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Comic Blog


Donnerstag, 30. Oktober 2008

Star Wars 70

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 20:28

Star Wars 70Nie hätten die Rebellen gedacht, dass sie ausgerechnet nahe der Bannistar Station auskommen würden. Der Fluchtsprung ins Ungewisse brachte sie ausgerechnet in die Nähe einer der wichtigsten imperialen Raumschiffswerften. Die Anführer des kleinen Kommandotrupps, allen voran Luke Skywalker und Prinzessin Leia, sehen diesen Zufall als willkommene Gelegenheit, um dem Imperium eine weitere große Schlappe zuzufügen. Jedem der Kämpfer ist auch bewusst, dass sie sich auf ein Himmelfahrtskommando einlassen. Die Station wird möglicherweise zerstört, doch der Preis dafür ist ihr Leben.

Nicht nur die auf den Schiffen der Rebellen verbliebenen Kommandosoldaten wie Admiral Ackbar machen sich Sorgen um ihr Leben. Auch – oder ganz besonders – Deena ist von der Situation nicht begeistert. Bevor Luke Skywalker sie zu der Reise überredete, die ganz anders gedacht gewesen war, hatte sie ursprünglich den Dienst bei den Rebellen quittieren wollen. Und jetzt das! Plötzlich ist alles nur noch schlimmer geworden. Während Luke und Leia sogar gefangen genommen werden, scheint Deena ihre letzte Hoffnung zu sein.

Jeremy Barlow hat ein Szenario entworfen, das zeitlich zur Rebellion-Zeitleiste gehört, die sich ungefähr neun Monate nach der Schlacht von Yavin (Episode IV) zuträgt. In luftigen Höhen, atmosphärisch vergleichbar mit den Kampfszenen auf Bespin oder dem Duell im großen Saal des Senats, versuchen die Rebellen ihre Arbeit zu machen und werden böse überrascht. Wie zuweilen in den Filmen und natürlich in den Romanen starten Luke und seine Freunde eine spektakuläre Flucht, die Barlow sehr durchdacht angelegt hat und die mit sehr vielen Spannungsspitzen versehen ist.

Ein besonderer Aspekt des vorliegenden Bandes ist der Auftritt des Zeichners Colin Wilson, den der Comic-Fan von Veröffentlichungen wie Point Blank her kennen mag. Wahrscheinlicher ist seine Bekanntheit durch Szenarien in der Reihe Leutnant Blueberry, wo er sich mit der Jugend des sympathischen Draufgängers aus dem Wilden Westen beschäftigte. Hier kann er wunderbar unter Beweis stellen, dass er sich in jedem Genre scheinbar mühelos zurecht findet.

Wilson gelingen einige sehr schöne Portraits, darunter auch Admiral Ackbar. Die Charakterköpfe können sich allesamt sehen lassen – obwohl wieder einmal deutlich wird, dass Wilsons Herz, wie bei vielen anderen Zeichnern auch, nicht den Schönlingen gehört, sondern jenen mit brecht vielen Ecken und Kanten. Dazu hat er sich einen Bösewicht ausgesucht, der zwar zum Imperium gehört, aber eher eine Art Rasputin in Uniform ist. Genau dieser Mann, der sich an der Hilflosigkeit seiner Opfer weidet und Gegenwehr als Herausforderung begreift, stellt sich Deena in den Weg. Diese Auseinandersetzung wird zum zentralen Ereignis dieser Fortsetzung. – Auf das Finale muss der Leser bis zur nächsten Ausgabe warten.

Die technischen Einzelheiten, von jeher eine Besonderheit des Star Wars-Universums, zeigt sich hier im Design der imperialen Schiffswerft, einer Kernspindel mit angepropften einförmigen Trabantenhüllen. Das Grundkonzept ist dem der Raumstationen aus Star Trek nicht unähnlich. Allerdings scheint diese imperiale Station um einiges größer zu sein. Und je größer die Station, umso größer wird das Feuerwerk …

Die Handlung wird handwerklich einwandfrei und mit viel Gespür für Star Wars erzählt. Mit Colin Wilson ist ein Top-Zeichner am Werk, der einige sehr schöne Eindrücke aus dieser Zeitperiode herauskitzelt. Schade nur, dass man als Leser noch auf das Finale warten muss. :-)

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Freitag, 01. August 2008

Star Wars 69

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 18:39

Star Wars 69Auf dem Planeten Mimban versucht Lord Haka zu retten, was noch zu retten ist. Aber er hat nicht mit dem energischen Vorgehen vom Bomo Greenbark gerechnet, der sich in einem Zustand wähnt, in dem er glaubt, nichts mehr zu verlieren zu haben. Für die Befreiung seiner Freunde will Bomo, falls nötig, in den Tod gehen. Andernorts sind die Vorbereitungen zum Kampf längst gediehen. Lumbra und seine Piraten sehen sich gezwungen, aus allen Rohren zu feuern. Die Angst vor einem Jedi, einem einzelnen Jedi, ist bei den Männern zu tief verwurzelt. Keiner will ein Risiko eingehen.

Die Dark Times nähern sich ihrem Ende. Mick Harrison, Autor der ersten Handlungslinie, die hier ihren Abschluss findet, hat zwei sehr unterschiedliche agierende Gruppen geschaffen. Beide sind sie im offiziellen Star Wars-Universum, dem der Filme, No-Names. Die erste Gruppe um Bomo Greenbark, allesamt Flüchtlinge, ehemals auch mit einem Jedi in der Gruppe, hat ihre erste große Prüfung hinter sich gebracht, ohne einen der legendären Krieger an der Spitze zu haben. Das Ergebnis war furchtbar, hat die Gruppe aber auch sehr zusammengeschmiedet, stärker, als es vorher schon der Fall war. Bomo, einer der kleinsten, den es zudem noch am härtesten getroffen hat, stand kurz davor, sich für seine Freunde aufzuopfern.

Dave Ross zeichnet exakt, mit größtmöglichem Realismus – sofern man das bei der Darstellung extraterrestrischer Lebewesen behaupten kann – und bei den heldenhaften fremdartigen Lebewesen gelingt ihm der Kniff, sie sympathisch aussehen zu lassen. Im Gegenzug wirken die Bösen martialisch, aber äußerlich auch faszinierend. Lumbra, der Anführer der Piraten, mag trotz der Stirnhörner an einen Verwandten von Worf erinnern – den Star Trek Fans aus dem Spiegel-Universum auch als Bösewicht kennengelernt haben.

Das Finale um Bomo hat alles, was in dieser Handlungslinie zu erwarten war. Autor Harrison hat ein wenig zu viel angekündigt, was er auch einhält. In der Handlungslinie um den Jedi-Meister K’kruhk hat er diesen Fehler nicht begangen. Der Leser weiß, dass der Meister den Versuch unternehmen … Nein, ein Versuchen gibt es ja nicht! Dass der Meister die Jünglinge befreien wird, aber der Leser weiß nicht wie. Die angewendete Technik des Angriffs ist tatsächlich innovativ und höchst spannend.
So hinterlässt Mick Harrison dem nachfolgenden Autoren Jeremy Barlow der neuen Rebellion-Geschichte ein schweres Erbe.

Es gibt ein (lang erwartetes) Wiedersehen mit Luke Skywalker und Leia. Der Nebencharakter Deena, eine Rebellin, die als Spionin in einem gefährlichen Einsatz dabei war, wird in den Vordergrund gespielt. Was geschieht, wenn ein Mensch sieht, dass er nicht der Held ist, der er, in diesem Falle sie, gerne wäre? Die Geschichte zeigt auf, dass man zwar Entscheidungen fällen, sein Leben in gewisse Bahnen lenken kann, aber dass doch das Leben selbst bestimmt, was mit einem geschieht. Und so landet Deena trotz ihrer Skepsis und Selbstverachtung wieder im Einsatz.

Viel technischer, kühler, aber keineswegs schlechter zeichnet Colin Wilson den neuen Episodenstart und erinnert mit diesem Zeichenstil ein wenig an den Klassiker Das dunkle Imperium mit den Bildern von Cam Kennedy. Einzig findet sich hier die rigorose, sehr versierte und stimmungsvolle Computer-Kolorierung von Will Glass, die die Ähnlichkeit der Zeichentechniken ein wenig verschleiert.

Ein gutes Finale, ein noch besserer Neustart mit alten Bekannten. Als Star Wars Fan kommt man halt nicht aus seiner Haut und freut sich über jeden Auftritt der originalen Helden der ersten Stunde. :-)

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