Zum Inhalt springen


Comic Blog


Dienstag, 09. September 2008

Simpsons Comics 143

Abgelegt unter: Cartoon — Michael um 18:17

Simpsons Comics 143Der Weihnachtsaffe und das Wunder auf dem Eis haben Homer so lange wach gehalten. Die Eishockeyspieler bejubeln ihr mitspielendes Maskottchen nach dem Spiel, ganz besonders, weil sie es den Kommies gezeigt haben. Homers Freude währt nicht lange. Denn plötzlich ist Rainier Wolfcastle auf dem Bildschirm. Dazu ist es auch noch 3 Uhr morgens. Und eigentlich müsste Homer morgen früh arbeiten. Eigentlich. Aber Homer müsste so vieles und macht es trotzdem nicht. Nur dieser eine verhängnisvolle Telefonanruf, der gelingt ihm noch.

Der Mensch ist zum Allesfresser geworden. Einer davon ist Homer Simpson. Aber er ist auch leichtgläubig geworden. Als eines Nachts die psychologische Kriegsführung des Werbefernsehens zuschlägt, als die Falle der Marketingstrategen zuschnappt und sie einen weiteren minderbemittelten Mitmenschen hereingelegt haben, nur um sich an seiner Dummheit zu bereichern, ist dieser Mitmensch namens Homer Simpson plötzlich im Besitz einer Straußenfarm.

In einer Zeit, in der selbst in unseren Breiten Strauße, Kängurus, Krokodile, Yaks, Erdmännchen und anderes Getier gezüchtet und teilweise – sowieso immer nur teilweise – verspeist werden, mag es tatsächlich nur ein kurzer Schritt dahin sein, dass der Erwerb einer Zuchtfarm über das Werbefernsehen möglich sein wird.
James W. Bates spinnt hier den Faden derer weiter, die nächtens einerseits vor dem Fernseher hocken und andererseits jener, die sich mit den unmöglichsten Verlockungen einen Platz (einen der hinteren) in der Popkultur gesichert haben.

Ein Mann, der aussieht wie eine blonde Simpsons-Schwarzenegger-Variante (und auch so spricht) wirbt für Straußen-Burger und indirekt auch für Riesenomeletts, schafft es also, Homer diese Farm anzudrehen. Jetzt greift der Slapstick-Humor an. Wenn Old McHomer sich um die Tiere kümmert, Brandzeichen setzen will und mit dem Lasso herumspielt, den Kopf in den Sand steckt und sich schließlich eine Lehr-DVD zum Thema Straußenzucht anschaut, ist alles dabei, was eine gute Simpsons-Komödie ausmacht.

Dabei ist die Geschichte noch gar nicht am Ende. Denn kann sich auch nur ein Fan Homer als Schlachter vorstellen? – Nein. Bestimmt nicht. Tief unter dem gelben Übergewicht schlägt ein weiches Herz. Außerdem ist da noch Lisa, die wieder einmal die Welt (diesmal in Form von Straußen) retten will.
Auf einmal wird aus dieser einfachen Straußenfarm mitten in der Stadt etwas anderes. Klar, es bleibt beim Fiasko und es kommt wieder einmal noch dicker (nein, nicht Homer), als man anfangs gedacht hat.

Der Fan darf sich auf schöne Auftritte von Rainier Wolfcastle (der Schwarzenegger-Kopie), Kent Brockman und Cookie Kwan freuen. Letztere tritt zwar als Maklerin auf, ist jedoch eine ähnlich Nervensäge wie Lucy Liu in Ally McBeal, nur mit schlechter Frisur. Phil Ortiz zeichnet gemäß den Vorgaben aus dem Hause Groening absolut exakt – wie auch jeder andere Handgriff im vorliegenden Abenteuer mit dem Namen Ein Strauß Ideen sitzt. Wie immer gibt es hier keinerlei böse Überraschungen – nur gute, denn mit den doch etwas blöd glotzenden Straußen und ihrem Uut-Uut ist ein sehr knuffiges Detail gelungen.

Gelber Spaß mit erhobenem kleinen Finger. Spiel nicht mit deinem Essen, wenn du es selber nicht schlachten kannst. Wer Homers Versagen als Unternehmer wie auch als Tierfreund miterleben möchte, liegt hier richtig. Spaß in Serie mit einigen interessanten Infos zur amerikanischen Popkultur. :-)

Stichwörter: ,

Mittwoch, 09. April 2008

Simpsons Comics 138

Abgelegt unter: Cartoon — Michael um 19:07

Simpsons Comics 138Das kleine Motorschiff kreuzt über die ruhige See. Am Heck müht sich ein genervter Homer Simpson mit seiner Angel ab. Für Homer Simpson und den alten Van Houten sollte es eigentlich ein Tag sein, an dem sie mehr Zeit für ihre Söhne Bart und Milhouse haben. Aber irgendwie entwickelt sich die kleine Bootsfahrt zu einem gehörigen Schuss in den Ofen.
Homer fängt rein gar nichts in dem Gebiet, in dem das Schiff kreuzt. Van Houten muss sich andauernd übergeben, ein Umstand, der es für Milhouse wenig interessant macht, sich mit seinem alten Herrn zu unterhalten. Einzig Bart hat seinen Spaß. Einerseits kann er seinen Vater mal wieder auf den Arm nehmen, andererseits wird ihm inmitten dieser ulkigen Typen keine Minute langweilig.

In der 138. Ausgabe der Simpsons Comics kann der Leser noch vor Öffnung des Heftes erahnen, wohin es die gelben Männleins diesmal verschlägt. Die Episode heißt nicht umsonst Der kahle Mann und das Meer in Anspielung an den Klassiker von Hemingway Der alte Mann und das Meer. Und wer von dem Cover schockiert sein mag: Keine Bange, Homer wird seine Marge nicht auffressen, auch wenn es in dieser Parodie des Posters zum Film Der weiße Hai so ausschauen mag.

Homers Herausforderung, an die Meeresoberfläche gerichtet, wird leider nicht besonders ernst genommen, weder über noch unter der Wasseroberfläche:
Hört ihr, Fische? Ich werde euch fangen!
Aufgeheitert durch den Kapitän, der Mut zu machen versucht (Captain McCallister sagt, das Meer sei ein gemeines Flittchen.), praktizieren zwei Väter vor ihren Söhnen das alte Spiel, bloß nicht allzu dumm in einer echten Männerangelegenheit dazustehen. Leider fängt der eine keine Fische, während der andere dauernd dieselben füttert, oral wie auch mit dem Ködereimer. Aber die Fans von Homer Simpson wissen: So schnell gibt ein Simpson nicht auf.

Auf offener See, wo die Wellen noch höher sind, werden auch die Gags noch zahlreicher und die Anspielungen auf diverse Geschichten und Personen noch deutlicher. Ähnlich wie der Fischer Santiago in Der alte Mann und das Meer gibt auch Homer seinen Kampf mit den Elementen nicht auf. Schließlich beißt doch einer an und mit diesem Fang kommen, wie hätte es anders sein können, nachdem mit derart viel Blutfischsuppe angeködert wurde, die Haie.
Dass ausgerechnet die Zusammenarbeit von Homer und Bart die beiden Van Houtens einander wieder näher bringt, ist eine ziemliche Überraschung. Im gemeinsamen Kampf, vier Mann gegen einen Fisch, schließlich gegen drei Haie sind schließlich alle Beteiligten auf einer Wellenlänge.

Die Anspielungen fallen in dieser Ausgabe etwas geringer aus, als es der Leser gewohnt sein mag. Auch dürften diese Anspielungen und Seitenhiebe als deutliches Beispiel dafür gelten, dass die Simpsons auch ein älteres Publikum ins Auge fassen, denn bei den jüngeren Lesern dürften Geschichten von Hemingway wohl kaum auf Interesse stoßen.
Der Humor entsteht hier in erster Linie aus der Situationskomik, Homers Einbildungskraft sowie dem Geschehen zwischen Vätern und Söhnen.

Ein solider Simpsons Comic mit gewohntem Witz, bei dem Homer überaus menschlich daher kommt und sich die Simpsons Männer außerordentlich gut vertragen. :-)

Stichwörter: ,