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Comic Blog


Samstag, 07. Juni 2008

R.I.P.D.

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 18:25

R.I.P.D.Der Dämon, ganz in Rosa, macht es nicht mehr lange. Er weiß es nur noch nicht. Sheriff Roy Powell macht seinen Job seit Jahrzehnten. Ihm macht keiner mehr was vor. Und so einer schon gar nicht. Wenig später ist Powell um einen Abschuss reicher und um einen Partner ärmer.
Powell konnte es nicht verhindern. Aber zum Trauern bleibt in diesem Police Department keine Zeit. Wer hier arbeitet, ist bereits tot. Herzlich willkommen im R.I.P.D.. Sie wollen eine Chance und ihren eigenen Mörder fassen? Gut, aber dafür schenken Sie uns bitte einhundert Jahre Ihrer jenseitigen Zeit. Und sagen Sie bitte hinterher nicht, Sie hätten das Kleingedruckte nicht gelesen.

Sie haben das Recht, tot zu bleiben.
Nicholas Cruz bleibt nicht sehr viel Zeit, sich auf seine neue Situation einzustellen. An der Seite seines neuen Partners Powell, der froh ist, endlich an seinem letzten Fall arbeiten zu können, fördert ein Besuch in Cruz’ alter Wohnung sofort ein Problem zutage. Denn die Mom hat ein Baby und einen Ehemann, die aus den Besuchern gerne Hackfleisch oder Kleinholz machen würden. Oder beides.

R.I.P.D., die Polizeistation, in der die Toten ihren Dienst leisten und Hellraiser jagen, jene, die glaubten, sie könnten auf der Erde ihr Unwesen treiben. Die Grundkonstellation der von Peter M. Lenkov geschriebenen Geschichte erinnert an Geheimorganisationen, wie der Leser sie von den M.I.B. (Men In Black) oder Special Unit 2 (Die Monsterjäger) her kennt. Letztere kommen dem Thema im vorliegenden Band schon recht nahe und sind in den USA ungefähr zeitgleich entstanden.

Im grafisch ähnlichen Stil eines Humberto Ramos und dem Spaß der erwähnten Filme zeichnet Lucas Marangon den Leser geradewegs in ein Abenteuer, das weitere bekannte Details aufgreift, neu mischt und mit eigenen Ideen würzt. Die Zeichnungen mögen mitunter sehr funny sein, der Inhalt weiß auch durchaus mit dem so genannten Splatter-Genre zu spielen.
Wer glaubt, es sei alles ganz harmlos angesichts der putzigen Monster, der täuscht sich.

Mit Speck ist ein Dämon in die Handlung integriert, der äußerlich an einen Gremlin erinnert und auch ähnlich brutal zu Werke gehen kann, wenn ihm danach ist – meistens ist ihm danach. Durch widrige Umstände gelangt er an das Schwert des Erzengels Michael, die einzige Waffe, die dem Fürsten der Unterwelt gefährlich werden kann. Als Speck die Waffe in die Hände, Klauen oder Spinnenfinger bekommt, muss er sie natürlich direkt ausprobieren. Der Priester, der den Fundort verriet, lebt nicht mehr lange. Die Besucher eines Gottesdienst nur unwesentlich länger. Lucas Marangon legt über die Szene den Schleier des Schattenrisses, den Rest kann sich der Leser anhand der Lautmalereien selber zusammenreimen.

R.I.P.D. spart auch nicht mit Anspielungen. Die beiden Cops aus dem Department, die sich mit der Ladehemmung einer Waffe beschäftigen, Cat und Cochise, könnten mit ihren trendigen 80er Jahre Klamotten eine Comic-Kopie der allseits bekannten Sonny Crockett und Rico Tubbs sein.
Der Teufel, gegen den der kleine Dämon Speck im Verlauf antreten wird, könnte eine gestalterische Verbeugung vor Legende sein, des kleinen Märchenepos von Ridley Scott. Andere könnten in dieser optischen Aufbereitung den nicht weniger legendären Dungeon Keeper aus dem gleichnamigen Spiel wiederentdecken.

Die Höllenbeschreibung nimmt auch ein wenig die göttliche Komödie von Dante auf den Arm. Nicht nur, dass wir Cerberus, den Höllenhund als dreiköpfige Riesenbulldogge treffen, auch der Minotaurus, ein weiterer Wächter der Hölle, stellt sich den Beamten des R.I.P.D. entgegen.
Selbst, wer all die Parallelen nicht herstellen kann, wird seinen Spaß an der schnellen Handlung haben, die keine Anlehnung leugnet und einfach nur einen Heidenspaß machen will, denn schließlich endet hier jeder getötete Dämon in einer grünen Slime-Lache.

Ein wenig cartoony, ein wenig funny, ein wenig Mystery. Von der Straße ab in die Hölle. Wer in einer ziemlich Höllenjägerarmen Zeit Abwechslung benötigt, kann sich dieses besondere Police Department gönnen. :-)

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Montag, 27. August 2007

Star Wars - Tag & Bink - Krawall im All

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 20:35

Star Wars - Tag & Bink - Krawall im AllEs war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Dies sind die Abenteuer der beiden größten Pechvögel und Glückskinder, die das All jemals gesehen hat. Ihre Namen: Tag Greenley und Bink Otauna.
Es beginnt auf einem Rebellenkreuzer, der von einem Sternzerstörer durch den Orbit eines Wüstenplaneten namens Tatooine gejagt wird. Tag und Bink halten nichts vom Heldentod und setzen sich ab. Wie sehr die falsche Bekleidung schaden kann, haben sie nicht nur durch die Uniform der Rebellen erfahren.

Der Sturmtruppenpanzer gewährt zwar Schutz vor Entdeckung, leider landen die beiden an Bord einer großen Kampfstation namens Todesstern. Als sie sich zur Flucht entschließen, nachdem Alderan zerstört ist, wird ihr Funk durch einen schrottreifen Transporter gestört. Ein Missverständnis führt dazu, dass Tag wieder zum Todesstern zurückfliegt – zu der Station, die Han Solo wenige Momente noch für einen kleinen Mond gehalten hat.

Damit nicht genug. Nach einiger Zeit treffen die beiden Undercover-Rebellen in einem gestohlenen imperialen Shuttle auf Bespin. Lando, der ihnen noch einen Gefallen schuldet, wäre sie gern sehr schnell wieder los. Doch daraus wird nichts. Und so stürzen sie die Gasminensiedlung in ein Chaos, das dem Leser allzu bekannt vorkommt.

Tag & Bink – Krawall im All ist zweifellos eine Geschichte für Fans. Wer die Filme nicht kennt (am besten in- und auswendig), wird höchstens nur die Hälfte des Spaßes haben. Alle anderen, die Fans also, können sich darüber kringeln, wenn sie erfahren, wie Tag & Bink in den Krieg der Sterne eingegriffen haben – ohne, dass wir bisher davon wussten.

Nun, es war einmal weit, weit entfernt auf der anderen Seite des großen Teiches. Kevin Rubio und Lucas Marangon machten sich daran das Star Wars-Universum umzukrempeln. Fans konnten bereits vor langer, langer Zeit in der Kurzgeschichte Ein Todesstern wird geboren den Humor der beiden Macher genießen – sofern sie zu der Gruppe Fans gehören, die einen respektvollen Humor des Themas gutheißen (Star Wars Special 9). Waren es dort Vader und Tarkin, die einander das Leben schwer machten, sind es hier die Rebellen Tag Greenley und Bink Otauna, die als Duo trottelig und mit ungeheuer viel Glück durch den Krieg der Sterne stolpern.

Dabei treten sie sehr vielen bekannteren Charakteren auf die Füße. Einen vorzüglichen Vorgeschmack darauf liefert das innen abgedruckte Tag & Bink-Cover, auf dem wirklich alles, was im Star Wars-Universum Rang und Namen hat, hinter den beiden her zu sein scheint. Nicht nur Han, Luke, Leia, Chewie & Co. sind dabei. Neben Jango und Boba Fett ist ihnen sogar der Schöpfer höchstpersönlich auf den Fersen: George Lucas.
Das Besondere an diesen Geschichten ist es, wie fein die Erlebnisse der beiden in die Original-Ereignisse eingearbeitet sind, ohne dass es zur Störungen in der Macht – Verzeihung, Störungen in der Handlung kommt.

Kevin Rubio hat einen tollen Humor. So erfahren wir auch, wie Bubu, Verzeihung, Boba Fett den Schlund des Sarlacc überleben konnte. Wir erfahren, wie schwer Boba ihnen das Leben gemacht hat und wie es um Bubus Liebesleben bestellt ist. Dank der zeichnerischen Künste von Lucas Marangon geraten die Abenteuer derart knuffig, dass es sich darüber schon trefflich schmunzeln lässt. In der abschließenden Sequenz der alten Trilogie, genauer in der Rückkehr der Jedi-Ritter halten Tag & Bink im Rot der Leibwache des Imperators Wache im Thronsaal. Zuvor hatten sie bereits die Ehre im Geleitzug des Herrschers dabei zu sein. – Wer hier genau hinschaut, wird auch zwei alte Zylonen unter der Begleitung erkennen.
Als der Imperator sich mit Vader und Luke befasst, entlässt er seine Wachen. Diese gehen um den Röhrenaufzug herum und verschwinden – aber auf der anderen Seite ist kein Einstieg. Tag & Bink, die diesen Moment eigentlich zur Flucht nutzen wollten, schauen ganz schön blöd aus der Wäsche, müssen sie doch bald ein Feuerwerk von Sith-Blitzen miterleben.

Wer miterlebt hat, wie die alte Trilogie als Grundlage einer kleinen Komödie genutzt wurde, wird sich vorstellen können, dass Rubio auch vor dem neuen Szenario keinen Halt macht. Da technisch in der Vergangenheit angesiedelt, greift er auf einen Trick zurück. Die beiden werden ganz einfach neu geboren!
Als in der Macht begabte Kinder kehren sie zurück und stellen als Padawane die neu entstandenen Episoden auf den Kopf. Kein Wunder, dass Obi Wan einen Planeten in den Archiven der Jedi nicht finden kann, wenn Tag & Bink ihn versehentlich gelöscht haben.

Knuffigste Zeichnungen, feiner Humor an der Grenze zum Slapstick, besonders zu empfehlen für Star Wars-Fans, für alle anderen mag es nur eine Science Fiction Komödie sein. :-D

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Dienstag, 27. Februar 2007

Star Wars 60

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 21:04

Star Wars 60Das Imperium greift an. Von allen Seiten stürmen die imperialen Raumschiffe auf die Rebellenflotte ein. Während die Auseinandersetzungen im All immer heftiger werden, erreicht in einem der Schiffe eine Tragödie ihren Höhenpunkt.
Tank, Lukes alter Freund, ein Mann, der vor kurzem noch dem Imperium diente, hat sich wieder gegen Skywalker gestellt. Leia liegt schwer verletzt zwischen den Trümmern. Nur Tanks Gnade kann ihr das Leben retten, wenn er Luke gestattet, sie zu bergen.
Gemeinsam treten sie den Weg zu einem Rettungsboot an. Aus den einstigen Freunden sind Feinde geworden. Inzwischen ist Luke bereit, alles zu tun, was Leias Leben retten wird. Auch auf die Gefahr hin, dabei sein eigenes Leben zu verlieren.

Wedge Antilles hatte immer Glück. Er hatte Glück während des Angriffs auf den ersten Todesstern. Er hatte Glück, als die Rebellen den zweiten Todesstern zerstörten. Er überlebte Bruchlandungen, die für andere fatal gewesen wären. Nur ein einziges Mal hasste er sich dafür, derartig viel Glück zu haben.

Der Krieg ist für alle schrecklich. Jene, die ihn überleben, müssen mit dem fertig werden, was sie gesehen haben und was ihnen widerfahren ist. Doch was ist, wenn Überlebende vergessen werden?
Auf dem Waldmond Endor ist seit der Zerstörung des Todessterns wieder Ruhe eingekehrt. Aber nicht alle Überlebenden der Schlacht gehören auch hierhin. Ein imperialer Scout und ein Rebell sind zurückgeblieben. Man hat sie ganz einfach vergessen.

Drei vollkommen unterschiedliche Geschichten bietet die 60. Ausgabe der Star Wars Reihe in Deutschland. Den Auftakt bildet das Finale der Rebellion-Geschichte. Dieser Abschluss wird von Autor Rob Williams hochdramatisch erzählt. Weniger ausschweifend, dafür recht traurig, ist die Geschichte über das Glückskind Wedge Antilles, die ebenfalls von Williams stammt.
Den Abschluss des Bandes bildet Gestrandet von Lucas Marangon, der in Personalunion gleich die Posten von Autor, Zeichner und Kolorist übernommen hat.

Rob Williams hat mit der Geschichte über Tank, Janek Sunber, sich des Themas des imperialen Überläufers angenommen. Wie jeder Star Wars Fan weiß, rekrutieren sich viele Angehörige der Rebellion aus den Reihen der Imperialen. Sunber ist ein Einzelfall, der eindrucksvoll tragisch und höchst spannend geschrieben ist. Der ehemalige imperiale Offizier zeichnete sich bereits durch Tapferkeit im Feld aus. Er hat in anderen Geschichten gezeigt, dass er einen eigenen Ehrbegriff entwickelt hat und die vom Ehrgeiz zerfressene Arroganz und Dummheit anderer Offiziere nicht ausstehen kann. Er tritt sogar gegen die Misshandlung von Sklaven ein.
Sunber erlebt in seiner Karriere genügend Beispiele, die ihn zur Rebellion bewegen könnten. Allerdings ist der Grund, warum er schließlich den Ausstieg wählt eher unfreiwillig, denn er wird hereingelegt. Auch kann er seinem alten Freund Skywalker den Verrat nicht verzeihen.

Zeichner Brandon Badeaux schafft es mit seinen Bildern, den Hass, den Sunber empfindet, furchtbar gut zu Papier zu bringen. Die aufgerissenen Augen und der schreiende Mund wirken fast wie eine gezeichnete Regieanweisung. Der Hass entlädt sich schließlich in einer mörderischen Schlägerei.
Der Schluss ist wirklich eine Achterbahnfahrt aus Szene und Gefühl geworden. Perfekt, es könnte in einem Film nicht besser funktionieren.

Gleich darauf widmet sich Rob Williams einem anderen Helden der Rebellion. Wir begleiten Wedge Antilles, eine der Hauptfiguren der X-Wing-Romanreihe, in dessen Vergangenheit und erleben, wie er zur Rebellion kam.
Williams untermauert seine Fähigkeiten im Fach der Kurzgeschichte, bezeugt dies aber mit einem weiteren traurigen Schluss.

Humorvoller ist die Geschichte von Lucas Marangon. Zwei Überlebende des Krieges, im Kampf jeweils auf der anderen Seite stehend, müssen sich nun, nachdem sie zurückgelassen wurden, miteinander arrangieren.
Stilistisch verfolgt Marangon eine Zeichentrickvariante: einfache klare Outlines, einfache Schattierungen, aber immer äußerst exakt gezeichnet. Auch seine Art des Erzählens macht Spaß. Die Geschichte bietet einen versöhnlichen Abschluss des vorliegenden Bandes, nicht so tragisch, sondern hoffnungsvoll.

Eine tolle Geschichtenmischung aus drei guten Beispielen aus dem Star Wars Universum. Wegen ihrer Allgemeingültigkeit auch empfehlenswert für Nichtkenner von Lucas’ Universum.

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