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Comic Blog


Mittwoch, 16. Juli 2008

Fathom - Kiani 5

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 16:01

Fathom - Kiani 5Der Kampf ist unbarmherzig. Kalte Energieblitze wüten gegen heiße Lavaschüsse an. Während die einen mit vereinter Kraft zuschlagen müssen, um einen Sieg zu erringen, schlägt eine Gegnerin alleine ein halbes Dutzend Feinde. Doch all die Macht der Krieger nützt nichts, als die Schwarzen auftauchen.
Unterdessen begegnet Kiani endlich ihrem Vater – den sie sich so nicht vorgestellt hat. Nicht in dieser geschwächten, wässrigen Form, nicht als Opfergabe für ihr Schwert, so wie es die Oberen von Aescylot von ihr wollen. Es ist ihr Vater, der ihr dazu rät, es zu Ende zu bringen. Kiani gehorcht. Sie stößt die Energieklinge in die Brust ihres Vaters.

Das Finale rollt spannend und melodramatisch.
Die Tochter findet ihren Vater wieder und soll ihn gleich darauf im Sinne eines irren Kultes töten. Vince Hernandez hält sich nicht mit einem Konflikt auf, sondern generiert gleich mehrere, die auf ihrem Höhepunkt ineinander übergehen. Hier fasziniert besonders das Eingreifen der Schwarzen, eine Volksgrube, die wegen ihres phantastisch dunklen Panzers diesen Namen erhalten hat und für die dieses Geplänkel eher lächerlich ist. Wie groß ihre Macht ist, zeigt Hernandez am Zusammenbruch der Auseinandersetzung in wenigen Augenblicken.

Eine Erlöserin wollten die Blauen, sie bekommen die Schwarzen, die sich auch über das anberaumte Ritual hinwegsetzen. Nicht nur das. Plötzlich spielt auch Killian wieder eine Rolle, der sich seit seinem Auftritt in Killians Tide sehr verändert hat. Dieser Killian macht (zumindest hier) einen geläuterten Eindruck – inwieweit das der Wahrheit entspricht wird die Zukunft von Fathom zeigen.

Zum Abschluss kann sich Zeichner Marcus To vollkommen auf die bisherigen Charaktere konzentrieren. Hintergrundgestaltung oder sonstiges Design lenkt nicht mehr ab. So betrachtet, scheint eine Lupe angesetzt worden zu sein. Lasst Gesichter sprechen, scheint der Grundgedanke zu sein. Erschrecken, Erstaunen, Furcht oder Trauer äußert sich hier kaum in Worten. Die Augen blicken groß. Münder sind vom Zorn oder Hass verzerrt. Eine Geste sagt alles. In bester Action-Manier wird kleines Kino zelebriert, soweit das in Heftform möglich ist.

Der Höhepunkt schlechthin ist das Eingreifen von Casque, einem der Schwarzen. Ohne Anstrengung vernichtet er die – seiner Ansicht nach – Feinde, die Killian in ihre Gewalt brachten. Die einzige Gestik – leider viel zu klein dargestellt, sonst wäre es umso beeindruckender – sind die abgespreizten Flügel, die ihn wie einen Unterwasserdrachen aussehen lassen. Die Vernichtung der Feinde wird von Marcus To gnädig inszeniert und ergeht sich nicht in einer überbordenden Gewaltdarstellung, was angesichts der finalen Kämpfe zu begrüßen ist.

Ein guter Schluss, spannend, sehr ernst, mit nur sehr wenig Trost für alle Beteiligten behaftet. Grafisch ein würdiges Finale für diese Miniserie. Von Marcus To, dem Zeichner, wird angesichts seiner Jugend bestimmt noch viel zu hören sein. :-)

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Samstag, 12. Juli 2008

Fathom - Kiani 4

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 11:27

Fathom - Kiani 4Eine Explosion im Orbit der Erde hat Auswirkungen auf den tiefsten Grund des Ozeans. – Aber das konnte damals niemand ahnen. Für andere hingegen bedeutet gerade jene Kraft, die aus der Erdumlaufbahn in das Wasser fiel, den Beginn allen Heils. Eine Waffe konnte erschaffen werden, die Waffe der Erlöserin.
Kiani, die sich nun im Besitz dieser Waffe befindet, ist erstaunt und fasziniert zugleich. Die Waffe ist ein außergewöhnliches Werkzeug. Eine unbekannte Substanz erhält ihre Energieklingen. Während Kiani noch rätselt, braut sich vor den Toren von Aescylot ein Krieg zusammen.

In einem Wechselspiel aus Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen wird das Puzzle kurz vor dem Finale zusammengesetzt. Völker, gefangen zwischen ihren eigenen Mythen, dem was sie glauben und demjenigen, dem sie folgen möchten, streben auf die unvermeidliche Konfrontation zu. Andersdenkende werden, ähnlich wie im alten Rom im Senat, vernichtet, zunächst verbal und falls das nichts nützt, auch radikal und für immer.

Der Konsul von Aescylot nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Er ist mehr als nur ein Politiker, er ist außerdem noch Wissenschaftler und eine Art Priester, ein Beseelter, ein Erleuchteter – und wer die phantastischen Bilder sieht, auf denen er die Herstellungsprozedur jenes besonderen Schwerts überwacht, kann dies sogar wörtlich nehmen.

Vince Hernandez stellt mit diesem Mehrteiler um Kiani der Verblendung der Menschen die Verblendung eines unterseeischen Volkes gegenüber. Derjenige, Killian, der seinen eigenen Weg zur Bekämpfung der Menschen suchte, wird nun zu einer Geisel, einer Opfergabe der Unterseeischen und begünstigt allein durch seine Existenz einen neuen Krieg. Dahinter steht Kiani, die sich eigentlich gerecht wähnt und doch selber viel Schuld auf sich geladen hat, dies aber nur ungern wahrhaben will.
Die Handlung und ihre Charaktere verfügen über viele Grauschattierungen, ein reines Schwarzweiß, also eine wenig durchdachte Handlung und flache Charaktere wird man hier als SciFi-Fan vergeblich suchen. Allenfalls ließe sich der leise Vorwurf erheben, dass fast schon zuviel Handlung und Hintergrundinformation in die Seiten hineingepresst wurde.

Entgegen der erwähnten kriegerischen Auseinandersetzung ist dieser Abschnitt des Fünfteilers etwas ruhiger, die Ruhe vor dem Sturm, denn die vielfältigen Enthüllungen heizen die Wut der Protagonisten an. In weiterhin tollen Bildern des relativ jungen Zeichners Marcus To und des übrigen Kreativ-Teams, bei dem auch die Tuscher Don Ho und Sal Regla besonders erwähnt werden müssen, da sie bei den Massenszenen besonders viel zu tun haben und nach wie vor sehr eine sehr fein gezeichnete Arbeit abliefern, die mit dazu beiträgt, die Bilder zerbrechlich aussehen zu lassen.

Der Endspurt kann beginnen. Eine wichtige Figur des Fathom-Universums, Killian, steht kurz vor seiner Rückkehr. Vince Hernandez lässt sich hier noch einmal Zeit, um alle Fronten zu klären. :-)

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Mittwoch, 28. November 2007

Kiani 1

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 22:00

Fathom - Kiani 1Die Gravuren im Stein, die Statuen verstorbener Helden in der großen Halle gemahnen an glorreiche Zeiten des Volkes. Aber es sind auch Opfer, Freunde, Familie, die vor der Zeit gingen. Zurück bleiben jene, die sich voller Wehmut erinnern – so wie Kiani.
Ihre Jugend hat nicht verhindern können, dass Kiani schon viel gesehen hat, zu viel Schlechtes und Furchtbares für ein solch kurzes Leben. Aber es gab auch Freundschaft während ihrer Ausbildung. Ehrliche Kameradschaft und herzliche Rivalität, die nur noch eine schöne Erinnerung sind.

An ein Ereignis erinnert sich Kiani in diesem Zusammenhang ganz besonders: die Explosion der blauen Sonne und ihrer todbringenden blauen Strahlen!
Die Folgen dieses Ereignisses finden sich immer noch in der Gegenwart. Ähnlich wie Aspens Bruder ist noch ein anderer Mann darum bemüht, sein ehemaliges Aussehen zu generieren. Doch der Kraftaufwand ist noch viel zu groß. Enttäuscht und verbittert gibt er auf – zunächst.

Killian ist wieder da! Der Seperatist, der für seine Überzeugungen und Bemühungen einen hohen Preis zahlen musste, schmiedet bereits neue Pläne. Allerdings hat er nicht mit dem erfolgreichen Widerstand einer uralten Rasse in den finsteren Tiefen des Meeres gerechnet.

Die Geschichte um Kiani wird fortgesetzt. Und somit entsteht auch ein viel größerer Einblick in die Kultur der Unterwasservölker und ihrer politischen Ansichten. Kiani selbst steht in diesem Abschnitt der Geschichte gar nicht einmal so sehr im Vordergrund. An ihrem Beispiel erleben wir einen Teil der Ausbildung, und wir lernen die Hall mit den riesenhaften Statuen kennen. Bei genauerer Betrachtung kann man als Leser nur sagen, dass ruhig sehr viel mehr dieser atmosphärischen Bilder gezeigt werden könnten. Aber dazu bleibt in der Kürze der Episode leider keine Zeit – ein gesammeltes Hintergrundwerk zu Technik, Architektur, Geschichte, Kultur und Mode des Fathom-Universums könnte ein sehr umfangreicher Band werden.

Marcus To, zeichnerisch in diesem Universum zu Hause, schafft eine schönere Kiani als in der Originalserie, in der sie zur Zeit von Koi Turnbull gezeichnet wird. Turnbulls Variante fällt deutlich härter aus, aggressiver. Die Angriffsfertigkeiten der Kiani von Tunrbull sind keine Überraschung. Tos Kiani, sehr viel mädchenhafter, weicher, ist eine optische Überraschung, wenn sie ihrem Kampfeswert unter Beweis stellt. Auch aus erzählerischer Sicht ist dieser Wandel der Figur sehr reizvoll. Warmherzig, agil, leidenschaftlich, geschickt und melancholisch – Autor Vince Hernandez beschreibt seine Heldin mit sehr viel Nähe. Als Leser kann man mit Kiani fühlen – so wird das Grundgesetz einer guten Geschichte erfüllt.

Auch in dieser Episode schüren neue Rätsel die Neugier des Lesers. Die geheimnisvolle Macht aus den Tiefen des Meeres ist so etwas wie der Kapitän Nemo dieser Geschichte. Mit einem Blitzangriff zeigen die Wesen ihre Macht und die Aussichtslosigkeit weiterer Bemühungen durch Killians Helfer.
Der Abschluss wird von Hernandez als dramatischer Cliffhanger inszeniert – eine weitere Enthüllung, die so nicht zu erwarten war.

Eine schöne Scifi-Episode für Freunde des Fathom-Universums, in der gleich drei Koloristen (Peter Steigerwald, David Moran, Beth Sotelo) für eine feine Atmosphäre sorgen. :-)

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Sonntag, 18. November 2007

Kiani

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 17:54

Fathom - Kiani 0Die Menschen geben sich nicht mit dem Land zufrieden. Überall breiten sie sich aus. Sie erobern die Luft und das Wasser. Sie machen Paradiese zu Bombentestgebieten. Rücksichtnahme kennen sie nicht.
Mit diesem Wissen ist Kiani, eine Unterwasserbewohnerin, aufgewachsen. Sie hat gesehen, welchen Schaden die Atombomben auf dem Bikiniatoll anrichteten. In all ihren jungen Jahren hat sie nichts anderes über die Menschen erfahren, als die Rücksichtslosigkeit, mit der sie sich alles um sie herum Untertan zu machen versuchen.

Früh verliert sie ihre Eltern und wird von einem Vormund erzogen, der jedoch getreu wie ein Vater zu ihr steht. Dennoch nagt der Verlust an ihr. Sie nimmt ihre Ausbildung sehr ernst. Mit ihren Fähigkeiten überragt sie ihre Mitschüler bald, aber insgeheim wird sie von ihrer Wut und ihrer Verzweiflung aufgefressen.

Jahre später ist Kiani längst zur Mörderin geworden. Die Tat ist ihr gut im Gedächtnis geblieben. Sie ist nicht stolz darauf. In Wahrheit weiß sie ganz genau, was ihre Wut aus ihr gemacht, was jede weitere Tat, jeder Kampf aus ihr gemacht hat. Sie ist denen, die sie hasst, allzu ähnlich geworden. Ja, resümiert sie, sie ist ihnen sogar ebenbürtig.
Und die Spirale dreht sich weiter.
Die Kämpfe fordern weitere Opfer. Freunde. Immerhin hat Kiani andere Freunde, die sie aufzufangen versuchen. Dabei weiß sie nicht, dass längst andere das Spiel übernommen haben und sie nur noch reagieren kann.

Zwei Geschichten machen den Leser mit Kiani vertraut. Zuerst ist es die jüngste Vergangenheit, kurz nach weiterer Vernichtung, deren Auswirkungen direkt mit Kiani zu tun haben. Vince Hernandez hat sich dieser Auswirkungen angenommen, die einen Seitenarm der Original-Serie Fathom erzählen. Kiani, bisher eine Nebenfigur in Fathom (wenn auch eine wichtige), wird hier in den Mittelpunkt gestellt und mit zahlreichen Details versehen.

Kiani kennt nichts anderes als den Krieg gegen die Menschen. War sie zuerst nur eine ganz gewöhnliche Kriegerin, ist sie durch die Erlangung neuer Kräfte zu einem wichtigen Machtfaktor geworden – mit ähnlichen Kräften, wie sie auch Aspen aus der Original-Serie besitzt.

Die grafische Umsetzung dieses Auftakts übernimmt der Fathom-Experte Marcus To, der bereits lange in diesem Comic-Universum zuhause ist und mit der gewohnt versierten und qualitativ guten Technik zu Werke geht. Letztlich steht und fällt seine Arbeit mit dem Team. An seiner Seite steht Don Ho, ebenfalls ein Fathom-Veteran, als Tuscher. Er hat seine Qualitäten bereits bewiesen und unterschreibt dies einmal mehr. Wo sich letztlich alles entscheidet ist im Bereich der Farbe. In der ersten Episode ist Peter Steigerwald aktiv. Er arbeitet gerne mit feinen Unter- und Hintergründen, um den Bildern einen realistischeren Charakter zu geben. Dies gelingt ihm auch hier. Mit einigen doppelseitigen Bildern kann er sich grafisch so richtig austoben. Fast könnte man schon von einem Set-Design sprechen. Perfekte Unterwasserlandschaften und Innenräume mit einer schönen farblichen Grundstimmung.

Marcus To zeichnet zwar auch die zweite Episode des Bandes, aber die weitere farbliche Ausführung übernimmt ein anderer, weshalb ein direkter Vergleich unterschiedlicher Koloristen möglich ist. David Moran macht seine Sache als Kolorist sicherlich gut und er versteht auch sein Handwerk. Im direkten Vergleich zu Peter Steigerwald fehlt es ihm aber an künstlerischem Mut – es kann natürlich auch sein, dass auch Zeitmangel für die nicht so ausgefeilte verantwortlich ist. Letztlich ist es auch ein Job, der in einer bestimmten Zeitspanne erfüllt werden will.

Ein guter Auftakt, der für Science Fiction- wie auch Fans des Fathom-Universums interessant sein kann. Dank eines guten Zeichners wie Marcus To ist die gesamte Ausgabe von einer sehr schönen Qualität. Dies ist auch das Fazit, das zu dieser Ausgabe gesagt werden kann: Einfach schön. :-)

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Dienstag, 09. Oktober 2007

30 Days Of Night: Agent Norris

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 23:27

30 Days Of Night: Agent NorrisDas Eis schmilzt, und der Mann kommt wieder frei. Aber aus dem Mann, dem Agenten des FBI ist ein Vampir geworden. Der Befreier, der so dumm war, eines der Monster aus dem Eis zu holen, muss bald mit ansehen, wie der Vampir flieht.
Der Befreier will seine Versagen wieder gut machen. Er verlässt Barrow, die Ortschaft, die vom Bösen heimgesucht wurde und folgt dem ehemaligen Agenten nach Los Angeles, die nun alles andere als eine Stadt der Engel ist.

Gleich bei seiner Ankunft stöbert John Ikos ein Vampirnest auf. Die Härte und die Abgebrühtheit, mit der dieser Jäger vorgeht, sind in Los Angeles ungewöhnlich. Blitzschnell hat er zwei der Blutsauger für immer vernichtet. Bei seiner nächsten Begegnung hat er es nicht mehr so einfach, denn gegen die Übermacht der Night Crew hat er keine Chance.
Wie er schlicht und einfach feststellt: Ich und mein Großmaul.

Sein Glück ist es, dass die Vampire neugierig sind. Ihr Anführer will diesen Norris selber sehen, dessen Name immer weitere Kreise in der Vampir-Szene zieht.
Auch der Mann aus Barrow setzt seine Suche fort. Ohne es zu wissen, gerät er in eine Auseinandersetzung verschiedener Gruppierungen innerhalb der Vampire. Als er eine Rettungsaktion durchführen will – wieder einmal eine äußerst ungewöhnliche – verbündet sich ein Fremder mit ihm.

30 Days Of Night ist im Vampir-Genre unlängst einem Trend gefolgt. Die Vampire rangieren in ihrer Konzeption auf einer ähnlichen Höhe wie jene in Blade. Härter, brutaler, gemeiner, düsterer und mit einem Gebiss versehen, dass jedes Raubtier vor Neid blass werden lässt. Inzwischen hat auch die Filmindustrie den Kick entdeckt, der von dieser Vampir-Reihe ausgeht. 30 Days Of Night läuft jüngst im Kino.

Verantwortlich für diesen Schocker ist Autor Steve Niles, der eine Geschichte verfasst hat, die sich nicht lange bitten lässt. Eine Ortschaft, 30 Tage Dunkelheit, einige wenige letzte Menschen, die ihr Dorf nicht verlassen haben und eine Horde Vampire, die es genießen, sich nicht alle 12 Stunden verstecken zu müssen. Dieser 30 Tage währende Horror zog folgerichtig Fortsetzungen nach sich, die den Leser auf die gleiche schnelle Weise ins Geschehen werfen.

Agent Norris ist ein Opfer jener langen Nacht. John Ikos hat den FBI-Agenten gerettet - eher aus Dummheit und Neugier, weniger, weil er es tatsächlich wollte.
So ist die erste Episode im vorliegenden Band sehr bedrohlich und eindringlich – leider krankt sie an der zeichnerischen Darstellung, die hier doch sehr einfach ausgefallen ist. Im Gegensatz dazu ist die Szene spannend, ja aufregend sogar, da sich nicht sagen lässt, wie John Ikos aus dieser Sache wieder herauskommt, ob er überleben wird.

Mit dem Start der Episode The Journal Of John Ikos ändert sich die grafische Gestaltung. Zeichner Nat Jones, unter der Farbgebung von Jay Fotos, haben einen wilden Bildeindruck geschaffen, der die dunklen Ereignisse in Los Angeles perfekt unterstreichen. Der bärtige Ikos wirkt durch sein hinterwäldlerisches Auftreten total fehl am Platz in diesen heruntergekommen Häusergassen, in deren Schatten die Vampire lauern.
Hier ist der Hauptdarsteller sehr gelungen und echt geworden.
Der Kontrast zwischen Jäger und Beute, hier die Vampire, die den Spieß bald umdrehen, könnte nicht größer sein. Der Trapper steht einer Bande im Lack- und Leder-Outfit gegenüber. Eine Schrotflinte steht gegen atemberaubende Geschwindigkeit und ein fürchterliches Gebiss.
Die Auseinandersetzungen sind hart und schenken dem Leser nichts.

Der mittlere Teil ist eine sehr moderne Vampir-Geschichte (er ist von den drei Episoden auch der umfangreichste), die nicht nur auf der aktuellen Welle mitschwingt, sondern auch eigene Akzente setzt.
Gegen Ende sind die Grafiken von Zeichner Brandon Hovet in der abschließenden Episode Agent Norris: Mia vergleichsweise nicht so aussagekräftig. Sein Zeichenstil ist aber nicht ungewöhnlich und findet sich ähnlich auch bei Kelley Jones , einem anderen Veteran von Grusel-Comics.

Unter dem Strich eine phantastische Vampir-Schauergeschichte mit einer ordentlichen Portion Action, sehr geradlinig erzählt mit einem hervorragenden Mittelteil. Fans des Genres werden diese Kost sicherlich mögen. Wer zartbesaitet ist, sollte besser keinen Blick riskieren. :-)

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Samstag, 24. Februar 2007

Fathom Neue Serie 10

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 23:17

Fathom Neue Serie 10Aspen Matthews wehrt sich. Sie will es nicht zulassen, dass ihr Freund und ihr Vater wegen ihr leiden müssen. Am Staudamm kommt es zu einem Showdown, den die Soldaten so noch nicht erlebt haben.
Ihre Wehrhaftigkeit ist beeindruckend. Mit ihren Fähigkeiten, das Wasser zu beeinflussen kann sie den Angreifern mit ihren automatischen Waffen erfolgreich und optisch überaus großartig Paroli bieten. Aspen tanzt auf den Wasserfontänen herum und spielt mit den Wellen, als hätte sie etwas anderes gemacht.

In Muria hat Siphon andere Probleme. Um frischen Wind in die Politik der Stadt zu bringen, wurde er in den Rat gewählt. Zuerst hat er sich noch über seine neue Aufgabe gefreut, aber schließlich ist es für ihn vollkommen ermüdend den Sitzungen beizuwohnen. Die Gespräche drehen sich zu oft im Kreis. Ergebnisse sind selten und scheinen Muria nicht voran zu bringen. Siphon ist frustriert.
Erfrischend wirkt es da, dass er sich auch mal mit seinen engsten Freunden treffen kann. Allen liegt immer noch die Genesung von Kiani am Herzen.

Fathom präsentiert gleich zu Beginn der 10. Folge der Neuen Serie ein Wasserinferno. Angesichts der sich orgiastisch auftürmenden Wellenberge ist es kein Wunder, dass in diesem Band gleich vier Inker zum Einsatz kamen.

Sieht man einmal von Cannon Hawke ab, ist Fathom eine Serie, in der Männer zwar eine Rolle spielen, doch Frauen sind die diejenigen, die das Sagen haben. Aspen kann in dieser Episode zeigen, welche Kräfte sie inzwischen entwickelt hat. Zieht man Vergleiche zu vorhergehenden Szenarien dieser Art, dann stellt Aspen mit ihren Fähigkeiten so manchen ihrer Artgenossen in den Schatten.
Hierbei ist es interessant, auf welch vielfältige Art sie ihre Macht einsetzt. Sie wehrt Kugeln mit Wasserbarrieren ab. Sie schwebt auf einer riesigen Fontäne über allem anderen, während sie eine Sicherheitsglocke über ihren Freunden aufbaut. Waffen, die zu stark für sie selbst sind, irritiert sie mit einem simplen Trick: Sie verwandelt sich selbst in Wasser und die Rakete schießt durch sie hindurch.
Die Wirbelstürme, die sie auftürmt, stellen nachfolgend alles andere in die Schatten und schauen beinahe aus wie eine Szene aus The Day After Tomorrow.

Die beiden Co-Autoren J.T. Krul und der Erfinder der Serie Michael Turner locken stets ein bißchen mehr aus der Serienheldin heraus. In der abschließenden Szene, wenn der militärische Feind einsehen muss, dass Aspen wieder einmal entkommen ist und sie ein Unwetter zurückgelassen hat, entsteht eine sehr schöne apokalyptische Stimmung.
Michael Turner hat sehr Gefühl in den Charakter von Aspen gelegt. Einerseits im Zwiespalt mit ihrer Herkunft und ihrer Sympathie für die Menschen, von denen viele ihr stets wohlgesonnen waren, andererseits kann sie nicht ewig vor sich und ihrem Schicksal weglaufen. Schließlich zwingt Turner sie zum Handeln – es soll vorkommen, dass ein Charakter ein Eigenleben entwickelt, nachdem er mit genügend Hintergrundinformationen versehen wurde. Man gewinnt den Eindruck, so sei es auch hier gewesen. Nun kann Aspen nicht mehr anders und natürlich gibt es eine Schlußszene, die hoffen lässt, dass es zu einer Art größerem Showdown in der nächsten Zeit kommen wird.

Die zweite Heldin der neuen Serie wurde wieder geheilt und macht sich an ihr Waffentraining. Kiani hat überraschend feststellen müssen, dass auch sie über die Fähigkeit zur Wasserbeherrschung verfügt.
Im Gegensatz zu Aspen ist Kiani eine geborene Kriegerin, die lieber auf ihre Fähigkeiten mit dem Schwert vertraut – völlig zu recht, zieht man die grafische Umsetzung von Koi Turnbull in Betracht. Auf einer ganzen Seite präsentiert der Zeichner Kiani in anatomisch beeindruckender Gestalt. Hinzu kommen die wirbelnden Haare und die reizvolle Kolorierung von Paul Mounts.
Seine Arbeit an diesem Band ist besonders gelungen und die Darstellung des Kiani-Bildes ist ein nur ein kleines Beispiel für ein wirklich tolles Ergebnis.

Eine überaus spannende Fortsetzung mit tollen Bildern. Der Schluss ist ein Griff in die Vergangenheit und eine reizvolle Vorankündigung, die sehr neugierig macht. :-)

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Freitag, 23. Februar 2007

Cannon Hawke 5

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 16:22

Cannon Hawke 5Cannon hält es nicht mehr aus. Immer schwieriger wird es, das zweite Ich im Zaum zu halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es die Oberhand gewinnt. Cannon weiht Akiko ein.
Doch Erklärungen sind kaum noch notwendig. Akiko ist bereits zu lange die Assistentin dieses Mannes, der über schier unbegrenzte Mittel zu verfügen scheint. Sie hat sich in der Vergangenheit vieles zusammengereimt und ihre eigenen Schlüsse gezogen – vielleicht nicht immer richtig und nicht komplett, so ist sie doch sehr nah an der Wahrheit ausgekommen.

Cannon ist von derart viel Loyalität sprachlos. Aber Akiko ist außerdem eine Frau, die kein anderes Verhalten kennt. Insgeheim ahnte sie wohl, dass Cannon ihr eines Tages von ganz allein sein Herz öffnen würde.
Als es schließlich soweit ist, ist Akiko doch überrascht. Die Geheimnisse von Cannon reichen tiefer, als sie sich auch nur entfernt hatte vorstellen können. In der Tiefe seines Wohnhauses hat Cannon einen Schutzraum eingerichtet. Diese Abschirmung mag auch der Abhörsicherheit dienen, aber zuallererst ist es ein Versteck und ein Raum, der dem Schutz anderer dient. Cannon weiß, wozu sein Alter Ego Tarras fähig ist. Niemals soll dieser finstere Geselle aus Cannons Vergangenheit einem aus seiner nächsten Umgebung etwas antun können.

Akiko schließt Cannon im Schutzraum ein. Ihre strikte Anweisung lautet, nicht zu öffnen, so sehr Cannon sie auch zu überreden versucht.
Während Cannon seinen inneren Kampf ausfechtet, kämpft Akiko mit sich selbst, denn Tarras versucht unterdessen alles, um sie zu umschmeicheln und bedroht sie am Ende sogar.

Die abschließende Episode von Cannon Hawke löst alle losen Enden der bisherigen Erzählung auf. Cannon hat sich zu einem Endkampf entschieden, ein Kampf, der ihn in sein Inneres führt, dorthin, wo Tarras sich verkrochen hat.
Autor J.T. Krul inszeniert den Gang zu diesem Kampf, wie eine Art Abschied. Einen ähnlichen Gang nahm auch einmal Batman, als er von den Designer-Drogen loskommen wollte, die er zur Leistungssteigerung genommen hatte. Und ähnlich wie bei ihm, hat auch Cannon mit einer Persönlichkeitsänderung zu kämpfen. Und ebenso ähnlich harrt Akiko vor der Tür aus, wie es einst der Butler Alfred tat.

Soviel zu den Ähnlichkeiten. Der innere Kampf ist ein ganz anderer. Für Cannon ist die Auseinandersetzung, die sich nur in seinem Kopf abspielt, bitterer Ernst. Wenn er den Kampf verliert, endet auch in der realen Welt sein Leben. Da dieser Kampf allerdings eine reine Kopfgeburt ist, können auch Aspekte eingebunden werden, die in der realen Welt so nicht vorkommen – wohlgemerkt in der Welt von Fathom.
J.T. Krul nutzt diese Gelegenheit weidlich aus. Cannon bewegt sich nun in seiner ganz eigenen Matrix, in der alles möglich zu sein scheint, so auch gleich zwei Feinde: Der bereits verstorbene Tarras und jener, der in Cannon wiedergeboren werden möchte.
Interessant, und richtig spannend, ist es auch, wie Tarras an zwei Fronten gleichzeitig kämpft. Einerseits versucht er das Ego von Cannon endgültig zu unterdrücken, andererseits nutzt er die Gelegenheit, um endgültig nach draußen zu kommen. Während er gegen Cannon das Schwert schwingt, zeigt sich draußen eine Art Jekyll und Hyde, indem aus Cannon ein brutaler Mann wird, dem jedes Mittel zur Erfüllung seiner Ziele recht ist.

Zeichner Marcus To geht mit gewohnt versiertem Strich ans Werk. Da wird keine Linie zuviel gesetzt und kein Schatten geht daneben. To tobt sich während des Kampfes zeichnerisch aus. Teilweise nutzt er komplette oder sogar Doppelseiten, um grafisch richtig aus dem Vollen schöpfen zu können.
So wird der Kampf von Cannon und Tarras in ihren schillernden Rüstungen (dank der Farbgebung von Beth Sotelo) zu einen tollen actionlastigen Abschluss.
Gelungen ist die allerletzte Begegnungen von Tarras, in der er sich noch einmal aufbäumt und seine Panik herausschreit, bevor das Experiment seiner Mutter endgültig fehlschlägt und der böse Geist Cannon verlässt.

Das Fathom-Spin Off findet einen würdigen und sehr guten Abschluss. Nun, da Cannon wieder der Alte ist, bleibt mit Spannung abzuwarten, wie er weiterhin in Fathom zum Einsatz kommen wird. :-)

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Freitag, 26. Januar 2007

Fathom Neue Serie 9

Abgelegt unter: SciFi, Mystery — Michael um 17:01

Fathom Neue Serie 9Aspen Matthews wird gejagt. Ein Wesen mit ihren Fähigkeiten stellt für das Militär eine unglaublich wertvolle Waffe dar, die es zu beherrschen gilt. Die junge Frau erregte bereits Aufmerksamkeit, als sie auf einem Passagierschiff, damals noch ein kleines Kind, als blinder Passagier entdeckt wird. Seither steht sie im Interesse eines Mannes namens Maylander, der sich viel von der Frau für seine Ziele verspricht. Aber Aspen ist nicht gewillt, so leicht in die Falle zu tappen.
Außerdem hat sie Freunde, die ihr zur Seite stehen.

Auch unterseeisch steht nicht alles zum Besten. Kiani wurde durch die Attacke der menschlichen Angriffseinheit schwer verletzt. Seither liegt sie im Koma und der Fortschritt ihres Heilungsprozesses ist ungewiss. Ihre Freunde, die über sie wachen, sind außerdem erstaunt darüber, dass Kiani sich in Wasser verwandeln konnte – eine Fähigkeit, die auch für die unterseeischen Bewohner nicht selbstverständlich ist. Siphon macht sich große Sorgen, gleichzeitig ist er aber auch über die Fähigkeit seiner Freundin verblüfft. Es stellt sich die Frage, ob sie selber von dieser Fähigkeit überhaupt wusste. Viel Zeit zur Ergründung dieser Frage bleibt nicht, denn Siphons Vorpreschen in der letzten Versammlung hat mehr Veränderungen gebracht, als er vorausahnen konnte – man hat ihn zu einem Ratsmitglied ernannt.

Während der zurückgekehrte Cannon Hawke dem Rat beichtet, was sich bei seiner Gefangennahme durch Vana tatsächlich ereignete, geht die Jagd auf Aspen unvermindert weiter.

In der 9. Episode der neuen Fathom Serie knüpft Autor J.T. Krul (diesmal im Doppelpack zusammen mit Michael Turner) einige lose Enden zusammen.
Die Vergangenheit von Aspen Matthews, die natürlich bereits Thema war, als Michael Turner sie erdachte und als Comic-Figur einführte, wird hier noch einmal aufgegriffen. Maylander, der mächtige Offizier im Hintergrund, verfolgt Aspen bereits seit Jahren. Die von Krul und Turner verfassten Szenarios und von Koi Turnbull gezeichneten Bilder zeigen Maylander vor seinen Beobachtungsmonitoren regelrecht wie eine Spinne im Netz – allerdings einer recht trägen Spinne, die ihre Netze lieber von anderen spinnen lässt.

Turnbull ist es auch, der in dieser gut erzählten Episode besonders zeigt, was er kann. Beeindruckend hier sind die Auftritte von Cannon Hawke und Aspen, jeweils zur Mitte und zum Schluss des Bandes (ein sehr schönes Cliffhanger-Bild, eines der besten in dieser neuen Serie). Bei Aspen schöpft er aus dem Vollen. Ihre Körperlichkeit wird aus den verschiedensten (auch sehr schwierigen) Blickwinkeln hervorragend getroffen, was sicherlich ein Grund dafür ist, warum Michael Turner ihn als zeichnerischen Nachfolger der Reihe auswählte.
Turnbull beweist außerdem sein Fingerspitzengefühl für Perspektiven und weiträumige Ansichten. Leider bekommt er in dieser Folge nicht genügend Gelegenheit sich hier auszuleben. Es bleibt zu hoffen, dass das Duo Krul/Turner ihm in nächster Zeit entsprechende Vorlagen schreibt, damit er diese Fähigkeit mehr ausnutzen kann.

Aufgeteilt ist das Szenario in die unabhängig voneinander sich abspielenden Erzählteile der Verfolgung von Aspen und die Handlung in der Unterwasserstadt. Beide Umgebungen sind völlig gegensätzlich – grafisch eindrucksvoller fallen die Bilder in der Unterwasserstadt aus, dank der gewohnt guten Farbgebung von Kolorist Peter Steigerwald, der sich gerade mit sehr schönen und phantastischen Farbübergängen hervortut.
Das Team Jason Gorder und Don Ho inkt die vorliegende Episode. Der Strich ist leicht ausgeführt und sitzt. In diffizilen Strukturen wie den Ansichten von wild durcheinander liegenden oder wirbelnden Haaren, Außenansichten eines amerikanischen Straßenkreuzers und den komplexen Wassergebilden findet sich eine sorgsame und feine Ausführung.

Grafisch wieder einmal Top erzählt die 9. Ausgabe von Fathom die Abenteuer von Aspen und Cannon Hawke diesmal extra spannend weiter. :-)

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Mittwoch, 17. Januar 2007

Cannon Hawke 4

Abgelegt unter: SciFi, Mystery — Michael um 20:58

Cannon Hawke 4Cannons Geist weilt in der Vergangenheit. Seine Erinnerungen rufen einen der folgenschwersten Kämpfe seines Lebens wach. Er konnte diese Vergangenheit nie begraben – ganz besonders jetzt nicht, denn der Kampf mit Taras bildete den Startschuss für eine Abfolge von Ereignissen, die Cannon in diese Situation gebracht haben, die es nun zu bewältigen gilt.
Gemeinsam mit ein paar Freunden hat er sich auf eine Mission aufgemacht, um die gestohlene Graue Materie wiederzubeschaffen. Leider trauen ihm seine Freunde nicht so recht, denn sie sind über seine gespaltene Persönlichkeit im Bilde. Aber auch Cannon ist nicht mit sich im Reinen, denn er kann sich selbst nicht trauen, von dem Augenblick an da er erfuhr, dass er den Geist seines alten Feindes Taras in sich trägt. Er hat keine Kontrolle über seine zweite Persönlichkeit, die ihn schon in gefährliche Momente hineinmanövrierte.

Der Anflug auf das Versteck von Taras’ Bruder Biranha gestaltet sich als schwierig, den der leichte Jagdtransporter wird bereits von zwei Jagdmaschinen erwartet. Der Feind hält sich nicht mit Aufforderungen zur Umkehr auf, sondern greift direkt hart an. Aber Cannon ist kein Anfänger und weiß sich zu wehren.
Die eigentliche Konfrontation erwartet die vier Krieger allerdings erst. In der ehemaligen nun zerstörten Heimstatt von Vana, Taras’ und Biranhas Mutter, stoßen sie auf die Feinde, die sie gesucht haben.
Es kommt zum Kampf Mann gegen Mann.

Cannon Hawke beschleunigt mit der vierten Ausgabe weiter sein Tempo. Es schadet nicht ein wenig Vorwissen aus der gleichfalls aktuellen Ausgabe der neuen Fathom-Serie (Nr. 9) zu haben, da Cannons Beweggründe noch ein wenig deutlicher werden und die derzeitige Situation noch klarer wird. Aber Autor J.T. Krul wäre kein versierter Erzähler, würde er den Lesern, die nicht über diese Informationen verfügen, nicht einen gleichermaßen guten Einstieg verschaffen.
Die Handlung spielt mit Action und einigen dramatischen Szenen, die einen wichtigen Effekt auf Cannons Leben haben. Krul wartet mit allem auf, was Cannons Charakter zu bieten hat. Cannon ist der eiskalte Taktiker, den eine brenzlige Situation nicht aus der Ruhe bringt. Er ist der Freund und Mitstreiter, aber er ist auch die innerlich zerrissene Persönlichkeit, die seine eigenen Freunde in Gefahr bringt. Die Wendung, die Taras in die Geschichte bringt, lässt auf viel weitere Spannung in der Fortsetzung hoffen.

Den Grafikern ist ein großes Lob in dieser Ausgabe auszusprechen. Endlich können sie die normalen Zivilisationsumgebungen hinter sich lassen und sich ganz auf Cannons Welt konzentrieren. Deshalb kann der Stamm-Zeichner der Serie, Marcus To, gleich mit den exotischen Fluggeräten beginnen und ebenfalls die äußerst phantasievollen Flugmonturen zu Papier bringen. Die Oberflächen sind immer besonders ausgearbeitet, weshalb der Koloristin Beth Sotelo in dieser Ausgabe eine besondere Aufgabe zukommt. Die Oberflächen sind stets schillernd, wie ein Blick in fein perlendes Wasser. Diese Effekte lassen die Bilder sehr viel plastischer erscheinen als beispielsweise Szenarien, die in einer gewöhnlichen Stadt spielen.

Bald geht es für das kleine Kommando unter die Erdoberfläche. In einer Umgebung aus Gestein und Eis treffen die Feinde aufeinander. Die Guten erscheinen in Tönen aus Blau und Weiß, während die Feinde in Lila und Weiß auftreten. Vor ozeanblauen Hintergründen beginnen die Kämpfe.
Der Effekt der Oberflächenstrukturen wird von Sotelo auf die Hauttöne fortgesetzt, so dass im wahrsten Sinne des Wortes richtig schicke Grafiken entstanden sind.
Bezeichnend sind auch die Tuschestriche von Don Ho, der gewohnt exakt zu Werke geht, was der Kolorierung erst die richtige Wirkung ermöglicht, da sie ebenso sorgsam vorgenommen wurde.

Deutlich düsterer als die vorhergehenden Episoden nimmt die Reihe um Cannon Hawke mit einer geballten Ladung Action deutlich mehr Tempo auf. :-)

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Montag, 18. Dezember 2006

Cannon Hawke 3

Abgelegt unter: SciFi, Mystery — Michael um 17:16

Cannon Hawke 3Akiko erinnert sich, wie sie Cannon Hawke, ihren Arbeitgeber kennen gelernt hat. An der dramatischen Lebensweise ihres Chefs hat sich bis heute nichts geändert.
Akiko ist von ihrem Chef fasziniert. Sie schätzt ihn als Mensch – als Mensch? Wenigstens rein äußerlich ist Cannon ein Mensch. In Wahrheit entstammt er einem anderen Volk, das ähnlich gespalten ist wie die Menschheit. Wie immer geht es um Macht, um das Überleben. Die unterseeisch lebenden Völker haben eine technologische Stufe erreicht, von der die Menschen träumen. Besonders die Energie, derer sich dieses Volk bedient, hat es den Menschen angetan.
Japan, als einer der größten Energie-Importeure, ist besonders daran interessiert, hinter das Geheimnis dieser Energie zu kommen und es auszubeuten. Natürlich sind die Wissenschaftler von der Rechtschaffenheit ihrer Aufgabe überzeugt, schließlich geht es um den Wohlstand Japans.

Cannon Hawke stößt bei den Verantwortlichen des Projekts auf taube Ohren. Worte lösen das Problem nicht. Andere geben nicht so schnell auf. Wo Worte versagen, lassen sie Taten folgen.
Leider ist Cannon der Hauptverdächtige in dieser Angelegenheit. Er wird zum Handeln gezwungen und setzt dabei seine Fähigkeiten ein, die ihn umso verdächtiger machen.

Und als hätte Cannon nicht schon genug Schwierigkeiten, ist da auch noch sein unfreiwilliges Alter Ego, das sich zeitweise seines Körpers bemächtigt und noch größeren Schaden anrichtet.

Die dritte Episode von Cannon Hawke treibt den edelmütigen Protagonisten noch mehr in die Enge als bisher. Selbst seine Freunde scheinen ihm in dieser Situation nicht mehr helfen zu können.

Im zweiten Akt werden dem Helden stets so viele Knüppel wie möglich zwischen die Beine geworfen, das Motto lautet: Hindernislauf.
So geschieht es auch hier. Autor J.T. Krul gestattet seiner Hauptfigur kein Atemholen mehr. Die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Charakteren in Cannon zu spielen, nutzt Krul weidlich aus. Nur als Cannon ist die Hauptfigur zwar daran interessiert sich nicht unterkriegen zu lassen, aber folgt auch seinen selbst gesetzten Grenzen. Da Cannon Skrupel kennt, wird ihm das stets als Schwäche ausgelegt.
Umso entsetzter reagieren seine Gegenüber, wenn Cannons ungeliebter Gast die Oberhand gewinnt. Dieses andere Ich kennt keine Skrupel. Es tötet, wenn es seinen Zwecken dienlich ist. Auch aus diesem Grund wird Cannon mehr und mehr innerlich zerrissen, da er für fremde Zwecke missbraucht wird.

Krul lässt sich den Humor auch nicht nehmen. Ich weiß nicht, welchen Stellenwert eine ganz bestimmte Automarke in Asien hat, aber sie scheint nicht den schnellsten Ruf zu haben. (Einen ähnlichen Effekt gab es, als James Bond eine Ente als Fluchtwagen benutzte.)

Ich würde Zeichner Marcus To auch gerne einmal als Künstler für einen Zeichentrickfilm sehen. Die Figuren sind Trickfilm-tauglich, die Aufnahmen zeugen von einem tollen Sinn für Perspektive und Bildaufbau. Natürlich trägt Tos Zeichenstil für die Anime-Atmosphäre bei. Besonders gut wird dies in den Actionszenen unter Beweis gestellt. Man beachte den Überfall auf das Kraftwerk und die Verfolgungsjagd durch die Straßen.
Faszinierend ist zweifellos Cannons Fähigkeit, sich anzuschleichen. Der Wassereffekt erinnert ein wenig an Abyss und bringt einen gruseligen Aspekt in die Geschichte ein. Diese übermenschliche Stärke reizt selbstverständlich auch die Phantasie des Lesers an und man darf gespannt sein, ob diese Fähigkeit noch eine weitere Rolle spielen wird.

Inker Don Ho arbeitet exakt, wie mit dem Lineal zu gezogen und überlässt nichts dem Zufall. Die Farbgebung von Rob Ro folgt diesem konstruierten Stil. Durch diesen Aufbau der Grafiken gewinnen die Figuren und Gegenstände eine sehr schöne plastische Körperlichkeit.

Mit dieser Episode geht die Geschichte endgültig in den Sprint über. Rasant, spannend, mit einem innerlich zerrissenen Helden. Top-SciFi-Vergnügen. :-D

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