Donnerstag, 28. Februar 2008
Der Übernahmeversuch ist ein Fehler. Irgendwie kann Largo dieses Gefühl nicht loswerden. Sicherlich sind seine Manager sehr zuversichtlich, doch die Maßnahme wirkt zu aggressiv und – viel zu leicht. Etwas stimmt hier nicht.
Sein erster Weg führt Largo in die Schweiz. Dort muss er gemäß der Anweisungen seiner Manager eine gewisse Geldmenge in Aktien abholen, da diese als Grundlage der Übernahme dienen. Alles läuft glatt, zu glatt. Wie Largos Pilot feststellt, scheint der junge Milliardär sogar in seinem Element zu sein. Largo ist nicht sicher, ob das stimmt. Vielleicht solle er, so sein Schluss, einen Psychoanalytiker aufsuchen, wie alle Amerikaner.
Die Uhr tickt, als die Übernahme in ihre letzte Phase geht. Das Geld liegt bereit. Die Manager um Largo sind bereits in Feierlaune, die Champagnerkorken knallen, als ein kleiner Mann das Büro von Largo betritt, schwarz bekleidet und ohne jeglichen Humor ausgestattet. Mr. Winter hat nur an einem Spaß: Reichen Leuten, die ihr Geld nicht versteuern wollen, nachzujagen und diese zur Strecke zu bringen.
Mr. Winter hat einen genauen Betrag ausgerechnet, den er Largo als Erbschaftssteuer anlastet. Für Largo ist das ein großer Spaß. Offiziell wird sein Geld von einer Stiftung verwaltet. Er selbst besitzt keines – falsch gedacht.
Denn Mr. Winter hat genau den Moment abgepasst, als Largo für einen einzigen Tag eine Milliarde Dollar auf einem Konto einer amerikanischen Bank liegen hat, um die Übernahme in die Wege zu leiten.
Von einem Moment auf den anderen steht Largo vor der sehr großen Wahrscheinlichkeit, alles, was er besitzt, innerhalb von Stunden zu verlieren. Man hat nicht nur ihn, man hat alle um ihn herum hereingelegt.
Aber wer? Und wie?
Business Blues, eine weltweit gespielte Melodie. Mal gewinnt man, an verliert man. Im Falle Largos geht es dabei nicht nur um Alles oder Nichts, es geht um ein Imperium. Plötzlich sind Largos alte Qualitäten wieder gefragt. Improvisation, Mut und gute Freunde, die in den höchsten Höhen der Hochfinanz nicht zu finden sind. Wer es in New York schafft, schafft es überall und Largo ist nicht gewillt, sich von der Stadt und ihrer Wall Street unterkriegen zu lassen.
Die mit Der Coup begonnene Geschichte geht in die zweite und letzte Runde. Nach einem gelungenen Aufbau sind nun alle Spieler platziert, alle Fäden gesponnen und ein von Jean van Hamme sorgfältig geplanter Endspurt nimmt seinen Lauf.
Als Leser konnte man bisher gut merken, wie fehl am Platz Largo Winch inmitten dieser ganzen Finanzdetails und Transaktionen eigentlich war. Gerne flüchtete er sich in Empfänge oder andere Aktivitäten, um dieser trockenen Materie, die für noch trockenere Männer gemacht zu sein scheint, zu entkommen. Largo ist nicht dumm, aber er wurde nicht für, noch wurde er in diese Welt in der Welt hineingeboren.
Mit der Katastrophe erhält er auf einmal eine ganz reale Aufgabe. Geld beschaffen, viel Geld, eine Aufgabe lösen, das ist sein Metier. Zwar fehlt ihm nicht das Verständnis für die Hochfinanz, doch Winkelzüge, wie er sie hier kennen lernt, mit dem sprichwörtlichen Lächeln auf den Lippen und dem gezogenen Dolch hinter dem Rücken, sind für den jungen Mann fremdes Terrain. Largo ist eher geradeheraus, ein Charakterzug, der ihn sogar für seine Feinde sympathisch macht.
Nicht für alle, das versteht sich von selbst. Denn für jene, die nur mit Geld jonglieren, ist es leichter, sich mit Largo anzufreunden, als mit jenen, die nach seinem Leben trachten.
Die Geschichten um Largo Winch sind ein wenig gewürzt mit Harold Robbins oder Paul Erdman. Sex, Crime und Geld können eine stimmige Grundlage für Abenteuer und Thriller liefern. Jean van Hamme gehört zu den Autoren, die daraus eine sehr gute Mixtur erstellen können und ihr Handwerk als Erzähler verstehen.
Die Handlung hinter der Handlung wird nicht vergessen, kleine Einschübe, hier exemplarisch das Hadern mit dem eigenen Auftrag, der Rifka, genauer gesagt Melanie (wie Largo sie namentlich kennt), mit dem jungen Milliardär bekannt machte.
Auch Liebe, die echte, wird nicht vergessen und sorgt für das wichtige Drama, denn letztlich kann Largo gewinnen, aber er kann nicht alles gewinnen.
Und so verschließt sich Jean van Hamme auch dem vollkommenen Happy End, versucht realistisch zu bleiben, zwingt den Leser zum Mitleiden.
Philippe Franqc kann hier ein ums andere Mal starren Bildern temporeiche Szenen entgegensetzen. In der Innenausstattung setzt er auf Einzelheiten, wie auch elegante Ausstattungen, von denen er dank der Vorgabe von Van Hamme auch viele zum Einsatz bringen kann. Beispielhaft ist das Schloss, mitten in Amerika, vom Besitzer der Fenico Gesellschaft erworben worden, so steht es nun inmitten eines nachgebildeten Schlossgrabens. Francq kann sich mit solchen Bildern ebenso erfolgreich beweisen wie mit Bildern von Verfolgungsjagden durch das nächtliche New York oder Mordszenen im Central Park.
Es ist die grafische Vielfalt, die diese Fortsetzung ausmacht. Die verschiedenen Schauplätze fesseln den Leser optisch. Schloss bei Tag und Nacht, wilde Aktionen in überfüllten Straßen und Schlossgängen, Fahrzeuge wie Motorräder, Automobile und Hubschrauber begleitet der Leser auf rasanten Kamerafahrten wie in einem Kinofilm.
Eine sehr gute Fortsetzung und ein sehr guter, spannender Abschluss, den der Leser hier an der Seite von Largo Winch erleben darf. Ein Thriller, eine Liebesgeschichte und ein Drama finden ihr Ende mit einem Hauptcharakter, der auf sehr gelungene Weise mitfühlen lässt. Ungeheuer geschickt nimmt Van Hamme die Leser mit auf einen gefährlichen Hindernislauf bis hin zu einem packenden Showdown.
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Stichwörter: philippe francq, jean van hamme, largo winch
Donnerstag, 07. Februar 2008
Inzwischen kann der interessierte Comic-Leser sich den Film-Trailer zu Largo Winch online anschauen. Der Filmstart ist für Dezember 2008 vorgesehen. Die Geschichte um den jungen Mann, der unversehens der Erbe eines Milliardendollarkonzerns wird, ist als Comic bei uns, wie auch als Romanreihe in Frankreich, ein Erfolg. Abenteuer, Thriller, Intrigen, Agenten, Börsengeschäfte, schöne Frauen, Largo Winch hat alles, was modernes französisches Kino zu bieten hat und wird, wenn man dem Trailer glauben darf, der Comic-Serie gerecht.
Links: Largo Winch Trailer, Largo Winch - Die Homepage zum Film
Stichwörter: largo winch
Donnerstag, 06. September 2007
Unter http://www.luckyluke-lefilm.com/ sind die Teaser zum neuen Lücky Lük - Verzeihung, Lucky Luke Zeichentrickfilm zu bestaunen, der am 5. Dezember 2007 bei unseren französischen Nachbarn startet. Wenn alles gut läuft, kommt er nächstes Jahr vielleicht auch zu uns in die Kinos. Die Vorschau ist jedenfalls ziemlich gelungen. (Sehr schön, wie Luckys Schatten seinen Hut zertrampelt, weil er schon wieder zu langsam war.
)
Außerdem können sich Fans der Serie Largo Winch unter http://www.largowinch-lefilm.com/dotclear/index.php über die Dreharbeiten der Comic- (und Roman-)Verfilmung informieren. Hier erwartet uns ein Realfilm, der einiges leisten muss, will er auf gleicher Augenhöhe mit den tollen Comic-Thrillern rangieren.
Danke für die Tipps und Hinweise an Martin!
Stichwörter: lucky luke, largo winch
Samstag, 30. Juni 2007
Largo ist in Asien angekommen. Schnell wird deutlich, dass die Befreiung seines Freundes Simon besondere Maßnahmen erfordert. Largo nimmt Kontakt zu einem Nachtclubbesitzer auf, der ein ungewöhnliches Treffen für ihn arrangieren soll. Largo braucht die Hilfe der Triaden.
Im Tempel der himmlischen Glückseligkeit kommt es wenig später in dunkler Nacht zu einer Begegnung, die für Largo schicksalhaft sein wird. Der Mann, der Largo droht, ihn bei der geringsten unstimmigen Antwort zu töten, sieht zwar aus wie ein Mönch, aber seine Autorität begründet sich auf einer hohen Stellung in einer anderen Organisation. Largo gibt preis, woher er das Kennwort der Triaden kennt. Vor vielen Jahren hatte er das Glück, einem Angehörigen der Triaden das Leben zu retten. Largo weiß, dass das Einfordern eines Gefallens einen sehr hohen Preis fordern wird. Sein Gegenüber lässt keinen Zweifel daran, dass der Zahltag kommen wird.
Eines Tages - in sechs Monaten, zehn Jahren, vierzig Jahren – wird ein Mann aus meinem Volk zu Ihnen kommen und Sie an die drei Augen der Hüter des Tao erinnern. Und dann werden Sie gehorchen, wo immer Sie sich befinden oder wer Sie geworden sind. Blind und ohne Fragen zu stellen. Das ist der Preis für unsere Hilfe.
Largo findet sich mit dieser Situation ab und stimmt zu. Sein Freund Simon bereitet sich gerade auf seine Hinrichtung vor. Da die Weltöffentlichkeit in Form der Presse zu diesem Ereignis eingeladen ist, will man sich im ehemaligen Birma nicht vorwerfen lassen, man gebe auf seine Gefangenen nicht Acht. So kommt Simon Stunden vorher in den Genuss von ausgesuchter Körperpflege in Form von einigen attraktiven Körperpflegerinnen. Sauber und mit frischer Kleidung ausstaffiert macht sich Simon zusammen mit den anderen Delinquenten auf den Weg zum Richtplatz.
Derweil haben Largos neue Freunde ihr Wort gehalten. Ein ausgeklügelter, aber waghalsiger Plan nimmt Gestalt an. Das Befreiungskommando ist im Anflug auf die Festung Makiling.
Die Fortsetzung des ersten Teils (Makiling) reißt den Leser gleich von Beginn an mit. Die Tiger haben sich auf den Weg gemacht, um ihre Freunde zu befreien. Eine Geschichte in bester Söldner-Manier breitet sich vor dem Leser aus. Die Befreiungsaktion, in anderen Geschichten gerade einmal der Höhepunkt, ist hier der Start zu einer dramatischen Flucht voller gefährlicher Ereignisse.
Die Flucht führt querfeldein. Der Helikopter, der zur Flucht eingesetzt wurde, wird schnell zu einem zu auffälligen Element der Flüchtigen. Zeichner Philippe Francq setzt die Flucht und die Flugmanöver mit dem besten Auge eines Kameramanns um. Als Leser ist man hautnah dabei. Wie auf einer Kinoleinwand rast das Luftfahrzeug durch die Canyons. Weniger halsbrecherisch, dafür mit mehr Abenteueratmosphäre durchzogen, schildert sich die weitere Flucht durch das beinahe undurchdringliche Grün des Dschungels und über weite grüne Ebenen und Felder. Die Fremdartigkeit des Landes, der Landschaft, der Kultur wie auch der Menschen und ihrer Lebenssituation macht aus dieser Flucht einen Ausflug in eine andere Welt. Autor Jean van Hamme nutzt die Gelegenheit aber auch für eine amouröse Entwicklung.
Largo ist ein Frauentyp. Diese Zutat zieht sich durch viele Thriller, ist beinahe unverzichtbar. Aber er ist nicht unersättlich, wie es den Anschein bei seinem Freund Simon hat, der sich eher in Schwierigkeiten bringt. Malunai, die Freiheitskämpferin, ist bereit, ihre Jungfräulichkeit ihrer Dankbarkeit zu opfern und Largo mit einer gemeinsamen Nacht zu belohnen. Er lehnt ab – und macht sich damit für sie noch interessanter. Largo Winch ist ein Charakter, der für seine Freunde bis zur Selbstaufgabe alles Mögliche unternimmt. Die zeitweiligen Rückblicke in seine Sturm- und Drangzeit zeigen aber auch, wie erwachsen Largo mit seinem großen Erbe geworden ist. Sicherlich benimmt er sich nicht, wie der Herr über ein Wirtschaftsimperium sich benehmen sollte, aber auf seine Art übernimmt er vermutlich noch viel mehr Verantwortung.
Mit Largo Winch ist van Hamme eine Figur gelungen, die auf Augenhöhe mit Haudegen wie Andy Morgan, Dan Cooper oder Bruno Brazil. Zwar altern Comic-Figuren nicht so schnell wie der normale Mensch, aber seine Jugend lässt auch noch auf viele Abenteuer hoffen, die sich in seinen späteren Jahren abspielen werden.
Der Aufbau des Abenteuers ist durchaus filmisch zu nennen. Zwangsläufig überlegt man dank der schönen Umsetzung durch Francq, wer denn für eine Verfilmung in Frage käme. Einer, der in der gezeichneten Version schon einem bekannten Schauspieler nahe kommt, ist der Bildreporter French. Gene Hackman würde in dieser Rolle sicherlich brillieren. Eine Verfilmung für die Kinoleinwand von Largo Winch ist nicht weit hergeholt, denn schließlich hat es einen Ausflug ins Fernsehen gegeben.
Unter dem vorangestellten Motto von Albert Camus Das Ziel rechtfertigt die Mittel, aber wer rechtfertigt die Ziele? lässt sich tatsächlich die Leitschnur beschreiben, die sich durch den gesamten Band zieht. Jeder Akteur verfolgt seine eigenen Ziele und nicht jedes ist edel, nicht einmal das eines Largo Winch.
Eine ausgeklügelte Fluchtgeschichte mit sehr gelungenen und glaubhaften Charakteren in den Dschungeln Asiens. Der Schluss ist ungeheuer dramatisch. Francq und van Hamme untermauern, dass sie zu den Top-Teams im europäischen Comic gehören.
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Freitag, 29. Juni 2007
Yangon, Hauptstadt von Myanmar. In der ehemaligen Stadt Rangoon, der Hauptstadt des ehemaligen Birma, sind Korruption und Intrigen an der Tagesordnung. Eines Tages ergibt sich für die Militärobrigkeit und den dortigen CIA-Kontaktmann eine großartige Gelegenheit. Mittels eines Köders wollen sie die Auseinandersetzungen mit den Rebellen im Goldenen Dreieck endlich beenden.
Die Köder in diesem düsteren Spiel sind Marjan Texel, eine niederländische Polizeiinspektorin, und Simon Ovronnaz sind Freunde von Largo Winch, einem weltweit bekannten Multimilliardär. Winch hatte vor vielen Jahren freundschaftliche Kontakte zu rebellischen Stammesmitgliedern im Goldenen Dreieck geknüpft. Irgendwie muss es gelingen, Winch nach Myanmar zu locken, damit er sie zu den Verstecken der Rebellen und ihren Anführern bringt.
Marjan und Simon wollen eigentlich nur Urlaub machen. Auch Myanmar ist reich an kulturellen Schätzen und Gebäuden, die sich von Touristen erkunden lassen. Wenig später werden sie ohne Begründung von der örtlichen Polizei zu einer Unterredung gedrängt. Dann schnappt die Falle auch schon zu. Als Simon Marjan gegen die aufdringlichen Beamten beschützen will, kommt ein Polizei-Captain zu Tode. Marjan kommt während einer Gerichtsverhandlung noch glücklich davon. Simon hat Pech. Niemand glaubt ihm die Notwehrsituation. Ihn trifft die volle Härte des myanmarischen Gesetzes. Simon wird zum Tode verurteilt.
Largo Winch, derjenige, der angelockt werden soll, erfährt von den Problemen seines Freundes erst sehr spät. Doch sobald ihn Marjan persönlich von der anstehenden Hinrichtung unterrichtet hat, hält ihn nichts mehr. Auch Beamte der eigenen Regierung können Largo nicht aufhalten. Unterstützt von einem Berufsfotografen, der sich die Geschichte seines Lebens erhofft, bricht der junge Milliardär auf, um sich im Goldenen Dreieick Unterstützung für eine Befreiungsaktion zu suchen.
Basierend auf der Romanfigur Largo Winch, erschaffen von Jean van Hamme, ist eine Comic-Reihe entstanden, die in bester Tradition das Thriller-Genre in der Comic-Welt fortführt.
Largo Winczlav wird in jungen Jahren von dem Unternehmer Nerio Winch adoptiert. Largo ist ein Abenteurer. Er genießt das Leben. Ernsthaftigkeit und eine geregelte Lebensführung sind ihm fremd. Alles ändert sich für ihn, als sein Mentor und Adoptivvater stirbt. Plötzlich steht er an der Spitze eines riesigen internationalen Unternehmens. Largo muss sich nun mit zahlreichen Geschäftsführern auseinandersetzen, die allesamt mehr von den Geschäften verstehen als er. Und Largo bleibt sich treu, denn seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein und bringt ihn in Schwierigkeiten.
Sein Ehrgefühl und sein Sinn für Freundschaft bringen ihn dazu, persönlich einzugreifen. Sein Geld, über das er nun im Überfluss verfügt, und seine Verbindungen sind hilfreich, aber immer ist seine Anwesenheit ein wichtiger Garant, um eine Situation wirklich zu klären. Das 7. Abenteuer Makiling entführt den Leser mit auf eine Reise rund um die Welt. New York, Washington, Birma (Myanmar), Thailand, Großstadt, Chefetagen, Hochfinanz, Agenten, Politik, Dschungelkämpfe, sportliche Skiabfahrten, Liebe, Intrigen und vieles mehr bilden ein Gerüst für dieses gelungene Thriller-Szenario, das in seiner Machart an die Hochzeiten der guten Alben-Comic-Unterhaltung erinnert und diese eindeutig auf das Feinste wiederbelebt.
Die zeichnerische Verantwortung trägt Philippe Francq. Seine Grafiken zeigen eine realistische Welt, in der gläserne Wolkenkratzer und computerisierte Büros krasse Gegensätze zur wilden Natur in den Dschungeln Asiens und ihren bunten Städten bilden. Selbst wer in Sachen Comics unbedarft sein mag, aber vielleicht den einen oder anderen James-Bond-Film gesehen haben mag, wird sofort in dieses Szenario eintauchen können. Eine gesunde Mixtur aus Abenteuern von Harold Robbins oder Söldner-Filmen wie Die Wildgänse kommen spiegelt sich in dem hier geschilderten Auftakt zu einer spektakulären Rettungsaktion wider. Wie in einem guten Film mit exotischen Schauplätzen sind die Ansichten sehr gut ausgewählt und erfüllen die Geschichte mit Leben.
Farblich wechseln kühle Blautöne aus dem eisigen Winter an der amerikanischen Ostküste und warmes Grün des heißen Dschungels einander ab. Rote Sonnenuntergänge und dunkle Nachtszenarien lassen optisch wie szenisch keinerlei Langweile aufkommen. Darüber hinaus zeichnet sich der Strich von Francq durch eine feine Zerbrechlichkeit aus, die ein wenig an den Stil von Hermann erinnert, wie er z.B. in Andy Morgan oder Comanche zeigte.
Ein guter Trick der beiden Erzähler ist der zwischenzeitliche Szenariowechsel innerhalb einer Seite. Mitunter findet sich nur ein Bild des nächsten Szenarios am Ende der Seite. So wirkt der Wechsel zwischen amerikanischer Eiseskälte und asiatischem Dschungel noch eindringlicher und die Neugier auf die folgende Seite wird noch größer.
Die Geschichte gliedert sich in zwei Hauptbereiche. Kleine Nebenarme beschäftigen sich mit einigen wichtigen Charakteren, die der Handlung immer wieder neue Anstöße geben. Neben Largo, der gezwungen ist, in Asien selber aktiv zu werden, verfolgt der Leser die verzweifelte Lage von Simon, der durch alle Instanzen der myamarischen Justiz geht. Gerichtsverhandlung, Gefangenentransport, schlechte Behandlung, Fluchtversuch aus der alten Festung Makiling im Gebirge – Francq und van Hamme lassen nichts aus, um die Spannung auf den Höhepunkt zu treiben.
Ein genialer erster Teil einer Abenteuergeschichte an exotischen Schauplätzen. Largo Winch steht in der besten Albentradition neben den ganz Großen des Abenteuer- und Thriller-Genres.
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