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Comic Blog


Samstag, 01. März 2008

Batman - Schwarz-Weiss Collection

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 12:17

Batman - Schwarz-Weiss CollectionDie junge Frau ist tot. Ein Schuss traf sie direkt in die Brust. Spärlich bekleidet liegt sie auf dem ungemachten Bett. Erinnerungen werden wach. An eine tote Mutter. Ebenfalls erschossen. Der Mann hinter der dunklen Maske weiß wieder mit bestechender Genauigkeit, warum er diese finstere Aufgabe auf sich genommen hat.
Die Nachforschungen gestalten sich nicht leicht, aber irgendwie ist es trotzdem Routine. Angst einjagen. Die richtigen Personen einschüchtern. Am Ende findet er den Mörder. Einen von ganz oben, einen angeblich unbescholtenen Bürger. Er kriegt sie alle, denn er ist Batman.

Hier sind sie alle versammelt. - Na, gut, vielleicht nicht alle, aber viele, vor allem viele sehr gute Künstler. Der Comic-Fan, oder wenigstens –Interessierte, wird so manche Stilrichtung, so manchen Strich wieder erkennen.

Den Anfang macht Jim Lee, dessen Batman- und Superman immer etwas extrastark ausschauen, aber auch besonders finster sind. Die erste Geschichte, geschrieben von Autoren-Legende Warren Ellis lässt sich als Batman in Sin City beschreiben, eine Geschichte in der Geschichte, ein Mordfall, verbissene Verzweiflung, Zorn. Kurz und knapp werden hier die bezeichnenden Merkmale Batmans auf wenigen Seiten erzählt.

Sehr viel heiterer fällt da die Version von John Byrne aus, der gleichzeitig den Job von Autor und Zeichner übernommen hat. Byrne ist ein Urgestein, schon lange im Geschäft und kennt noch die alten Darstellungen Batmans, obwohl er selber im angrenzenden Universum, dem von Marvel, zu verdienten Ehren kam. Byrnes Batman ist ein fledermausiger Schlingel, aus jener Zeit, als das dynamische Duo ein ewig grinsender Männerclub war und auch so Einzug in das Fernsehen hielt in der Form von Adam West. Byrnes Batman hat Humor, denn wann wendete er zum letzten Mal den vulkanischen Nervengriff an?

Die Ideen in diesen Kurzgeschichten bieten nicht nur viel Spannung, sondern auch viel Humor. Eine sehr schöne Episode zeigt Harley Quinn und Poison Ivy hinter den Mauern von Arkham. Langeweile macht sich bei Harley breit. Während Poison Ivy immerhin Trost bei ihren Pflanzen findet, vermisst Harley ihren Pupsie. Damit ist natürlich niemand geringerer gemeint als Mr. J, gemeinhin auch als Joker im Gespräch.
Freunde der Zeichentrickserien über den dunklen Ritter neueren Datums werden vielleicht schon erraten, dass es sich hier um einen Zeichen- und Erzählstil im Sinne besagter Serien handelt, genauer Batman wie auch Batman und Robin. Obwohl Batsie hier nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt, ist der Wettstreit zwischen Harley und Ivy wunderbar gelungen und getroffen.

Fans dürfen sich in dieser Ausgabe auch auf die Werke von sehr klassischen Zeichnern freuen. Als da wären so klangvolle Namen wie Jordie Bernet und John Buscema. Ersterer ist mit Serien wie Andrax oder Torpedo bekannt geworden, letzterer hat sich wohl mit seinen Conan-Adaptionen in den Zeichner-Olymp gemalt.
Klassische Bilder im Sinne der goldenen Comic-Zeiten in den 80ern Jahren des letzten Jahrhunderts finden sich mit José Luis Garcia-Lopez, ein Batman-Abenteuer an der Seite der Grünen Leuchte von Erde 2, oder mit jener Arbeit von Claudio Castellini, in der ein Batman mit der Langspitzohr-Variante seinen Dienst versieht.
Über die Arbeit eines Alex Ross muss eigentlich kein Wort verloren werden. Selbst in Schwarzweiß sind seine Grafiken immer noch allererste Sahne, wie man so schön sagt. Außerdem zeigt er hier, dass seine Bilder nicht nur zum Cover herhalten sollten, sondern vermehrt zur Bebilderung ganzer Geschichten, da sich seine Grafiken besonders zur Umsetzung eines Comic-Romans eignen.

Aber auch die Freunde von Zeichnern, die dabei sind, sich in den Klassikerhimmel zu malen, können sich freuen, dass auch Eduardo Risso und Paul Pope ihre Variation von Batman beisteuern. Rissos Arbeiten zu Vampire-Boy prädestinieren ihn geradezu für düstere Szenarien. Da er sich auch mit Kriminalgeschichten vertraut machte, passt Batman einfach zu ihm.
Paul Pope hingegen entwarf mit seinem Batman eine höchst eigenständige Variante, die ausführlich in Batman – Das 100. Jahr ihren Ausdruck fand. Fernab vom Dasein eines Playboys ist dieser Batman die Inkarnation eines einsamen Rächers, dessen Leben am Tag sich wie in einer Hinterhofeinzimmerwohnung abspielt. Gerade das macht ihn als Figur vielleicht noch interessanter als jener Mensch, dem alle Möglichkeiten offen und zur Verfügung stehen.

Ob im Psychoduell mit Scarecrow oder in der direkten Konfrontation mit Gangstern, seinen inneren Dämonen, Pupsie oder dem Riddler, hier bleibt keine Zeit für Langeweile. Batman – Schwarz-Weiss führt zum Kern der von Bob Kane geschaffenen Figur, aber auch zu Neuinterpretationen, die an Slapstick heranreichen. Eine tolle Sammlung von Geschichten, bei denen manche ruhig hätten länger sein können, einfach, um die Arbeit der versammelten Autoren wie Paul Dini, Warren Ellis, Dave Gibbons und anderer wie auch der erwähnten Zeichner länger genießen zu können. :-D

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Montag, 21. November 2005

Wisse, oh Prinz …

Abgelegt unter: Superhelden, Klassiker — Michael um 19:47

ConanKlassiker gehen wohl nie zugrunde. Einer davon ist Conan. Zu seinen Lebzeiten hätte sich sein Erfinder Robert E. Howard die Langlebigkeit seiner Figur wohl nicht träumen lassen.

Die Homepage unter www.conan.com zeigt viele Aspekte des Kultes um den Cimmerier, der mit dem Schwert denkt und dem die Frauen zu Füßen liegen. Den großen Run löste ganz bestimmt die nach wie vor sehr gute Verfilmung Conan, der Barbar mit Arnold Schwarzenegger aus.
Unbestritten ist allerdings, dass die Filme nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

In den Comics, die auch sehr viel abseits der gewöhnlichen Geschichten (Kurzgeschichten, Romane) handelten, gab es immer wieder Überraschungen und herausragende Figuren. Conan, der in Begleitung der Piratin Belit und ihrer Gefährten die wildesten Abenteuer zu Wasser und zu Lande erlebte, hat mit diesen Geschichten wohl einen Spitzenplatz unter den Barbaren- bzw. Fantasy-Comics. Hier tobte sich Roy Thomas zusammen mit John Buscema und Ernie Chan aus. Conan ist in diesen Geschichten eine richtige Urgewalt. Alternativ brachte Gil Kane einen ähnlich guten Conan zu Papier.

Im Stile dessen, wie auch Robert E. Howard seine Geschichten aufbaute, sind die Kurzgeschichten meistens eine recht angenehme Comic-Zwischenmahlzeit. Beispielhaft ist Die Nacht des Wolfs von Michael Fleischer und John Buscema. Conan rettet eine junge Frau in der Wüste aus den Fängen zweier mieser Burschen. Er macht sich kaum Gedanken darüber, warum sie die Frau in einem hölzernen Würfel transportierten. Wie der Titel schon (leider) verrät, ist die Frau ein Werwolf. Auch Conan hatte nicht allzu häufig mit einer Frau zu tun, die sich in eine reißende Bestie verwandelt. Es ist eine feine Geschichte, die trotz des vorweg genommenen Endes sehr schön aufgebaut ist.

Zeichnerisch hat mich Im Banne des goldenen Horns zwar nicht begeistert, aber als Beispiel, wie sich Geschichten entwickeln können, ist sie durchaus interessant. In der Endversion kennt man sie als Conan – Der Zerstörer. Viele Elemente, wie das des schlafenden Gottes, Zula und andere, sind auch im Comic zu finden. Aber ebenso wenig wie der Film ist auch der Comic nicht der absolute Hit für mich. Es hat eine Reihe von Geschichten gegeben, die weitaus leinwandwürdiger wären und auch viel fantastischer sind.

Nicht ganz so schön finde ich die Geschichten um einen jüngeren Conan, gezeichnet von Barry Smith. Besser ist es allerdings, dass hier auf rein textliche Vorlagen zurückgegriffen wurde, so zum Beispiel in Der Elefantenturm, eine der schönsten Conan-Geschichten, oder Im Netz des Spinnenengottes. Zur Comic-Action 2005 hat es anscheinend eine Neuauflage einiger Storys aus dieser Zeit gegeben. Ich könnte mir vorstellen, dass Smiths Zeichnungen mit moderner Computer-Kolorierung einen ordentlichen Qualitätsschub erhalten haben.

Wie unter conan.com zu sehen ist, gibt es auch immer wieder neuen Nachschub an neuen Geschichten. Ein Beispiel:
http://www.conan.com/f_100000.shtml
Der Zeichenstil mit seinen Konturen und milchig ineinander fließenden Farben steht im völligen Kontrast zu den skizzenähnlichen Bildern von John Buscema oder Michael Docherty. Es gibt Conan eine märchenhafte Seite, vielleicht eine modernere Erzählweise, die vom Herrn der Ringe aufgedrängt wurde.

Ein weitaus genauerer Einblick dazu ist unter darkhorse.com zu finden. Hier gibt es ordentlich Nachschub. Interessant hierbei ist es, dass bei Darkhorse dieser Tage eine Geschichte mit dem Titel The Heart Of Yag-Kosha erschien, bei der der Elefantenturm wieder aufgegriffen wurde. Einsehbar als Preview unter:
http://www.darkhorse.com/profile/preview.php?theid=10-321
Störend finde ich diese geschmacklosen Papierschnipsel, die scheinbar mit einer Schreibmaschine beschrieben wurden. Das Cover des Bandes macht jedenfalls einen großartigen Eindruck.

In den Romanen und Kurzgeschichten hatte ich häufig den Eindruck von Wiederholungen: Conan kommt irgendwohin, liebt beiläufig ein paar Frauen, macht kleine und übermächtige Gegner platt, reitet in den Sonnenuntergang. (Na gut, das könnte auch der Plot eines Bondfilms sein.)
In den Comics fand ich das erzählerische Potential der Figur viel facettenreicher. Das kann natürlich auch ein völlig subjektiver Eindruck sein. :-D

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