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Comic Blog


Montag, 20. Oktober 2008

Hulk 1 - Der neue rote Hulk

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 17:40

Hulk 1 - Der neue rote HulkDer Hulk hat einen Mord begangen. So jedenfalls hat es den Anschein. Seltsam ist nur – überaus seltsam – dass dieses doch sonst eher nicht ganz so intelligent agierende Monstrum für seine Tat nicht die Fäuste benutzt hat, sondern eine Pistole. – Wenn auch eine sehr große. Natürlich wird ermittelt, ganz besonders wenn es um den Hulk geht, der in der Vergangenheit viel Unheil gestiftet hat. Ganz besonders auch aus dem Grund, weil Bruce Banner, das Alter Ego des Hulk, sich sehr tief unter der Erde in Gefangenschaft befindet. Bruce hat längst eingesehen, wie gefährlich sein anderes Ich ist und hat sich mit seiner Lage abgefunden.

Es ist gut zu wissen, wo der Hulk ist. Aber wer hat dann den Mord begangen? Der Tote war nicht irgendjemand. Vielmehr ist Abomination tot. Leonard Samson, Colonel Ross, She-Hulk und Iron Man sind nicht die einzigen, die in diesem Fall ermitteln. Dort, wo sie den Toten gefunden haben, ist – oder besser, es hält sich jemand anderes für zuständig: Die Winter Guard. Das russische Gegenstück zu den Rächern hält nichts davon, wenn einer der ihren so mir nichts dir nichts von einer amerikanischen Gruppe auf ihrem Territorium mitgenommen wird.
Und schon gibt es einen handfesten Streit.

Der Hulk ein Mörder? Der rote Hulk? Fakt ist, dass sich dieser rote Hulk äußerst merkwürdig verhält und einen erhöhten Brennwert besitzt als der bekannte grüne Hulk. Seine Fußspuren hinterlassen zu Glas verbrannte Oberflächen, die darüber hinaus noch eine erhöhte Strahlung abgeben. Mit diesen Eigenschaften konnte der alte grüne Hulk nicht dienen.

Jeph Loeb hat sich das gute alte Monster vorgenommen und eine neue Bedrohung geschaffen. Er stellt eine ganz einfache Frage: Was wäre, wenn es einen zweiten Hulk gäbe – nicht irgendeine Abart wie einen Abomination - dieser jedoch nicht nur stärker, sondern auch noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte wäre?
So entstand ein roter Gigant, der teilweise mit einer Brutalität vorgeht, die selbst so in World War Hulk nicht zu sehen war.
Die Auseinandersetzungen sind außerdem sehr exotisch. Nicht nur Abomanation, A-Bomb oder ein Wendigo stellen sich ihm entgegen. Auch Harpyien-Roboter – die das Herz eines jeden Diablo-Fans höher schlagen lassen müssen – mischen sich in den Kampf zwischen rotem Hulk und A-Bomb ein.

Grafisch gibt es hier gleich zwei Ausnahmekünstler zu sehen. Ed McGuinness, der schon Superman und Batman außerordentlich gut betreut hat, ist der Mann, wenn es um Figuren geht, die vor lauter Muskeln schier aus der eigenen Haut platzen könnten. Was läge da näher, als das sich dieser McGuinness mit dem Muskelpaket schlechthin, dem Hulk, befasst. Loeb war so freundlich, ihm gleich mehrere Giganten zu offerieren. She-Hulk ist noch immer mit dem nötigen Sexappeal ausgestattet. Bei den übrigen Figuren kann er jedoch so richtig hinlangen. Abomination und A-Bomb liefern sich hier Szenen, die eher an einen Kampf von King Kong gegen King Kong. McGuinness liefert hier feinsten Bombast-Comic ab.

Nicht weniger toll sind die Arbeiten von Art Adams und Frank Cho. Besonders die Wendigos, mit denen sich Adams beschäftigen kann, jene menschenfressende Gestalten, die wegen eines Fluchs und kannibalischer Tendenzen zu einem Monster wurden, legen hier einen außergewöhnlichen Auftritt hin. Außerdem kann der Leser gleich ein ganzes Rudel dieser Wesen in Augenschein nehmen.
Diesen Szenen sind, ebenso wie die Arbeiten von Cho, eine Spur realistischer gezeichnet. Cho wurde auch mit einer ganz besonderen Szene bedacht. Er darf sich des Kampfes von rotem Hulk gegen She-Hulk annehmen.

Für alle drei Künstler gilt, dass sie auf jeder Seite und mit jedem Bild eine eindrucksvolle Arbeit abliefern. Durch die Arbeit der Inker und Koloristen sind die Ergebnisse noch mal so gut. Ein Top-Comic-Ereignis um den Hulk, in dem es mal wieder richtig kracht. Dazu hat sich Jeph Loeb ein knackiges Rätsel ausgedacht und denkt bisher noch nicht im Traum daran, auch nur Ansätze einer Lösung zu geben. Klasse. :-)

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Montag, 24. Dezember 2007

Fallen Son - Der Tod des Captain America

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 17:17

Fallen Son - Der Tod des Captain AmericaWolverine muss es genau wissen! Ist Cap tatsächlich tot? Oder war das alles nur eine Charade? Die einzige Möglichkeit, das herauszufinden, ist, in den Shield-Carrier vorzudringen und dem Attentäter ein paar unbequeme Fragen zu stellen. Doch das ist sehr viel leichter gesagt, als getan. – Aber jemand, der Wolverine kennt, weiß, dass dies für den wölfischen Helden kein Ding der Unmöglichkeit ist.

Captain America ist tot.
Nun, das ist keine Neuigkeit. In Fallen Son beerdigt Marvel seinen amerikanischsten Helden, das Symbol für Aufrichtigkeit, Tapferkeit und Mut. Sogar die Medien, amerikanische Fernsehsender, berichteten über seinen Tod. Eine gezeichnete Figur, die einen solchen Kultstatus erreicht, muss auch in ihrem Tod gewürdigt werden. Mit der vorliegenden Ausgabe, in der sich in fünf Ausgaben fünf Top-Zeichner zusammengefunden haben, begeht Marvel den Epilog auf seine ureigene Comic-Ikone.

Wie Marvel es durch seine Episode mit dem zurückgekehrten Hawkeye völlig richtig ausdrückt: Für den Verstorbenen ist kein Ersatz in Sicht. Das Erbe des Captain America ist zu schwer, seine Fußstapfen zu groß.
Nach einem sehr langen Leben geht Cap in aller Stille, beinahe unspektakulär – damit sind nicht die Leistungen der Zeichner, auch nicht des Autors, gemeint, ganz im Gegenteil. Sicherlich gibt es eine Beerdigung, standesgemäß für einen alt gedienten und verdienten Soldaten. Aber es gibt eine Zeremonie für die Massen und Medien, voller Pomp, und eine für die wenigen, die ihm nahe standen – und die ihn nun verschwinden lassen.

Glaubt man daran, dass Comics auch ein Spiegel ihrer Zeit sind, insbesondere der alte Cap, sieht das Ende des Captain America nicht sehr gut aus. Cap hat in der Vergangenheit auch den Kampf gegen den Terror thematisiert, die Kampagne zur Erfassung der Superhelden mag die Maßnahmen im Inland der USA widerspiegeln, aber auch die Abschottung. Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit. Angriff ist die beste Verteidigung. Ähnliche Sätze schwingen immer wieder mit, wenn es um die Eigenverteidigung geht. Am Ende geht es trotz aller Bemühungen in die Brüche – was auch immer. Wenn gedankenlos initiiert wird, auch mit gutem Willen, dann gibt es häufig ein Ende mit Schrecken, oder Schrecken ohne Ende.
Dieser Eindruck entsteht, wenn man den Civil War mit all seinen Konsequenzen verfolgt hat. Am Ende gibt der Klügere nach – noch ein Spruch, der vielleicht stimmen mag, denn die so genannte Initiative, die den Einigungsprozess vorantreiben soll, mag klar strukturiert sein, hinterlässt aber einen gefühllosen Beigeschmack, weil das Mitgefühl auf der Strecke bleibt.

Captain America erfasste genau diesen Umstand, als er die Schäden bewusst erblickte, die durch die Auseinandersetzungen hervorgerufen worden wurden.
Kurzum, der 11. September, Nine Eleven, hat auch den Comic nachhaltig beeinflusst, seine Helden ganz besonders. Gleichzeitig findet sich eine offene bis versteckte Kritik an den Umständen im In- und Ausland. Einzelnen Figuren werden unterschiedliche Standpunkte zugeordnet. In der Konsequenz lässt es sich überhaupt nicht sagen, wer vollkommen Recht hat – fest steht, dass die gewaltsame Konfrontation an Falschheit kaum zu überbieten ist.

Dies mag auch die Crux, der von Jeph Loeb geschriebenen Geschichte um den Fallen Son sein.
Dem Ereignis angemessen haben sich fünf Zeichner eingefunden und machen diesen Epilog zu einem optisch ansprechenden Ereignis. Leinil Francis Yu, Ed McGuinness, David Finch, John Romita Jr. und John Cassaday gehören zu den Zeichnern, die sich in die oberste Garde der Comic-Künstler heraufgearbeitet haben – berechtigterweise. Die Stile dieser Künstler sind völlig unterschiedlich, mal einfacher, mal wilder oder auch strukturierter, skizzenhafter, aber jeder auf seine Art arbeitet mit der erforderlichen Präzision.

Leinil Francis Yu brillierte regelrecht als Zeichner der X-Men und mit Superman – Birthright zeigte er eine sehr gelungene jugendliche Seite des Stählernen.
Ed McGuinness machte aus den Abenteuern von Superman und Batman richtig spannende Happy-Adventures, während ein David Finch für Hyper-Realismus mit seinen Zeichnungen steht. Spider-Man und die neuen Rächer wie auch das Special um Moon Knight sind tolle Beispiele seiner Schaffenskraft.
Wer die Spider-Man-Abenteuer von John Romita Jr. verpasst hat ist selbst schuld. Zusammen mit J. Michael Straczynski, der die Idee zu Fallen Sonhatte, hat er wohl gleichzeitig auch Spidey-Geschichte geschrieben.
John Cassaday machte sich bereits vor Jahren mit Captain America vertraut und kennt auch diverse andere Helden(gruppen) wie die X-Men aus eigener Arbeitserfahrung.
Absolute Profis und alte Hasen waren hier am Werk. Zusammen mit der tollen Arbeit von Tuschern und Koloristen sind fünf tolle Episoden entstanden.

(Die Version des Dings von Ed McGuinness ist eine der schönsten Varianten des urigsten Mitglieds der Fantastischen Vier, die ich gesehen habe.)

Was am Ende übrig bleibt?
Fallen Son ist eine der gehaltvollsten Geschichten der letzten Zeit im Marvel-Universum, eine sehr persönliche, eine traurig inszenierte, mit einem Ende eines Helden, das nur vordergründig würdevoll ist – letztlich wird Captain America verscharrt, entsorgt, versteckt, weil selbst sein Leichnam noch eine Gefahr darstellt. Es mag den Fan versöhnlich stimmen, dass jemand wie Prinz Namor, dem Ehre ähnlich wichtig ist, am Ende über Cap wacht. :-)

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