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Comic Blog


Donnerstag, 27. März 2008

Star Wars Essentials 4 - Schatten des Imperiums

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 12:25

Star Wars Essentials 4 - Schatten des ImperiumsLuke Skywalker ist entkommen. Um eine Hand ärmer, an Wissen und Erfahrung reicher und entkommen. Diese Schmach, die Darth Vader nach seiner Offenbarung von Skywalkers Herkunft widerfahren ist, muss der dunkle Lord vor seinem Meister, dem Imperator, auch noch rechtfertigen. Will Vader etwa nicht, dass Luke dem Einfluss des Imperators erliegt?
Aus seiner Sicht, aus der Sicht eines Sith, ist der Imperator vollkommen zu Recht misstrauisch. Kann ein Sith-Schüler doch erst durch den Tod seines Meisters selbst zum Meister werden – meist durch Mord. Die Verteidigung Vaders vermag den Imperator nicht zu überzeugen. Vader seinerseits muss befürchten ersetzt zu werden. Mit Prinz Xizor, dem Herrscher über die Verbrecherorganisation Schwarze Sonne, ersteht ihm ein Konkurrent um die Gunst des Imperators.

Auch nach seiner Flucht ist Luke noch nicht aus der Schusslinie. Jabba will seinen Tod. Das erschwert die Befreiungsaktion von Han Solo ungemein. Plötzlich eröffnen sich überall neue Fallen. Selbst als die Freunde, Luke, Lando, Leia und Chewie endlich wieder vereint vorgehen können, scheint ihre Aufgabe nicht zu bewerkstelligen zu sein.

Es war einmal nicht in ferner Galaxis, sondern in einer überaus Star Wars-losen Zeit. Da entstand ein Projekt, wie es nicht nur die Fans überraschte. Schatten des Imperiums, der Roman zum Film von Steve Perry - Moment! Film? Nein, Fehlanzeige, es gab keinen Film, der zwischen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter angesiedelt war. Doch das gesamte Projekt vermittelte diesen Eindruck. Es gab einen Roman, einen Soundtrack und ein Spiel.
Ein neuer Feind machte im Zuge des Projekts von sich reden: Prinz Xizor. Dieser Bösewicht, der sich anschickte, in direkte Konkurrenz zu Darth Vader zu treten, wurde trefflich von den Brüdern Tim und Greg Hildebrandt zu Papier gebracht und führten damit ihre Arbeit an Star Wars fort.

In jenen Tagen, als das Universum des Sternenkriegs noch viel kleiner war, waren die neuen Abenteuer und neuen Informationen heiß ersehnt. Zum Leidwesen der Macher konnte ein Tausendsassa wie Han Solo nicht dabei sein. Sein kurzzeitiger Aufenthalt im Karbonit hinderte ihn daran. Dash Rendar war ein gewisser Ersatz, aber nicht vollwertig. Er wirkte ein bißchen wie nachgemacht. Trotzdem wurde er zu einer festen Größe und nicht vergessen. Wer in der Special Edition von Eine neue Hoffnung genau hinschaut, wird sein Schiff, die Outrider, von Mos Eisley aus starten sehen.

Interessanter als die Abenteuer von Luke und seinen Freunden sind in dieser Geschichte die Verwicklungen, die sich auf der dunklen Seite wie auch unter den Verbrechern abspielen. Die finsteren Elemente, hier allen voran Boba Fett, sind schon immer ein besonderes Thema gewesen.
Für diejenigen, die sich gefragt haben, warum ausgerechnet Boba Fett den guten Han aus den Händen des Imperiums in Empfang und anstandslos zu Jabba bringen durfte, werden sich durch Schatten des Imperiums einige Antworten ergeben. Die Auseinandersetzungen zwischen ihm und den anderen Kopfgeldjägern, die der Zuschauer kurz in Das Imperium schlägt zurück erblicken darf, sind sehenswert und erhöhen den Reiz dieser geheimnisvollen Figur.

Wer mehr über Boba Fett erfahren möchte, findet mit der Kopfgeldjägerkrieg-Trilogie viel spannend zu lesendes Material. Im Comic wurde die Schwarze Sonne auch sehr interessant mit dem Zweiteiler um Darth Maul thematisiert. Maul erhält den Auftrag die neun Unterführer der Schwarzen Sonne, Vigos genannt, zu töten. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat Darth Sidious seine Pläne mit der Organisation. So betrachtet, ist dieser Zweiteiler gut in den Handlungsstrang von Star Wars eingearbeitet.

Killian Plunkett und John Nadeau leisten eine grundsolide Arbeit mit den Schatten des Imperiums. Bei Vergleichen zu anderen Star Wars Ausgaben fallen sie jedoch etwas ab. Das mag auch mit P. Craig Russell als Tuscher zusammenhängen. Obwohl sich durch Szenen häufiger die Gelegenheit ergeben würde, mit starken Kontrasten zu arbeiten, wird darauf verzichtet. Die Leichtigkeit der Zeichnungen steht der Dramatik der Handlung manchmal entgegen. Insgesamt jedoch zieht der ursprünglich von Steve Perry geschriebene Roman und die von John Wagner adaptierte Geschichte den Leser gnadenlos mit, denn die Geschwindigkeit stimmt.
Pausen und Szenenwechsel, Raumschiff-Action und Handgemenge sind punktuell prima eingesetzt, die Entwicklung der einzelnen Charaktere (sofern das im Rahmen der bestehenden Handlung möglich war) wird gut und stimmig fortgesetzt.

Star Wars-Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes, eine geglücktes und gelungenes Experiment, mit dem Lucas wieder einmal zeigte, wie es sich für den Leser und Zuschauer mit einem eigens kreierten Universum spielen lässt. Für Freunde der verbrecherischen Seite von Star Wars wärmstens zu empfehlen. Und Fans kommen an diesem Klassiker sowieso nicht vorbei. :-)

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Montag, 22. August 2005

Tochter der Freiheit

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 20:42

Tochter der FreiheitFreiheit. Alle Macht dem Volke. Demokratie. Der große amerikanische Traum. Belüg dich nicht selbst. Wir haben es schon versucht. Glaub mir, es funktioniert nicht. Du kannst dem Volk nicht trauen.

Diese Einstellung ist maßgeblich in dem Universum, in dem die Judges das Sagen haben. Diese Welt ist geprägt von sehr viel (auch merkwürdiger) Gewalt und sehr viel pechschwarzem Humor.

Manchmal gibt es eine Geschichte, die grafisch herausragend ist. Manchmal gibt es auch eine Geschichte, die aus den eigenen Regeln ausbricht und etwas Eigenes schafft. Die Geschichte um America, der Tochter der Freiheit, handelt zwar in Megastadt Eins, bedient sich dieses Universums, aber von den gewohnten Judge Dredd Geschichten ist sie meilenweit entfernt.

Die Erzählung ist sehr, sehr ernsthaft. Die kleine America wächst mit einem längst vergangenen Traum auf. Die Vereinigten Staaten bestehen nicht mehr. Wo Gerechtigkeit herrscht, kann es nicht auch noch Freiheit geben. Für die heranwachsende America und einige ihrer Freunde sind die Judges die Wurzel allen Übels. Als die Judges ihr das ungeborene Kind nehmen, gibt es für sie kein Zurück mehr. Der Schritt zum Terrorismus ist schnell gemacht.
Auch ihr Freund aus Kindertagen, Bennett Beeny, kann ihr nicht helfen. Seine Loyalität ihr gegenüber kostet dem aufstrebenden Sänger die Kehle.

Die Bilder sind nicht nur eine Pracht, sie zeigen auch sehr großes handwerkliches Geschick. Erfreulich ist, dass Pinselstriche zu erkennen sind, die so fein ausgeführt wurden, dass zusammen mit den Airbrush-Bestandteilen jede einzelne Seite sehr viel Zeit gekostet haben muss.
Zeichner Colin MacNeil hat in dieser 1990 gezeichneten Geschichte von John Wagner aus dem Vollen geschöpft. Sein gestalterischer Schwerpunkt liegt auf den Charakteren. Judge Dredd sah nie besser aus. America und Benny, das Liebespaar, das nicht zueinander finden kann, ist sehr gegensätzlich entworfen und läuft den Standardpärchen, die sich sonst in Comics finden, entgegen.

Die meist kleinen Ausschnitte, die es von Mega City Eins zu sehen gibt, reichen aus, um Atmosphäre zu schaffen. (Ein Judge, der einen kleinen Jungen kontrolliert, weil dieser sein Eis auf den Bürgersteig fallen ließ.) Dem entgegen stehend entfaltet die Freiheitsstatue, die gerade mal so hoch wie der Stiefel der Judge-Statue ist, eine ganz besondere Wirkung.

Gemäß der Welt, in der ein Judge Dredd regiert, ist der Schluss denn auch ungewöhnlich. Benny Beeny kann den Verlust seiner Freundin nicht verkraften. Drei Monate lang lässt er ihren Körper am Leben erhalten. Ihr Gehirn ist bereits tot. Da fasst er einen Entschluss. Er lässt eine Ganzkörpertransplantation durchführen. Am Ende steht Beeny in ihrem Körper auf der Bühne und erzählt allen die Geschichte von America.

Eine verdammt gute Handlung mit spitzenmäßigen Bildern! :-D

(Als Album im Bastei Verlag erschienen: Balladen aus der Mega-Stadt #1 – Tochter der Freiheit, April 1994)

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