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Comic Blog


Donnerstag, 14. August 2008

Rising Stars - 3. Akt - Teil 2

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 19:18

Rising Stars - 3. Akt - Teil 2Viele Freunde sind tot. Von den einstigen Specials, jenen Menschen mit außerordentlichen Kräften, sind nur noch wenige übrig. John und Randy gehören zu den mächtigsten von ihnen. Beide haben einen Plan gefasst. So unterschiedlich die beiden Männer sind, so verschieden sind auch ihre Ideen für eine Zukunft. Randy jagte Verbrecher. Drogendealer zittern vor ihm. Er hat viele städtische Bezirke ruhiger, lebenswerter gemacht. Aber Randy will mehr. Er will in eine Position gelangen, die ihm die Möglichkeit gibt, wirklich und langfristig etwas zu verändern. Randy will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden.

Die Begeisterung aller Beteiligten über diesen Plan – außer bei Randy, der es für einen genialen Plan hält – bewegt sich innerhalb sehr enger Grenzen. Randy hat es trotz seiner ruhmreichen Vergangenheit nicht leicht. Männer, die ohne Partei im Rücken für das Amt des Präsidenten kandidieren, haben es generell in den USA nicht leicht. Aber Randy gibt nicht auf. Wenn es nicht beim ersten Mal klappt, dann beim nächsten Mal. Oder dem nächsten Versuch. Und manchmal braucht es auch ein wenig Glück.

Eine Saga, die sich über Jahrzehnte erstreckt, findet ihr Ende. Ist es traurig, ist es hoffnungsvoll, was J. Michael Straczynski sich ausgedacht hat? In jedem Fall hat der bekannte Autor (Babylon 5, Spider-Man) versucht, auf einer realistischen Ebene zu bleiben. Was wäre, wenn es Superhelden tatsächlich gäbe? Diese Frage haben sich schon andere Autoren wie Alan Moore oder Garth Ennis gestellt. Die Ergebnisse waren eher zynischer Natur, eine Art Überspitzung bestehender Superhelden-Epen und –Serien.

Da die Helden der Rising Stars nicht alle mit einer stabilen Psyche ausgestattet waren, kam es auch zu Kämpfen untereinander. Die Specials, wie sie von der Bevölkerung genannt werden, sind stark dezimiert worden, nicht zuletzt auch durch ein Attentat militärischer Kräfte, die nun endlich ein Mittel gegen diese Überwesen gefunden haben.
Die Überschaubarkeit der übrig gebliebenen Charaktere ermöglicht eine höhere Konzentration und bestärkt die Faszination, die schon von Randy und John ausging. Um den unheimlichen Anteil an der Geschichte zu erhöhen, kommt ein Special ins Spiel, der bisher eher abseits stand – sogar aus überaus verständlichen Gründen.

Lionel kann mit den Toten sprechen. Oder besser, sie sprechen zu ihm, wollen all ihre Geheimnisse loswerden, sobald sie nur einen Zuhörer finden. Deshalb lebt Lionel sehr zurückgezogen an einem Ort, an dem niemand gestorben ist und reden kann. Der Ghost Whisperer erfährt Geheimnisse, die sonst nur wenige kennen, nachdem er eine Nacht auf dem Friedhof in Arlington zugebracht hat. Am Grab von John Fitzgerald Kennedy beginnt Lionel mit dem Zuhören.
Straczynski erörtet kurz, welche Geheimnisse gelüftet werden, lässt den Leser aber im Unklaren über die Antworten. Allerdings findet sich eine interessante Szene, in der Randy dem Kongress und den anwesenden Militärs erläutert, über welches Wissen er nun verfügt. Die Macht, die er dadurch besitzt, ist unglaublich.

Zunächst sieht alles nach einem spannenden, aber gut ausgehenden Finale aus. Aber ein Präsident, der seine Gefolgschaft in gewissem Sinne erpressen muss, damit sie ihm uneingeschränkt gehorcht, kann nicht wirklich glauben, dass er lange an der Macht bleibt. So beobachtet der Leser die aufkeimenden Intrigen hinter den Kulissen, ganz so, wie es auch schon Oliver Stone mit seinem Film JFK aufgezeigt hat.

Brent Anderson zeichnet auf einem gewohnt guten Niveau in dieser Ausgabe, doch er hat auch Höhen und Tiefen, was die Tuscheumsetzung seiner Bilder angeht. Die Handlung macht ihm auch seine Arbeit relativ leicht. Action gab es in den vorhergehenden Bänden reichlich, hier spielt es sich viel stiller, auch häufig in Räumen oder an Tischen ab. Anderson zeichnet einen langen Abschied von seinen Figuren, die sicherlich über die gleiche Tiefe verfügen wie alteingesessene Charaktere in anderen Comic-Universen.

Eine Frage, deren Antwort über allem anderen steht, muss noch geklärt werden. Woher kam die Kraft, die einige Menschen mit besonderen Kräften ausstattete? Und was soll aus ihr werden, wenn die Specials einmal nicht mehr sind?
Die Lösung, die sich Straczynski hierfür ausgedacht hat, ist schlüssig, schön und traurig.

Ein toller Schluss für eine sehr gute Superhelden-Saga der anderen Art. J. Michael Straczynski hat hier etwas ganz eigenes geschrieben, innovativ, schlüssig, erwachsen. Brent Anderson dokumentiert diese Geschichte, anders lässt sich sein Zeichenstil hier nicht besser beschreiben, versiert und mit viel Respekt für die Figuren. Sehr gut. :-)

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Freitag, 27. Juni 2008

Rising Stars - 3. Akt - Teil 1

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 16:44

Rising Stars - 3. Akt - Teil 1Jerry hat seinen Beitrag geleistet. Er hat mit seinen Kräften als lebende Fackel alle Kokainfelder abgebrannt. Ein Neuanbau kommt für die Kartelle einfach nicht mehr in Frage. Es ist zu kostspielig geworden.
Und doch wagt es wieder mal einer. Bloß weil sie denken, er würde es sich nun an Swimming Pools in der Wüste von Nevada gut gehen lassen, sollten sie nicht glauben, der alte Mann hätte es nicht mehr drauf. Es ist nur ein Gefallen, ein kleiner Rachefeldzug. Aber das, was Jerry im Dschungel von Bolivien erwartet, sind keine übermütigen Drogenbarone. Es ist eine Falle.

Eine große Traurigkeit durchzieht den gesamten 1. Teil des 3. Akts von J. Michael Straczynskis Saga um die Specials. Der letzte Akt nimmt seinen Lauf. Die Geschichte ist sehr ansprechend erzählt, aber sie ist nichts für jene Comic-Leser, die von einer Superhelden-Geschichte ein heiteres Superschurken-Verkloppen erwarten.

Wieder sind einige Jahre vergangen und die einzelnen Specials, die Menschen mit besonderen Kräften, haben ihre Aufgaben zur Verbesserung der allgemeinen Situation der Menschheit sehr ernst genommen. Atomare Abrüstung, Verbrechensbekämpfung, Drogenbekämpfung, verbesserte Techniken, Heilmethoden, Sammlung von Geldern zur Linderung von Nöten. Die Specials waren fleißig. Trotzdem werden sie nicht von allen geliebt. Ganz im Gegenteil.

In aller Ruhe erzählt Jason dem im Koma liegenden Freund die Geschichte der verbliebenen Specials, die allesamt gelitten haben. J. Michael Straczynski lässt den Leser dabei sehen, was Jason seinem Freund verschweigt oder auch schön redet. Das ist sehr elegant geschildert und in Comics nicht der Normalfall. Rising Stars ist nichts für nebenbei, dafür ist es nicht nur von seiner Erzählstruktur her angelegt, auch ist es unbequem.
2002 entstanden, gehört diese Geschichte mit zu den ernsthafteren Auseinandersetzungen mit dem Superhelden-Genre. Hier sind Menschen am Werk, die zufällig besondere Kräfte haben. Und es werden immer weniger.

Allerdings bringt die zahlenmäßige Verringerung der Specials auch den Nebeneffekt mit sich, dass die Kräfte der anderen im gleichen Maß steigen. Dies einmal mehr hier herauszufinden, ist traurig, der Nutzen daraus äußert sich im weiteren Verlauf in schlichter Rache. Einige Mächte, gar nicht einmal die so genannten Kriminellen, wollen es nicht zulassen, dass es einigen wenigen gegeben ist, selbsternannte Sheriffs zu spielen Darunter auch ein gewisser amerikanischer Präsident namens George W. Bush junior, der hier nur allzu gut, dank der zeichnerischen Fähigkeiten von Brent Anderson erkennbar ist.

Dieser Mann lügt. Und ich kann es beweisen.
Es gehört sicherlich einiges dazu, diese Worte dem mächtigsten Mann der Welt entgegenzuschleudern, noch dazu mit dem eigenen toten Freund auf dem Arm, spiegelt aber auch ein Zeichen der amerikanischen Zeit wider, in der das Volk seiner Regierung nicht mehr jedes Wort blind abkauft.
Brent Anderson, Zeichner und Tuscher in Personalunion, ist es zu verdanken, dass dieses Szenario auch optisch so gut gelingt. Jüngere Arbeiten von ihm finden sich auch in Reihe Astro City. Weitere Beispiele seiner Arbeit sind auch online einsehbar unter www.brentandersonart.com.

Es ist ein rauer Zeichenstil, sehr exakt, aber auch mit schnellen Strichen getuscht, fast skizziert. Die Menschen sind alle sehr individuell, fast als habe man mit realen Vorbildern gearbeitet. Brent Anderson, Jahrgang 1955, gehört zur alten Schule. Seine Bilder stehen in der Tradition eines John Buscema, Alan Davis oder Bruce Jones.
Seine Zusammenarbeit mit Chris Claremont gilt immer noch als ein Höhepunkt der Mutanten-Saga um die X-Men. Aber im Vergleich zu dieser älteren Arbeit hat er sich weiter gesteigert, ist er präziser geworden.

Einfach richtig gute und niveauvolle Superhelden-Unterhaltung von zwei Profis am Schreib- wie auch am Zeichentisch erzählt. In dieser komprimierten Komplexität ist es erstaunlich, dass sich noch kein Produzent für eine Verfilmung gefunden hat.

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Mittwoch, 30. April 2008

Rising Stars - 2. Akt - Teil 2

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 15:36

J. Michael Straczynski\'s Rising Stars 2. AktDer Endkampf. Im Kamf gegen den Wahnsinn von Critical Maas geht es nicht um die Macht, die Vorherrschaft oder etwas ähnlich Triviales. Es geht schlicht und ergreifend um das Überleben. Die Helden, die noch nicht dem Einfluss von Critical Maas erlegen sind, stellen sich ihr gesammelt entgegen.
Doch Wahnsinn und Schlauheit widersprechen sich nicht. Und so stehen bald Freunde gegeneinander, die kurz zuvor noch glaubten, auf derselben Seite zu sein. Über der Stadt, in der Luft und in den Straßenschluchten bekämpfen sich die beiden mächtigsten Helden der Welt.

Jeder Kampf und jeder Krieg geht einmal zu Ende. Zum Schluss müssen sich die Überlebenden über einen Neubeginn klar werden. Wie gehen Helden dabei vor?
Gerade noch haben sie einen der ihren zu Grabe getragen. Sie haben gesehen, was ihre Uneinigkeit anrichten kann. Es ist an der Zeit, gemeinsam Lösungen zu finden. Diese Welt braucht eine Veränderung. Wenn nicht Menschen mit ihren Kräften diese Veränderung herbeiführen, wer wird es dann machen?

Wir werden die Welt verändern, Matt. Und wenn es uns umbringt.

Patriot kündigt seinen Job bei Nexus-Corp. Aus dem Mietheld wird ein Friedens- und Umweltaktivist. Und er ist nur einer von vielen.

J. Michael Straczynski lässt die Helden Helden sein. Nichts ist mehr vor ihnen sicher. Verbrecher, Drogenhändler, internationale Verwicklungen, Bedrohungen aller Art. Überall greifen diese Menschen ein. Patriot beseitigt nukleares Material. Er räumt eigenmächtig eine atomare Abschussrampe nach der anderen.
Straczynski erlaubt es seinen Helden, einem rein moralischen Gesetz zu folgen, abseits aller staatlichen Regelungen. Damit sind sämtliche Konzepte, wie sie der übliche Superheld sonst kennt, über den Haufen geworfen.

Sicherlich gab es den einen oder anderen Ausreißer, aber wohl nicht in dieser Form. Patriot schert sich nicht einmal um seine persönliche Herkunft, Amerika wird nicht verschont. Es wird sogar der Konflikt im Heiligen Land gelöst. Eine Heldin wurde zur Sünderin und büsst nun. Die normalen Menschen interpretieren den Vorgang als Gottes Zeichen, der nun endlich Einhalt gebieten will. Einige wenige wissen es besser.
Heldenszenarien beschäftigten sich nicht erst durch den 11. September mit echten Gegebenheiten. Aber hier wird stellenweise mit einer gesunden Portion Naivität agiert. Doch wo in anderen Comic-Universen die Helden zum Scheitern verdammt waren, räumt Straczynski seinen Recken den Erfolg ein, allerdings nicht ohne den Preis dafür zu bezahlen.

Der zweite Teil dieses zweiten Aktes um die Rising Stars wird grafisch von Christian Zanier, Stuart Immonen und Brent Anderson betreut. Rein optisch ergibt sich hier ein besseres Bild als im ersten Teil. Zanier ist wieder dabei. Als Veteran, der bei Comic-Serien wie Buffy und Angel mitarbeitete, versteht er sein Handwerk, aber er ist auch sehr mainstream-orientiert.
Immonen pflegt eine eher eigene Handschrift, wie er schon in Marvels Ultimativem Universum unter Beweis stellen konnte. Wenn eine fliegende menschliche Fackel die Drogenanbaufelder in Kolumbien in Brand setzt, wurde mit Immonen genau der richtige zur Illustration gefunden.

Als dritter im Bunde macht Brent Anderson den besten Eindruck (was natürlich auch immer Geschmacksache ist). Sein Held John sieht zwar ein wenig wie Winnetou aus, aber ich bezweifle, dass jenseits des großen Teichs jemals etwas von Pierre Brice als Karl May-Darsteller bekannt wurde.
Der besondere Eindruck mag auch von der Episode herrühren, die er gestalten durfte. Die Veränderung, die mit dem Heiligen Land vorgeht, ist die interessanteste und hinterlässt den größten Eindruck.

Obwohl schon einige Jahre alt gehört Rising Stars sicherlich mit zu den Wegbereitern einer ernsthafteren Superheldenthematik – aber immer noch dramatisch, traurig und, wie kann es bei Straczynski anders sein, vielen Intrigen im Hintergrund, die die neuen Götter zu Fall bringen sollen. :-)

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Montag, 24. März 2008

Rising Stars - 2. Akt - Teil 1

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 13:42

Rising Stars - 2. Akt - Teil 1Chicago. Kriegsschauplatz. In all den Jahren, in denen die amerikanische Öffentlichkeit mit kritischem Blick auf jene Specials schaute, jene Menschen mit Superkräften, scheint sich ihre schlimmste Befürchtung bewahrheitet zu haben. Eine junge Frau, die sich selbst den Namen Critical Maas gegeben hat, konnte die Kontrolle über eine Vielzahl von Specials gewinnen. Nun stellen sich die wenigen, die noch frei sind, gegen sie.
Ravenshadow, Chandra und Sanctuary greifen Chicago zusammen mit einigen Freunden an. Ihnen wurde Immunität und Straferlass seitens der Regierung zugesagt. Doch die Kämpfe ufern aus. In Washington will man nicht länger tatenlos zuschauen und schickt die verbliebenen Specials, denen man offiziell vertraut, nach Chicago.
Matthew Bright und Patriot, das Helden-Aushängeschild der Firma NexusCorp machen sich auf den Weg. Ihre Ankunft verschlimmert die Lage noch mehr.

Die junge Frau, die sich Critical Maas nennt, ist nicht nur wegen ihrer enormen Kräfte, körperlich wie geistig, gefährlich. Sie leidet außerdem an einer gespaltenen Persönlichkeit. Die aggressive Seite, die einst das junge Mädchen schützte und abschottete, verfolgt nun ihren persönlichen Rachefeldzug. Waren die Ziele früher einzelne Personen, ist es heute nun die ganze Welt.
Die Specials wenden sich gegeneinander, vergeuden ihre Kräfte in einem sinnlosen Kampf, der so nicht vorgesehen war.

Rising Stars, das sind sie, die Menschen mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten, dazu auserkoren, das Blatt zu wenden, für alle, für die gesamte Menschheit. Aber es dauert, bis diese Erkenntnis zu allen durchdringt, insbesondere zu den Specials selbst. Denn viele sind an einer Heldenkarriere überhaupt nicht interessiert.
J. Michael Straczynski konzipierte eine Heldenwelt, in der sich viele ihren Fähigkeiten nicht stellen wollen. Lieber gehen sie einem normalen Beruf nach und gründen eine Familie.
Der einzige Mensch mit Superkräften, der seine Fähigkeiten als Held nutzt, ist Patriot, der angestellte Held einer Firma namens NexusCorp. Seine in blau-weiß-rot gehaltene Kostümierung erinnert an einen voluminösen Captain America.

Wer hat alles Lust auf einen Krieg? (Critical Maas)
Ähnlich wie es bei den X-Men auch Menschen gibt, die sich ihre Mutantenkräfte zunutze machen, um ihre eigenen Interessen zu fördern, so ist es hier eine, die durch ihre Schizophrenie in diese Rolle gezwungen wird. Während Critical Maas nicht nur brutal ist, sondern auch die Fähigkeiten anderer Specials im wahrsten Sinne des Wortes pervertiert, ist die ursprüngliche Person in ihr alles andere als gewalttätig. Maas, entstanden als Schutzfunktion, ist eine klassische Figur, wie sie in Psychothrillern häufiger zu sehen war. Straczynski spielt mit dieser Figur, indem er ihr unbegrenzte Macht zur Verfügung stellt.

Die Kostümierung der einzelnen Figuren ist zurückhaltend und weniger überbordend als in anderen Heldenuniversen. Die meisten verzichten auf eine gesonderte Kleidung und heben sich eher durch eine gewisse Extravaganz voneinander ab.
Dank der beiden Zeichner Christian Zanier und Ken Lashley entstehen dennoch streng voneinander unterscheidbare Charaktere. Ihre zeichnerische Stilrichtung ist mittlerweile eine gängige Art der Bebilderung von Comics. Künstler wie Jim Lee (Batman), Michael Turner (Fathom), Tony Daniel (The Tenth) oder auch Andy Park (Tomb Raider) pflegen diese Art des Realismus. Man kommt als Leser nicht umhin zu glauben, sie seien alle in die gleiche Schule gegangen.
Trotzdem gibt es immer auch Unterschiede.

Hier setzt sich ein Ken Lashley mit seinen Episoden von seinem Kollegen qualitativ ab. Beide zeichnen sicherlich überdurchschnittlich gut, aber Lashley ist ein wenig besser in der Gestaltung der Gesichter wie auch der gesamten Optik. Dank Marlo Alquiza und Alp Altiner sind die beiden letzten Episoden in dieser Zusammenfassung etwas feiner und strukturierter getuscht.

Künstlerisch tragen die Zeichnungen die von Straczynski erdachten Charaktere sehr schön. Von Kapitel zu Kapitel werden die Figuren dichter, greifbarer. Die Aufopferung der Specials wird fühlbar, denn die Grenze wird hier schnell überschritten. Bei so manchen, die als einzige Alternative zur Rettung anderer den eigenen Tod ins Auge fassen, fällt die Entscheidung ohne zu zögern. Diese Charakterstärke findet sich nicht immer in den normalen Superheldengeschichten, gilt es doch dort auch eine Figur am Leben zu erhalten. Der Tod dient dort nur zur Absatzsteigerung – dieser Eindruck stellt sich jedenfalls rückblickend ein.

Superhelden anders ins Weltgeschehen eingebunden, spannend, in erster Linie sehr tragisch. Diese Helden müssen sich ihren Platz erkämpfen, gegen ihre eigene Angst und die Angst der Menschen. Ein mittleres Endzeitszenario mit einen hoffnungsvollen Ende.

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Dienstag, 26. Juni 2007

Civil War

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 17:58

Civil War Monster EditionIn Oklahoma gibt es nichts? Welch ein Irrtum! Die gigantische Feuerlohe, die bei dem Einschlag des unbekannten Objektes gen Himmel schießt, zeugt von Kräften, der sich nur Superhelden entgegenstellen können.
Wenig später sind die Fantastischen Vier zur Absturzstelle unterwegs, wo sich bereits ein Kontingent militärischer Einheiten eingefunden hat und den Bereich abriegelt. Gegen die aufmarschierenden Feinde sind die einfachen Soldaten allerdings machtlos. Ihre Feinde sind: Doombots. Sofort stürzt sich Ben ins Geschehen und es geht rund. Auch die Fackel teilt mächtig aus, wenngleich sie ein paar Probleme hat, genügend Kraft zu mobilisieren. Als die Kämpfe abflauen, gibt es für die Vier eine böse Überraschung. Dr. Doom ist zurück!

Gerade noch stellte sich Dr. Doom dem unvermeidlichen letzten Kampf in der Hölle, als der Sturz der Götter selbst die Festen des Bösen erschütterte und dem genialen Wahnsinnigen die Flucht ermöglichte. Doom kehrte zurück.

Doch Doom ist augenblicklich noch das geringste Problem der Helden. Ein Gefangenentransport ist auf dem Weg durch die Stadt. Keiner ahnt, dass der Denker und der Puppet Master ihre Finger im Spiel haben. Dr Weg durch die Yancy Street war nicht eingeplant. Ben Grimm kennt die Menschen dieser Straße, hatte er doch selbst oft genug Ärger mit ihnen. Die Aktion gerät zu einem Desaster und zwingt Ben zu einer folgenschweren Entscheidung.

Die Entwicklung der Auseinandersetzungen zwischen den Heldengruppen zwingt beide Seiten zu Wegen, die sie sonst nie eingeschlagen hätten. Die Gruppe um Iron Man holt sich Verstärkung bei den Thunder Bolts. Die ehemaligen Feinde und ungeliebten neuen Verbündeten stoßen nicht bei allen Beteiligten auf Zustimmung. Außerdem weiß der Anführer der Thunderbolts, Baron Zemo, durch seine Arroganz noch mehr Abneigung zu schüren. Zemos Plan ist sehr simpel. Langsam schart er Superverbrecher und abtrünnige Helden um sich. Die Überzeugungsarbeit gestaltet sich nicht immer einfach. Vor Captain America offenbart er, was aus ihm geworden ist. Aus dem smarten Schönling wurde ein Gesicht, das nur noch eine einzige Brandnarbe ist. Seine Absichten legt er in aller Deutlichkeit vor dem amerikanischsten aller Helden offen.

Aber reicht das aus, um Cap auf Zemos Seite zu bringen?

Die Marvel Monster Edition des Civil War beleuchtet die Entwicklung um die Spaltung der Helden aus verschiedenen Blickwinkeln. Bekannte Autoren und Zeichner bringen die Handlung dieses Marvel-Events voran. J. Michael Straczynski, der durch seine Arbeiten an der Fernsehserie Babylon 5 und der Comic-Reihe Spider-Man einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte, findet sich hier ebenso wie Peter David. David ist als Roman- und Comic-Autor bekannt geworden. Zu seinen Arbeiten zählen Ausflüge in das Star Trek und das Babylon 5-Universum ebenso wie Szenarien zu Supergirl.
Dieses illustre Team, verstärkt um Dan Slott und Fabian Nicieza, hat sehr dichte und dramatische Episoden aus dem Civil War ersonnen.

Die Fantastischen Vier, bald wieder zurück auf der Kinoleinwand, sehen sich hier mit der Rückkehr eines ihrer Erzfeinde konfrontiert. Wir erinnern uns kurz. Dr. Doom hatte sich an seine familiären Wurzeln erinnert. Abseits von Technologie versuchte er seine langjährigen Gegner durch Magie zu vernichten. Für Doom wurde dieser Weg eine Reise in die Hölle. Die Fantastischen Vier rechneten nicht mit seiner Rückkehr. Umso spektakulärer fällt seine Rückkehr aus, die dem Leser einerseits zeigt, was in der Hölle geschah, andererseits, was Doom dazu bewogen hat, wieder einmal amerikanischen Boden zu betreten.
Aber damit nicht genug. Das Ende der Episode präsentiert eine weiteres rätselhaftes Ereignis (welches jüngst in Civil War 4 aufgelöst wurde und für einen Schock sorgte).

Die Episode über den Gefangenentransport, ebenfalls von Straczynski erzählt und von Mike McKone gekonnt zu Papier gebracht, legt noch einmal einen drauf. In den Konflikt der Helden werden weitere Normalsterbliche hineingezogen. Das Ereignis mag nicht so furchtbar sein wie die Auslöschung eines gesamten Ortes, aber für Ben Grimm ist es ein Auslöser, der sehr viel für ihn ändert. Es ist sehr schön geschildert, wie Ben, der sowieso eine der sympathischsten Figuren des Marvel-Universums ist, seinen Glauben an sein Land verliert.

Ähnlich umfangreich nehmen sich auch die Civil War-Einflüsse aus der Sicht der Thunderbolts aus. Baron Zemo verfolgt seine ganz eigenen Ziele in diesem Szenario. Man darf ankreiden, wieso aus Heldensicht solche Verbündeten geduldet werden. Überhaupt verschiebt sich der Charakter des Iron Man enorm innerhalb der Auseinandersetzungen, gehört er doch zu den treibenden Kräften hinter dem Registrierungsgesetz für Superwesen oder auch Helden. Immer mehr Kompromisse verschieben das Machtgefüge in Bahnen, die vorher undenkbar gewesen wären. Wie immer konnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis andere Mächte in diesem offensichtlichen Machtvakuum und Durcheinander für sich nach Vorteilen suchen würden. Leider ist Tony Stark, Iron Mans alter Ego, mit viel zu vielen Problemen beschäftigt und erhält auch in seinem Privatkrieg gegen Captain America keine richtige Unterstützung.

Dank Autor Fabian Nicieza wächst die Sicht auf diesen Zwiespalt der Situation deutlich. – Inzwischen zeugen weitere Ereignisse davon, wie tiefgreifend auf Heldenseite noch vorgegangen wird und wie stark die Zweifel über das eigene Vorgehen werden.
Kleine Geschichten und She-Hulk und Quicksilver runden diese pralle Geschichtensammlung aus dem Civil War ab.

Die Umwälzungen im Marvel-Universum brauchen sich hinter denen des DC-Universums nicht zu verstecken. Wer ein Lesevergnügen sucht, das wichtige Veränderungen rund um die Fantastischen Vier, Rächer und Thunderbolts einläutet, kann mit dieser Lektüre nichts falsch machen. :-)

Nachtrag: Peter Davids Meinung zum neuen F4-Film

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Mittwoch, 23. Mai 2007

Spider-Man 37

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 21:09

Spider-Man 37Aus Freunden sind Feinde geworden. Spider-Man hat ein Problem mit der Lagebesprechung. Iron Mans Anweisungen sind militärisch wie und je angesichts der schwierigen Aufgabe. – Und Peter gefällt die Situation überhaupt nicht.
Der Gefangenentransport wird eine schwierige Angelegenheit. Alle beteiligten Bewacher wissen das – die Superhelden sind ebenso im Bilde wie die normalen Sicherheitsbeamten. Die Stimmung ist äußerst angespannt, denn jeder weiß, dass die potentiellen Angreifer Freunde sein werden.
Sind sie wirklich noch Freunde? Kann es sein, dass eine Gesetzesvorgabe Freunde durch einen schlichten Beschluss zu Feinden gemacht hat?

Nicht nur Sicherheitskräfte und Superhelden sind nervös. Entlang der Strecke des Gefangenentransports haben sich Demonstranten eingefunden. Auch hier ist die Meinung gespalten. Spider-Man versucht die Übersicht zu behalten. Die Scanner zeigen keine nennenswerten Gefahren an. Iron Man glaubt, alles im Griff zu haben. Plötzlich meldet sich der Spinnensinn. Die Angreifer nähern sich – von unten.
Sofort wird der Transport umgeleitet. Die Helden bemerken ihren Fehler viel zu spät, denn auf der neuen Route durch die Yancy Street haben schon ganz andere Helden schlechte Erfahrungen gemacht. Schließlich kommt es zu einem Kampf, den Spider-Man nie gewollt hat.

Peter hätte seinen Mund halten sollen. Aber, nein, er musste es Iron Man nachmachen und vor aller Augen seine wahre Identität enthüllen.
Spidey wird zur besonderen Zielscheibe. Es geht steil in die Tiefe. Unterdessen, noch im Sturz, kommt es zu einer saftigen Prügelei mit Scarecrow. Die Halluzinationen, hervorgerufen durch die kleinen Spielereien des Schurken, gaukeln Spidey sogar das Auftauchen des grünen Kobold vor. Aber Spideys neue Ausrüstung birgt Überraschungen, an die sich so mancher Feind noch nicht gewöhnt hat. Und auch mit seinem Humor kommt nicht jeder Feind klar.
Manche sind einfach genervt davon, dass sein Mundwerk nie stillzustehen scheint (was teilweise auch auf seine Freunde zutrifft), wieder andere scheinen nicht zu verstehen, wann etwas ernst gemeint ist oder nicht. So verhält es sich auch mit Will-O-The-Wisp, dessen Name Spidey schon zum Lachen bringen sollte. Allerdings unterschätzt er seinen Feind auch und erhält im nächsten Moment die Quittung für seine Unachtsamkeit.

In Ausgabe 37 der Spider-Man-Saga treffen sich in zwei Episoden ein paar sehr bekannte Macher aus der Comic-Szene. Mit J. Michael Straczynski ist sogar ein Autor am Start, der sich bereits mit vielen spannenden Spidey-Szenarien etabliert hat. Erprobt im Science Fiction-Genre mit der Fernsehserie Babylon 5 hat er sich schon lange einen Namen im Bereich der Comics gemacht.
Seine Arbeiten im Team zusammen mit John Romita Jr. sind sicherlich kleine Meilensteine der Spider-Man-Saga. In der 3. Episode zu Krieg im eigenen Land hat er einmal mehr einen Partner gefunden, der einen ähnlichen Stil wie Romita zu Papier bringt: Ron Garney zeichnet etwas exakter und doch hinterlassen die Bilder wenigstens den Eindruck, als sei Garney bei Romita in die Schule gegangen.

Garneys satter Zeichenstil reißt mit. Die Bilder sind klasse, aber sie stellen sich nicht mit einem überproportionalen Einsatz von Details der Geschichte in den Weg. Dank der Bildwahl, der –Folge und der Perspektiven entsteht ein filmischer Eindruck. Auch ist es ein Glück, dass Garney durch die Vorlage der Geschichte mit vielen verschiedenen Helden arbeiten darf. Spider-Man (ich will das alte Kostüm zurück) im Kampf mit Captain America ist optisch rasant und grafisch absolut überzeugend.
Garney ist ein Zeichner in bester Marvel-Tradition!

Ein Zeichner ganz anderen Kalibers ist Angel Medina, der Fans bestens bekannt aus dem Horror-Klassiker Spawn sein dürfte. Die Optik seiner Arbeiten, der feine Tuschesstrich, mit dem ihn Inker wie hier Scott Hanna unterstützen, all das macht aus seinen Bildern etwas ganz besonderes. Medina läuft immer dann zur Hochform auf, wenn die Handlung ein Stück weit ins Unheimliche abgleitet. Ähnlich wie Bernie Wrightson, der auch schon eine Spidey-Geschichte gestaltet hat, drückt auch Medina Spider-Man seinen Stempel auf. Der grüne Kobold hat selten wahnsinniger ausgesehen – und selten so gruselig. Das Abschlussbild des Bandes verdeutlicht Medinas Fingerspitzengefühl als Gruselexperte zusätzlich.

Ein sehr gelungener Band aus der Spider-Man-Reihe, der nicht nur aus der allgemeinen Saga, sondern auch aus dem Civil War-Ereignis herausragt. :-)

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Montag, 09. April 2007

Spider-Man 35

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 11:23

Spider-Man 35Wir mögen keine Superhelden. Wo Superhelden sind, gibt es auch Superschurken. Und wer weiß? Vielleicht wird aus einem Superhelden eines Tages ein durchgedrehter Superschurke? Alles schon vorgekommen. – So oder ähnlich lauten die Vorbehalte gegen Superwesen, die sich in der Gesellschaft immer mehr verfestigen.

Inmitten dieser Vorurteile versucht Peter Parker seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Stimmen, die nach einer Registrierung aller Superwesen rufen, werden immer lauter und erlangen in der Öffentlichkeit immer mehr Gewicht. Peter ist im Zweifel. Immer hat er gefürchtet, dass seine Identität bekannt wird und somit diejenigen, die ihm am liebsten sind auf der Welt, zur Zielscheibe werden. Peter fürchtet um das Leben von Tante May und seiner Frau Mary Jane.

Tony Stark, der kein Geheimnis mehr um sein Leben als Iron Man macht, stellt Peter vor eine ganz einfache Wahl, bei der es keinen Mittelweg gibt. Peter wird sich entweder auf die Seite des Gesetzes stellen oder er wird zum Gesetzlosen werden. Als solcher wird er kein Rächer mehr sein können. Er würde zu dem, was Jonah Jameson immer im Daily Bugle gepredigt hat.

Dynamo kann es nicht lassen. Seine Kräfte reichen ihm auf herkömmliche Weise nicht mehr. Also beschließt er, diese mittels einer kleinen Apparatur zu verstärken. Spider-Man beeindruckt diese Kraftsteigerung aber keineswegs. Mit einem hat er jedoch nicht gerechnet: Mit einer eigenen Kraftsteigerung. An den Wänden zu haften ist für Spider-Man inzwischen die normalste Angelegenheit der Welt. Doch was passiert, wenn die Haftkraft zu groß wird und er die halbe Wand bei einer Kletterpartie mit sich nimmt? Oder alles andere an ihm haften bleibt? Zeitungen, Tiere, von seinem Netz ganz zu schweigen.

Peter Parker wollte einen normalen Lehrertag im Museum verbringen. Seine Erfahrung hat ihn gelehrt, dass Schüler zwar anstrengend sein können, aber sie machen keinen so großen Ärger wie Superschurken.
Was tun, wenn bei seiner Allerweltsarbeit, plötzlich Helden und Schurken auftauchen? Nichts Böses ahnend, bricht plötzlich die Decke des Museums ein und ein aufgeregter Ben Grimm alias Das Ding macht den Ausstellungsraum zu seinem Kampfschauplatz gegen ein Mitglied der Wrecking Crew: Crusher Creel. Das Ding ist wenigstens so höflich, die Augenzeugen zu warnen. Creel nimmt keinerlei Rücksicht.
Nur, wie soll es Peter schaffen, in diesem Durcheinander als Spider-Man einzugreifen?

Spider-Man 35 bringt dem Leser drei Geschichten, drei Stile, erzählerisch wie zeichnerisch, und gibt so einen sehr guten Querschnitt von dem, was sich gerade in Peters Leben abspielt.

Den Auftakt, unter der Regie von J. Michael Straczynski bildet der erste Teil von Krieg im eigenen Land, einem Erzählstrang der übergreifenden Storyline von Civil War, jenem neuen umwälzenden Abschnitt aus dem Marvel-Universum.
Die Superhelden werden gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden. Sie müssen ihre Masken fallen lassen. Wer weiterhin verdeckt agieren will, stellt sich gegen das Gesetz und ist fortan ein Gesetzesbrecher. Bisherige Heldentaten werden nicht als strafmildernd akzeptiert. Die Öffentlichkeit mag all die Schäden und Opfer nicht mehr hinnehmen, die durch die Kämpfe in den Städten geschehen (oder im All, in anderen Dimensionen und und und). – Die endgültige Wende bilden die schreckliche Verwüstung und hunderte von Todesopfern, die eine Folge der Verhaftung von Superschurken durch ein sehr dilettantisch agierendes Heldenteam wird. (siehe Civil War 1)
Von all dem weiß Spider-Man zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Die Entscheidung Peter Parkers ist ein wirklich Wendepunkt in der Spider-Man-Saga. Straczynski hat sie geschrieben. Leider ist sein Kollege John Romita Jr. nicht dabei. Doch kann der Leser mit der Arbeit von Ron Garney auch zufrieden sein. Garney ist viel realistischer orientiert als Romita Jr. und er kann sich mit seinen Zeichnungen mit den besten seines Fachs messen. Die Tuschestriche, die von Bill Reinhold ausgeführt sind, tun ihr Übriges, um sehr gute Bilder entstehen zu lassen.
(Darf ich sagen, dass mir das neue Spidey-Kostüm nicht gefällt? Gut jedenfalls, dass wieder sein altes Kostüm herausholt.)

Die anderen beiden Geschichten haben eine humorvolle Grundstimmung. Ganz besonders jene Episode um den Saft, der Haftkraft schafft. Spidey hatte schon die eine oder andere Schwierigkeit, mit seiner Spinnenkraft umzugehen. (Man erinnere sich nur, an die Nachstellungen anderer Spinnenwesen oder die Verwandlung.) Aber die neue Bodenhaftung ist schon sehr ungewöhnlich. Der Humor in dieser Form ist fein zu lesen und es ist immer wieder schön, wenn die sonst so ernsten Helden sich selbst mal auf die Schippe nehmen – oder besser nehmen lassen.
Auf Spidey passt es jedenfalls – sind doch seine witzigen Sprüche in der letzten Zeit etwas Mangelware geworden.

Eine gelungene Mischung aus Geschichten und ein sehr guter Auftakt zu Spideys persönlichem Civil War. (Mit einem sehr schönen privaten Bild von Peters kleiner Familie.)

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