Samstag, 12. April 2008
Darth Krayt, der Sith-Lord und neue Imperator hat ein seltsames Interesse an einem jungen Mann, einem ehemaligen Jedi-Anwärter namens Cade Skywalker. Cade ist verbittert über den Tod seines Vaters, der von einem Sith getötet wurde. Cade fristet sein Leben abseits der Legalität, bis zu dem Tag, an dem er den Fängen von Darth Krayt nicht länger entkommen kann.
Ist es das schlechte Gewissen oder einfach der Grundsatz von Cade, der ihn in die Höhle des Löwen führt: Niemand stirbt für mich. Cade bemüht sich, dass wenigstens diese Leitschnur erhalten bleibt. Leider scheinen die Schwierigkeiten dazu, unüberwindbar zu sein.
In den Fängen von Darth Krayt offenbaren sich Cade viele neue Details über den Sith Orden, der nicht mehr so ist, wie die Jedi lange Zeit glaubten. Darth Krayt schaffte die Grundregel eines Meisters und eines Schülers ab. Er scharte tatsächlich einen Orden um sich. Während die Galaxie sich erneut einer Bedrohung von außen erwehren muss, formieren sich die Sith heimlich und warten den günstigsten Moment ab.
Nach und nach erfährt Cade, dass Krayt ein Jedi war, einer, der noch die Klonkriege erlebte, bevor der Niedergang der Republik endgültig einsetzte. Und er erfährt, warum Krayt ihn braucht.
Ein Katz- und Mausspiel beginnt. Ist Cade nun wirklich ein Mann, in dessen Kern ein potentieller Sith verborgen ist? Oder ist er nur ein Schauspieler, der Darth Krayt zu täuschen versucht? Cade unterschätzt den Willen von Krayt. Denn um die Heilkräfte von Cade unter Kontrolle zu bekommen, ist er bereit den letzten aus der Linie der Skywalker mit allen Mitteln zu brechen – oder zu töten.
Geheimnisse werden offenbart und nicht nur ein einzelnes, kleines, sondern direkt eine ganze Reihe von Rätseln um Darth Krayt, wie auch um Cade Skywalker selbst.
Die Entstehung von Darth Krayt ist viel dramatischer, vielfältiger, als es bei Darth Vader je der Fall gewesen wäre. Es mag überladen sein, sogar im Sinne von Star Wars etwas überladen oder auch unrealistisch, aber man sollte den Autoren John Ostrander und Jan Duursema nicht vorwerfen, dass sie aus dem reichhaltigen Fundus dieses Universums schöpfen.
Nach den Special Editions und den ersten Romanreihen ist klar, dass Vielfalt stets im Sinne des Erfinders George Lucas gewesen ist.
Darth Maul Tätowierungen auf roter Haut ziehen sich durch die Neuerscheinung des Sith-Ordens, der hier weitaus monströser daher kommt, als die bisher bekannten Sith-Lords. Auf der anderen Seite degradiert ein Cade Skywalker die Jedi in dieser Geschichte zu Nebendarstellern. Selber sehr machtvoll kennt Cade nur eine Seite, weder hell noch dunkel, nur seine eigene. Mit diesem Prinzip fährt er in dieser Geschichte auch am besten, denn letztlich versucht ihn nur jeder zu vereinnahmen.
Als Leser wird ersichtlich, dass die alten Konzepte Vergangenheit sind.
Der Sith-Orden ist nicht mehr so, wie er einst war. Die Jedi sind nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. Die Grand Moffs sind Waschlappen angesichts der neuen herrschenden Kaste, der Sith. Darth Krayt, so muss der Leser nun erfahren, hat all die Stacheln, die sein Äußeres so gruselig aussehen lassen, nicht aus Spaß. Zum Teil wachsen diese Stacheln aus ihm selbst heraus, ein Vermächtnis einer Begegnung mit den Yuuzhan Vong. Zu diesem Volk kann man als Star Wars Fan ein gespaltenes Verhältnis haben, weil sie irgendwie aufgepfropft wirken, eine Krieg der Sterne-Variation der Borg.
Zur Beruhigung des Lesers fällt die Episode um die Yuuzhan Vong eher kurz aus, wichtig ist einzig, dass Darth Krayt in ihrer Gefangenschaft eine Vision über sein späteres Leben erfährt.
Fällt diese Episode auch eher kurz aus, reicht die Motivation aus dieser Zeit bis in die Gegenwart von Star Wars Legacy. Die Korallensamen, mit den Krayt in der Gefangenschaft infiziert wurde, nagen immer noch an ihm. Seine Kräfte vermögen ihr Wachstum kaum noch aufzuhalten. Einzig Cade Skywalker mit seinen Heilkräften könnte als Sith etwas ausrichten.
Cade, der, auch gezeichnet, zwar ein junger Held ist, aber eher an einen verbitterten Han Solo erinnert, als an einen zielstrebigen Luke Skywalker, bestreitet seinen Kampf auf sehr eigensinnige Weise. Seine Freunde sind zwar zur Rettung zur Stelle, doch damit konnte er letztlich nicht rechnen.
Jan Duursema schafft dank der Tusche-Zuarbeit von Dan Parsons und der Farbgebung von Brad Anderson einen weiteren sehr kraftvoll aussehenden Abschnitt der Legacy-Saga. Bekannte Flecken aus der Saga wie Tatooine tauchen in Erinnerungen auf. Obi-Wan Kenobi hat seine Begegnung mit Darth Krayt, als dieser abtrünnig durch die Wüsten streift. Alte Tempelanlagen der Jedi, die Versammlung der Moffs, an der auch ein blauhäutiger Moff mit roten Augen teilnimmt. Eine Crew, die ihren Freund retten will, Frauen, die eine Spur zu gut aussehen.
Die Bilder sind auf jeder Seite perfekt. Einzig über das Design ließe sich streiten. Die neuen imperialen Jäger haben jede Stromlinienförmigkeit und somit auch ihr bedrohliches Äußeres verloren. Der weibliche Hutt erinnert ein wenig an die weibliche Version eines Gremlins (wie er im Hochzeitskleid in Teil 2 zu sehen war). Aber das sind letztlich Kleinigkeiten und absolute Geschmackssache.
Ein gelungener, sehr spannend geschriebener Abschluss eines Abschnitts der Legacy-Saga – nicht das Ende, denn obwohl viele Fragen beantwortet wurden, sind noch einige Rätsel (bewusst) ungelöst geblieben. Grafisch wie auch seine beiden Vorgänger: Top!
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Stichwörter: john ostrander, jan duursema
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Die Klonkriege sind nicht nur im Kino ein Großereignis gewesen. Stärker noch als im Kino gehen die Klonkriege beinahe nahtlos in den Ursprungs-Krieg der Sterne über. Mit der dritten Premium-Ausgabe sind für den Leser das Finale wie auch der fließende Übergang zusammengefasst.
In einem letzten Aufbäumen versuchen die Jedi der Angriffe unter der Führung von Count Dooku Herr zu werden. In die nächste Nähe des Counts wurde der Jedi Quinlan Vos entsandt. Nicht nur die Nähe des Counts ist ein Problem. Da Quinlan sich immer wieder als Überläufer beweisen muss, ist er der dunklen Seite schon sehr nahe gekommen. Zu nah?
Quinlan ist zweifellos ein sehr kriegerischer Geist. Bereits vor seiner Begegnung mit Dooku war er häufig in Versuchung seinem Zorn zu erliegen. Etwas besser ist es nur geworden, da Quinlan die Liebe erfuhr – für die er sogar bereit ist, nach dem Ende der Kampfhandlungen sein Jedi-Dasein aufzugeben.
Doch wie weit wird Quinlan am Ende zur Erfüllung seines Auftrages gehen? Das Zusammentreffen mit seinem alten Meister Tholme spricht eine deutliche Sprache. Im Kampf stürzt Tholme in den Tod. – Wirklich? Oder ist das alles nur ein Trick, um Count Dooku zu täuschen? Quinlan ist jedenfalls vom Tod seines früheren Meisters überzeugt.
Die Comic-Erzählungen (die Romane natürlich auch nicht) haben ein noch breiteres Spektrum der Hintergrundinformationen, als es in den Filmen möglich war – obwohl die Clone Wars-Episoden den Krieg der Sterne natürlich noch viel weiter auffächern. Hier kommt ein interessanter Aspekt eines neuen Klon-Stoßtrupps hinzu. Nur kämpfen diese Klone auf der falschen Seite. Außerdem handelt es sich nicht um Menschen. Morgukai, eine echsenähnlich aussehende Rasse, werden geklont und als Attentäter trainiert, speziell um mit besonderen Waffen gegen Jedi anzutreten. Beinahe geht der Plan auf.
Die Jedi setzen sich ehrenvoll und kraftvoll zur Wehr, aber nichts kann den Niedergang der Republik verhindern.
Ein Rückblick entführt hin zu einer geheimen Mission von Obi-Wan und Anakin. Auf einem riesigen Raumschiff treffen sie auf einen alten Feind, einen, der sich selbst als Jedi-Killer bezeichnet und der für diese Ritter tatsächlich ein furchtbarer Gegner ist. Obi-Wan hatte während der Clone Wars eine Begegnung mit ihm, konnte ihn aber zurückschlagen.
Jetzt ist Durge wieder da, fest entschlossen, das zu Ende zu bringen, was ihm beim ersten Mal nicht gelang.
Damit nicht genug – ausgezeichnet für den Leser, denn das pralle Lesevergnügen scheint kein Ende zu finden. General Grievous, Dooku und Ventress stellen sich in einer Schlacht den versammelten Jedi. In diesem gewaltigen Kampf kommt es zu einigen unvorhersehbaren Wendungen.
John Ostrander ist ein sehr guter Star Wars-Autor. Manche Autoren absolvieren ein, zwei Geschichten, Comic oder Roman. Nicht so Ostrander, der ganze Handlungsstränge anfertigt und in den offiziellen Erzählstrang optimal einflechtet. Hervorragend sind die Jedi dargestellt, die der Leser vielleicht nur aus Randbildern im Kinofilm her kennt. Quinlan Voss, Aayla, Rancisis sind nur einige wenige Namen dieser Jedi. Die Geschichten um diese Jedi, wie auch ihre charakterliche Ausprägung ist sehr schön ausgearbeitet und auch interessant zu nennen – bieten sie doch ein gutes Gegengewicht zu den allseits bekannten Charakteren aus den Filmen wie Mace Windu, Obi-Wan und natürlich Yoda (der auch im Comic eine tiefere Charakterdarstellung erfährt und so viel mehr Tiefe erhält als in den Filmen, was dem alten Jedi außerordentlich zu Gesicht steht).
Grafisch wird nichts dem Zufall überlassen. Mit Jan Duursema und Doug Wheatley sind nicht nur Zeichner mit einem ähnlichen grafischen Stil bei der Sache, sondern auch Zeichner, die sehr realistische Darstellungen bevorzugen. Die Unterschiede im Stil sind minimal, weshalb vermutlich jeder Leser mit sich hadern wird, darüber, was besser aussieht.
Durch eine etwas andere Kolorierung wirken die Bilder von Wheatley weicher, skizzenähnlicher. Würde Dan Parsons die Bilder tuschen, würde es auf den ersten Blick nicht auffallen, dass es sich um die Arbeiten von zwei verschiedenen Zeichnern handelt. Die Arbeit von Brad Anderson und Ronda Pattison, beide Koloristen, darf weder vergessen noch geschmälert werden. Besonders letztere ist bestimmt mit für die Spitzenqualität der Bilder von Wheatley verantwortlich.
Beeindruckend, und letztlich das, was Star Wars ausmacht, ist die Fremdartigkeit. Die Handlungsorte, die Technik sind sicherlich reizvoll. Die fremden Völker, die Farben, die Kleidung finde ich persönlich noch reizvoller. Es ist ein Markenzeichen von Star Wars, dass solche Wesen beinahe einen Blick auf eine andere Kultur erlauben, denn derart ausgefeilt präsentieren sich diese Figuren. Auch im vorliegenden Band wird diese Linie beibehalten. – Das ist besonders gut, weil einige Völker und Kreaturen in den Filmen zu kurz kamen.
Ein Muss, ein Muss, ein Muss, nicht nur für Star Wars-Fans, sondern auch für alle, die Spaß an einer riesigen Space Opera haben, die inzwischen eine solche universale Dichte aufweist wie kaum ein zweites Weltenszenario – sieht man einmal von Rollenspielen ab. Wer die regulären Ausgaben der Klonkriege VII, VIII und IX verpasst hat, kann bedenkenlos zugreifen. Und für alle anderen ist es vielleicht ein geballter Einstieg – der süchtig machen kann.
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Stichwörter: john ostrander, doug wheatley, jan duursema
Donnerstag, 05. Juli 2007
Sergeant Theta 20-8-8 meldet sich zum Rapport im Jedi-Tempel. Nach dem Desaster im Orbit um den Fabrikmond Asturius haben Yoda und Mace Windu noch einige Fragen an den Klonkrieger.
Eine Fehlfunktion zwingt den Raumschiff-Konvoi aus dem Hyperraum. Niemand rechnet mit einem Hinterhalt. Die Droidenkampfschiffe aus einer verborgenen Kampfstation gehen direkt auf Angriffskurs und vernichten sofort den Flankenschutz. Das Raumschiff des Direktor Oviedo gerät in die Anziehungskraft des Mondes und stürzt ab, gefolgt von einem Kreuzer der Klonkrieger, der sich der Droidenverfolger erwehren muss. Der Aufprall ist furchtbar, aber einige Klonkrieger überleben. Die Soldaten sind nicht gewillt, aufzugeben. Eine Suchdrohne bringt sie auf die Spur des anderen abgestürzten Schiffes.
Die Soldaten machen sich auf den Weg. An der Absturzstelle eingetroffen, können sie den Direktor nicht finden. Obwohl das Schiff keine nennenswerten Schäden aufzuweisen scheint, sind alle Passagiere des Raumkreuzers tot. Was ist hier geschehen?
Quinlan Vos gehört zu den Jedi, die Schwierigkeiten geradezu magisch anzuziehen scheinen. Für den Jungen, der von einer Swoop-Gang verfolgt wird, ist er aber auch gerade rechtzeitig zur Stelle. Der fremde Jedi ist ein Geist, denn er dürfte gar nicht existieren. Die Kopfgeldjäger sind der gleichen Ansicht. Wenn es nach ihnen geht, liefern sie den Flüchtling tot bei den zuständigen Stellen des Imperiums ab.
Leia trifft auf Elerion ein. Irgendwo auf diesem Planeten halten sich die Diebe des Datenwürfels auf, auf dem sämtliche Rebellenstützpunkte verzeichnet sind. Ihre Kontaktpersonen haben bereits die Spur aufgenommen. Im Lucky Stars kommt es zur Entscheidung. Zuerst ist Leia über ihre Einsatzkleidung noch ein wenig bestürzt. Schließlich muss sie feststellen, dass der Einsatz der Reize einer Frau manchmal schneller zum Ziel führen können.
Die 62. Ausgabe der Star Wars-Reihe beschert dem Fan drei Kurzgeschichten aus verschiedenen Zeitzonen des Krieg der Sterne-Epos.
In Das Band der Ehre stehen einmal mehr die Klontruppen im Mittelpunkt einer Erzählung. Die ehemals namenlosen Soldaten erhalten immer mehr Format. Ihre jeweiligen Erfahrungen, ihre Narben und ihre Stellungen machen aus den Soldaten zunehmend Individuen, die sich den Respekt der normalen Menschen verdienen, allen voran die Jedi, die in den so genannten Klonkriegen ihre kommandierenden Offiziere sind.
Die vorliegende Geschichte, geschrieben von Ian Eddington und gezeichnet von Steve Pugh, beschäftigt sich mit einem besonderen Einsatz eines kleinen Trupps von Klonkriegern. In einem Rückblick erzählt Sergeant Theta 20-8-8 von der Mission, die zunächst ein Geleitzug ist und zu einer Rettungsmission wird.
Edington zeigt, dass in den vermeintlichen Befehlsempfängern eine große Portion Eigeninitiative und Intelligenz steckt. – Ein Punkt, der entweder von der Konditionierung der Klontruppen herrührt oder vom genetischen Vorbild Jango Fett. Das strikte Vorgehen und die hohe Disziplin sprechen jedenfalls für die Klontruppen und lassen das doch recht schnelle Ableben des Kopfgeldjägers in einem doch seltsamen Licht erscheinen. Wer das heldenhafte Verhalten der Klonkrieger in Betracht zieht, muss sich einfach wundern, warum Jango Fett nicht vorsichtiger gewesen ist, als er Mace Windu entgegen trat. (siehe Episode II)
Andererseits ist angesichts dieser Vergangenheit Mace’ abschließendes Gespräch mit dem Sergeant besonders interessant. Mace weiß ganz offensichtlich zwischen der unehrenhaften Figur des Jango Fett und seinen Klonen, die bisher so viel zur Verteidigung der Republik beitrugen, zu unterscheiden.
Mit der Geschichte Geist findet sich eine wenige Seiten starke Handlung, die aber umso gelungener ist. Hier treffen zwei interessante Charaktere des Star Wars-Universums aufeinander und verbinden die beiden Film-Trilogien auf ihre Art. Einer der faszinierendsten Jedi, die in den Comics ihre Auftritte hatten, ist zweifellos Quinlan Vos. Vos war immer ein wenig rebellisch. Eine Mission an der Seite von Count Doku ließ ihn beinahe der dunklen Seite anheim fallen. Hier hat er den Fall der Republik überlebt. Aber er weiß auch, dass die Zeit der Jedi vorüber ist. Er ist ein Geist, der ebenso schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist.
Die andere Figur dieses Zusammentreffens soll nicht verraten werden. Das Zusammentreffen ist jedoch von Autor Jan Duursema äußerst gelungen in den bestehenden Zeitstrang eingearbeitet worden. Die Zeichnungen von Duursema und Dave McCaig machen aus dieser kleinen Geschichte ein richtiges Sahnehäubchen des vorliegenden Bandes.
Abschließend greift Prinzessin Leia in Lucky Stars ein. Zeichner Paco Medina, der auch schon bei den X-Men aktiv war, steht stilistisch in enger Verwandtschaft zu Ed McGuinness. Seine Bilder sind eher verspielt, sehr cartoony. Nescan Tal’yo, der Dieb, dem Leia auf der Spur ist, ist ein wölfisches Wesen, irres Grinsen sehr stark an die Hyänen aus dem König der Löwen erinnert.
Wer eine auf Spaß und Abenteuer ausgelegte Geschichte mag, und sich eine Verbindung zwischen Star Wars und Disney vorstellen kann, wird von dieser Variante von Drei Engel für Charlie im Weltraum richtig gut unterhalten werden.
Eine ausgewogene Mischung dreier Geschichten aus dem Star Wars-Universum. Sehr spannend ist die erste, überraschend ist die zweite, gelungen spaßig ist die dritte Geschichte. Perfekte Unterhaltung.
Stichwörter: ian edington, paco medina, jan duursema
Samstag, 17. März 2007
Es war einmal in noch fernerer Zukunft. Die Galaxie, wie wir sie kennen, ist zur Geschichte geworden. Luke Skywalker ist tot. Die Sith sind wieder erstarkt. Die Jedi agieren im Verborgenen und andere, die begabt in der Macht sind, dienen dem Imperator als imperiale Ritter. Es ist die Zeit von Star Wars Legacy.
Cade Skywalker verlor einst während seiner Jedi-Ausbildung seinen Vater – ein Jedi, dessen Vater ein Jedi ist? Auch hier hat sich einiges geändert. Der Orden der Sith wollte die Jedi ein- für allemal vernichten. Inzwischen hat Darth Krayt den Orden der Sith völlig reorganisiert. Die Regel der zwei Sith gilt nicht mehr. Dem Orden, und somit der Führung von Darth Krayt, unterstehen nun mehrere Sith. – Was nichts daran ändert, dass die Ausbildung hart ist und auch ein Meister keine Gnade zu erwarten hat.
Nachdem Cade alleine auf sich gestellt ist und die Jedi abgetaucht sind, wuchs er in der Gesellschaft von Piraten auf. Die Ideale, die als Padawan lernte, hat er vollkommen verdrängt. Mehr noch: Cade verabscheut die Jedi, die er für den Tod seines Vaters verantwortlich macht.
Die Galaxie wird von einem Imperator beherrscht, der sich selbst die Macht zunutze gemacht hat. Ihm dienen imperiale Ritter treu, ebenfalls in der Macht begabt und am Lichtschwert ausgebildet. Aber wieder einmal ist dem Imperator keine lang währende Macht auf dem Thron beschieden, denn die Sith strecken ihre Hand nach der Macht aus. Darth Krayt befehligt fortan das Zentrum der Macht.
Vor diesem Hintergrund bestreitet Cae Skywalker sein wenig beschauliches Leben als Kopfgeldjäger. Zusammen mit seiner kleinen Crew, der in ihn verliebten Deliah Blue und dem notorisch unzufriedenen Jariah Syn, jagt er von einem Auftrag zum anderen. Eines Tages gerät er in eine Falle, die nicht ihm selbst gilt, sondern der Tochter des entflohenen Imperators.
Wenig später kreuzen sich ihre Wege nicht nur mit denen einer Gruppe der verbliebenen Jedi sondern auch mit den Sith. Aus einem kleinen Auftrag, der eher zufällig entstand, wird eine Situation, die alle Beteiligten den Kopf kosten kann – und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Star Wars ist zurück. (Naja, eigentlich war es nie richtig weg.) Die unterschiedlichsten Zeitlinien dieses Universums wurden bisher beleuchtet. Sei es die ferne Vergangenheit und die Kriege gegen die Sith. Die Vorgeschichte zu den Ur-Abenteuern mit Luke (auch als Episode I-III bekannt), alles mögliche, was zwischen den verschiedenen Film-Abenteuern liegt, jene Abenteuer, die an Episode VI (Die Rückkehr der Jedi-Ritter) anschließen und die Legacy-Periode, in der die Galaxis wieder im Chaos zu versinken droht – den Sith sei Dank.
Der vorliegende Band beginnt mit einer Einführung der vorkommenden Personen. Das ist dienlich, wäre aber nicht notwendig, da die Charaktere innerhalb der Geschichte selbst ausreichende Schlüsselszenen besitzen, um selbsterklärend zu sein.
Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Gaststar wie Luke Skywalker. Außerdem ist dank der Einführung zu erwarten, dass der Wookie Chak auftauchen wird – Fans lernten ihn bereits als Jungen kennen (Klonkriege VIII – Der unsichtbare Feind).
Star Wars-Comics zeichnen sich durch eine hohe grafische Qualität aus. Das gilt auch für den ersten Band von Legacy.
Befreit von den bisherigen Charakteren (weitestgehend jedenfalls) kann Zeichner Jan Duursema seiner Phantasie freien Lauf lassen. Aus den verschiedenen Völkern, die das Star Wars Universum bereithält, bedient er sich bei den eher bekannteren (ein wenig mehr Experimentierfreude wäre schön gewesen), aber immerhin können die Sith vollkommen auftrumpfen.
Besonders in der neuen Trilogie wurden uns einige Sith vorgeführt, von denen Darth Maul sicherlich der optisch beeindruckendste war. Mit Legacy wird dieses Konzept fortgesetzt. Die Tätowierungen, die schon Maul auszeichneten, und die rote Hautfarbe sind nun zum Erkennungssymbol der Sith geworden.
Um der Eintönigkeit vorzubeugen gibt es natürlich auch den einen oder anderen Ausnahmefall wie Darth Nihl, dessen schwarzweiße Aufmachung eher an einen Zombie erinnern.
Cade, Deliah und Jariah wirken ein wenig wie Bandmitglieder, jung, modern, ein wenig Gebraucht-Look, Rastahaare, stark geschminkt, Dreitagebart. Das passt jedoch. Zwar sind sie bereits lange im Geschäft und entsprechend abgebrüht, aber es fehlt ihnen die Weisheit, die Luke in dieser Geschichte verkörpert.
(Interessant, dass es nun Luke ist, der anderen nun in seiner Astralform erscheint.)
Autor John Ostrander erzählt die geradlinige Geschichte eines tragischen Helden, der miterleben musste, wie sein Vater für Ideale starb, die der Sohn nun nicht mehr mittragen will. Doch er hat seine Ausbildung nicht vergessen. Eigentlich hat er gar nichts vergessen, er unterdrückt nur jede Erinnerung daran geradezu zwanghaft, sogar mit Drogen, wenn es sein muss.
Der tragische Held funktioniert ebenso wie die Charaktere um ihn herum. Erfreulich ist der Handlungsort Bastion, der den Lesern spätestens seit der Wiedererweckung des ersten Imperators bekannt sein dürfte.
Wer mehr an der dunklen Seite interessiert ist, wird sich über Darth Krayt freuen. Seine Aufmachung ist monströs und er ist ein Sith, den seine Vorgänger für einen Emporkömmling halten. – Es wäre interessant gewesen, wenn er auch Palpatine begegnet wäre. Denn Palpatine hatte immerhin eine Lösung für Krayts Problem gefunden. Schade, dass Krayt dies nicht bekannt ist.
Eine besondere Erwähnung verdienen die Cover von Adam Hughes. Seine Bilder wirken wie Portraitaufnahmen. Es scheint fast, als hätten Sith, Jedi, imperiale Ritter und sogar Luke Skywalker höchstpersönlich dafür Modell gestanden. Das ist optisch überaus beeindruckend. (Gibt es davon keine Poster?)
Eine rundum gelungener Start in eine neue Star Wars Zeitschiene. Das Gute: Mit Vorwissen an die Geschichte heranzugehen ist nett, aber wegen des Neuanfangs nicht erforderlich. Neuzugänge könnten mit dieser Space Opera auf den Geschmack gebracht werden.
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Stichwörter: jan duursema, john ostrander, dan parsons, brad anderson, adam hughes