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Comic Blog


Mittwoch, 13. Februar 2008

Green Lantern 7

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 21:16

Green Lantern 7Sinestro beschwört die Gelbe Laterne und lädt seine Macht auf. Vom Hass erfüllt, strahlt der Verbrecher in altem Glanz und setzt seinen Plan von der Erschaffung eines eigenen Corps fort. Unterdessen sind die Helden auf der Erde noch ratlos. Sich mit Zoom zu schlagen, lenkt sie eher von ihrem wahren Problem des Sinestro Corps ab. Hal Jordan findet die Antwort auf der Erde nicht. Kurz darauf kehrt er ins All zurück, nicht ahnend, dass sich schon bald alles für ihn verändern wird.

Green Lanterns (oder auch in alter Zeit: die Grünen Leuchten) sind als Organisation wie auch als Einzelcharaktere immer eine gute Grundlage für Geschichten gewesen. Dank der vielen Möglichkeiten, die sich aus einer intergalaktischen Wächtertruppe ergeben, können Autoren sich vieles einfallen lassen, das im eng begrenzten Raum der Erde so nicht machbar wäre. Einer der guten alten Feinde der Grünen Leuchte, Verzeihung, Green Lantern ist Sinestro. Sein Ring, der mit gelber Energie funktioniert, besaß früher die Oberhand über die Ringe der Green Lanterns – wegen ihrer Verteidigungslosigkeit gegen Gelb.

Inzwischen hat sich das geändert. Ähnlich wie die Furcht in Star Wars eine Beeinflussung der Macht bewirken kann, ist die Furcht hier dafür verantwortlich, wenn Grün gegen Gelb nicht mehr bestehen kann.
Waren schon die Auseinandersetzungen zwischen Sinestro und Hal Jordan, der Ur-Leuchte, spannend genug, führt der Sinestro Corps War die Linie der Massenspektakel fort und hetzt eine Armee von Gelben gegen das Corps der Grünen.

Der Auftakt hierzu wird von Geoff Johns geschrieben. Sinestro ist wieder da, während auf der Erde sich die Helden fragen, was es mit dem gelben Ring auf sich hatte, der Batman dazu aufforderte, sich den Sinestro Corps anzuschließen – Batmans indirekte Bewerbung für dieses Corps war seine Fähigkeit, bei anderen, insbesondere Schurken, Furcht zu erzeugen. Batman lehnte ab.
Das ist jedoch bei vielen anderen Kandidaten im Weltall nicht der Fall. Die Wesen, die Sinestro um sich versammelt, sind dank der zeichnerischen Fähigkeiten von Ethan Van Sciver eine wahre Horror-Show geworden. Monströse Fratzen, an Dinosaurier oder entstellte Vampire erinnernd, durchsichtige Figuren, die in ihrem Innern etwas verdauen, das an menschliche Knochen erinnert. Und es kommt noch besser. Ein Superman-Cyborg, dessen Erscheinungsbild grandios an einen Terminator erinnert, sowie Superboy Prime, jener Chaot, der mit seinen Gewaltakten ein ganzes Comic-Universum umkrempelte, sind auch mit von der Partie.

Alleine durch die letztgenannten Fieslinge wird es für den Leser deutlich, dass es mehr als nur hoch her gehen wird.
Und tatsächlich, als Ivan Reis in der nächsten Episode in diesem Band den Zeichenstift übernimmt, kommt es bereits zur (vom Leser wohl auch ersehnten) nächsten Konfrontation.

Die Vielfalt der verschiedenen Wesen macht auch einen der vielen Reize dieses Abenteuers aus. Neben den zahlreichen Völkern, die bei den Green Lanterns vertreten sind, existieren im Sinestro Corps Wesen, von denen manche als Hommage erscheinen. Jene attraktive Frau im gelbschwarzen Dress ist körperlich gut anzuschauen, aber ihr Gesicht ist häufiger durch ihre langen Haare verhüllt. (Später erfährt der Leser auch wieso.) Irgendwie fühlt man sich an den Ring erinnert, an jene Kreatur, die nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne ihre Opfer holen kam. Ob Hommage oder nicht, letzteres haben die beiden Monströsitäten auf jeden Fall gemeinsam, wenngleich die Gelbe Leuchte mit dem Furcht erregenden Gesicht viel brutaler zu Werke geht. – Und nicht nur sie.

So bieten sich in der dritten Episode Einblicke, die nicht an der Tagesordnung sind. Krieg verursacht Opfer, doch hier ist das Zeichnerteam Patrick Gleason und Angel Unzueta, die den Stift von Reis übernommen haben, vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen.
Johns wird hier abgelöst von Dave Gibbons, der den Leser nun auf Nebenschauplätze führt und an der Seite von Sinestro nach Hause zurückkehrt.

Ethan Van Sciver, Ivan Reis, Patrick Gleason und Angel Unzueta schenken sich gegenseitig nichts. Das zeichnerische Niveau bleibt durchgehend hoch. Die Zeichnungen von Van Sciver und Reis gefallen mir etwas besser, doch das ist ein rein subjektiver Eindruck, und mag auch mit der tollen Tuschearbeit von Oclair Albert zu den Zeichnungen von Reis zusammenhängen.
Unbestritten gut ist die Arbeit des Koloristen Moose Baumann, der die beiden Episoden von Van Sciver und Reis mit exzellenten Farbspielen bereichert. Wie toll sich Eindrücke nur mit Varianten von Gelb und Grün schaffen lassen, kann hier beispielhaft richtig bestaunt werden.

Es herrscht Krieg. Das DC-Universum kommt nicht zur Ruhe. Packende Action dank sehr guter Künstler und eine gute Erzählung dank versierter Autoren. Mit dieser Saga um das Sinestro Corps War gibt die Figur der Grünen Leuchte noch einmal richtig Gas. :-)

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Freitag, 28. Dezember 2007

Infinite Crisis

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 23:10

Infinite CrisisWonder Woman eine Mörderin? Das Bild der Helden dieser Erde ist angekratzt. Batman ist von Paranoia zerfressen. Die Helden sind zerstritten. Die Bedrohung von Brother Eye wird stärker. Doch damit nicht genug. Von weit her, aus einer anderen Realität, eilt eine Bedrohung heran, mit der niemand rechnen konnte.

Die Infinite Crisis ist eines jener Monumentalfilm-Ereignisse, wie sie sich nicht häufig in der Comic-Landschaft finden. Überbordende Bilder, Massenszenen auf einer Seite, eine getriebene Handlung, beinahe von den Ereignissen gejagt – ähnliche Comic-Ereignisse finden sich nur in Szenarien wie Rächer aller Zeiten oder das Crossover der Rächer und der JLA. In letzterer Veröffentlichung übernahm der Altmeister George Perez den Zeichenstift, langer Begleiter der Rächer. Ausflüge führten ihn auch in das untergegangene Crossgen-Universum. Mit den Titans oder auch Wonder Woman erkundete er das DC-Universum.

Vor dem Hintergrund jener besonderen Fertigkeiten von Perez, die verwirrend detailreiche Bilder entstehen lassen, ist nun Phil Jiminez der Erbe, jener der den Hang zu Massenszenen fortführt. Und Jiminez übernimmt dieses Erbe äußerst glanzvoll.
Einige der Massenszenen gehören in Postergröße gedruckt und eingerahmt – und wer derart versiert sein sollte beispielsweise in einer Schlachtszene in Metropolis alle Helden und Schurken beim Namen zu nennen, müsste einen Preis von DC erhalten.

Jiminez wird unterstützt von George Perez, Jerry Ordway und Ivan Reis. Die Hauptarbeit leistet Jiminez, aber es ist toll zu sehen, wie sehr die Bilder der drei anderen im roten Faden von Jiminez aufgehen und sich angleichen. Freilich sind ihre Stile noch erkennbar, besonders Perez kann sich nicht verstecken.
Insgesamt, wenn solche Könner aufeinandertreffen, ist das Ergebnis ein Höhepunkt im Superhelden-Comic.

Als besonders gelungene Figur sticht der alte Superman von Erde 2 heraus. Optisch wie auch von der Konzeption ist er sehr dicht geraten. Eine lange wie auch verzweifelte Geschichte hängt ihm an. Die Lois der anderen Erde stirbt. Ihr Tod ist ein endgültiger Bruch mit der Vergangenheit, ein Bruch den der Alte dem jungen Superman von Erde 1 anlastet. Diese Erde, unsere, scheint nur noch von Verderbtheit durchdrungen, belastet von Zorn, Furcht und Hass. Selbst eine Wonder Woman war zu einem Mord fähig.
Alt-Supies Charakterdarstellung hat echte Tiefe, er wirkt auf den Leser, während unser Supie ein bißchen blass bleibt.

Verantwortlich für die Geschichte ist Geoff Johns, der angesichts der zu verflechtenden Handlungsstränge und Charaktere eine sehr ausgetüftelte Handlung abliefern musste.
Der Einstieg fällt nicht unbedingt leicht, denn der Leser wird ins kalte Wasser geworfen. Keine lange Einleitung, das Debakel ist da, das Chaos gärt bereits. Für die Helden ist es ebenso groß, wie für den Leser. Ein bestürzter Batman muss miterleben wie seine Welt zusammenbricht, wie das, was er zum Schutz aufbaute, sich nicht nur gegen ihn, sondern gegen die Menschheit wendet.
Das Ende, die unabwendbare Apokalypse scheint nahe, der Untergang des DC-Universums. So scheint es jedenfalls. Zu diesem Zeitpunkt jagt die Handlung los. Plötzlich fügen sich erste Einzelheiten zusammen.

Johns belässt es nicht bei einer äußerst verschachtelten Handlung, die sich aufbaut wie jene ineinander gestapelten Puppen. Der alte Superman, Superboy Prime und Alexander Luthor agieren Seite an Seite. Zu Beginn sind ihre Motive identisch – so scheint es. Ihre Absichten driften auseinander. Ein Luthor bleibt immer ein Luthor, durchtrieben, immer den eigenen Plan verfolgend. Ein Superboy oder eine Superman ist auch zum Bösen fähig. Oder zum Wahnsinn. Superboy Prime ist kein harmloser Irrer. Er ist das, was von Superman manchmal von anderen Stellen her befürchtet wurde. Er ist der Auswuchs, den ein Batman fürchtete, der ursächliche Gedanke, warum Batman einen Ring mit Kryptonit für alle Fälle in seinem Inventar besitzt.

Aber dieser Superboy Prime ist noch mehr. Er ist eine mörderische Urgewalt. Sein Kampf gegen die Titans zeigt seinen Wahnsinn vollendet, seine Untat gegen den anderen Superboy ist der letzte Beweis. Sobald diese Gefahr erkannt ist, die stets größere Ausmaße anzunehmen scheint, mobilisiert Geoff Johns alle Kräfte: Alle Flashs, alle fliegenden Helden, alle Green Lanterns und noch mehr.
Kämpfe, Kämpfe, Kämpfe, gigantische Auseinandersetzungen, zwei Supermänner gegen Doomsday und zahlreiche andere Realitäten, die sich in unterschiedlichen kurzen Szenen manifestieren.

Eine wahnsinnig komplexe Handlung, die ein gesamtes Comic-Universum gründlich umgekrempelt hat, vielleicht nachhaltiger als der jüngste Civil War bei Marvel. In einem monumentalen Action-Kracher gelingt es Geoff Johns einige Charaktere mit Tiefgang in den Vordergrund zu stellen. Zeichner Phil Jiminez und seine Kollegen (die kleine Armee von Inkern und Koloristen nicht zu vergessen) haben eine Saga mit gigantisch praller Optik abgeliefert. Top! :-D

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Donnerstag, 20. Dezember 2007

Justice League of America 3

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 0:42

Justice League of America 3Ein junger Mann ist aufgetaucht. Er gehört nicht hierher. Superman behauptet, ihn zu kennen. Sein Name ist Karate Kid. Batman nutzt die Gelegenheit und lässt sich eine Schlägerei mit dem Karate-Ass nicht nehmen. Der Kampf ist hart. Wider aller Erwartungen gewinnt der Held im Fledermauskostüm.
Mit dem Fremden kommt gleichzeitig ein Rätsel in die Gegenwart. Karate Kid stammt aus einer fernen Zukunft, einer Zukunft, die Superman als Superboy besuchte – als er Mitglied der Legion der Superhelden war. Die Abenteuer, die Superman dort als Jugendlicher erlebte, stehen den aufregenden Erlebnissen in seiner Gegenwart in nichts nach.

Die klassischen Geschichten um die Legion der Superhelden sind zu ihrer Zeit eine aufregende Unterhaltung gewesen. Als Leser konnte man Superboys Abenteuern in einer fernen Zukunft verfolgen. Irgendwie war es den Autoren gelungen, andere Helden zu schaffen. Jugendliche, Saturn Girl, Cosmic Boy und Lightning Lad gründeten die Legion nach ihrem ersten gemeinsamen Abenteuer, das eher zufällig zustande kam. Ein raketenförmiges Gebäude wurde ihr erstes Clubhaus. Die Namen damals waren etwas anders. Saturngirl hieß schon damals so, aber ansonsten begegnete man Kosmoboy und Blitzjunge. Die Vermischung von englischen und deutschen Begriffen war einfach putzig.

Wie auch immer, das wirklich Schöne daran waren die mitunter skurrilen Charaktere – die heute eher an der Tagesordnung sind. Allesesserboy und Ballonboy sind gute Beispiele dafür. Die Abenteuer handelten innerhalb der Legion, bei der Einführung neuer Mitglieder oder auch bei wirklich großen Abenteuern, Zeitreisen inklusive.
Der vorliegende dritte Band der aktuellen Justice League of America schließt den Kreis zur Vergangenheit. Die Legion der Superhelden ist wieder da!
Die Freunde von Zusammentreffen verschiedener Heldenkreise können sich freuen, denn neben der Legion finden wir die JLA sowie die Justice Society of America. Die Vermischung solch unterschiedlicher Helden ist meistens eine Gratwanderung, weil eine derartige Fülle von Figuren natürlich nur wenig Schwerpunkte zulässt. Man könnte, wenn man wollte, aber das hieße, andere Heldencharaktere zu Statisten zu degradieren.

Davon kann sich die Geschichte, geschrieben von Brad Meltzer leider nicht ganz frei machen, aber in der Konsequenz ist er durchaus um Ausgewogenheit bemüht. Ein Rätsel bringt die drei Heldengruppen auf ungewöhnliche Weise zusammen. Ganz nebenbei entsteht auch noch ein kleiner Streifzug durch das DC-Universum, bei dem auf sehr elegante Weise die Legion den unwissenden Lesern vorgestellt wird. Derweil wird ein Held vermisst. Sieben Legionsmitglieder aus der Zukunft bilden eine Brücke zum Aufspüren dieses Helden – bei dem unklar ist, um wen es sich eigentlich handelt.
Die sieben Helden, allen voran Karate Kid, sind weit verstreut. Um sie aufzuspüren, setzt Meltzer gemischte Teams von JLA und JSA ein.

Einer der besten Abschnitte ist der Fund von Timber Wolf in Gorilla City. Die Aufnahme ist herzlich, man begegnet der Helden-Abordnung in aller Freundschaft. Bevor Timber Wolf durch ein Passwort wieder aus seiner geistigen Verwirrung befreit werden kann, widmet er sich mit seinen Gorilla-Freunden den Freuden des Wettrennens – auf einer Raptorenart.
Kapitel für Kapitel wird die Geschichte mysteriöser. Und endlich, als der Leser glauben kann, wer die Zielperson des Ganzen ist, sieht er sich gewaltig getäuscht – und überrascht. Meltzer hat seine Hausaufgaben gemacht und kennt seine Pappenheimer. Das Wiedersehen mit der Legion hat er hervorragend bewerkstelligt. Unter seiner Federführung dürfte sich der Fan durchaus mehr Abenteuer mit der Legion wünschen, da sich mit ihr ganz andere Erzählmöglichkeiten eröffnen.

Die Zeichner Shane Davis und Ed Benes liefern eine herausragende Arbeit ab. Technisch stehen sie auf einer Stufe mit Comic-Größen wie Jim Lee oder Michael Turner, der einige Cover für diese hier in einem Band zusammengefassten Saga abgeliefert hat. Ein Kapitel wurde von Dale Eaglesham gestaltet, der zwar sehr gute Arbeit macht, aber nicht den Stil von Davis und Benes erreicht. Die Arbeit der zuletzt genannten wirkt wie aus einem Guss. Allerdings muss man auch sagen, dass Eaglesham mit einigen Szenen keinen leichten Auftrag hatte – Massenszenen, üppige Vegetation, wilde Kämpfe, hier hat das Auge viel zu tun, um die vielen Einzelheiten zu erfassen. In einem Film müsste man sich die Szene mehrmals ansehen, um auch alles mitzubekommen.

Die Legion der Superhelden ist zurück. Leider ist diese Rückkehr viel zu kurz. Diese Charaktere sind tragfähig für längere Geschichten – ansonsten lässt sich nichts Negatives über die dritte Folge der JLA sagen. Top-Zeichner setzen die gelungene Erzählung der Autoren Brad Meltzer und Geoff Johns perfekt um. :-)

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Donnerstag, 03. Mai 2007

52 - Woche 10 -18

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 18:07

52 - Woche 10 - 18Black Adam, der mit göttlicher Macht ausgestattete Potentat, hält Hof. Er ist von seiner Anstrengung, ein stabiles Bündnis sicherer Staaten zu schnüren, absolut überzeugt. Für dieses Ziel geht er mit jeder erforderlichen Gewalt zu Werke.
Er hat ein leichtes Spiel, da sich im Augenblick niemand wirklich gegen ihn und seine Pläne stellen kann, denn noch nie waren Helden derartige Mangelware auf der Erde. Es ist das Jahr nach der Infinite Crisis.

Während sich Superman, besser gesagt, Clark Kent, in seinen Kochkünsten schult, versieht er seinen Job als Reporter eher schlecht. Wer hätte gedacht, dass Kent einmal beim Daily Planet gefeuert wird? Ein Interview muss her. Über Metropolis hat sich ein neuer Held etabliert. Sein Name ist Supernova. Auch Clark ist neugierig darauf, was hinter dem Fremden mit den außergewöhnlichen Energiekräften steckt. Leider ist er dazu auf ein gewöhnliches Interview angewiesen. Dank seines Kräfteverlustes ist es ihm verwehrt, kurz per Röntgenblick hinter die Maske zu schauen. Booster Gold indessen, ein Held zum Mieten, fühlt sich durch den ehrenhaften Supernova um seinen Job gebracht und ist entsprechend wütend. Eine richtige Heldentat muss her, die ihm wieder neue Sponsoren einbringt. Aber ein Desaster, an dem ein Held sich austoben kann, ist ja nie dann zur Stelle, wenn man eines braucht.

In Opal City mag es Ralph Dibny kaum glauben. Ein Kult versucht mit merkwürdigen Mitteln Superboy wieder zum Leben zu erwecken und ist fest überzeugt davon, es schaffen zu können. Wonder Girl gehört dem engsten Kreis des Kults an. Auch Ralph soll mitmachen. Er verlangt einen Beweis. Sie versprechen ihm, seine Frau ins Leben zurückzuholen.
Ralph wird von seinen Emotionen überwältigt. Ähnlich ergeht es auch Adrianna, die von Black Adam ein einmaliges Angebot erhält. Sie bekommt die Chance, göttliche Kräfte zu erhalten. Niemals wieder gäbe es für sie eine bessere Möglichkeit, ihrem Volk zu helfen und es zu beschützen.

Sind ihre Motive auch edel und geht sie auch mit großem Enthusiasmus zu Werke, so sind die Probleme von Renee und The Question ganz anderer Natur. Sie sind auf der Spur von Intergang. Die Verbrecherorganisation, die ihre Krallen in alles zu schlagen versucht, was sich nicht rechtzeitig wehrt und entsprechende Maßnahmen ergreift, will die beiden nervtötenden Detektive endgültig kaltstellen. Für Renee wird die Jagd auf Intergang zu einer ganz persönlichen Tragödie.

Wer die grobe Zusammenfassung der zweiten Ausgabe von 52 mit den Wochenabschnitten 10 – 18 stellt schnell fest: Hier kommen viele Ereignisse zusammen, die einen leicht puzzleartigen Charakter haben. Da kann der Überblick schon mal verloren werden, doch wie bei einem Puzzle kommt nach und nach ein Teilchen zum anderen und das Gesamtbild offenbart sich.
Die geschilderten Ereignisse sind noch nicht einmal komplett wiedergegeben. Neben den Figuren wie Black Adam, Ralph Dibny (der frühere Elastoman), Booster Gold, Supernova geben sich auch Helden wie Green Lantern, Green Arrow, Batwoman, Starman und Lobo die Ehre. The Question werden manche Comic-Fans vielleicht noch unter dem Namen Das Schemen kennen (Eigentlich auch ein treffender Name für den Detektiven, der seine Identität mittels einer Art hautfarbenen Latexschicht schützt, die sein Gesicht konturlos erscheinen lässt. Ein Nebel verschleiert seine Maskierung.) Wer genau aufpasst, wird außerdem einen Blick auf Metamorpho erhaschen, der früher mal dem Batman-Team angehörte.

So weit, so viele Charaktere.
Interessant und wirklich gut aufgebaut sind die Tragödien in diesen Geschichten. Leider kann ich nicht allzu sehr in die Tiefe gehen, um nicht zu viel zu verraten. Aber die verschiedenen Autoren wie z.B. Geoff Johns, Greg Rucka oder Mark Waid (und noch mehr) schenken den Helden wahrlich nichts. Besonders Ralph Dibny und Renee stechen dabei heraus. Ersterer ist bald dem Wahnsinn nahe, letztere wird in eine tiefe Gewissenskrise gestürzt. Neben diesen Szenarien, die sehr erwachsener Natur sind und ähnliche Tiefe erreichen wie in besseren Kriminalserien aus der amerikanischen Fernsehschmiede, finden sich auch neue Rätsel.

Wer ist Batwoman? fragt dieser Sonderband auf dem Cover. Fans werden sich vielleicht noch an eine andere Batwoman erinnern. Kathy Kane wurde vermutlich von einem Mitglied der Mordliga getötet. Die neue Batwoman hat einen kurzen, aber knallharten Auftritt, der auch grafisch ein Knaller ist. Tatsächlich ist das Rätsel interessant – und wird auch immer wieder gerne aufgegriffen, wie die Zeichentrickverfilmung Rästel um Batwoman zeigt, die im Stile der beliebten Trickserie Batman – The Animated Series gedreht wurde.
Einen ähnlichen Knallerauftritt legt auch Booster Gold hin. Nachdem ich ihn bei einem Auftritt in der Trickserie der Justice League gesehen hatte, hat er hier ähnliche Probleme: Ein Mietheld wird eben nicht sehr ernst genommen. In diesem Band allerdings wächst er deutlich über sich hinaus.

Nach all diesen Überraschungen ist es keine Überraschung mehr, dass die grafische Umsetzung der gesammelten Abenteuer absolut Top ist. Besonders schön sind die Bilder nach den Vorzeichnungen von Keith Giffen. Die Episoden um Black Adam und Starman sind sehr gelungen.
Letztere setzen all den düsteren Ereignissen einen guten entschärfenden Humor den gesamten Geschehnissen gegenüber.

Gelungen, tragisch, spannend, sehr komplex, das DC-Universum einmal anders und doch vertraut. Wie könnte man sagen: DC wird ultimativ, ohne das Universum zu wechseln. :-D

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Freitag, 09. März 2007

Infinite Crisis 7

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 19:30

Infinite Crisis 7Superboy ist tot. Die Helden trauern. Aber viel Zeit ist ihnen dazu nicht vergönnt. Der Angriff, der ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt hat, tobt weiter. Das Monster, Superboy Prime, muss fallen.
Doch das ist leichter gesagt, als getan.
In Metropolis herrscht das Chaos. Mittendrin befinden sich namhafte Gestalten wie Aquaman, der verrückte Hutmacher, Bizarro, Bane, aber auch viele weniger bekannte Helden und Finsterlinge aus dieser (und anderer) Welten. Das Chaos beginnt sogar die Zeitlinien zu verändern.
Superboy Prime macht sich im Gegensatz zu seinem Verbündeten, Alexander Luthor, keinerlei Sorgen über die Verschiebungen der Realitäten. Pures Entsetzen packt den Green Arrow, als ein ganz besonderer Gegner aus Supermans Vergangenheit auftaucht: Doomsday.

Das Monster, das den Stählernen in einem gigantischen Kampf einstmals tötete, ist zurück. Wird Superman diesmal bestehen?
Die Frage ist schnell geklärt, denn Superman kämpft Seite an Seite mit sich selbst. Sein älteres Alter Ego schlägt gemeinsam mit ihm zu. Der geballten Kraft von zwei Stählernen hat dieses steinerne Monster nichts entgegenzusetzen. Diejenigen, die den Kampf von weitem verfolgen, können dieser Machtdemonstration nur fassungslos zuschauen.

Als das Hindernis aus dem Weg geräumt ist, geht der finale Kampf erst richtig los. Superboy Prime tritt den Rückzug an. Ein hoffnungsvoller Moment ist es trotzdem nicht, denn der Martian Manhunter liest die Gedanken dieses Irren, der eine wahnsinnige Kopie von Superman ist: Superboy Prime will der Planeten Oa vernichten, die Heimat des Green Lantern Corps.

Plötzlich ist es keine simple Schlacht mehr. Nun geht es um das Fortbestehen eines gesamten Universums.

Was für ein Finale! Was für ein Kampf! Nachdem die Fans erleben durften, wie Superman und Batman ihre eigenen Krisen zu überstehen hatten, wie sie gar Bösewichte und Weltherrscher waren, nachdem die JLA auf Mörderjagd war und beinahe darunter zerbrach, geht nun alles den Bach runter. Die Infinite Crisis stürzt alles vom Sockel, was im DC-Universum lange Zeit unverrückbar und hoch und heilig war.

Wie im Finale, dass bereits Superman zu Tode brachte, tobt hier ein Kampf von Seite zu Seite, der immer neue Höhepunkte und (für dieses Universum) unglaubliche Bilder zeigt. Autor Geoff Johns hatte die Möglichkeit, sich nach allen Regeln der Kunst auszutoben und er hat seine Chance total ausgenutzt.
Nicht umsonst nehmen bestimmte Szenen eine Doppelseite ein. Wenn Superman und Superman (kein Versprecher) Doomsday fällen oder das Green Lantern Corps den wahnsinnigen Superboy Prime aufhalten wollen, dann ist das nicht nur packend und dramatisch erzählt, sondern auch noch genial in Szene gesetzt.

Wer genau hinschaut, wird verschiedene Zeichenstile erkennen, die sich aber hervorragend ergänzen. Phil Jiminez, George Pérez (ein ungeheuer guter Marvel-Veteran, der das große Marvel/DC-Crossover gestalten durfte), Ivan Reis und Joe Bennett geben der Handlung ihr Gesicht.
Das ist aber auch, das lässt sich nicht verbergen, sehr brutal. Da die Zeichnungen nicht sehr cartoony sind, wie der Leser es vielleicht von Ed McGuinness her kennt. Die Zeichnungen sind überaus realistisch geworden (immer vorausgesetzt, dass Wesen mit Superkräften existieren).
Der Kampf zwischen Superboy Prime und der alten Ausgabe von Superman ist ein gutes Beispiel für diese Brutalität. Oder die Rache des Jokers. Es ist ein wenig wie das Buhlen um Ernsthaftigkeit, das in diesen Bildern zum Ausdruck kommt und eher aus Geschichten von Frank Miller und Co. bekannt ist.

Es mag jeder für sich entscheiden, wie und ob ihm das gefällt. Es ist ausdrucksstark, zweifellos, hätte aber sicherlich auch anders gelöst werden können. Die Tom-und-Jerry-Gewalt, nach der jeder Held die Möglichkeit hat, irgendwann zurückzukehren, gehört jedenfalls endgültig der Vergangenheit an.

Das Team aus Zeichnern und den Co-Künstlern aus Inkern und Koloristen hat ein bildgewaltiges Ende in feinster Comic-Technik geschaffen. Der grafische Realismus trägt dieses Universum ungeheuer gut. Der Nachhall dieses Comic-Urknalls verändert die Helden nachhaltig, wie sich bereits jetzt an vielen Abenteuern zeigt.
Man darf auf die kommenden Veränderungen gespannt sein! :-D

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Mittwoch, 14. Februar 2007

Tomb Raider - Kleinode

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 15:00

Tomb Raider - KleinodeLara spielt gerne Spielchen und unternimmt stets das Erforderliche, um ihr Ziel zu erreichen. An diesem Abend hat sie ein Rendezvous mit einem mächtigen Mann, der etwas besitzt, das sie haben will.
Ihre Spur führt sie diesmal nicht zu den Relikten ferner Vergangenheiten, sondern in die neuere amerikanische Geschichte, als die Straßen Chicagos noch von Banden regiert wurden und in Blut und Alkohol schwammen. Ein Name wurde in dieser Zeit zu einer finsteren Legende: Al Capone oder auch Scarface genannt. Nicht alles, was in jenen Tagen geschah, wurde auch aufgeklärt. Immer noch existieren viele offene Fragen. Al Capone selbst wurde nicht wegen seiner schlimmsten Verbrechen vor Gericht gebracht.

Was ihm das Genick brach, war schließlich das Finanzamt. Die Haft beendete von Jahr zu Jahr seinen Status als überragender Gangsterboss. Aber bereits als er verhaftet und sein Vermögen vom Staat eingefroren wurde, entstanden die ersten Gerüchte, dass Capone Vorsorge getroffen hatte. Es sollte ein geheimes Verlies voller Wertsachen existieren. – Mehr Gerüchte sind nicht notwendig, um Lara Croft auf den Plan zu rufen.

Nach ihrem kleinen Rendezvous mit einem Gangster der neuen Generation, der ihr während einer Auktion ein interessantes Stück vor der Nase wegschnappte, hat sie sich dieses Stück nun auf anderen Wege beschafft: Den Hut, den Al Capone bei seiner Verhaftung 1931 trug. Und siehe da, im Hut verborgen findet Lara genau den Hinweis, den sie suchte. Die Jagd beginnt.

Abwasserkanäle sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren! Krokodile waren jedenfalls kein fester Bestandsteil des Kloakensystems. Lara versteht es jedoch, sich gegen diese noch lebende, überdimensionale Handtasche zu wehren. Und der Auftrag ist bald erfüllt und der verlorene Gegenstand gefunden.
Eben noch in der Kloake findet sich Lara schon auf einer Auktion wieder, die nicht minder gefährlich für sie ist. Lara hat schon neue Aufträge an den seltsamsten Orten entgegen genommen. So ist es kein Wunder, dass ihr auch inmitten der glanzvoll gekleideten Menschen eine weitere Bitte angetragen wird.
Die Schatzjägerin hat ein goldenes Herz und zögert nicht lange. Honduras wartet.

Kleinode, so der Untertitel des Tomb Raider Sonderheftes, wartet mit zwei äußerst unterschiedlichen Geschichten aus dem Leben der Lara Croft auf. Erzählerisch wie auch gestalterisch könnten die beiden beinhalteten Geschichten Scarface’s Treasure und Sphere Of Influence kaum gegensätzlicher sein.

In der ersten Geschichte rund um die Hinterlassenschaft von Al Capone geben sich Autor Geoff Johns und Zeichner Mark Texeira die Ehre. Texeira, der auch ein exzellentes Cover zur Geschichte gestaltet hat, besticht in der Handlung selbst durch einen sehr einfachen, aber treffsicheren Strich. Da Johns die Geschichte im Untergrund des modernen Chicago spielen lässt, ist die Hintergrundausgestaltung der Szenerie vernachlässigbar. Texeira kann sich voll und ganz auf die Action konzentrieren. Dies nutzt er auch weidlich aus, denn Lara bekommt alle Hände voll zu tun.
Johns liefert eine sehr nette Pointe zum Schluss ab – Reichtum ist eben relativ und die Auffassung davon ist auch an die jeweilige Zeit gebunden.

War die erste Geschichte noch in der aktuellen (und mittlerweile klassischen) Machart erstellt – zeichnen, tuschen, Kolorierung per Computer – glänzt die Geschichte um die Sphere Of Influence im ungewohnten Schwarzweiß. Zeichnerin Joyce Chin bringt das Abenteuer in leichtem Bleistiftstrich zu Papier. Gleichzeitig unterstützt sie die einfarbigen Bilder mit einer großen Detailvielfalt. Der skizzenhafte Charakter der Zeichnungen lässt während des Lesens nichts vermissen. Für Comic-Fans mag er noch interessanter sein, da er einen viel deutlicheren Einblick in das Können Chins vermittelt und sie zeigen lässt, wie gut ihre Technik und ihr Talent ist.
Auch Autor Kevin McCarthy gelingt eine schöne Pointe. Ganz anders freilich und mehr auf Lara Croft zugeschnitten, aber nicht weniger gelungen als in der Geschichte um das Erbe von Capone.

Zwei Blickwinkel auf Lara Croft, die auf sehr schöne Weise zeigen, was sich aus dem Charakter alles herausholen lässt und wie gut sie in das Medium Short Story passt. Eigentlich ist Kleinode ein perfektes Beispiel dafür, wie man Comics und im Speziellen Geschichten erzählt. :-D

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Montag, 28. November 2005

Aspen

Abgelegt unter: SciFi, Mystery — Michael um 15:45

Fathom Sonderheft 1 - AspenAspen genießt ihr Leben. Ihr Element ist das Wasser, sie ist ein Teil davon und ihre Abstammung ist nicht menschlich, trotz ihres attraktiven Äußeren.
Derweil braut sich in der Tiefe der Ozeane etwas Unheilvolles zusammen, was selbst die Blauen, jenes unterseeische Volk beunruhigt, mit dem Aspen bereits viele Kontakte und Schwierigkeiten hatte. Die Schwarzen sind zurück: Älter als die Blauen, viel mächtiger. Die Verunreinigung des Planeten und des Wassers durch die Menschen rufen sie wieder auf den Plan. Ihre Geduld ist erschöpft. Wenig später erheben sich gigantische Wassermassen aus dem Seen und Meeren.

Auch Aspen bleibt von diesen Entwicklungen nicht verschont. Die Blauen kennen Aspens Verbindung zu den Schwarzen, eine Verbindung, von der Aspen Visionen besitzt, aber kein richtiges Wissen.
Derweil werfen die Menschen all ihr technisches Wissen in die Waagschale. Erkundungen der mondgleichen Wassersphären, die über den Ländern schweben geraten zum Desaster.

Aspen ist wieder da!
Und wie! Die Wassergeborene meldet sich mit einer Bilderpracht zurück, die ihresgleichen im Comic wirklich suchen muss. Unter Wasser und über Wasser entfalten sich gewaltige Szenarien, Großaufnahmen und düstere Bilder, visionäre Ansichten eines Michael Turner, der dem Auge eines Leinwandregisseurs an seine Arbeiten herangeht. Hat der Leser verschiedene seiner Arbeiten verfolgt, scheint es schwer zu sein, wie er sein nächstes Werk noch einmal toppen könnte. Aber es ist ihm mit der vorliegenden Ausgabe des Fathom-Sonderheftes gelungen. Was sich dem Leser hier präsentiert ist eine Art Independence Day des Comics.

Den Werbespruch zu Emmerichs Godzilla-Variante aufgreifend, lässt sich ohne Übertreibung sagen: Size does matter! Ähnlich der Raumschiffe, die in Emmerichs Film Independence Day den Himmel verdunkelten, verhält es sich mit den Wassersphären über den USA. Wenn sich die großen Seen in die Lüfte erheben, ist das wirklich toll in Szene gesetzt.

Das Sonderheft bildet den Auftakt zu einer neuen Fathom Serie. Normalerweise bildet ein Auftakt einen Anheizer. Fathom Sonderheft 1 - Aspen nimmt sich eher wie ein Finale aus. Sollte Autor Geoff Johns diesen Spannungslevel halten wollen, muss er sich ebenso gewaltig ins Zeug legen, wie die Handlung ihren Anfang genommen hat.

Rückblende: Wie alles begann.
Die junge Frau Aspen Matthews ist einzigartig. Sie hat eine besondere Beziehung zum Element Wasser. Als sie mit 16 Jahren das Tauchen erlernte, kam es unter Wasser zu einem Unfall. Infolge purer Schlampigkeit hatte sie vergessen, die Ventile ihrer Sauerstoffflaschen aufzudrehen. Im Zustand zwischen Wachsein und Bewusstlosigkeit bemerkte sie menschenähnliche Lebewesen, die ihr das Leben retteten.
Jahre später.
Während eines Patrouillenfluges macht eine von einem Flugzeugträger gestartete F-14 Tomcat eine merkwürdige Entdeckung unter der Wasseroberfläche. Ein Objekt rast unter Wasser mit atemberaubender Geschwindigkeit davon. Eine Verfolgung scheitert – das Objekt ist für das Kampfflugzeug zu schnell!
Zur gleichen Zeit nimmt Aspen eine neue Stelle in einer Unterwasser-Forschungstation an. Dort entdeckt sie zu ihrem maßlosen Staunen eine jener Kreaturen in Gefangenschaft, die ihr einst das Leben retteten. Derweil nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Die US Navy unternimmt einen weiteren Versuch, das seltsame Objekt zu identifizieren. Aber das Objekt wehrt sich. Mittels eines neuartigen Flug-Tauch-Fahrzeuges nehmen Piloten der Navy die Verfolgung auf. Im folgenden Kampf macht einer der Piloten einen großen Fehler.

Wir sind nicht allein!
In der Hauptsache unter Wasser lebt ein Volk, das es leid ist, den Planeten mit einer für ihre Begriffe minderwertigen Rasse zu teilen. Erste Begegnungen mit diesem Volk hat es bereits gegeben, aber bislang haben verschiedene Stellen, darunter einige hochrangige amerikanische Militärs, diese Vorkommnisse vertuschen können. Das Geheimnis um ihr Volk nutzen die Wesen, um ihre eigenen Bemühungen voran zu treiben.
Erstes Angriffsziel wird eine japanische Ölplattform. Die Japaner gehen indessen Hinweisen nach, dass amerikanische Kräfte hinter dem Anschlag stecken. Währenddessen wähnt sich ein amerikanisches Unterseeboot vor Midway in neutralen Gewässern, als es die Warnung von japanischen Piloten erhält, es solle umgehend die japanischen Gewässer verlassen. Der unbekannte Gegner schlägt erneut zu, das Unterseeboot wird versenkt. Dieser vermeintliche Gewaltakt lasten die Amerikaner ihrerseits den Japanern an. Ein neuer Krieg rückt in greifbare Nähe.

Aspen Matthews macht in dieser Zeit ganz eigene Erfahrungen. Ihre Vorliebe für das Element Wasser geht auf das Volk zurück, dem sie wirklich angehört: Sie ist kein Mensch. Im Umfeld ihres wahren Volkes lernt sie all die Fähigkeiten, die über die Jahre hinweg in ihr schlummerten: Das Wasser beherrschen, gar eins mit dem Wasser zu werden. Am Ende ihrer Ausbildung muss sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht.

Die Grundhandlung von Fathom wird in fünf Bänden erzählt und ist in sich abgeschlossen.

Warum in der Ferne schweifen, wenn das Wasser liegt so nah?
Comic-Insidern wird der Name Michael Turner als einer der besten Zeichner der Serie Witchblade in guter Erinnerung sein.
Eine Info beschreibt die Grundzüge von Fathom als eine Mischung aus Akte X, Top Gun und Abyss. Das trifft all die einfließenden Aspekte der Geschichte ziemlich gut.
Fathom wird mit einer enormen Bildgewalt und Detail-Liebe erzählt. Die Zivilisation der Fischmenschen, wie sie einer der Protagonisten einmal nennt, ist in ihrer Aufmachung einzigartig – wenngleich Turner Einflüsse des Witchblade-Designs nicht verleugnen kann. Diese Fischmenschen sind Überwesen. Deutlich wird das nicht nur durch ihre technischen Errungenschaften, sondern auch durch ihr stattliches Äußeres. Attraktivere Aliens hat man wohl noch nicht gesehen.

Erzählweise und Bildaufteilung sind gewöhnungsbedürftig. Hier lassen sich ebenfalls Einflüsse von Kinofilmen nicht unterdrücken. Man gewinnt den Eindruck, als habe Turner eine Filmschnitt-Technik für das Medium Comic umsetzen wollen. Infolge der Details ist ein Film dabei heraus gekommen, der sich wegen seiner Einzelheiten öfters lesen lässt. Zeichnungen und farbliche Ausführungen sind brillant und haben sich inzwischen zu einem Markenzeichen von Michael Turners Produktionen entwickelt. :-D

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