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Comic Blog


Mittwoch, 09. Juli 2008

B.U.A.P. 5 - Die universelle Maschine

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 14:09

B.U.A.P. 5 - Die universelle MaschineDie Bomben fallen teppichartig in den bereits vorhandenen Trichter im Erdboden. Die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen bemüht sich, jede noch so kleine Möglichkeit auszuschließen, dass aus dieser Grube jemals wieder eine Monströsität erstehen kann.
Doch das ist das Tagwerk. Insgeheim sind die Kernmitglieder des Büros immer noch mit dem Tod eines der ihren beschäftigt. Roger, der Homunkulus, wurde beim letzten großen Fall zerstört – getötet? Die Zweifel darüber, ob etwas getötet werden kann, was eigentlich nie lebte sind groß. Und so wollen einige die Hoffnung auf eine Wiedererweckung nicht aufgeben.

Dr. Corrigan reist mit einem Gehilfen, Andrew Devon, nach Frankreich. Hier soll ein Antiquar namens Thierry über ein besonderes Buch verfügen, das Informationen zur Wiederbelebung von Roger enthalten könnte.
Aber die Räume des Antiquars entpuppen sich als Falle. Während Andrew verzweifelt versucht, mit der B.U.A.P. Kontakt aufzunehmen, teilen sich daheim Daimio, Liz, Johann und Abe ihre Erlebnisse mit dem Tod. Zwar lästert Daimio in einem fort über derlei Gefühlsduselei, aber ein wenig kommen doch alle einander näher.

Die Gruppe ist zerrissen. Ein Mitglied der Mannschaft wurde getötet und hinterlässt eine große Lücke. Jener, der sich bemühte, menschlicher zu werden, musste sterben. Der Tod eines Mitglieds der Stammbesatzung einer Serie ist immer ungewöhnlich, ungewöhnlicher noch, wenn es ein sehr sympathischer Charakter war, den sich Mike Mignola da ausgedacht hat. Der Versuch der Wiederbelebung wird von Mignola und John Arcudi auf zwei Ebenen geschildert.
Einerseits sind die Behördenmitglieder immer noch geschockt – und auch ratlos – andererseits gerät die Suche nach einer Lösung direkt wieder zu einem unheimlichen Abenteuer, in dem sich die sonst eher zurückstehende Dr. Corrigan behaupten kann.

Durch eine geschickte Verschachtelung der einzelnen Rückblicke wie auch der aktuellen Geschehnisse entsteht eine ungewöhnliche Gesamtgeschichte, die vielleicht nicht für jeden Leser so eingängig ist, wie er es von vergangenen Ausgaben her kennt. Dafür kann Die universelle Maschine mit einem erhöhten Schauermähr-Faktor aufwarten. Im südamerikanischen Dschungel, in vornehmen Salons, in denen mit den Toten kommuniziert wird oder in der kanadischen Kälte warten göttliche Geister oder gruselige Mythenfiguren wie der Wendigo. Bei dieser Begegnung findet der Leser auch einen Gastauftritt von Hellboy, da dieser zu jener Zeit noch Mitglied der B.U.A.P. war.

Die Erinnerungen bilden eine unheimliche Welt ab, in der das Finstere und Jenseitige eine Selbstverständlichkeit ist. Jedenfalls regt sich am Tisch der kleinen Behördenkantine keiner sonderlich über die Erlebnisse der anderen auf – wie auch nach all den vorhergehenden Abenteuern. Und dennoch hat das Geschehen um Dr. Kate Corrigan eine neue Dimension, im wahrsten Sinne des Wortes.
Da man als Leser glaubt – auch als Neueinsteiger – man habe durch die Augen von Daimio, Liz, Abe und Johann alles gesehen, wird man durch die Erlebnisse auf dem Schloss eines besseren belehrt. Der Sammler, der sich selbst Thierry nannte, dürfte entgegen seiner Unscheinbarkeit zu den gefährlichsten Feinden der Behörde zählen.

Er umgibt sich mit Monstren und Absurditäten wie andere Sammler mit Knibbelbildern, ist höhnisch, umgibt sich mit Vampiren und Werwölfen und hat sich eine furchtbare Kraft zueigen gemacht. Als diese ausbricht, wird noch einmal das, was der Leser bis dahin als eine Art Höhepunkt der Geschichte definierte, über den Haufen geworfen.
Das grafisch sehr gut zusammenarbeitende Team Guy Davis (Zeichnungen) und Dave Stewart (Farben) erschafft hier einige Wesen, die einfach wirken, abstrus, unförmig und doch irgendwie echt, in der Art und Weise, wie sie das Hellboy-Universum bevölkern. So gerät das Finale zu einem Blick in eine kuriose Vorstellungskraft, die aber den Ideenreichtum von Mike Mignola ausmachen, der sich noch nie scheute, sich auf Experimente einzulassen und damit seine Leser zu verblüffen.

Mit dieser Geschichte verabschieden sich Mike Mignola und John Arcudi von Roger, dem Homunkulus. Es ist selten, dass ein derartiger Aufwand für eine Verabschiedung einer Comic-Figur betrieben und gleichzeitig eine tiefer gehende Darstellung aller beteiligten Charaktere daraus wurde. Sehr unterhaltsam, mysteriös, ein wenig mehr wie Hellboy, nur ohne Hellboy, mit einem traumhaften Finale, das es in sich hat. :-)

B.U.A.P. 5 – Die universelle Maschine: Bei Amazon bestellen

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Dienstag, 11. März 2008

Zombies - Zeichentrickspaß

Abgelegt unter: Meldungen — Michael um 19:31

Als die Zombies die Welt auffraßen - ZeichentrickserieNun werden einige sagen: Zombies und Spaß? Wo passt das zusammen? In gewissem Sinne passte das im so genannten Splatter-Genre immer schon zusammen. Inzwischen sind Zombies salonfähig geworden. Vorbei die Zeiten, als in der Tagesschau schockierende Aufnahmen aus einem neuen Zombie-Film gezeigt wurden. Der Zombie als solcher ist ein moderner Frankenstein. Ein Wiedergänger, der Probleme mit seiner Anpassungsfähigkeit an die normale Welt hat. Und seltsame Essgewohnheiten - nur nicht in der Albenreihe von Guy Davis und Jerry Frissen. Hier hängen Zombies nur herum und nehmen hauptsächlich Platz weg. (Und stinken - aber das ist sowieso ein beliebter Fluch bei den Amerikanern.)
Wer mehr über die Zombie-Parodie Als die Zombies die Welt auffraßen erfahren möchte, kann das online mit der ersten Zeichentrickepisode tun, die sich sehr gut an die Vorlage hält:
www.humano.com/zombies/video.php
Die Folge ist auf Englisch gedreht und französisch untertitelt.

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Samstag, 01. März 2008

Als die Zombies die Welt auffraßen

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 15:18

Als die Zombies die Welt auffraßenIm Jahre 2064 haben sich die Toten wieder aus ihren Gräbern erhoben und wandeln unter den Menschen. Entgegen altertümlicher Horrorgeschichten sind diese Wesen nicht darauf bedacht, die Lebenden zu fressen. Deshalb werden sie auch nicht bekämpft. Den meisten Toten reicht ein gemütliches Plätzchen vor dem Fernseher vollkommen aus.
Allerdings vertragen sich die zurückgekehrten Toten nicht immer sehr gut mit den Lebenden. Eigentlich sind die Toten auch ganz schön lästig. Ganz besonders wenn sie herumlungernde Schwiegerväter sind und die eigenen Kinder ermahnt werden müssen, nicht auf den Verstorbenen zu schießen – obwohl diesem das vollkommen gleichgültig ist.

Natürlich kann man versuchen, die Zombies – oder wie es auf Neudeutsch heißt: Vital Beeinträchtigte – diskret, mehr oder weniger jedenfalls, aus dem Weg zu räumen. Nur, erlaubt ist das nicht. Die wenigen Zombie-Beseitiger agieren demnach am Rande der Legalität und sind selbst reichlich merkwürdige Vögel.
Einer von ihnen ist Karl Neard, ein selbst ernannter Abenteurer mit Akne, der noch daheim bei seiner Mutter und ihren zwei kleinen Hunden lebt. Die Arbeit allerdings liebt er, außerdem kann er sie bewältigen und sie füllt ihn aus. Und manchmal, ja, manchmal findet er dabei sogar die Liebe seines Lebens - die ist zwar wenig später tot, aber in Zeiten, in denen die Toten zurückkehren, ist die Hoffnung wenigstens nicht vergebens.

Kaum haben sich die Lebenden an die Toten gewöhnt, kommen bereits Umwälzungen in Gang. Es gibt die Vital Beeinträchtigten, die nur herumvegetieren an den alten Schauplätzen ihres Seins, aber es gibt auch jene, die Erinnerungsfetzen mit sich herumtragen, die eine Integration in das gemeinschaftliche Leben geradezu fordern. Tote müssen Rechte haben. Und einen Anführer. Es scheint sogar einer gefunden, doch benimmt er sich nach seiner Wiederauferstehung reichlich seltsam. Und was ist mit Jesus? Und die Apostel? Wenn er nicht jetzt zurückkehren kann, wenn auch alle anderen zurückkehren, wann denn sonst?

Inmitten dieses immer größer werdenden Chaos haben Karl, seine Schwester Maggie und Karls einfältiger Freund, der belgische Koloss Freddy Merckx, alle Hände voll zu tun – und nicht nur das: Sie sind maßgeblich an diesem Chaos beteiligt.
Aber das darf niemand wissen.

Als die Zombies die Welt auffraßen ist ein herrlich, politisch absolut unkorrekter Klamauk. Würden die Monty Pythons Comics gemacht haben, hätten sie mit ihrem Humor ähnliches zu Papier bringen können wie Autor Jerry Frissen und Zeichner Guy Davis, der mit B.U.A.P. und Ausflügen in das Aliens-Universum bereits seine gruselige Seite gezeigt hat.
Komödie, Satire, Gruselgeschichte. Als die Zombies die Welt auffrassen hat vieles zu bieten. In Episoden wird aus dieser Welt und aus dem Leben der drei Hauptdarsteller erzählt. Immer weiter verdichtet sich so das Wissen des Lesers um diese merkwürdige Gesellschaft, die sich mit der Existenz der Toten abgefunden hat. Und langsam wird ein roter Faden sichtbar, den Jerry Frissen mit ziemlichen Genuss spinnt, um letztlich mit dieser Zukunftsfarce unsere Gegenwart aufs Korn zu nehmen.

Besondere Zeiten erfordern nicht nur besondere Maßnahmen. In besonderen Zeiten erhalten auch besondere Menschen Chancen, die ansonsten eher ausbleiben. – Oder: Sie machen sich die Hände mit Sachen schmutzig, von denen Otto Normalbürger lieber die Finger lässt.
Liebe in den Zeiten der Toten entwickelt eine ganz eigene Romantik. Karls beispielhafte Romanze zu einer Vital Beeinträchtigten hat keinerlei Seltenheitswert. Auch andere Auswüchse sind bezeichnend. Darunter auch die des Sammlers, der nun endlich die Gelegenheit erhält, sich mit Stars und Sternchen zu umgeben. Wie in jedem Horrorfilm folgt hier die Strafe auf dem Fuße. Es mag sein, dass sich die Toten auf gewisse Weise steuern lassen. Wenn diese in ihrem ersten Leben vornehmlich Zombies im Film gespielt haben, entsteht daraus eine Qualität, die einen Lebenden durchaus nachhaltig vital beeinträchtigen kann, wie es sich sehr bald zeigt.

Jerry Frissen treibt den Humor auch dahingehend auf die Spitze, als sich ein paar jugendliche Zombies aus reiner Langeweile dazu entschließen, sich wie Film-Zombies zu verhalten. Der Klu-Klux-Klan sorgt sich um die Reinheit der Rasse und hat mit solchen, die mit Zombies verkehren, ein neues Feindbild gefunden. In anderen gesellschaftlichen Schichten ist es schick geworden, zum Zombie zu werden. Öffentliche Selbstmorde oder sogar die Implantation von Zombie-Organen – die Ideen scheinen den Menschen nicht auszugehen.
Frissen zeigt eine Menschheit, die ihrer selbst irgendwie überdrüssig ist. Es gibt plötzlich ein Leben nach dem Tod. Also, welche Fragen sind eigentlich noch offen?

Eine ganze Menge, wenn man Karl, Maggie und Freddy folgt.
Da ist die Liebe. Sie ist wichtiger denn je. Sie hält alles irgendwie zusammen. Daran kann sich einer festhalten, darauf lässt sich hoffen, weil, das zeigt sich zweifellos, nach dem Tod ist die Liebe weg. Verlangen, Dummheit, Gier und viele andere menschliche Eigenschaften mögen in dieser Welt den Tod überstehen, nur die Liebe nicht.
Guy Davis lässt den Leser nicht nur einen Blick auf eine völlig verrückte Welt werfen, sondern auch auf ein Trio, das immer sympathischer wird. Karl, Freddy und Maggie, die Freaks dieser Welt, stellen sich schließlich als die Normalen heraus, jene, die nur den Kopf über all den Wahnsinn um sich herum schütteln können. – Na, ja, und manchmal reißt Freddy auch einen Kopf ab. Das liegt in der Natur der Sache. Und weil er eben ein starker Belgier ist.

Als die Zombies die Welt auffraßen ist eine Collage vieler B-Movie-Geschichten. Es ist eine Hommage an die Zombie-Filme unserer Welt. Es ist eine humorvolle Verbeugung vor drei netten Menschen am so genannten Rande der Gesellschaft. In dieser Erzählung mischen sich Wahnsinn und Methode, für die Autoren wie Tom Sharpe und John Irving Pate gestanden haben könnten. Ein klamaukiger und ebenso intelligenter Spaß bietet sich in diesem Band – sicherlich nicht für jedermann. Aber für Freunde eines herrlich anarchistischen Humors bestimmt. :-D

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Sonntag, 10. Februar 2008

B.U.A.P. 4 - Schwarze Flamme

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 12:14

B.U.A.P. 4 - Schwarze FlammeDie Froschplage greift um sich. Überall finden sich neue Nester in unterirdischen Verstecken. Aber die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen ist nicht gewillt, sich Angst einjagen zu lassen. Vehementer als jemals zuvor gehen sie gegen diesen Feind vor, der sich unablässig zu vermehren scheint.
In vorderster Front lassen Captain Daimio und Roger, der Homunkulus, die Waffen sprechen. Die ersten Erfolge sehen viel versprechend aus. Wenn allerdings in einem anderen Tunnel wieder unzählige Augen aufblitzen, dann weiß das gesamte Einsatzteam, dass es noch viel Arbeit vor sich hat.

Liz macht sich Sorgen um Roger. Seit Hellboy das Team verlassen hat, ist Roger auf der Suche nach einem Ersatzvorbild. In Captain Daimio scheint er dieses Vorbild gefunden zu haben, sehr zum Missfallen von Liz. Denn der Captain ist ein Kommisskopp, wie er im Buche steht. Erfolge werden nach der Anzahl der Gefallenen berechnet, eine Einstellung, die Liz zuwider ist. Sie befürchtet nicht zu Unrecht, dass Roger durch die Übernahme zu vieler negativer Eigenschaften des Captains in Gefahr gerät.

Derweil bereitet man sich bei Zinco, einem riesigen Konzern, in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf eine Lage vor, von der die B.U.A.P. noch nicht einmal etwas ahnt. Ein Konzernchef mit einem kranken Interesse am Zweiten Weltkrieg versucht sich seine eigene Mythologie zu erschaffen. Machtzugewinn steht dabei im Vordergrund. Mittels der Frösche will er erobern, herrschen. Ein spezieller Anzug sorgt dafür, dass die Schwarze Flamme neu erstehen kann. Aber Mr. Pope, der Konzernchef, begeht einen folgenschweren Fehler.

Selten sahen sich die Teammitglieder des B.U.A.P. einer größeren Gefahr gegenüber. Mike Mignola und John Arcudi haben ein wahres Weltuntergangsszenario geschaffen, in dem sie nicht kleckern, sondern klotzen.
So drastisch wie in dieser Episode wurde der Alltag der B.U.A.P. noch nicht gezeigt. Selbst Hellboy, der einige sehr große Abenteuer erlebt hat, wurde noch nicht mit diesen Ausmaßen konfrontiert. Diesmal sind auch viele Red Shirts dabei, um den Ausdruck aus Star Trek zu gebrauchen, viele Sicherheitskräfte, die auf der Strecke bleiben.
Wie bereits erwähnt, sehr zum Unmut von Liz Sheridan, die glaubt, der Captain verheize seine Leute bei Kampfeinsätzen, um zu gewinnen.

Mignola und Arcudi beginnen nicht nur mit einem Knalleffekt, sie legen mit einem Rätsel auch gleich die Basis für das Gerüst der gesamten Handlung.
Wenn eine Handlung mit einem Knalleffekt beginnt, setzen sich Autoren zugleich eine hohe Hürde, denn diese Messlatte muss in höherer Position erneut übersprungen werden. Die Ideen, die dazu nötig sind und die den Leser regelrecht überfluten, sind bombastisch, ungewöhnlich und absolut von der Phantasie Mignolas durchdrungen. Wieviel davon Arcudi zuzuschreiben ist, lässt sich nicht recht beantworten. Zweifellos aber scheint die Zusammenarbeit laut Mignola mehr als nur gut geklappt zu haben, denn die Geschichte wirkt wie aus einem Guss.

Die Idee der Schwarzen Flamme ist wieder einmal sehr gruselig und wirkt wie ein Konzept aus einer Verneschen Zeitperiode. Aber gerade diese antiquiert erscheinenden Ideen erzeugen eine unglaubliche Atmosphäre. Es ist der Gegensatz aus High Tech in den gezeigten Labors und der merkwürdigen Rüstungsschutzbekleidung der Schwarzen Flamme, der Gegensatz von modernen Waffen und monströs angreifenden Wesen wie auch der Kampf-Jets, die sich später auf den Giganten stürzen, die diesen enormen Reiz der Geschichte ausmachen. Denn zugleich wird die Machtlosigkeit der Technik gegen uralte Magie gezeigt. Dies beschwört einen starken Spannungsbogen herauf, vor allem treibt es die Erwartungshaltung des Lesers auf die Spitze, der einen bombastischen Showdown erwartet – und nicht enttäuscht wird.

Das Besondere ist der Umstand, wie schön in der Handlung mit den Charakteren gespielt wird. Liz Sherman erfährt noch mehr Tiefe durch verschiedene Details wie der alten Frau oder dem geheimnisvollen Fremden aus ihren Träumen. Wie Mignola selber über die Ideen Arcudis aussagt – so, wenn es um den geheimnisvollen Chinamann geht – man müsse Arcudi einfach vertrauen, denn auch er, Mignola, tappe mitunter im Dunkeln, was diese Ideen angehe.

Guy Davis und seinen Charakterkopfstudien ist es zu verdanken, dass die handelnden Figuren außerdem an Tiefe gewinnen. Aus diesen Gesichtern kann der Leser noch mehr ablesen, in Augen, Gesichtszügen und Haltungen steckt noch mehr. Die Inszenierung erinnert ein wenig an Theater. Mit punktgenauen Szenenbildern werden noch bessere Eindrücke geschaffen, als es die geschriebene Vorlage erreichen kann.
Wie sehr die Bilder von Davis noch gesteigert werden können, zeigt das Koloristentalent von Dave Stewart. Der Auftakt ist in feurige Explosionen getaucht, grünlich dunkle Tunnel folgen, blaues High Tech- und Schneelandschaftsambiente lösen bunte Träume und finsterblaugrüne Weltuntergänge ab. Wer einfach nur durch die Seiten blättert, kann sehr schnell erkennen, wie gut Stewart die Farben aufeinander abstimmt und sich einer bestimmten Grundpalette bedient, die einen atmosphärischen Faden erzeugt, der mehr als nur eine Stütze für die Geschichte ist.

Drei Bereiche, Text durch Mignola und Arcudi, Entwurf und Zeichnung durch Mignola und Davis sowie Farbe durch Stewart finden in dieser Ausgabe in perfekter Harmonie zueinander. Anders lässt sich dieses gute Zusammenspiel nicht erklären. Am Ende steht das ideale Leseerlebnis für alle Grusel- und Mystery-Fans – für Mignola-Fans sowieso, die sich so die Wartezeit bis zur zweiten Hellboy-Filmausgabe gut verkürzen können. :-D

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Dienstag, 14. August 2007

Aliens 1

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 14:09

Aliens 1Er ist ein Mörder. Töten ist sein Beruf. Er geht ohne Mitleid ans Werk. Trotzdem gibt es diesen Alptraum. Sie beobachten ihn. Sie sehen, wie er tötet. Beobachtet zu werden, wie er arbeitet, ist für ihn furchtbar. Nun ist er an Bord eines Raumschiffs. – Aber er ist nicht der einzige Killer an Bord.
Das Ungeheuer an Bord ist nicht menschlich, und es ist riesig. Niemand hat es genau gesehen, aber alle wissen, was es ausrichten kann. Frank will es wissen. Alleine – denn alleine kann er am meisten ausrichten – macht er sich auf die Suche. Er so oft getötet, warum nicht auch ein Monster?

Sie greifen an! Mein Gott! Sie greifen an. Sie sind überall!
So schnell wie der Kampf begann, endet er auch. Charlie weckt seinen Vater, damit dieser eine Runde Baseball mit ihm spielt. Baseball ist harmlos, gäbe es nicht die Nachbarn, die sich über eine harmlose Runde Baseball aufregen und sich plötzlich in eine monströse Kreatur verwandeln und den eigenen Sohn bedrohen. Wieder wacht er in seiner Pilotenliege auf. Hat er geträumt? Und falls ja, wie kann ihm solch ein Traum einfallen?

Das Pärchen nähert sich dem abgestürzten Fluggerät. Sie hat furchtbare Angst, aber er will unbedingt sehen, was sich im Inneren verbirgt.
Und tatsächlich: Ein riesenhafter außerirdischer Pilot liegt regungslos vor den Steuereinheiten. Zuerst gibt es ein Missverständnis. Obwohl er von humanoider Gestalt ist, scheint er kein richtiges Gesicht zu besitzen. Eine Untersuchung führt ein anderes Ergebnis zutage. Ein spinnenartiges Wesen hatte sich auf dem Gesicht des Fremden festgesaugt. Nun scheint es tot zu sein und lässt sich ohne Gegenwehr abheben. Allerdings ist das wirkliche Antlitz des Besuchers nicht weniger furchteinflößend. Da geschieht das Unfassbare!

Die Flucht aus dem infizierten Raumschiff scheint die einzige vernünftige Lösung zu sein. Leider ist das Kapitän des Schiffes nicht mehr Herr seiner Sinne. Der Gehilfe, dem er erlaubt ihn zu begleiten, wird sich bald der Tatsache bewusst, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann er selbst zum Ziel des Wahnsinnigen wird. Die Lage verbessert sich nicht durch die lebensfeindliche Umgebung, in der sie nach ihrem Absturz gestrandet sind.

Die vier Geschichten im vorliegenden ersten Band der neuen Aliens-Reihe nehmen den Leser mit auf einen Horrortrip durch sehr unterschiedliche Szenarios von einigen der bekanntesten Autoren und Zeichnern der Comic-Szene. David Lloyd (V wie Vendetta, Kickback), Guy Davis (B.U.A.P.), John Byrne (Die Fantastischen Vier), Mike Mignola (Hellboy) und Dave Gibbons (Watchmen) nahmen die Gelegenheit wahr, um sich im Universum der Filmmonster nach einem Design von H.R. Giger zu verewigen.

Bis auf die fast schon nostalgisch zu nennende Geschichte von John Byrne hat es alle anderen Szenarien in die Zukunft verschlagen. Es kann in diesem Band nur persönliche Favoriten geben, denn jede Geschichte für sich selbst genommen, kann begeistern und ist gemäß ihrer Länge für eine gehörige Portion Spannung gut.
Earth Angel ist wegen ihres nostalgischen Ausflugs in die goldenen Horror-40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts ein tolles Kleinod. Byrne zeigt die Bergung eines Außerirdischen aus seinem abgestürzten Raumschiff und hält sich nicht lange mit Erklärungsversuchen auf. Die Aliens sind da und gehen bald auf Jagd. Gemäß des ungeschriebenen Gesetzes, dass Aliens auch stets ein Stück ihres Aussehens aus ihrem Wirt beziehen, hat dieses ganz besondere Alien auch eine ungewöhnliche Stirnpartie. Der Außerirdische konnte sich leider nicht mehr sehr gut artikulieren, bevor das Alien-Jungtier seinen Brutkasten verließ. Damit nicht genug. Diese neue Alien-Gattung ist riesig im Vergleich zu ihren filmischen Vorbildern (von einer Königin einmal abgesehen). Sein Körperbau ist langgliedrig, spinnenhaft. Byrne lässt es aus der Deckung heraus angreifen, in einen plötzlichen Lichtstrahl getaucht, ganz so in der Art, wie der Leser es vielleicht einst in der ersten Verfilmung von Ridley Scott kennen lernte.

Erlösung ist für den Überlebenden der Absturzkatastrophe scheinbar in weite Ferne gerückt. Gibbons gönnt seinem Kämpfer gegen die Monster nicht einmal eine gewohnte Umgebung, sondern lässt ihn auf einem unwirtlichen Planeten stranden. Allein mit sich und seinem Glauben kommt er in Etappen hinter das Geheimnis dieses Absturzes. Mike Mignolas Bilder erschaffen eine fremdartige Welt in düsterem Schwarzweiß. Wie er seine Technik nutzt, um die Aliens in Szene zu setzen, hat schon Storyboard-Charakter. Drastisch führen die beiden Macher dem Leser die Erbarmungslosigkeit der Aliens vor Augen. Der Überfall der Aliens auf die ansässigen Ureinwohner ist blanker Horror, die abschließende Szene ist äußerst rasant – und sehr schlüssig. Gibbons und Mignola haben eine der rundesten Geschichten dieses Bandes geschrieben und gezeichnet.

Ebenso wenig wie die beiden Comic-Autoren so gönnt auch David Lloyd seinem Protagonisten in Glaskorridor nichts. Ein Killer hat keine Gnade zu erwarten. So gesehen, ist die Geschichte ein wenig vorhersehbar, aber dafür nicht weniger spannend, da man nicht erahnen kann, wie es passieren wird. Mit dieser Frage schafft es Lloyd, den Leser bis zum Ende zu fesseln – und er festigt mit dieser Geschichte einmal mehr seine Qualitäten als Schwarzweiß-Zeichner.

Einen puren Albtraum hat Guy Davis inszeniert, anders lässt es sich wirklich nicht nennen. Koloriert, wie in B.U.A.P., hat Davis einen vortrefflichen Stil gefunden. In Schwarzweiß und im direkten Vergleich zu Lloyd oder Mignola kann sein skizzenhafter Stil vielleicht nicht jedem Comic-Fan schnell gefallen. Hierbei muss jedoch beachtet werden, wie Davis seine Technik einsetzt und beinahe etwas von einer Gerichtszeichnung hat. Diese Momentaufnahmen des Horrors schaffen es auf ihre besondere Art eine besonders dichte Gruselatmosphäre aufzubauen.

Vier sehr unterschiedliche Geschichten, unter denen für jeden Horror- und SciFi-Fan etwas dabei sein dürfte. Fans der Aliens werden mit diesem Nachschub an spannenden Handlungen etwas weniger ungeduldig auf die nächste Verfilmung warten können. :-D

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Samstag, 28. Juli 2007

B.U.A.P. - Die Toten

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 12:39

B.U.A.P. 3 - Die TotenDie vergessene Höhle hinter einer Wand ist ein Fall für die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (B.U.A.P.). Roger, der Homunkulus, besitzt nicht die Geduld von Abe Sapien, der die Wand lieber etwas sanfter geöffnet hätte. Rogers Fausthieb reißt ein riesiges Loch in die Wand.
Wenig später steht die kleine Gruppe einem riesigen Skelett gegenüber. Zu aller Beruhigung scheint das Wesen, das dieses Relikt hinterlassen hat, seit langer Zeit verstorben zu sein. Johann, dessen ektoplasmische Erscheinung es ihm ermöglicht mit Toten zu kommunizieren, nimmt Kontakt zu dem Wesen auf. Die Kontaktaufnahme entpuppt sich als mittlere Katastrophe. Wie es sich sehr schnell herausstellt, ist das Wesen über seinen Tod alles andere als begeistert und würde sich mit Vorliebe rächen. Liz Sherman rettet mit ihrer Fähigkeit, Flammen zu kontrollieren, den Tag.

Die vergangenen Ereignisse der letzten Zeit können immer noch nicht zu den Akten gelegt werden. Die Froschplage zieht in den Vereinigten Staaten immer größere Kreise. Die B.U.A.P. ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Damit nicht genug. Abe setzt die Forschungen nach seiner Herkunft fort. Er war einmal ein ganz normaler Mensch – ein Mensch, der sich für seine Zeit mit recht außergewöhnlichen Interessen auseinandersetzte, aber immerhin ein Mensch. Eines Tages verschwand er und ward nie wieder gesehen. Voller Erstaunen erfährt Abe, dass er einst verheiratet war. Die Kenntnis um das schlimme Schicksal seiner einstigen Ehefrau komplettiert das Unglück, das er empfindet. Ob Froschplage oder nicht, Abe will mit seiner Vergangenheit abschließen und überlässt das Team sich selbst.

Derweil gibt es noch ganz andere Probleme. Die bisherige Zentrale ist für die B.U.A.P. viel zu klein geworden. Ein neuer Ort ist bald gefunden – auch ein neuer Führungsoffizier. Benjamin Daimio hat eine Todeserfahrung hinter sich. Sein militärischer Werdegang und seine Narbe, die ihm ein zombiehaftes Aussehen verleiht, tragen nicht zu einem guten Anfang in der Gruppe bei. Der Umzug in das neue Domizil begeistert zunächst alle. Die neue Zentrale in den Bergen von Colorado nimmt sich aus wie eine moderne Trutzburg. Niemand ahnt zu Beginn, dass sich tief in den Eingeweiden der Festung ein grauenhaftes Geheimnis verbirgt.
Während Abe seinen eigenen Dämonen begegnet, tritt der Rest der Gruppe gegen einen neuen Feind an, der dem Team alles abverlangt.

Die dritte Episode der Reihe B.U.A.P. mit dem Titel Die Toten wird von einem sehr guten Team gestaltet. Allen voran ist der Erfinder und Initiator Mike Mignola dabei. Als weiterer Autor kann John Arcudi überzeugen. Zeichner Guy Davis verleiht der Geschichte ein weiteres Mal gekonnt die Optik, während Kolorist Dave Stewart unter Beweis stellt, warum er zu den Besten seines Fachs zählt.

Nach Hellboy geht eine weitere Figur ihrer Vergangenheit nach und versucht zu ergründen, woher sie eigentlich stammt. Einen Ansatz dazu fand der Leser bereits in der zweiten Ausgabe der Reihe Die Froschplage. Hier vertieft Abe Sapien nun die gefundenen Spuren. Abe, der sich bisher durch großen Heldenmut und auch durch Besonnenheit hervorgetan hat, muss feststellen, welche Opfer er in seinem ersten Leben zurückgelassen hat. Für seine Art zu leben haben nicht nur er, sondern auch andere gebüßt – seine Frau hat wegen ihm ein elendes Schicksal zu erdulden. Abes Reise in ein ganz anderes Leben ist eine Geistergeschichte innerhalb des hauptsächlichen Erzählstranges.

Eine gute Geistergeschichte hat stets ein sehr englisches Ambiente. Dabei ist es vollkommen egal, seit wann ein Geist sein Unwesen treibt. Selbst ein amerikanischer Poltergeist kann nicht diesen wohligen Schauer erzeugen, der in der Atmosphäre ehrwürdiger Mauern entsteht, inmitten einer Wohnstatt, die heimelig anmutet und einer Bühnendekoration eines viktorianischen Theaterstücks ähnelt. So wird auch Abes Ausflug in die Vergangenheit zu einer Reise auf eine Bühne, wie sein eigenes Leben sie gestaltete.
Geister sind nicht nur aggressiv, sie verlocken ihre Opfer auch, vielleicht, weil sie nicht alleine sein wollen. Vielleicht, weil sie aus Bosheit ein Opfer in eine Falle locken wollen. Abe begegnet seiner damaligen Frau, die es niemals verwinden konnte, ihren Mann zu verlieren. Auf Abe wartet ein Leben ohne Furcht, ohne Horror. Ein ruhiges Leben an der Seite einer liebevollen Frau inmitten einer riesigen Bibliothek, die nur darauf wartet, zur eigenen Lehre genutzt zu werden.

Obwohl sich der Hauptteil der Geschichte mit einer ganz anderen Handlung beschäftigt und die Erzählung um Abe eher beiläufig stattfindet, weiß sie dennoch richtiggehend zu fesseln. Sicherlich ist sie gruselig, aber die Stimmung ist bei allem Grusel auch romantisch. Ihre Grundstimmung erinnert ein wenig an die Friedhofsgeschichte Wenn wir gestorben sind von Frédéric Boutet. Auch hier liegen Liebe und Tod eng beieinander. Mignola und Arcudi gelingt eine ungeheuer intensive und auch respektvoll erzählte Episode.

Freilich kommt auch die Action und das Rätsel nicht zu kurz. Ähnlich wie die deutschen Wissenschaftler, die im Zweiten Weltkrieg an der V2 arbeiteten, kommen auch andere Gelehrte diverser Fachgebiete nach dem Krieg in die USA. Einer davon ist jene Kreatur, die in einem verschütteten Teil der neuen B.U.A.P.-Festung, die letzten Jahrzehnte verbracht hat. Einmal mehr wird ein fehlgeleiteter Wissenschaftler zum Auslöser der tragischen Ereignisse.
Mignola und Arcudi nutzen die Gelegenheit, um Johann und den neuen Befehlshaber Daimio vorzustellen. Johann zeigt, wozu er imstande ist und mit welcher Zielstrebigkeit er zum Wohle seiner Gefährten ans Werk gehen kann. Johann ist ein rechtes Meisterstück. Er ist eine Figur ohne Mimik – wie auch, ohne Gesicht? So haben Mignola und Arcudi auf sehr gelungene Art andere Möglichkeiten gefunden, Johanns Gefühlsleben auszudrücken und handele es sich dabei nur um die wiederentdeckte Erfahrung des Schwitzens.

Guy Davis, Zeichner des vorliegenden Bandes, und Dave Stewart, der Kolorist, bilden ein hervorragendes Team. Wie Guy Davis selber bemerkt, geht Stewarts Kolorierung eine Einheit mit Davis’ sehr grober Tuscheführung ein. Sicher wird Davis’ Zeichenstil nicht jedem Fan gefallen. So manchem wird er vielleicht zu einfach, zu schlicht sein. Doch wie es sich an vielen Beispielen zeigt, müssen Zeichenstil und Geschichte auch zueinander passen. Die Gruselszenerie und dieser zeitungshafte Skizzenstil verschmelzen regelrecht. Ohne Zweifel hat Davis einen höchst eigenen Stil, kann mit diesem aber auch trefflich das grafische Erbe Mignolas antreten.

Eine höchst spannende dritte Folge, in der sich Johann dem Leser einmal so richtig präsentieren und seine Fähigkeiten vorführen darf. Die beiden Teams, für den Text Mignola und Arcudi, für die Bilder Davis und Stewart, haben ein sehr dichtes Werk geschaffen, das wie aus einem Guss wirkt. Perfekter Action-Grusel! :-D

B.U.A.P. 3 – Die Toten: Bei Amazon bestellen

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Freitag, 05. Januar 2007

B.U.A.P. 2 - Die Froschplage

Abgelegt unter: Mystery, Thriller — Michael um 19:21

B.U.A.P. 2 - Die FroschplageIn Shiloh, einer kleiner Stadt in Massachusetts, ist die Entwässerung eines Dorfteiches ein Erlebnis. Aber niemand rechnete mit einem Leichenfund am schlammigen Grund des Tümpels.
Ein simpler Leichenfund ist eigentlich kein Grund für die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen ihre besten Agenten zu schicken. Da die drei Leichen jedoch so aussehen, als seien sie gerade erst gestorben, wird die Angelegenheit zu einem Fall für Abe Sapien und Roger, den Homunkulus.
Sie sieht nicht mal tot aus. Roger rutscht diese Bemerkung heraus, als er eine der Toten in der Leichenhalle begutachtet. Das Team forscht in der Vergangenheit des Ortes nach, unterstützt durch Constable Rackham. Schnell wird klar, dass die Toten dem Hexenwahn zum Opfer fielen, der vor drei Jahrhunderten in den Vereinigten Staaten zur Geißel der Bevölkerung wurde.
Gäbe es nicht Pastor Blackwood, hätten Abe und Roger den Fall schnell zu den Akten legen können.

Zombies in Moldavien. Abe und der ektoplasmische Johann Kraus kommen in einem entlegenen Dorf an und wollen es zunächst nicht glauben. Der lebende Tote, der ihnen präsentiert wird, belehrt sie eines Besseren.
Eine Spur ist schnell gefunden. Die beiden nehmen ein örtliches Fortbewegungsmittel, einen Trabbi (!), und gelangen zu einem alten Kloster, in dem ein furchtbarer Tyrann seine letzte Ruhestätte fand.

Aber der furchtbarste Schrecken entspringt schließlich der Behörde selbst. Man dachte, man hätte alles unter Kontrolle, doch ein Zwischenfall entlässt einen der schrecklichsten Feinde der B.U.A.P. in die Freiheit.
Ein riesiger Pilz infiziert Menschen und macht aus ihnen froschähnliche Monster, die dem Bösen huldigen und es verteidigen. Gleich zu Beginn ihrer Nachforschungen müssen sich Abe, Liz und Johann gegen verwandelte Wächter der Behörde verteidigen. Was als Desaster beginnt, wird bald zu einer ausgewachsenen Katastrophe, weil die Flucht des Pilzes immer weitere Kreise zieht.
Crab Point, ein kleiner Ort in Michigan, scheint zunächst ausgestorben zu sein. Sobald der Beobachtungshubschrauber jedoch über dem Ort kreist, wird er angegriffen. Das Team wird getrennt.

Mit B.U.A.P. – Die Froschplage gehen die Mitglieder der Behörde um Abe Sapien in eine neue Runde und diesmal in Farbe.
Zwei kleinere Geschichten, Dunkle Wasser und Im Osten nichts Neues läuten ein episches Abenteuer ein, in dem es dem Fan kaum auffallen dürfte, dass Hellboy fehlt. Abe Sapien ist seiner Nebenrolle entwachsen.

Die Zeichner Guy Davis und Cameron Stewart teilten sich die Arbeit am vorliegenden Band. Guy Davis hat die Hauptarbeit mit der ersten Kurzgeschichte und den einzelnen Episoden der Froschplage. Stewart verfolgt mit seinen Zeichnungen einen sehr klaren Stil. Davis ist eher derjenige, der einerseits ungeheuer treffend skizzieren kann und andererseits mit wenigen Strichen eine Szene, ein Gerät oder Fahrzeug für den Betrachter auf Papier bannen kann. Und je gruseliger das Szenario wird, desto mehr kann Davis zeigen, was er kann.

Besonders in der groß angelegten Geschichte um die Froschplage zieht Davis alle Register seines Könnens. Zusammen mit der Geschichte tastet er sich an die einzelnen Teammitglieder heran. Abe, der aus seinem Wasserbett erwacht, Johann, der erst gar nicht geschlafen hat und deshalb nicht von Alpträumen geplagt wird, und Liz, die nicht so ganz auf der Höhe scheint und schließlich doch ihre Kräfte sehr gezielt einsetzen kann. Durch die Farbgebung von Dave Stewart werden aus Davis’ Zeichnungen plastische, rasante Abenteuer.
Autor Mike Mignola hat, wie die Skizzen im Anhang zeigen, eng mit Davis zusammengearbeitet, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Deshalb scheinen die gruseligen Szenen in der vorliegenden Ausgabe besonders intensiv zu sein – hier sind folgende Szenen zu nennen: Rogers Begegnung mit einem kleinen Mädchen, das sich in ein Monster verwandelt. Die Gemeinde, die einen ganz besonderen Elefantenmenschen anbetet. Abes Reise in die ureigene Vergangenheit, wo er alles über seine Herkunft erfährt.

Mignola setzt kleine Anspielungen gekonnt ein. Das viktorianische U-Boot ist fast eine Verneigung vor Jules Verne. Der springende Ball: Genre-Fans werden den Einsatz eines solchen Balls aus dem Gruselfilm The Changeling kennen. Und der Elefantenmensch bedarf keiner Erläuterung mehr.
Die Froschplage hat alles, was spannende Unterhaltung ausmacht. Sie reißt die Charaktere mit, fordert ihnen alles ab und gibt ihnen noch mehr Tiefe, indem er ihre Vergangenheit und ihre Fähigkeiten vervollkommnet. Ein gutes Beispiel für Mignolas Einfallsreichtum ist die neue Hülle, die sich Johann Kraus kurzzeitig aussuchen muss.

Ein großartiger, sehr intelligent erzählter Mystery-Thriller, nicht nur für Genre-Fans. Mignola hat sich eine neue Messlatte gesetzt. :-D

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