Mausling ist flink, geschickt, etwas kleiner, mit etwas mehr Manieren gesegnet und ein Dieb.
Beide sind perfekt dazu geeignet, sich gegenseitig zu ergänzen.

Howard Chaykin hat sich der Geschichten von Fritz Leiber um die beiden ungleichen Freunde angenommen und sie für das Comic-Genre adaptiert. Für die Umsetzung konnte kein Geringerer gefunden werden als Mike Mignola, der dank seiner überaus erfolgreichen Serien um Hellboy und die B.U.A.P. gerade auf seinem Zenit angelangt ist – wo er hoffentlich noch lange bleibt.

Fafhrd und der Graue Mausling ist aus der Sicht des Lesers aber auch eine kleine Zeitreise. Wir können sehr schön sehen, dass die Umsetzung dieser Geschichten ein Abschnitt auf der Entwicklungsleiter seines Schaffens ist. Zweifellos ist seine Arbeit zu diesen Geschichten noch nicht so reduziert wie z.B. in Hellboy. Einen direkten Vergleich kann mit den jeweiligen Titelbildern anstellen, die ganz bestimmt neueren Datums sind, da sich hier der Zeichenstil findet, der Mignola so populär gemacht hat und inzwischen sogar kopiert wird.
In beiden Schaffensperioden hat Mignola einen geschulten Blick entwickelt. Das Wesentliche steht perfekt im Zentrum eines jeden Bildes, eine Landschaft, eine Perspektive, ein Gesicht, ein Kampf. Mignola hält sich nicht mit überflüssigen Details auf. Trotzdem bleibt das Auge lange hängen, denn die Atmosphäre in der Komposition sowie Licht und Schatten stimmt.

Atmosphäre ist ein Kern dieser Welt, in der Fafhrd und der Graue Mausling zu Hause sind. Die Gassen in der verrufenen Stadt Lankhmar ähneln denen anderer phantastischer Städte aus der Pulp-Ära, so auch denen von Robert E. Howard. Die Magie ist so echt wie Kriminalität, sie dümpelt unter der Oberfläche, brodelt, ist jederzeit zum Ausbruch bereit und wird von niemandem verstanden – manchmal noch nicht einmal von einem Zauberer. Besonders jene letzte Eigenart wird von Fritz Leiber oder besser dem adaptierenden Howard Chaykin sehr schön Szene gesetzt. War schon ein Schwert stärker als schwarze Magie, kann sie gegen eine tiefe Freundschaft überhaupt nicht bestehen. Natürlich machen Leiber bzw. Chaykin ihren Helden nicht leicht.
Obwohl man als Leser sicherlich davon ausgeht, dass die beiden Helden ihr Abenteuer unversehrt überstehen werden, entsteht doch häufig der Eindruck, dass die beiden Männer diesmal nicht den Sieg davontragen werden. – Wenn ein Autor diesen Eindruck erwecken kann und man befindet sich als Leser doch erst in der Mitte des Buches, dann ist er ein hervorragender Erzähler.

Leibers Trick? Vielleicht ist es die Eigenart, nicht jede offene Frage zu beantworten, sondern ein ungewisses Element übrig zu lassen. – Oder sogar Figuren zu installieren, die mit diesen Ungewissheiten spielen.
Ningaubel und Schilba sind solche Kreaturen, beständig unter einem Umhang verborgen, herrscht bei der einen dunkler Schatten unter der Kapuze, während bei der anderen ein Sternenmeer zu glänzen scheint. Diese magischen Wesen haben an den beiden Halunken einen Narren gefressen und stehen ihnen hilfreich zur Seite.
Das wirklich Gelungene, und dies zeigt sich auch an den erwähnten Figuren, die geheime Zutat, wenn man es so nennen will, ist der Humor. Männer unter sich pflegen eine eigene Sprache, sie werden etwas kindischer, lassen sich selber auch hochleben, nehmen den anderen auch mal hoch. All das, und mehr, findet sich wieder im Verhältnis zwischen Fafhrd und dem Grauen Mausling und wird, was wohl der wichtige Aspekt ist, absolut echt geschildert.

Die für mich persönlich stimmigste Geschichte ist Der Fluch der Wiederkehr. Hier passt einfach alles. Der Gruselfaktor, die langsam ansteigende Spannung, bis zu einem Showdown der Extraklasse. Leiber wie auch Chaykin zeigen, wie auf engstem Raum eine Geschichte entstehen kann, wie ein Geheimnis Schritt für Schritt enthüllt wird. Der Kampf gegen die Geisterhunde dürfte ein Höhepunkt in der Fantasy-Literatur sein.

Kraftvolle Fantasy-Erzählungen, dichter, als es zunächst den Anschein hat, klassisch und immer noch modern, mit sympathischen Hauptfiguren, die mit List und Tücke, aber auch mit brutaler Gewalt vorgehen. Vom Schicksal gebeutelt, von den Göttern (und Hexen) geliebt, nehmen Fafhrd und der Graue Mausling den Leser mit auf eine außergewöhnlich schöne und aufregende Lebensreise.

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Samstag, 25. August 2007

Conan 4 - Die Halle der Toten

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 15:27

Conan 4 - Die Halle der TotenEs sind die Geschichten über Conan, die für den Fürsten spannender sind als das eigene Leben. Aber auch Conan war nicht immer der strahlende König späterer Zeiten. Lange vorher war er einer der talentiertesten Diebe, die es jemals gegeben hat. Kein anderer hätte sich ein Königreich stehlen können.
Doch zuvor warteten viele Abenteuer auf ihn. Eines dieser Abenteuer führt ihn in Die Halle der Toten. Während eines ganz normalen Diebstahls begegnet Conan einem Gundermann, der das gleiche Ziel hatte. Es mag Ehre unter Dieben geben. An diesem Abend hält Conan nicht viel davon.

Ein Hieb und der Gundermann Nestor legt sich schlafen. Conan macht sich davon und lässt den Sündenbock für die hereinbrechenden Wachen zurück. Aber er hat nicht mit dem nachhaltigen Zorn und den Rachegedanken des Gundermanns gerechnet. Dieser ist nur zu gern bereit, bei der nächsten Gelegenheit mit dem Barbaren aus Cimmerien abzurechnen. Manchmal hat die Vorsehung andere Pläne. Der Gundermann wird zum letzten Überlebenden eines Trupps, der den Barbaren einfangen sollte. Aber sie treffen sich bald wieder.

Meide die Stadt des gefallenen Gottes, wo die Toten träumen. Meide die Schlange. Und vor allem meide die Kröte.

Die Vorhersagen sind finster. Dennoch betreten die beiden diesen dunklen Ort, an dem nichts zu leben scheint außer einigen kleinen Kröten. Conan verfährt mit ihnen, wie er mit Ungeziefer verfährt und zieht sich damit den ungeteilten Zorn eines alten Gottes auf sich. Bald stehen Conan und der Gundermann Seite an Seite. Wie so oft in Conans Leben ist das Ende hier nur der Anfang von weiteren Geschehnissen, die seinen Mut zu noch größeren Taten anfachen.

Conan – Die Halle der Toten enthält einen großartigen Abschnitt aus dem Leben Conans. Fans des Barbaren, die sich besonders freuen, wenn Conan in gruselige und magisch beeinflusste Situationen gerät, werden an der Halle der Toten ihren Spaß haben. Wer sich die Bilder genau betrachtet, kann auch glauben, dass Zeichner Cary Nord bei diesem Szenario mit noch mehr Eifer bei der Sache war als sonst. Gleich drei Autoren haben die Vorlagen zu diesem prächtigen Fantasy-Band geschrieben. Kurt Busiek, ein Rächer-Veteran, Mike Mignola, namhaft in der Szene durch Hellboy, und Timothy Truman.

Besonderes Augenmerk verdient die längste, namensgebende Geschichte: Halle der Toten. Es beginnt harmlos – jedenfalls für Conans Begriffe. Frauen und Raub sind sein Leben. Er hat eine junge Dame erwischt, die seine regelmäßige Begleiterin ist, und mit Vorliebe Dankbarkeit für schönen Schmuck zeigt, wenn Conan ihn nicht gerade für den Lebensunterhalt verkauft. Der Raub, den Conan begeht, scheint zunächst keinerlei Folgen zu haben. Die Geschichte nimmt langsam ihren Lauf. In der Stadt, vor der so eindringlich gewarnt wird, ist zu Beginn alles furchtbar harmlos, beinahe zum Lachen.
Es ist in gewisser Weise ein genialer Schachzug des Autors. Selbst das Erscheinen des mysteriösen Gottes wäre eigentlich für einen Lacher gut, wäre da nicht das kompromisslose Vorgehen und der stille, unbarmherzige Kampf, der zwischen der Monströsität und Conan entsteht.

Als Conan schließlich nach Barbarenart durchdreht und dem finsteren Gott den Garaus macht, zeigt Nord diese Szene gnädigerweise nur aus weiter Ferne. Einzig das Gesicht des Gundermanns verrät dem Leser, welcher Irrsinn den Cimmerier in seinem Kampfeswahn ergreifen kann.

Ist dieser Abschnitt der Geschichte für die Action gut, folgt darauf gleich ein gelungener Grusel, wie ihn Robert E. Howard in diversen Geschichten für Conan pflegte. Lebende Tote sind es, die den beiden Dieben im Verlauf das Leben schwer machen. Die Szene ist in blaugrünen Farbtönen der Angreifer und der Umgebung gehalten und sorgt mit dem grellen Rot und Gelb der Flammen für einen genialen Kontrast, der in der Realität so nicht möglich wäre, im Comic jedoch für eine geniale Stimmung sorgt.

In diesem Zusammenhang kann die Farbgebung von Dave Stewart gar nicht hoch genug gelobt werden. Was er aus den Skizzen von Cary Nord herausholt, zeigt sich besonders in diesem Kern der Episode Die Halle der Toten. Der dunkle Gott wie auch die lebenden Toten, in Conans Vision ebenso wie im Verlies, sind feinster Grusel - der leider aufgrund der Geschichte viel zu schnell vorüber ist.
Wie sehr Nord und Stewart mit Monstern punkten können, zeigt sich auch im Auftakt zu Hunde der Berge. Diese Szene erinnert an eine alte Folge, als Conan sein Schwert fand und sich der Wölfe erwehren musste. Diese vorliegende Szene ist nicht weniger spannend und wird durch das Auftreten des alten einäugigen Leithundes außerdem ein wenig unheimlich.

Mit Die Halle der Toten verabschiedet sich das Ausnahmetalent Cary Nord von dem Barbaren. Der Abschluss seiner Arbeit an dieser Reihe krönt ein tolles Werk, das – das mag der wichtigste Aspekt sein – den Kurzgeschichten von Howard und seiner Nachfolger mehr als nur gerecht wird. Conan ist immer noch der Beste! :-D

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Dienstag, 14. August 2007

Aliens 1

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 14:09

Aliens 1Er ist ein Mörder. Töten ist sein Beruf. Er geht ohne Mitleid ans Werk. Trotzdem gibt es diesen Alptraum. Sie beobachten ihn. Sie sehen, wie er tötet. Beobachtet zu werden, wie er arbeitet, ist für ihn furchtbar. Nun ist er an Bord eines Raumschiffs. – Aber er ist nicht der einzige Killer an Bord.
Das Ungeheuer an Bord ist nicht menschlich, und es ist riesig. Niemand hat es genau gesehen, aber alle wissen, was es ausrichten kann. Frank will es wissen. Alleine – denn alleine kann er am meisten ausrichten – macht er sich auf die Suche. Er so oft getötet, warum nicht auch ein Monster?

Sie greifen an! Mein Gott! Sie greifen an. Sie sind überall!
So schnell wie der Kampf begann, endet er auch. Charlie weckt seinen Vater, damit dieser eine Runde Baseball mit ihm spielt. Baseball ist harmlos, gäbe es nicht die Nachbarn, die sich über eine harmlose Runde Baseball aufregen und sich plötzlich in eine monströse Kreatur verwandeln und den eigenen Sohn bedrohen. Wieder wacht er in seiner Pilotenliege auf. Hat er geträumt? Und falls ja, wie kann ihm solch ein Traum einfallen?

Das Pärchen nähert sich dem abgestürzten Fluggerät. Sie hat furchtbare Angst, aber er will unbedingt sehen, was sich im Inneren verbirgt.
Und tatsächlich: Ein riesenhafter außerirdischer Pilot liegt regungslos vor den Steuereinheiten. Zuerst gibt es ein Missverständnis. Obwohl er von humanoider Gestalt ist, scheint er kein richtiges Gesicht zu besitzen. Eine Untersuchung führt ein anderes Ergebnis zutage. Ein spinnenartiges Wesen hatte sich auf dem Gesicht des Fremden festgesaugt. Nun scheint es tot zu sein und lässt sich ohne Gegenwehr abheben. Allerdings ist das wirkliche Antlitz des Besuchers nicht weniger furchteinflößend. Da geschieht das Unfassbare!

Die Flucht aus dem infizierten Raumschiff scheint die einzige vernünftige Lösung zu sein. Leider ist das Kapitän des Schiffes nicht mehr Herr seiner Sinne. Der Gehilfe, dem er erlaubt ihn zu begleiten, wird sich bald der Tatsache bewusst, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann er selbst zum Ziel des Wahnsinnigen wird. Die Lage verbessert sich nicht durch die lebensfeindliche Umgebung, in der sie nach ihrem Absturz gestrandet sind.

Die vier Geschichten im vorliegenden ersten Band der neuen Aliens-Reihe nehmen den Leser mit auf einen Horrortrip durch sehr unterschiedliche Szenarios von einigen der bekanntesten Autoren und Zeichnern der Comic-Szene. David Lloyd (V wie Vendetta, Kickback), Guy Davis (B.U.A.P.), John Byrne (Die Fantastischen Vier), Mike Mignola (Hellboy) und Dave Gibbons (Watchmen) nahmen die Gelegenheit wahr, um sich im Universum der Filmmonster nach einem Design von H.R. Giger zu verewigen.

Bis auf die fast schon nostalgisch zu nennende Geschichte von John Byrne hat es alle anderen Szenarien in die Zukunft verschlagen. Es kann in diesem Band nur persönliche Favoriten geben, denn jede Geschichte für sich selbst genommen, kann begeistern und ist gemäß ihrer Länge für eine gehörige Portion Spannung gut.
Earth Angel ist wegen ihres nostalgischen Ausflugs in die goldenen Horror-40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts ein tolles Kleinod. Byrne zeigt die Bergung eines Außerirdischen aus seinem abgestürzten Raumschiff und hält sich nicht lange mit Erklärungsversuchen auf. Die Aliens sind da und gehen bald auf Jagd. Gemäß des ungeschriebenen Gesetzes, dass Aliens auch stets ein Stück ihres Aussehens aus ihrem Wirt beziehen, hat dieses ganz besondere Alien auch eine ungewöhnliche Stirnpartie. Der Außerirdische konnte sich leider nicht mehr sehr gut artikulieren, bevor das Alien-Jungtier seinen Brutkasten verließ. Damit nicht genug. Diese neue Alien-Gattung ist riesig im Vergleich zu ihren filmischen Vorbildern (von einer Königin einmal abgesehen). Sein Körperbau ist langgliedrig, spinnenhaft. Byrne lässt es aus der Deckung heraus angreifen, in einen plötzlichen Lichtstrahl getaucht, ganz so in der Art, wie der Leser es vielleicht einst in der ersten Verfilmung von Ridley Scott kennen lernte.

Erlösung ist für den Überlebenden der Absturzkatastrophe scheinbar in weite Ferne gerückt. Gibbons gönnt seinem Kämpfer gegen die Monster nicht einmal eine gewohnte Umgebung, sondern lässt ihn auf einem unwirtlichen Planeten stranden. Allein mit sich und seinem Glauben kommt er in Etappen hinter das Geheimnis dieses Absturzes. Mike Mignolas Bilder erschaffen eine fremdartige Welt in düsterem Schwarzweiß. Wie er seine Technik nutzt, um die Aliens in Szene zu setzen, hat schon Storyboard-Charakter. Drastisch führen die beiden Macher dem Leser die Erbarmungslosigkeit der Aliens vor Augen. Der Überfall der Aliens auf die ansässigen Ureinwohner ist blanker Horror, die abschließende Szene ist äußerst rasant – und sehr schlüssig. Gibbons und Mignola haben eine der rundesten Geschichten dieses Bandes geschrieben und gezeichnet.

Ebenso wenig wie die beiden Comic-Autoren so gönnt auch David Lloyd seinem Protagonisten in Glaskorridor nichts. Ein Killer hat keine Gnade zu erwarten. So gesehen, ist die Geschichte ein wenig vorhersehbar, aber dafür nicht weniger spannend, da man nicht erahnen kann, wie es passieren wird. Mit dieser Frage schafft es Lloyd, den Leser bis zum Ende zu fesseln – und er festigt mit dieser Geschichte einmal mehr seine Qualitäten als Schwarzweiß-Zeichner.

Einen puren Albtraum hat Guy Davis inszeniert, anders lässt es sich wirklich nicht nennen. Koloriert, wie in B.U.A.P., hat Davis einen vortrefflichen Stil gefunden. In Schwarzweiß und im direkten Vergleich zu Lloyd oder Mignola kann sein skizzenhafter Stil vielleicht nicht jedem Comic-Fan schnell gefallen. Hierbei muss jedoch beachtet werden, wie Davis seine Technik einsetzt und beinahe etwas von einer Gerichtszeichnung hat. Diese Momentaufnahmen des Horrors schaffen es auf ihre besondere Art eine besonders dichte Gruselatmosphäre aufzubauen.

Vier sehr unterschiedliche Geschichten, unter denen für jeden Horror- und SciFi-Fan etwas dabei sein dürfte. Fans der Aliens werden mit diesem Nachschub an spannenden Handlungen etwas weniger ungeduldig auf die nächste Verfilmung warten können. :-D

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Samstag, 28. Juli 2007

B.U.A.P. - Die Toten

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 12:39

B.U.A.P. 3 - Die TotenDie vergessene Höhle hinter einer Wand ist ein Fall für die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (B.U.A.P.). Roger, der Homunkulus, besitzt nicht die Geduld von Abe Sapien, der die Wand lieber etwas sanfter geöffnet hätte. Rogers Fausthieb reißt ein riesiges Loch in die Wand.
Wenig später steht die kleine Gruppe einem riesigen Skelett gegenüber. Zu aller Beruhigung scheint das Wesen, das dieses Relikt hinterlassen hat, seit langer Zeit verstorben zu sein. Johann, dessen ektoplasmische Erscheinung es ihm ermöglicht mit Toten zu kommunizieren, nimmt Kontakt zu dem Wesen auf. Die Kontaktaufnahme entpuppt sich als mittlere Katastrophe. Wie es sich sehr schnell herausstellt, ist das Wesen über seinen Tod alles andere als begeistert und würde sich mit Vorliebe rächen. Liz Sherman rettet mit ihrer Fähigkeit, Flammen zu kontrollieren, den Tag.

Die vergangenen Ereignisse der letzten Zeit können immer noch nicht zu den Akten gelegt werden. Die Froschplage zieht in den Vereinigten Staaten immer größere Kreise. Die B.U.A.P. ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Damit nicht genug. Abe setzt die Forschungen nach seiner Herkunft fort. Er war einmal ein ganz normaler Mensch – ein Mensch, der sich für seine Zeit mit recht außergewöhnlichen Interessen auseinandersetzte, aber immerhin ein Mensch. Eines Tages verschwand er und ward nie wieder gesehen. Voller Erstaunen erfährt Abe, dass er einst verheiratet war. Die Kenntnis um das schlimme Schicksal seiner einstigen Ehefrau komplettiert das Unglück, das er empfindet. Ob Froschplage oder nicht, Abe will mit seiner Vergangenheit abschließen und überlässt das Team sich selbst.

Derweil gibt es noch ganz andere Probleme. Die bisherige Zentrale ist für die B.U.A.P. viel zu klein geworden. Ein neuer Ort ist bald gefunden – auch ein neuer Führungsoffizier. Benjamin Daimio hat eine Todeserfahrung hinter sich. Sein militärischer Werdegang und seine Narbe, die ihm ein zombiehaftes Aussehen verleiht, tragen nicht zu einem guten Anfang in der Gruppe bei. Der Umzug in das neue Domizil begeistert zunächst alle. Die neue Zentrale in den Bergen von Colorado nimmt sich aus wie eine moderne Trutzburg. Niemand ahnt zu Beginn, dass sich tief in den Eingeweiden der Festung ein grauenhaftes Geheimnis verbirgt.
Während Abe seinen eigenen Dämonen begegnet, tritt der Rest der Gruppe gegen einen neuen Feind an, der dem Team alles abverlangt.

Die dritte Episode der Reihe B.U.A.P. mit dem Titel Die Toten wird von einem sehr guten Team gestaltet. Allen voran ist der Erfinder und Initiator Mike Mignola dabei. Als weiterer Autor kann John Arcudi überzeugen. Zeichner Guy Davis verleiht der Geschichte ein weiteres Mal gekonnt die Optik, während Kolorist Dave Stewart unter Beweis stellt, warum er zu den Besten seines Fachs zählt.

Nach Hellboy geht eine weitere Figur ihrer Vergangenheit nach und versucht zu ergründen, woher sie eigentlich stammt. Einen Ansatz dazu fand der Leser bereits in der zweiten Ausgabe der Reihe Die Froschplage. Hier vertieft Abe Sapien nun die gefundenen Spuren. Abe, der sich bisher durch großen Heldenmut und auch durch Besonnenheit hervorgetan hat, muss feststellen, welche Opfer er in seinem ersten Leben zurückgelassen hat. Für seine Art zu leben haben nicht nur er, sondern auch andere gebüßt – seine Frau hat wegen ihm ein elendes Schicksal zu erdulden. Abes Reise in ein ganz anderes Leben ist eine Geistergeschichte innerhalb des hauptsächlichen Erzählstranges.

Eine gute Geistergeschichte hat stets ein sehr englisches Ambiente. Dabei ist es vollkommen egal, seit wann ein Geist sein Unwesen treibt. Selbst ein amerikanischer Poltergeist kann nicht diesen wohligen Schauer erzeugen, der in der Atmosphäre ehrwürdiger Mauern entsteht, inmitten einer Wohnstatt, die heimelig anmutet und einer Bühnendekoration eines viktorianischen Theaterstücks ähnelt. So wird auch Abes Ausflug in die Vergangenheit zu einer Reise auf eine Bühne, wie sein eigenes Leben sie gestaltete.
Geister sind nicht nur aggressiv, sie verlocken ihre Opfer auch, vielleicht, weil sie nicht alleine sein wollen. Vielleicht, weil sie aus Bosheit ein Opfer in eine Falle locken wollen. Abe begegnet seiner damaligen Frau, die es niemals verwinden konnte, ihren Mann zu verlieren. Auf Abe wartet ein Leben ohne Furcht, ohne Horror. Ein ruhiges Leben an der Seite einer liebevollen Frau inmitten einer riesigen Bibliothek, die nur darauf wartet, zur eigenen Lehre genutzt zu werden.

Obwohl sich der Hauptteil der Geschichte mit einer ganz anderen Handlung beschäftigt und die Erzählung um Abe eher beiläufig stattfindet, weiß sie dennoch richtiggehend zu fesseln. Sicherlich ist sie gruselig, aber die Stimmung ist bei allem Grusel auch romantisch. Ihre Grundstimmung erinnert ein wenig an die Friedhofsgeschichte Wenn wir gestorben sind von Frédéric Boutet. Auch hier liegen Liebe und Tod eng beieinander. Mignola und Arcudi gelingt eine ungeheuer intensive und auch respektvoll erzählte Episode.

Freilich kommt auch die Action und das Rätsel nicht zu kurz. Ähnlich wie die deutschen Wissenschaftler, die im Zweiten Weltkrieg an der V2 arbeiteten, kommen auch andere Gelehrte diverser Fachgebiete nach dem Krieg in die USA. Einer davon ist jene Kreatur, die in einem verschütteten Teil der neuen B.U.A.P.-Festung, die letzten Jahrzehnte verbracht hat. Einmal mehr wird ein fehlgeleiteter Wissenschaftler zum Auslöser der tragischen Ereignisse.
Mignola und Arcudi nutzen die Gelegenheit, um Johann und den neuen Befehlshaber Daimio vorzustellen. Johann zeigt, wozu er imstande ist und mit welcher Zielstrebigkeit er zum Wohle seiner Gefährten ans Werk gehen kann. Johann ist ein rechtes Meisterstück. Er ist eine Figur ohne Mimik – wie auch, ohne Gesicht? So haben Mignola und Arcudi auf sehr gelungene Art andere Möglichkeiten gefunden, Johanns Gefühlsleben auszudrücken und handele es sich dabei nur um die wiederentdeckte Erfahrung des Schwitzens.

Guy Davis, Zeichner des vorliegenden Bandes, und Dave Stewart, der Kolorist, bilden ein hervorragendes Team. Wie Guy Davis selber bemerkt, geht Stewarts Kolorierung eine Einheit mit Davis’ sehr grober Tuscheführung ein. Sicher wird Davis’ Zeichenstil nicht jedem Fan gefallen. So manchem wird er vielleicht zu einfach, zu schlicht sein. Doch wie es sich an vielen Beispielen zeigt, müssen Zeichenstil und Geschichte auch zueinander passen. Die Gruselszenerie und dieser zeitungshafte Skizzenstil verschmelzen regelrecht. Ohne Zweifel hat Davis einen höchst eigenen Stil, kann mit diesem aber auch trefflich das grafische Erbe Mignolas antreten.

Eine höchst spannende dritte Folge, in der sich Johann dem Leser einmal so richtig präsentieren und seine Fähigkeiten vorführen darf. Die beiden Teams, für den Text Mignola und Arcudi, für die Bilder Davis und Stewart, haben ein sehr dichtes Werk geschaffen, das wie aus einem Guss wirkt. Perfekter Action-Grusel! :-D

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Montag, 05. Februar 2007

Hellboy - Saat der Zerstörung

Abgelegt unter: Mystery, Abenteuer — Michael um 20:54

Hellboy 1 - Saat der Zerstörung1944. Auf einer schottischen Insel inmitten eines uralten Steinkreises will ein Magier ein Tor öffnen. Die Deutschen an seiner Seite hoffen auf das versprochene Wunder. – Aber es geschieht nichts? Ein Irrtum.
An anderer Stelle ist etwas durch ein Portal auf die Erde gelangt. Ein kleiner Junge mit knallroter Haut – und Hörnern, einem Schwanz und einer steinernen Hand. Hellboy ist das.

In den folgenden Jahren wird Hellboy von Trevor Bruttenholm aufgezogen. Aus dem kleinen Jungen wird ein paranormaler Ermittler, wohl der beste, den es jemals gegeben hat. Alles könnte wundervoll sein – jedenfalls nach den Maßstäben von Hellboy, der nicht allzu anspruchsvoll ist – da kehrt Bruttenholm von einer Expedition zurück. Etwas Finsteres wurde in den eisigen Höhen erweckt und nicht nur das. Bruttenholm kehrte als einziger Expeditionsteilnehmer zurück und nicht allein. Plötzlich sind Frösche da, mannsgroße Frösche. Von da ab hat Hellboy alle Hände voll zu tun.
Denn das Projekt Ragnarök, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs von den Nazis initiiert, endete nicht mit dem vermeintlichen Fehlschlag auf der schottischen Insel. Die Helfer des unbekannten Magiers sind immer noch aktiv und führen den Plan ihres Meisters fort.

Die Spur führt für Hellboy und seine Kollegen zum Anwesen der Cavendishs, der Familie, die maßgeblich an der Finanzierung der Expedition beteiligt war. Über dem Haus schwebt ein böser Geist. Während Hellboy sich mit weiteren Froschmonstern auseinander setzen muss, stellt sich sein Begleiter Abe Sapien auf seine ganz spezielle Weise den Gefahren. Der amphibische Mensch taucht in die Katakomben des Anwesens auf Spurensuche hinab.
Für Hellboy nähert sich eine Vorhersage ihrer Erfüllung – aber der Ermittler hatte schon immer ein Problem mit Autoritäten und mit solchen, die ihn für ihre Zwecke missbrauchen wollen.

Mit dem Auftakt von Hellboy – Saat der Zerstörung säte Mike Mignola auch seinen ganz persönlichen Ruhm und legte den Grundstein für eine zunächst kleine und inzwischen stetig wachsende Comic-Legende. Seine an feinen Holzschnitt erinnernden Bilder schafften es, den milden bis heftigen Grusel von Hellboys Abenteuern perfekt zu unterstreichen. Beinahe erhielten sie so einen halb dokumentarischen Charakter, eine amerikanische Grusellegende, wie sie nur aus englischen Geistergeschichten her bekannt ist.

Mignola verwendet in seinem Auftakt Altbekanntes und eigene Einflüsse. Es entsteht ein Grusel-Mix aus detektivischer Arbeit, Action und einer Prise Geheimnis. Diese anfänglich schwer durchschaubaren Handlungsstränge verdichten sich von Seite zu Seite – oder auch nicht. Mignola legt sehr früh Fährten aus. Frösche sind zu einer alarmierenden Besonderheit im Hellboy-Universum geworden. Abe Sapiens Vergangenheit und seine Fähigkeiten sind ein wichtiger inhaltlicher Kern im Spin-Off B.U.A.P.. Vergangenheit ist Mignola sehr wichtig. Jede Figur scheint von Beginn an sehr ausgereift zu sein und eine sehr tiefgehende Hintergrundgeschichte zu besitzen. Selbstverständlich vergisst Mignola auch seinen eigentlichen Helden nicht, denn seine Hintergrundgeschichte ist der Auslöser des ganzen Abenteuers.

Mittels faszinierender Schattenrisse und düsterer Kompositionen erschafft Mignola eine schwarzweiße Welt, die doch bunte und graue Töne zu besitzen scheint. Ist man als Leser einmal von der Geschichte gefangen, vergrößern sich die Bilder und es entstehen Farben vor dem inneren Auge.
Wie auch die Geschichte selbst, gewinnen die Bilder eine enorme Eigendynamik. Unglaublich gelungen ist die Darstellung von Geschwindigkeit. Es muss sich immer vor Augen geführt werden, dass nur schwarze und weiße Flächen zur Verfügung stehen und auch, wie man es aus Mangas her kennen mag, keine grauen Flächen durch Raster eingezogen werden.

Wie der Anhang auch zeigt, ist weder der Zeichenstil, geschaffen für Hellboy, noch der Hauptcharakter von Jetzt auf Gleich entstanden. Hellboy hat eine Entwicklung durchgemacht, wurde vereinfacht und doch mit einer höchstmöglichen Unverwechselbarkeit versehen.
Schön ist es, wenn Mignola sich kleine Seiteneinschübe erlaubt. So ist der Ausflug auf die Brücke eines Raumschiffes interessant, der während der potentiellen Erweckung der alten Götter stattfindet. – Schade, dass es hiervon nicht mehr zu lesen gibt. Ein Ausflug von Mignola ins All könnte bestimmt viele neue Ideen bringen. (Immerhin hat er auch an Comic-Umsetzungen der Aliens gearbeitet. Ein solcher Ausflug wäre also kein Novum.)
Mignolas Humor in der kleinen Geschichte am Ende des Bandes bildet einen gelungen Abschluss dieses innovativen Comic-Auftakts. Hellboy tritt gegen Anubis an. Wie dies geschieht, sollte jeder interessierte Grusel-Fan selber lesen, denn mehr darüber zu berichten, hieße, zuviel vorweg zu nehmen.

Ein neuer Weg innerhalb des Grusel-Comics und der Comics allgemein. Ein toller Auftakt, geheimnisvoll, spannend von Anfang bis Ende. Oder auch mit einem Wort: Cool. :-D

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