Montag, 18. August 2008
Fassungslos muss der Junge zusehen, wie seine Eltern vor seinen Augen erschossen werden. Batman hatte den Wunderjungen schon lange im Auge. Die artistische Begabung ist außerordentlich. Allerdings hatte Batman nicht damit gerechnet, dass sein Eingreifen so schnell erforderlich werden würde. Eigentlich sollte es ein netter Abend für Bruce Wayne werden. Er hatte Vicky Vale zu einem Rendevous eingeladen. Die Kolumnistin hatte sich extra für ihn in Schale geschmissen. Ihr Ziel, ein Zirkus, bot eine gute Show. Und dann das!
Schluss mit lustig! Batman kann den Killer wenig später identifizieren. Jacko-Boy Vanzetti, ein kleiner Gangster, der für Geld für jeden Job zu haben ist. Doch der Killer ist nicht der einzige, der ein Interesse an den Graysons, den Artisten, hatte. Obwohl sich ihr Sohn in der Obhut der Polizei befindet, ist er nicht in Sicherheit. Batman greift ein. Ein riesiger Fledermausschwarm geht ihm voraus.
Du bist jetzt ein Rekrut. Es ist Krieg.
Batman kann Gangster und anderem Geschmeiß auf vielerlei Arten Angst einjagen. Er kann sie verdreschen und seine dunkle Natur hervorragend auf den finsteren Straßen abreagieren. Aber mit einem Kind vermag er nicht umzugehen. Seiner Meinung nach muss ein Kind so leiden, wie er einst leiden musste. Bei seinem Faktotum Alfred stößt er mit dieser Erziehungsmethode auf taube Ohren. Und so herzlos, wie Alfred ihm unterstellt, ist er schließlich auch nicht. Immerhin organisiert er für die verunglückte Vicky den besten Arzt, der zu haben ist. Der wohnt nur leider in Paris.
Der Kasper aus Metropolis soll ihn holen. Ruf Kent an, beim Daily Planet. Der kümmert sich drum. Und sag ihm, er tut Batman damit einen großen Gefallen.
Frank Miller hat sich den dunklen Ritter erneut vorgenommen. Nach einem gealterten und desillusionierten Exemplar ist dieser Batman ein krankes Individuum, dessen Verbrecherjagd Ausdruck von Mission und Wahnsinn ist. Mit seinen Tricks und technischen Methoden – die vom Feinsten sind, wie man so schön sagt – hat er sich nicht nur Respekt bei den Verbrechern verschafft. Seine Heldenkollegen sehen seine Machenschaften mit äußerstem Argwohn. Er hat es sogar soweit gebracht, Superman erpressen zu können, denn er kennt die Geheimidentität des Stählernen - Superman weiß hingegen nicht, wer Batman in Wahrheit ist.
Batman ist ein wenig freaky, leicht reizbar, leicht eingeschnappt. Der spätere Robin findet den Namen seines Autos – Batmobil - tuntig. Batman ist not amused. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei dem Batmobil um ein Fahrzeug, das fahren, fliegen und tauchen kann. Batmans Grinsen ist diabolisch, sein Vorgehen halsbrecherisch. Alles in allem benimmt er sich wie ein Adrenalin-Junkie, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Allerdings ist er auch intelligent und nutzt seine vorhandenen Ressourcen präzise. Die Bathöhle ist riesig. Roboter bauen und entwerfen sich selbst, die Höhle ist ein riesiger Spielplatz für einen selbst ernannten Vigilanten.
Frank Miller hält sich aber nicht nur mit einem für normale Leseraugen merkwürdigen Batman auf, sondern er zeigt auch völlig andere Nebenfiguren. Aus Black Canary wurde eine junge Frau, die heimlich trainiert hat, um sich für all die Pöbeleien der Typen, die sie anmachen, während sie hinter dem Tresen steht, zu revanchieren. Irgendwann rastet sie aus, schlägt den halben Laden zusammen, die Typen gleich mit, stiehlt deren Geldbörsen und eine Harley Davidson gleich dazu. Ein neues Nachtwesen ist geboren.
In Metropolis beschäftigen sich Superman, Plastic Man, Green Lantern und Wonder Woman mit dem düsteren Phänomen in Gotham City. Leiden können sie ihn alle nicht. Bislang haben sie ihn als Außenseiter verachtet (seine Methoden sowieso), doch nun erhält ihre Meinung über ihn eine ganz andere Dimension. Batman hat ein Kind entführt – dass Dick Grayson zu einem Lehrling des dunklen Ritters werden soll, ahnen sie nicht. Der Fledermausmensch diskreditiert alle Superhelden und gibt den Verantwortlichen endlich die Handhabe, um gegen alle Superwesen vorzugehen.
Millers Helden – und das haben sie mit seinen Figuren aus anderen Batman-Geschichten gemein – wirken immer etwas unfähig. Nur Batman weiß, wo es lang geht. Immerhin ist er auch derjenige, der weiß, dass Kal-El fliegen kann. Im Gegensatz zu Superman, der von dieser Fähigkeit noch überhaupt nichts weiß und nur schnell läuft. Eine JLA gibt es nicht. Die Helden treffen sich in einer verlassenen Lagerhalle. Und trotzdem eifert so mancher diesem Batman nach. Gerade für junge Frauen scheint dieser Mann ein gewisser Anziehungspunkt zu sein, so auch für ein 15 Jahre altes Mädchen namens Barbara Gordon.
Der besondere Punkt ist die grafische Aufmachung. Jim Lee zeichnet mit der Unterstützung von Scott Williams (Tusche) und Alex Sinclair (Farben) ein bildnerisches Feuerwerk, wie es der Fan bereits aus Batman-Event Hush her kennt. Hätte Miller auch an die Bilder Hand angelegt, wie er es auf alternativen Covern getan hat, hätte die Geschichte recht schnell ins Lächerliche abgleiten können. So aber sind Bilder dank Jim Lee entstanden, die vor lauter Kraft beinahe platzen. Richtig toll wird es, wenn sich Lee ganz- oder doppelseitig austoben kann. Generell gilt bei Lee: Titelbildqualität = Comicqualität. Da gibt es keinerlei Unterschied.
Wer schon andere Batmans von Miller nicht mochte: Finger weg. Wer einen Batman sehen und lesen möchte, der einen vollkommen eigenen Weg geht – der sich um nichts und niemanden schert, sich selber nicht schont und es geil findet Batman zu sein, wie er sich einmal selbst ausdrückt – der hat hier einen alternativen Batman vor sich, bei dem es noch heiß her gehen kann, denn der Joker hat seinen Einstand noch nicht gegeben. Ein Freaky- und Brutalo-Batman in faszinierenden und technisch einwandfreien Bildern von Jim Lee.
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Stichwörter: frank miller, jim lee
Samstag, 24. Mai 2008
Der kleine Tross ist auf dem Weg durch das öde Durotar. An der Küste finden die Orcs plötzlich einen fremden Menschen. Unbeweglich liegt er auf dem Boden, die Füße noch im Wasser. Ein Krokilisk ist bereits unterwegs, um sich seine Abendmahlzeit zu holen. Doch der erwachende Fremde ist wehrhaft.
Nur mit einem Stück Treibgut bewaffnet, stellt sich der Fremde dem urzeitlichen Raubtier entgegen. Die Orcs schauen dem Kampf mitleidlos zu, schließen Wetten ab. Zu des Fremden Glück braucht Rehgar, der Anführer der Orcs, einen neuen Gladiator.
Bereit, Meister!
Aber ich nicht!
Mit Warcaft 2 begann der Siegeszug dieser Welt erst so richtig. Markige Sprüche, liebevoll animierte Figuren, tolles Taktieren, gute Editoren und noch mehr machten diese Welt zu einem Langzeitvertreib für Fantasy-Fans. Inzwischen kann die Welt hautnah im Online-Opus World Of Warcraft miterlebt werden. Nach den Romanen zum Spiel folgen nun auch die Comics. Und alle sind sie hier vertreten: Menschen, Waldelfen, Blutelfen, Orcs, Trolle, Kobolde, Oger, Untote, Tauren und andere.
Walter Simonson hat sich einen kleinen Teil dieser Welt vorgenommen. Was wäre besser, als diese Welt an der Seite eines Menschen zu erkunden, der sein Gedächtnis verloren hat? Auf diese Weise kann der Leser ebenso wie die Hauptfigur alles auf sich zukommen lassen und der Erzähler gerät an keiner Stelle in Erklärungsnot. Dieser Grundgedanke ist ein bewährtes Instrument. Er hat bei so manchem Krimi und Thriller funktioniert, er lässt sich aber auch auf die Fantasy übertragen.
Im Kern der Geschichte steht der Gladiatorenkampf. Ein wenig mag sich der Leser an die Arena in Gladiator erinnert fühlen, die sich auf afrikanischem Boden befand und in der der Spanier seine ersten Erfolge errang. Etwas heruntergekommen, abseits der eigentlichen Zivilisation, geben sich hier private Gladiatorenbesitzer ein Stelldichein.
Natürlich steht die Action hier im Vordergrund. Zeichner Ludo Lullabi gehört zu jener modernen Zeichnerriege im Stile eines Humberto Ramos oder Francisco Herrera. Diese Zeichner überzeichnen eine Szene gerne, verändern Proportionen, lieben es cartoony, mitunter auch bombastisch. All diese Eigenschaften prädestinieren zu einer Umsetzung dieses Spieleuniversums, das von Beginn an einen starken Comic-Charakter besessen hat.
Neben einer feinen Tuschearbeit von Sandra Hope, die auf jegliche Experimente verzichtet, zeichnen sich die Bilder durch pralle, knallige Farben. Randy Mayor spielt gerne einmal mit dem Licht, taucht eine Szene mal in Blau oder Orange, bleibt aber die meiste Zeit bei einer einfachen Farbgebung, die auf extreme Licht- und Schattenspiele verzichtet.
Nach einer action-reichen Geschichte darf sich der Leser auch wieder an den Ogern erfreuen. Wie bereits zu Urzeiten des Spieles zeigt sich, dass ein doppelköpfiges Wesen, das sich uneins ist, nicht wirklich zu einem guten Kämpfer taugt. Im Sinne anderer grafischer Veröffentlichungen darf sich der Leser nicht nur auf ein Cover von Jim Lee, sondern auch auf ein Poster im Inneren freuen. Alternativ findet sich eine Grafik von Samwise Didier, der eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Figuren gespielt hat (siehe auch: The Art Of: World Of Warcraft)
Stichwörter: walter simonson, ludo lullabi, sandra hope, jim lee
Samstag, 19. August 2006
Black Canary gibt sich die Ehre. In einer miesen Spelunke schenkt sie dem allerletzten Pöbel hinter der Theke Whisky und Bier aus. – Aber der Job gefällt ihr ganz und gar nicht. Dieses Missfallen lässt sie die anwesenden Gäste schließlich auch massiv spüren. Auslöser ihres Dampfablassens ist eine unerlaubte Hand auf ihrem Gesäß – sie ist eine durchsetzungsfreudige Frau, die sich nichts mehr gefallen lassen will.
Vicki Vale, Reporterin, hat ihre Durchsetzungsfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein mit schweren Verletzungen bezahlt. Jetzt ringt sie mit dem Tode. Nur Spezialisten können ihr noch helfen. Ein Kasper aus Metropolis soll Batman den Gefallen tun und einen bestimmten Arzt aus Paris holen. – Und Superman macht sich tatsächlich, wenn auch ziemlich wütend, auf den Weg.
Batmans eigentliches Augenmerk liegt allerdings auf seinem neuen Begleiter Dick Grayson. Der Junge, der erst vor kurzer Zeit seine gesamte Verwandtschaft verloren hat, soll in die Fußstapfen des Mitternachtsdetektiven treten. Der unrasierte Grobian im Fledermausdress ist jedoch nicht zimperlich in der Wahl seiner Mittel – auch nicht gegenüber einem Zwölfjährigen. Wo Grayson übernachtet, ist Batman gleichgültig und Nahrung kann sich der Junge schließlich auch selber fangen.
Gut für Dick, dass Butler Alfred im Gegensatz zu Batman ein Herz für Kinder hat.
All Star Batman geht in die zweite Runde. Autor Frank Miller erweitert hier nicht nur die wenig sympathische Gestalt Batmans, sondern er lässt auch noch andere Charaktere auf der Bühne auftreten. Black Canary ist eine zwar gut aussehende, aber leicht psychopathische Frau, durchtrainiert, aber gemeingefährlich. Man sollte meinen, mit all diesen Eigenschaften ist sie die perfekte Frau für Batman – zumal sie in der Bar jemanden verprügelt, der einem Oliver Queen alias Green Arrow recht ähnlich sieht.
Die Geschichte um Batman selbst bezieht ihren Unterhaltungswert weniger aus der Action, sondern vielmehr aus der doch recht anderen Erzählweise und den andersartigen Charakteren. Frank Miller versteht es auf ungewohnte Art beide Leserlager auf die Geschichte einzuschwören: Jene, die Batman seit langem kennen und jene, die ihn neu kennen lernen. Für beide Leserschaften hat Miller einiges zu bieten. Batmans Charakter ist sehr, sehr ungewohnt für Stammleser und ebenfalls sehr ungewöhnlich für jene, die dachten, sie würden den typischen Superhelden kennen.
Batman ist endgültig zu einer Figur geworden, bei der die Trennlinie zwischen ihm und denen, die er jagt, sehr, sehr dünn geworden ist.
Er ist ein großes, auch gemeines Kind, ist stolz auf das, was er erreicht hat, will beeindrucken – eigentlich benimmt er sich wie ein tödlich gekränkter Mensch, der ein Superheld sein will und rein gar nichts von Edelmut hält.
Miller setzt in dieser Geschichte ganz auf die Fähigkeiten seines Co-Stars, dem Zeichner Jim Lee. Und dieser zeigt hier, warum er im Bereich Comic wirklich ein Star ist: Seine Bilder sind unglaublich gut geworden. Dank ihm erhält das Thema Batman eine völlig neue Dimension. – Im wahrsten Sinne des Wortes.
Bereits in Hush, einem anderen ungewöhnlichen Batman-Mehrteiler, hatte Lee die Gelegenheit, die Bathöhle auf Papier zu bannen. Die Einblicke, die er dem Leser dort nahe brachte, waren schon toll. Das Ausklappbild der Bathöhle im vorliegenden Band toppt diese Einsichten noch einmal. Die Perspektive ist einzigartig gewählt (das Bild zieht sich über 6 Seiten) und besticht durch viele Details: Batmans Fahrzeugsammlung, seine Rüstungssammlung, ein hochtechnisiertes Batmobil im Einsatz und viele andere Kleinigkeiten – die dank der versierten Tuscheumsetzung von Scott Williams und der Farbgebung von Alex Sinclair noch beeindruckender wirkt.
Da der Leser bestimmt ein wenig staunt über so viel High Tech, ist es sehr zu verstehen, warum Batman beleidigt ist, als Dick Grayson nicht eingestehen will, wie sehr ihn das Ganze in Erstaunen versetzt. Batmans Meinung über das Kind: Ich glaube, ich mag ihn nicht. So ein Arsch.
Nein, dieser Batman ist weder zimperlich, noch kann man ihn wirklich leiden – aber dafür ist die Geschichte eine echte Ausnahmeerscheinung. Miller und Lee geben mehr als nur ihr Bestes! 
(Für Fans von Miller gibt es außerdem noch eine Coversammlung zu All Star Batman, die Miller in seinem sofort erkennbaren Stil geschaffen hat.)
Stichwörter: frank miller, jim lee, boy wonder, batman, bob kane, panoramabild bathöhle
Mittwoch, 12. April 2006
Eine ganz normale Nacht in Gotham City. Ein Kind wurde entführt. Das ruft den dunklen Ritter auf den Plan. Wie ein Gespenst dringt er in das Versteck der Kidnapper ein. Aber er hat die Rechnung ohne Croc gemacht. Der Krokodilmensch will den Fledermaus-Detektiv nicht entkommen lassen.
Der Verbrecherhatz folgt die Jagd auf eine seiner Verflossenen, mit der Batman vieles verbindet, nicht nur der nächtliche Tatendrang: Catwoman. Doch in dieser Nacht, in der er bereits einen harten Kampf hinter sich hat, schlüpft ihm die Katze durch die Finger. Stattdessen kommt es noch viel schlimmer für den maskierten Rächer: Er muss sich rächen lassen. Die Kavallerie erscheint in Form von Huntress, die beweist, dass sie in Sachen Handgreiflichkeit ihrem männlichen Pendant in nichts nachsteht.
Doch Batman ist auch ein Einzelgänger, der sich lieber auf sich selbst verlässt – nicht zuletzt weil er wie jeder andere den Verlust fürchtet.
Die Jagd auf Poison Ivy führt den Mitternachtsdetektiv und Catwoman nach Metropolis, in die Stadt der Lichter, in das genaue Gegenteil des so düsteren Gotham City. Hier erwartet Bruce ein starker Gegner. Die Herrin über die Pflanzen hat den Stählernen in ihren Bann gezogen. Batman muss gegen Superman antreten und greift zu schmutzigen Tricks.
Batman – Die neuen Abenteuer: HUSH fasst Frauen, Freunde und Feinde Batmans in einem Handlungsstrang zusammen und schafft damit ein wahres Actionfeuerwerk mit einer ordentlichen Portion Dramatik, sorgfältig abgeschmeckt mit einigen geheimnisvollen Vorkommnissen.
Autor Jeph Loeb hat hier wirklich alles (na, fast) aufgefahren, was in Batmans Welt Rang und Namen hat. Croc, Catwoman, Poison Ivy, Huntress, Lois Lane, Superman, Harley Quinn, Joker, Riddler, Scare Crow, Robin, um nur einige zu nennen. Loeb schickt Batman hier in seine ganz persönliche Geisterbahn.
Diese in düsteren Kapiteln angelegte Geschichte verlangt Batman alles ab, zeigt in auch in nicht sehr sympathischen Momenten. – Ich möchte behaupten, HUSH machte den neuen Allstar Batman erst möglich.
HUSH hält Batman den Spiegel vor. Und ich finde in diesem Band kaum eine Stelle, von der ich zweifelsfrei sagen könnte, dass Batman gefällt, was er sieht. Er hat vieles verloren durch seinen Rachefeldzug, seine Geliebte ist ausgerechnet eine Verbrecherin und fast kommt es so weit, dass er den Joker mit eigenen Händen tötet. Es zeigt Batman, der sich für Eventualitäten rüstet, die andere nie in Betracht ziehen würden. So erklärt sich der Kryptonit-Ring, den er besitzt, um ihn im Fall der Fälle gegen Superman einsetzen zu können.
Wie Batman sein Vertrauen verteilt, ist nicht ganz durchsichtig. Einerseits wappnet er sich gegen den stählernen Pfadfinder, andererseits holt er Selina Kyle der Liebe wegen in die Bat-Höhle.
Sei’s drum: Jeph Loeb weiß nicht nur spannend zu erzählen, sondern er kennt auch sämtliche Tricks und Kniffe des guten alten Cliffhangers, der den Leser zwingt, nach jedem Kapitel sogleich zum nächsten übergehen zu wollen.
Jim Lee ist auf seinem Gebiet ein herausragender Künstler und sicherlich ein Meister in der Anlage von düsteren Szenarien (von ihm würde ich gerne einmal eine Dracula-Interpretation sehen).
Sinnbilder zum Thema Düster sind hier sicherlich die Stadtansichten, die Hinterhöfe und Gassen und natürlich: die Bat-Höhle. Das Bild der Wagensammlung ist nicht nur eindrucksvoll in seinem Detailreichtum, sondern auch technisch perfekt. - Was nicht zuletzt auch Scott Williams (Tusche) und Alex Sinclair (Farben) zu verdanken ist.
Lees weitere Begabung findet sich in Actionszenen. Wer die Bewegungsabläufe verfolgt, der könnte zu der Ansicht gelangen, er habe es mit einem Storyboard zu einem nie gedrehten Film zu tun. Hier sei exemplarisch die Szenerie während der Opernaufführung erwähnt, in der Harley Quinn besonders hersticht.
In diesem Zusammenhang kann Lee sich als einzigen Vorwurf nur gefallen lassen, dass seine Figuren zu perfekt sind, aber diesen Vorwurf müssen sich viele Zeichner gefallen lassen. Deshalb geraten die einzelnen Charaktere einander oft zu ähnlich. Sei’s drum: Die Grafik bleibt trotzdem top!
Wer ein echtes Comic-Event sucht, in der sich Superhelden und Superbösewichter die Klinke in die Hand geben, ist mit HUSH gut beraten.
Stichwörter: hush, jeph loeb, jim lee, batman
Freitag, 26. August 2005
Wieder hat sich ein Schauspieler gefunden, der einen Gastauftritt in einem Comic absolvieren musste. In der aktuellen Ausgabe Spider-Man #16 findet sich auf Seite 15 ein ganz besonderer Polizist: Nicholas Cage. (Vielleicht in Anlehnung an seine Rolle in 2 Millionen Dollar Trinkgeld. Das Gesicht ist unverkennbar, wenngleich er noch besser getroffen hätte werden können.)
Terry und Rachel Dodson
Langsam aber sicher halte ich dieses Duo, Zeichner und Inker, für Halbgötter. 
Die Frauen sehen zwar grundsätzlich so aus, wie Hefner sie sich ausdenkt in seinem Damen-ohne-Unterwäsche-Katalog. Aber darüber hinaus sind es Bombastbilder, die durch dieses Duo entstehen.
Ich gehöre ja zu denen, die Bilder mit fetten Outlines und feinen Innenlinien mögen. Bei den Dodsons kommt noch ein absolut sauberer Zeichenstil hinzu. Die Zeichnungen wirken, als seien sämtliche Linien mit einem Kurvenlineal gezogen.
Unbestreitbar ist, dass Terrys Stärken auch in Comic-Covern liegen. Selbst in den Geschichten selber kann er auf ganzseitige (oder doppelseitige) Grafiken nicht verzichten (kann er nicht mal eine Silver Surfer Story auf diese Art zeichnen?). Wenn Rächer und Fantastische Vier Spidey gemeinsam zur Hilfe eilen, dann kann ich nur ins Schwärmen geraten.
Spaß beiseite. Der Vierteiler Das letzte Gefecht (engl. The Last Stand) ist ein richtiger Comic-Knaller im besten Sinne des Wortes. Tolle Perspektiven und Bildausschnitte, satte Action, direkt ein Dutzend Fieslinge und eine gehörige Portion Überraschungen.
(Vergleiche ich die Action mit dem aktuellen Abschluss von Die Rückkehr von Superman, dann stinkt Jim Lee meiner Meinung nach ziemlich ab. Eigentlich schade nach seiner fulminanten Arbeit in Batman - Die neuen Abenteuer.)
Auch Terry Dodson und Rachel Dodson sind im DC Universum keine Unbekannten. Meiner Meinung nach war ihre Harley Quinn das Einzige, was diese merkwürdigen Geschichten gerettet hat. – Und die Darstellung von Harleys Gang, den Quinntets zeugt von einer gesunden Portion Humor. Na, und seine Poison Ivy ist wohl die schärfste Grüne abseits der Politik.
Stichwörter: terry dodson, rachel dodson, jim lee, spider-man, batman