Mittwoch, 09. Juli 2008
Die Bomben fallen teppichartig in den bereits vorhandenen Trichter im Erdboden. Die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen bemüht sich, jede noch so kleine Möglichkeit auszuschließen, dass aus dieser Grube jemals wieder eine Monströsität erstehen kann.
Doch das ist das Tagwerk. Insgeheim sind die Kernmitglieder des Büros immer noch mit dem Tod eines der ihren beschäftigt. Roger, der Homunkulus, wurde beim letzten großen Fall zerstört – getötet? Die Zweifel darüber, ob etwas getötet werden kann, was eigentlich nie lebte sind groß. Und so wollen einige die Hoffnung auf eine Wiedererweckung nicht aufgeben.
Dr. Corrigan reist mit einem Gehilfen, Andrew Devon, nach Frankreich. Hier soll ein Antiquar namens Thierry über ein besonderes Buch verfügen, das Informationen zur Wiederbelebung von Roger enthalten könnte.
Aber die Räume des Antiquars entpuppen sich als Falle. Während Andrew verzweifelt versucht, mit der B.U.A.P. Kontakt aufzunehmen, teilen sich daheim Daimio, Liz, Johann und Abe ihre Erlebnisse mit dem Tod. Zwar lästert Daimio in einem fort über derlei Gefühlsduselei, aber ein wenig kommen doch alle einander näher.
Die Gruppe ist zerrissen. Ein Mitglied der Mannschaft wurde getötet und hinterlässt eine große Lücke. Jener, der sich bemühte, menschlicher zu werden, musste sterben. Der Tod eines Mitglieds der Stammbesatzung einer Serie ist immer ungewöhnlich, ungewöhnlicher noch, wenn es ein sehr sympathischer Charakter war, den sich Mike Mignola da ausgedacht hat. Der Versuch der Wiederbelebung wird von Mignola und John Arcudi auf zwei Ebenen geschildert.
Einerseits sind die Behördenmitglieder immer noch geschockt – und auch ratlos – andererseits gerät die Suche nach einer Lösung direkt wieder zu einem unheimlichen Abenteuer, in dem sich die sonst eher zurückstehende Dr. Corrigan behaupten kann.
Durch eine geschickte Verschachtelung der einzelnen Rückblicke wie auch der aktuellen Geschehnisse entsteht eine ungewöhnliche Gesamtgeschichte, die vielleicht nicht für jeden Leser so eingängig ist, wie er es von vergangenen Ausgaben her kennt. Dafür kann Die universelle Maschine mit einem erhöhten Schauermähr-Faktor aufwarten. Im südamerikanischen Dschungel, in vornehmen Salons, in denen mit den Toten kommuniziert wird oder in der kanadischen Kälte warten göttliche Geister oder gruselige Mythenfiguren wie der Wendigo. Bei dieser Begegnung findet der Leser auch einen Gastauftritt von Hellboy, da dieser zu jener Zeit noch Mitglied der B.U.A.P. war.
Die Erinnerungen bilden eine unheimliche Welt ab, in der das Finstere und Jenseitige eine Selbstverständlichkeit ist. Jedenfalls regt sich am Tisch der kleinen Behördenkantine keiner sonderlich über die Erlebnisse der anderen auf – wie auch nach all den vorhergehenden Abenteuern. Und dennoch hat das Geschehen um Dr. Kate Corrigan eine neue Dimension, im wahrsten Sinne des Wortes.
Da man als Leser glaubt – auch als Neueinsteiger – man habe durch die Augen von Daimio, Liz, Abe und Johann alles gesehen, wird man durch die Erlebnisse auf dem Schloss eines besseren belehrt. Der Sammler, der sich selbst Thierry nannte, dürfte entgegen seiner Unscheinbarkeit zu den gefährlichsten Feinden der Behörde zählen.
Er umgibt sich mit Monstren und Absurditäten wie andere Sammler mit Knibbelbildern, ist höhnisch, umgibt sich mit Vampiren und Werwölfen und hat sich eine furchtbare Kraft zueigen gemacht. Als diese ausbricht, wird noch einmal das, was der Leser bis dahin als eine Art Höhepunkt der Geschichte definierte, über den Haufen geworfen.
Das grafisch sehr gut zusammenarbeitende Team Guy Davis (Zeichnungen) und Dave Stewart (Farben) erschafft hier einige Wesen, die einfach wirken, abstrus, unförmig und doch irgendwie echt, in der Art und Weise, wie sie das Hellboy-Universum bevölkern. So gerät das Finale zu einem Blick in eine kuriose Vorstellungskraft, die aber den Ideenreichtum von Mike Mignola ausmachen, der sich noch nie scheute, sich auf Experimente einzulassen und damit seine Leser zu verblüffen.
Mit dieser Geschichte verabschieden sich Mike Mignola und John Arcudi von Roger, dem Homunkulus. Es ist selten, dass ein derartiger Aufwand für eine Verabschiedung einer Comic-Figur betrieben und gleichzeitig eine tiefer gehende Darstellung aller beteiligten Charaktere daraus wurde. Sehr unterhaltsam, mysteriös, ein wenig mehr wie Hellboy, nur ohne Hellboy, mit einem traumhaften Finale, das es in sich hat.
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Stichwörter: mike mignola, john arcudi, guy davis, dave stewart
Samstag, 15. März 2008
Meide die Höhle. Es ist sehr wichtig, dass du die Höhle meidest. Niemand, der sie jemals betreten hat, ist zurückgekehrt. Niemand. Deshalb: Meide die Höhle! – Alles Quatsch. Ammenmärchen. Blödes Geschwätz. Die Menschen fliegen in Raumschiffen zwischen den Sternen und soll an einer blöden Höhle im Nirgendwo etwas Unheimliches sein?
Roark muss den anderen Jugendlichen nichts beweisen, aber ihr abergläubisches Geschwätz macht ihn ärgerlich, großspurig. Doch bereits nach wenigen Metern, die er in die Höhle hinabgeklettert ist, macht er eine furchtbare Entdeckung. Die Geschichten sind wahr. Sie sind alle wahr! Wie in einem riesigen Spinnennetz haften ausgetrocknete Körper an der Höhlenwand, die toten Münder immer noch zu stummen Schreien aufgerissen.
Viele Jahre sind vergangen. Ripley ist tot. Die letzten bekannten Aliens sind tot. Tot? Nein. Nicht, soweit es das Militär betrifft.
Langsam nähert sich das Raumschiff. Von seiner Fracht dürfen nur die wenigsten etwas wissen. Das All ist zwar ein lebensfeindlicher Raum, doch Menschenschmuggel und -handel zu experimentellen Zwecken ist immer noch nicht gut angesehen – vor dem Gesetz. Als die Schmuggler an Bord der U.S.S. Auriga andocken, erwarten sie keinerlei Schwierigkeiten, schließlich wäscht hier eine Hand die andere.
Annalee Call ist neu an Bord der Schmuggler. Als Gesetzlose unerfahren macht sie aber nicht völlig den Eindruck, als habe sie sich noch nie zwischen den Sternen bewegt. Außerdem ist sie sehr neugierig und besitzt ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Nach einer Begegnung, die dank ihres Kumpanen Johner in eine Keilerei ausartet, ist er sehr schnell bewusst, wer sie gerade alle miteinander verprügelt hat: Ellen Ripley.
Aber wie ist das möglich?
Annalee hat eine Idee. Leider bewahrheitet sich diese Annahme auch bald. Die U.S.S. Auriga wird zum Schlachtfeld.
Noch weiter weg, auf einem entfernten Planeten, in der Unwirtlichkeit einer ausgedorrten Landschaft sind die Menschen sehr anfällig für schwermütige Gedanken.
Prediger haben hier ein leichtes Spiel. Geistige Verwirrungen werden hier nicht als Hirngespinste abgetan. Hier kann alles geschehen. Hier hört man gerne Geschichten. Sie sind eine Abwechslung. So verwundert es auch niemanden, als ein ausgezehrter alter Mann von einem dunklen Monster erzählt. Die Leiche, die kurz darauf in einem Kloster gefunden wird, ist allerdings echt. Die Wunden, die dem Toten beigebracht wurden, könnten von einem Tier verursacht worden sein. Oder von etwas anderem.
Von etwas, das bald schon sein Unwesen unter den übrigen Siedlern treibt.
Aliens – Das bedeutet Horror in einer Science Fiction Umgebung, in der Zukunft, in der Gegenwart, sogar in der Vergangenheit.
In drei Geschichten verbreiten diese modernen Monster ihr Unwesen. Längst sind sie moderne Klassiker. Die Schöpfung des Schweizer Künstlers H.R. Giger, der uns auch das andere Ich von Sil nahe brachte, verbreitet nach beinahe 30 Jahren immer noch Schrecken auf Leinwand und Comic, mitunter auch im Roman. Die Andersartigkeit dieses Wesens ist bis heute immer noch unübertroffen.
Zwei sehr gute Comic-Künstler, Eduardo Risso, Horror-erprobt, und Richard Corben, spätestens seit Den ein Comic-Schwergewicht, haben sich der Geschichten im vorliegenden Band angenommen.
Der Geist beschreibt die Bedrohung durch ein einzelnes Alien in einer Kolonie, die der Zuschauer sie bereits aus Aliens – Die Rückkehr her kennt. Da ein solches Monster im klaren Vorteil gegenüber einer Gruppe von Teenangern ist, wurde ihm von Autor Jay Stephens ein Handicap mitgegeben. Das erleichtert den Protagonisten die Fluchmöglichkeiten, aber an eine Gegenwehr ist mit bloßen Händen immer noch nicht zu denken.
Mit einem ordentlichen Gruselfaktor und einem abschließenden pechschwarz humorigen Ende erzählt Stephens von der Flucht der Jugendlichen in einer stark klaustrophobischen Atmosphäre.
Nicht weniger spannend, dafür für Kinogänger vermutlich bekannter ist die Comic-Umsetzung des vierten Alien-Spektakels Widergeburt. Für die Macher des damaligen SciFi-Krachers stellte sich die Frage, wie sie Ripley weiterverwenden konnten, da diese so unwiederbringlich in einen Hochofen gestürzt war (Alien 3). Die Lösung hieß Klonen. Und nicht nur das. Schnell erfährt der Leser, dass Ripley lediglich ein Nebenprodukt ist, ein interessantes zwar, aber nichts, was die Militärs besonders zu faszinieren vermag. Das zu erreichende Ziel war eine Königin, eine weibliche Stammmutter neuer Aliens.
In perfekter Schwarzweiß-Technik zeigt Eduardo Risso auch hier, wie er Bilder zu erzeugen weiß, die an den Film erinnern und dennoch vollkommen eigenständig sind. Auch verfällt er nicht dem Ehrgeiz anderer Zeichner und versucht die Schauspieler allzu deutlich nachzubilden, sondern zeichnet seinen eigenen Weg.
Bewundernswert bei Rissos Arbeiten ist es, wie es ihm einerseits gelingt, mit den Schatten zu spielen und anderseits in hellen Partien mit wenigen Strichen und Umrissen auf den Punkt kommt. Dies wird ganz besonders in dieser Umsetzung deutlich, deren Geschichte im Gegensatz zur ersten Erzählung zwar bekannt ist, aber in ihrer Umsetzung besser zu gefallen weiß.
Zum guten Schluss, und das ist wörtlich zu nehmen, findet sich eine Geschichte mit dem Titel Alchemie, in der sich alles aufzulösen scheint. Ein Alien dringt in eine isolierte Gemeinschaft mit völlig eigenen Regeln und Mythen ein, doch letztlich ist dies nur die Feuerprobe, denn diese Gemeinschaft war bereits vorher am Ende. John Arcudi erschafft ein sehr durchdachtes Szenario, das sich dem Leser langsam erschließt, aber auch sehr dicht angelegt ist. Diese Episode muss mit höherer Aufmerksamkeit gelesen werden. Die Bilder von Richard Corben abstrahieren manchmal ein wenig, denn Corben liebt es, seinen Figuren ein leicht puppenhaftes Aussehen zu geben. Hier trägt es toll zur Andersartigkeit, zur Fremdheit der Atmosphäre bei. Besonders bei den Gläubigen wird der Aspekt eines religiösen Wahns so besonders gut getroffen.
Eine tolle Mischung dreier Alien-Geschichten. Mal im Sinne einer klassischen Gruselhatz, mal eine gelungene Filmumsetzung, die für sich in Anspruch nehmen kann, sehr gut adaptiert worden zu sein und abschließend eine atmosphärisch sehr dichte Geschichte, die fast so etwas wie ein sorgfältig gesetzter Rückschritt zur Unheimlichkeit des filmischen Originals ist. Grusel- und Alien-Fans liegen hier genau richtig.
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Stichwörter: jay stephens, eduardo risso, john arcudi, richard corben
Sonntag, 10. Februar 2008
Die Froschplage greift um sich. Überall finden sich neue Nester in unterirdischen Verstecken. Aber die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen ist nicht gewillt, sich Angst einjagen zu lassen. Vehementer als jemals zuvor gehen sie gegen diesen Feind vor, der sich unablässig zu vermehren scheint.
In vorderster Front lassen Captain Daimio und Roger, der Homunkulus, die Waffen sprechen. Die ersten Erfolge sehen viel versprechend aus. Wenn allerdings in einem anderen Tunnel wieder unzählige Augen aufblitzen, dann weiß das gesamte Einsatzteam, dass es noch viel Arbeit vor sich hat.
Liz macht sich Sorgen um Roger. Seit Hellboy das Team verlassen hat, ist Roger auf der Suche nach einem Ersatzvorbild. In Captain Daimio scheint er dieses Vorbild gefunden zu haben, sehr zum Missfallen von Liz. Denn der Captain ist ein Kommisskopp, wie er im Buche steht. Erfolge werden nach der Anzahl der Gefallenen berechnet, eine Einstellung, die Liz zuwider ist. Sie befürchtet nicht zu Unrecht, dass Roger durch die Übernahme zu vieler negativer Eigenschaften des Captains in Gefahr gerät.
Derweil bereitet man sich bei Zinco, einem riesigen Konzern, in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf eine Lage vor, von der die B.U.A.P. noch nicht einmal etwas ahnt. Ein Konzernchef mit einem kranken Interesse am Zweiten Weltkrieg versucht sich seine eigene Mythologie zu erschaffen. Machtzugewinn steht dabei im Vordergrund. Mittels der Frösche will er erobern, herrschen. Ein spezieller Anzug sorgt dafür, dass die Schwarze Flamme neu erstehen kann. Aber Mr. Pope, der Konzernchef, begeht einen folgenschweren Fehler.
Selten sahen sich die Teammitglieder des B.U.A.P. einer größeren Gefahr gegenüber. Mike Mignola und John Arcudi haben ein wahres Weltuntergangsszenario geschaffen, in dem sie nicht kleckern, sondern klotzen.
So drastisch wie in dieser Episode wurde der Alltag der B.U.A.P. noch nicht gezeigt. Selbst Hellboy, der einige sehr große Abenteuer erlebt hat, wurde noch nicht mit diesen Ausmaßen konfrontiert. Diesmal sind auch viele Red Shirts dabei, um den Ausdruck aus Star Trek zu gebrauchen, viele Sicherheitskräfte, die auf der Strecke bleiben.
Wie bereits erwähnt, sehr zum Unmut von Liz Sheridan, die glaubt, der Captain verheize seine Leute bei Kampfeinsätzen, um zu gewinnen.
Mignola und Arcudi beginnen nicht nur mit einem Knalleffekt, sie legen mit einem Rätsel auch gleich die Basis für das Gerüst der gesamten Handlung.
Wenn eine Handlung mit einem Knalleffekt beginnt, setzen sich Autoren zugleich eine hohe Hürde, denn diese Messlatte muss in höherer Position erneut übersprungen werden. Die Ideen, die dazu nötig sind und die den Leser regelrecht überfluten, sind bombastisch, ungewöhnlich und absolut von der Phantasie Mignolas durchdrungen. Wieviel davon Arcudi zuzuschreiben ist, lässt sich nicht recht beantworten. Zweifellos aber scheint die Zusammenarbeit laut Mignola mehr als nur gut geklappt zu haben, denn die Geschichte wirkt wie aus einem Guss.
Die Idee der Schwarzen Flamme ist wieder einmal sehr gruselig und wirkt wie ein Konzept aus einer Verneschen Zeitperiode. Aber gerade diese antiquiert erscheinenden Ideen erzeugen eine unglaubliche Atmosphäre. Es ist der Gegensatz aus High Tech in den gezeigten Labors und der merkwürdigen Rüstungsschutzbekleidung der Schwarzen Flamme, der Gegensatz von modernen Waffen und monströs angreifenden Wesen wie auch der Kampf-Jets, die sich später auf den Giganten stürzen, die diesen enormen Reiz der Geschichte ausmachen. Denn zugleich wird die Machtlosigkeit der Technik gegen uralte Magie gezeigt. Dies beschwört einen starken Spannungsbogen herauf, vor allem treibt es die Erwartungshaltung des Lesers auf die Spitze, der einen bombastischen Showdown erwartet – und nicht enttäuscht wird.
Das Besondere ist der Umstand, wie schön in der Handlung mit den Charakteren gespielt wird. Liz Sherman erfährt noch mehr Tiefe durch verschiedene Details wie der alten Frau oder dem geheimnisvollen Fremden aus ihren Träumen. Wie Mignola selber über die Ideen Arcudis aussagt – so, wenn es um den geheimnisvollen Chinamann geht – man müsse Arcudi einfach vertrauen, denn auch er, Mignola, tappe mitunter im Dunkeln, was diese Ideen angehe.
Guy Davis und seinen Charakterkopfstudien ist es zu verdanken, dass die handelnden Figuren außerdem an Tiefe gewinnen. Aus diesen Gesichtern kann der Leser noch mehr ablesen, in Augen, Gesichtszügen und Haltungen steckt noch mehr. Die Inszenierung erinnert ein wenig an Theater. Mit punktgenauen Szenenbildern werden noch bessere Eindrücke geschaffen, als es die geschriebene Vorlage erreichen kann.
Wie sehr die Bilder von Davis noch gesteigert werden können, zeigt das Koloristentalent von Dave Stewart. Der Auftakt ist in feurige Explosionen getaucht, grünlich dunkle Tunnel folgen, blaues High Tech- und Schneelandschaftsambiente lösen bunte Träume und finsterblaugrüne Weltuntergänge ab. Wer einfach nur durch die Seiten blättert, kann sehr schnell erkennen, wie gut Stewart die Farben aufeinander abstimmt und sich einer bestimmten Grundpalette bedient, die einen atmosphärischen Faden erzeugt, der mehr als nur eine Stütze für die Geschichte ist.
Drei Bereiche, Text durch Mignola und Arcudi, Entwurf und Zeichnung durch Mignola und Davis sowie Farbe durch Stewart finden in dieser Ausgabe in perfekter Harmonie zueinander. Anders lässt sich dieses gute Zusammenspiel nicht erklären. Am Ende steht das ideale Leseerlebnis für alle Grusel- und Mystery-Fans – für Mignola-Fans sowieso, die sich so die Wartezeit bis zur zweiten Hellboy-Filmausgabe gut verkürzen können.
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Stichwörter: mike mignola, john arcudi, guy davis, dave stewart
Samstag, 28. Juli 2007
Die vergessene Höhle hinter einer Wand ist ein Fall für die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (B.U.A.P.). Roger, der Homunkulus, besitzt nicht die Geduld von Abe Sapien, der die Wand lieber etwas sanfter geöffnet hätte. Rogers Fausthieb reißt ein riesiges Loch in die Wand.
Wenig später steht die kleine Gruppe einem riesigen Skelett gegenüber. Zu aller Beruhigung scheint das Wesen, das dieses Relikt hinterlassen hat, seit langer Zeit verstorben zu sein. Johann, dessen ektoplasmische Erscheinung es ihm ermöglicht mit Toten zu kommunizieren, nimmt Kontakt zu dem Wesen auf. Die Kontaktaufnahme entpuppt sich als mittlere Katastrophe. Wie es sich sehr schnell herausstellt, ist das Wesen über seinen Tod alles andere als begeistert und würde sich mit Vorliebe rächen. Liz Sherman rettet mit ihrer Fähigkeit, Flammen zu kontrollieren, den Tag.
Die vergangenen Ereignisse der letzten Zeit können immer noch nicht zu den Akten gelegt werden. Die Froschplage zieht in den Vereinigten Staaten immer größere Kreise. Die B.U.A.P. ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Damit nicht genug. Abe setzt die Forschungen nach seiner Herkunft fort. Er war einmal ein ganz normaler Mensch – ein Mensch, der sich für seine Zeit mit recht außergewöhnlichen Interessen auseinandersetzte, aber immerhin ein Mensch. Eines Tages verschwand er und ward nie wieder gesehen. Voller Erstaunen erfährt Abe, dass er einst verheiratet war. Die Kenntnis um das schlimme Schicksal seiner einstigen Ehefrau komplettiert das Unglück, das er empfindet. Ob Froschplage oder nicht, Abe will mit seiner Vergangenheit abschließen und überlässt das Team sich selbst.
Derweil gibt es noch ganz andere Probleme. Die bisherige Zentrale ist für die B.U.A.P. viel zu klein geworden. Ein neuer Ort ist bald gefunden – auch ein neuer Führungsoffizier. Benjamin Daimio hat eine Todeserfahrung hinter sich. Sein militärischer Werdegang und seine Narbe, die ihm ein zombiehaftes Aussehen verleiht, tragen nicht zu einem guten Anfang in der Gruppe bei. Der Umzug in das neue Domizil begeistert zunächst alle. Die neue Zentrale in den Bergen von Colorado nimmt sich aus wie eine moderne Trutzburg. Niemand ahnt zu Beginn, dass sich tief in den Eingeweiden der Festung ein grauenhaftes Geheimnis verbirgt.
Während Abe seinen eigenen Dämonen begegnet, tritt der Rest der Gruppe gegen einen neuen Feind an, der dem Team alles abverlangt.
Die dritte Episode der Reihe B.U.A.P. mit dem Titel Die Toten wird von einem sehr guten Team gestaltet. Allen voran ist der Erfinder und Initiator Mike Mignola dabei. Als weiterer Autor kann John Arcudi überzeugen. Zeichner Guy Davis verleiht der Geschichte ein weiteres Mal gekonnt die Optik, während Kolorist Dave Stewart unter Beweis stellt, warum er zu den Besten seines Fachs zählt.
Nach Hellboy geht eine weitere Figur ihrer Vergangenheit nach und versucht zu ergründen, woher sie eigentlich stammt. Einen Ansatz dazu fand der Leser bereits in der zweiten Ausgabe der Reihe Die Froschplage. Hier vertieft Abe Sapien nun die gefundenen Spuren. Abe, der sich bisher durch großen Heldenmut und auch durch Besonnenheit hervorgetan hat, muss feststellen, welche Opfer er in seinem ersten Leben zurückgelassen hat. Für seine Art zu leben haben nicht nur er, sondern auch andere gebüßt – seine Frau hat wegen ihm ein elendes Schicksal zu erdulden. Abes Reise in ein ganz anderes Leben ist eine Geistergeschichte innerhalb des hauptsächlichen Erzählstranges.
Eine gute Geistergeschichte hat stets ein sehr englisches Ambiente. Dabei ist es vollkommen egal, seit wann ein Geist sein Unwesen treibt. Selbst ein amerikanischer Poltergeist kann nicht diesen wohligen Schauer erzeugen, der in der Atmosphäre ehrwürdiger Mauern entsteht, inmitten einer Wohnstatt, die heimelig anmutet und einer Bühnendekoration eines viktorianischen Theaterstücks ähnelt. So wird auch Abes Ausflug in die Vergangenheit zu einer Reise auf eine Bühne, wie sein eigenes Leben sie gestaltete.
Geister sind nicht nur aggressiv, sie verlocken ihre Opfer auch, vielleicht, weil sie nicht alleine sein wollen. Vielleicht, weil sie aus Bosheit ein Opfer in eine Falle locken wollen. Abe begegnet seiner damaligen Frau, die es niemals verwinden konnte, ihren Mann zu verlieren. Auf Abe wartet ein Leben ohne Furcht, ohne Horror. Ein ruhiges Leben an der Seite einer liebevollen Frau inmitten einer riesigen Bibliothek, die nur darauf wartet, zur eigenen Lehre genutzt zu werden.
Obwohl sich der Hauptteil der Geschichte mit einer ganz anderen Handlung beschäftigt und die Erzählung um Abe eher beiläufig stattfindet, weiß sie dennoch richtiggehend zu fesseln. Sicherlich ist sie gruselig, aber die Stimmung ist bei allem Grusel auch romantisch. Ihre Grundstimmung erinnert ein wenig an die Friedhofsgeschichte Wenn wir gestorben sind von Frédéric Boutet. Auch hier liegen Liebe und Tod eng beieinander. Mignola und Arcudi gelingt eine ungeheuer intensive und auch respektvoll erzählte Episode.
Freilich kommt auch die Action und das Rätsel nicht zu kurz. Ähnlich wie die deutschen Wissenschaftler, die im Zweiten Weltkrieg an der V2 arbeiteten, kommen auch andere Gelehrte diverser Fachgebiete nach dem Krieg in die USA. Einer davon ist jene Kreatur, die in einem verschütteten Teil der neuen B.U.A.P.-Festung, die letzten Jahrzehnte verbracht hat. Einmal mehr wird ein fehlgeleiteter Wissenschaftler zum Auslöser der tragischen Ereignisse.
Mignola und Arcudi nutzen die Gelegenheit, um Johann und den neuen Befehlshaber Daimio vorzustellen. Johann zeigt, wozu er imstande ist und mit welcher Zielstrebigkeit er zum Wohle seiner Gefährten ans Werk gehen kann. Johann ist ein rechtes Meisterstück. Er ist eine Figur ohne Mimik – wie auch, ohne Gesicht? So haben Mignola und Arcudi auf sehr gelungene Art andere Möglichkeiten gefunden, Johanns Gefühlsleben auszudrücken und handele es sich dabei nur um die wiederentdeckte Erfahrung des Schwitzens.
Guy Davis, Zeichner des vorliegenden Bandes, und Dave Stewart, der Kolorist, bilden ein hervorragendes Team. Wie Guy Davis selber bemerkt, geht Stewarts Kolorierung eine Einheit mit Davis’ sehr grober Tuscheführung ein. Sicher wird Davis’ Zeichenstil nicht jedem Fan gefallen. So manchem wird er vielleicht zu einfach, zu schlicht sein. Doch wie es sich an vielen Beispielen zeigt, müssen Zeichenstil und Geschichte auch zueinander passen. Die Gruselszenerie und dieser zeitungshafte Skizzenstil verschmelzen regelrecht. Ohne Zweifel hat Davis einen höchst eigenen Stil, kann mit diesem aber auch trefflich das grafische Erbe Mignolas antreten.
Eine höchst spannende dritte Folge, in der sich Johann dem Leser einmal so richtig präsentieren und seine Fähigkeiten vorführen darf. Die beiden Teams, für den Text Mignola und Arcudi, für die Bilder Davis und Stewart, haben ein sehr dichtes Werk geschaffen, das wie aus einem Guss wirkt. Perfekter Action-Grusel!
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Stichwörter: mike mignola, john arcudi, guy davis, dave stewart
Mittwoch, 06. Juni 2007
Der erste Terminator konnte seinen Auftrag zur Eliminierung von Sarah Connor nicht erfolgreich zu Ende führen. Doch in der Zukunft wissen die Menschen, dass der Führungscomputer Skynet noch über weitere Quellen verfügt, um den Anführer der menschlichen Rebellion, John Connor, endgültig zu vernichten.
In der Zukunft:
Eine Einheit der Widerstandsbewegung verschafft sich Zugang zu einer von Skynets Zeitmaschinen. Im Auftrage John Connors wollen sie in die Vergangenheit, denn dort können sie ihrerseits verhindern, dass Skynet überhaupt entwickelt wird. Allein den Weg zur Zeitreiseeinrichtung ist hart und einige des Teams bleiben auf der Strecke. Skynet schickt den Menschen gleich vier Terminatoren hinterher. Die Jagd beginnt.
In der Gegenwart:
Nachdem die menschlichen Rebellen eingetroffen sind, gehen die Schwierigkeiten erst richtig los. Während sie einen der führenden Wissenschaftler des Skynet-Programms entführen, heften sich die Terminatoren an ihre Fersen, nachdem sie sich auf ihre bewährte Art Kleidung und Waffen besorgt haben.
Die beiden Bände “Hardware” und “Software” schließen die zeitliche Lücke zwischen den Handlungen der Kinofilme “Terminator 1″ und “Terminator 2″.
Erfreulich an der doch recht gut inszenierten Geschichte ist, dass man die Filme nicht gesehen haben muss. Sie bringt neue Ideen ein, wie einen Terminator, der halb menschlich ist und dafür konzipiert wurde, speziell das menschliche Gewebe der Cyborgs zu behandeln. Auch greift die Geschichte konzeptionell dem aktuellen dritten Teil “Terminator 3 - Rebellion der Maschinen” vor. Eine “Terminatrix” ist hier bereits zu finden. Will man Vergleiche anstellen, muss man sagen, dass dieser weibliche Terminator maschinenhafter agiert und nicht diese Bosheit eines TX an den Tag legt, die für eine Maschine ungewöhnlich ist. Andererseits weiß sie die menschlichen (männlichen) Schwächen zu nutzen, um ihr Ziel zu erreichen.
Insgesamt ist es interessant zu betrachten, wie die Terminatoren im Team agieren, damit sie ihren Auftrag ausführen können.
Obwohl die Geschichte als Comic daher kommt, ist sie weitaus gewalttätiger als die Filme. Auf so manche Darstellung hätte man verzichten können, weil sie nicht zur Entwicklung der Handlung beiträgt. Für Terminator-Fans bietet der Comic eine nette Zwischenmahlzeit und ist trotz kleiner Schwächen spannend.
Stichwörter: john arcudi, chris warner, paul guinan, chris chalenor