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Comic Blog


Samstag, 08. November 2008

Storm 4 - Die grüne Hölle

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 16:14

Storm 4 - Die grüne HölleNoch sind die Flugteufel mit sich selbst beschäftigt. Das Verhalten dieser Greifvögel ändert sich schlagartig, als sie das seltsame Fluggerät entdecken, das rasend schnell in ihr Revier eindringt. Diese Flugteufel kennen keine Angst. Sie attackieren die Insassen des Fluggeräts. Storm wehrt sich, aber er kann nicht verhindern, dass er die Balance verliert. Er fällt über Bord, mitten hinein in die grüne Hölle unter ihm. Allein auf sich gestellt versucht Rothaar das Fahrzeug unter Kontrolle zu bekommen. Dies gelingt ihr kurz, bevor sie Storm in die Tiefe folgt.

Als Storm die neue alte Welt betrat, verschlug es ihn in die Restbestände der alten Zivilisation wie auch in verschiedene klimatische Zonen, bis … … das Geheimnis gelüftet wurde. Einige Zeit hätte der Leser annehmen können, es mit einer endlosen Reise ohne jeglichen Hintergrund zu tun zu haben. Derlei Szenarien existierten immer wieder einmal, nicht zwangsläufig mit dem Genre Science Fiction verbunden.

Bevor es an die Lüftung des Geheimnisses geht, steht aber erst einmal eine Region auf dem Programm, die wahrlich den Titel Die grüne Hölle verdient. Vor lauter Bäumen sieht der Betrachter hier den Wald nicht. Der Boden ist von knorrigen Wurzeln überwuchert. Zwischen den Stämmen hängt ein undurchsichtiger Nebel, große Blätter bedecken Lücken im Astwerk, Lianen zwischen den Bäumen machen ein Manövrieren mit Fluggeräten so gut wie unmöglich. Man stelle sich ein verwunschenes Amazonasgebiet vor, in dem alles eine gewisse Superlative erreicht und schon ist der Ort für ein außergewöhnliches Abenteuer geschaffen.

Fast jedenfalls. Denn die grüne Hölle hat noch mehr zu bieten. Tief unten am Boden hausen Mutanten, die sich von dem ernähren, was von denen da oben so herunterfällt. Das kann Abfall sein, das können auch Leichen sein. Wenn jemand wie Storm und Rothaar als lebendige Menschen solchen Wesen vor die Krallen kommen, ist das Horror pur. Autor Dick Matena spielt mit dem Gruselfaktor des Kannibalismus ähnlich wie schon H.G. Wells in seiner Zeitmaschine machte, unnachahmlich umgesetzt in der ersten Verfilmung des Themas. Sind derlei Wesen noch vernunftbegabt und können sich durch Worte verständigen, wird der Horror noch eine Stufe höher angesetzt.

Dick Matena belässt es aber nicht dabei. Die Affenmenschen, die in diesem Dschungel leben, wirken wie eine Hommage an den Planeten der Affen, ganz besonders durch den Umstand, dass einer dieser Primaten durch einen im Dschungel lebenden Einsiedler groß gezogen wurde und das Sprechen erlernte. Endzeit- und Westernatmosphäre geben sich in der Folge ein Stelldichein, bis die Geschichte eine Wende nimmt, die an diesem Punkt nicht zu erwarten war. Damit dürfte Matena dem Leser das wohl größte Schnippchen schlagen – indem er einen Haken schlägt, der nicht nur der Geschichte wie auch der gesamten Reihe eine völlig neue Richtung gibt.

Es soll nicht verraten werden, obwohl die Handlung bereits einige Jährchen auf dem Buckel hat. Doch die ganzseitige – und toll gestaltete – Ansicht eines Raumschifffriedhofs am Grunde der grünen Hölle gibt einen kleinen Ausblick darauf, was in Storms Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird.

Don Lawrence kann hier mit seinem Können richtig wuchern. Neben einer realistischen Ansicht von Pflanzenwerk wollen auch Flammen, Wasserfontänen, Hautoberflächen, Felle und vieles andere gemeistert ein. Matena macht es seinem Zeichner zunächst nicht so leicht, indem er Gegner in schlichte Uniformen steckt. Der Aufwand dieser Ausgabe ist immens – und doch nur ein Vorgeschmack auf das, was Don Lawrence später noch alles leisten wird. Das Cover zeigt ansatzweise, wie sehr Lawrence später seine Bilder perfektionieren wird. Dann werden jegliche Bilder Cover-Qualität haben.

Zuvor jedoch finden sich noch kleine Mängel – es ist eigentlich eine Frechheit bei solchem Können von Mängeln zu reden. Aber da Lawrence zeigt, dass er es später besser kann, mag man diese Meinung nachsehen. Kleine Mängel sind beispielsweise die weiblichen Gesichter, die sich durch Kuhaugen, Froschmünder und eine durchgängig dreieckige Gesichtsform auszeichnen. Bei diesen duckfaces war Lawrence bei weitem noch nicht so differenziert, wie es alsbald während der Chroniken von Pandarve gelingen sollte. Alles andere ist schon so vorhanden, wie es der Fan bereits kennt, allerdings noch in der Entwicklung – deren Stand hier so manch anderer Comic-Künstler nie erreichen wird.

Ein tolles Abenteuer aus den alten Tagen Storms. Hier zeichnet sich eine Wende zu einem größer angelegten Zyklus ab. Don Lawrence’ Talent zu bewundern, ist immer wieder ein Genuss und ganz besonders in diesem Band mehr als einen Blick wert. Wer lernen möchte, wie’s gemacht wird, sollte die Grafiken in diesem Band genau unter die Lupe nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes. :-)

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Donnerstag, 28. August 2008

Storm 3 - Das Wüstenvolk

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 19:08

Storm 3 - Das WüstenvolkStorm und Rothaar wanken ziellos durch die Wüste. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Sie kennen sich nicht aus, sind am Ende ihrer Kräfte. Ein Aufenthalt zwischen Felsen lässt sie auf einen Fremden treffen. Und damit beginnen auch schon die Schwierigkeiten. Der Fremde ist auf der Flucht und seine Häscher sind über die ungebetenen Widersacher nicht begeistert. Wenig später sind Storm und Rothaar zwar besser aufgehoben, aber dafür in Gefangenschaft.

Die hageren Aborigines aus Australien mögen äußerlich – abgesehen von der kalkweißen oder auch grauen Hautfarbe – Pate gestanden haben für das Wüstenvolk, das Dick Matena und Don Lawrence hier in den Mittelpunkt ihrer Erzählung von Storms neuen Abenteuern stellen. (Natürlich sind sie nur in dieser Auflage neu.) Ihr gesamtes Aussehen generiert sofort Mitleid. Hager, unterernährt und, wie es sich nach wenigen Seiten herausstellt, versklavt. Ein Volk harrt der Befreiung.

Storm und Rothaar geraten hier auf ihrer langen Wanderung durch diese veränderte in ein Abenteuer, das in einen Aufstand mündet. Nicht zum ersten – und nicht zum letzten - Mal betätigt sich Storm als Befreier. Ähnlich wie bereits im Serienauftakt hat ein Bösewicht seine ganz eigenen Methoden gefunden, um sich zu bereichern und seine Pfründe zu sichern. Helfershelfer sind schnell gefunden, folgen hündisch ergeben und verstecken sich hinter Helmen mit Visieren – die allerdings im gleißenden Licht der Wüste einen Sinn ergeben.

Denn hier ist selbst die Natur der Feind, wie gleich das Cover des vorliegenden Bandes Das Wüstenvolk zeigt. Ohne besonderen, oder wenigstens notdürftigen Schutz, findet binnen Sekunden eine Erblindung statt.
Storm ist kein strahlender Held, dem alles sofort und ohne jedes Problem gelingt. Zwar setzt er sich beherzt zur Wehr, doch auch er tappt in eine Falle oder muss sich den Umständen – vorerst – geschlagen geben. Die Verwundbarkeit Storms, seine Normalität macht den Reiz der Figur wie auch der Serie aus.
Mit einer guten alten Geiselnahme des Bösewichts namens Banjo will sich Storm zusammen mit Rothaar aus der misslichen Lage befreien. Leider unterschätzt er seine Gegner.

Dick Matena, nach Philip Dunn und Martin Lodewijk der neue Autor im Bunde, entwirft eine endzeitliche Stimmung, ein Szenario einer untergegangenen Zivilisation, wie sie mit ihren Wüsten, Ruinen und aus der Not geborenen Lebensweise sich häufiger in SF-Geschichten findet.
Anders als ich solchen Szenarien, die sich auch in Rollenspielen finden, übertreibt Matena es nicht. Die Gründe für die Transformation des Wüstenvolks sind sehr rational, die ursprünglichen Motive eigentlich sinn voll und ehrenhaft. Leider – und hier findet sich eine bekannte Komponente – haben die Handlanger eines ehrenhaften Mannes eher niedere Motive, die natürlich in Machtgier und der Verlockung von Reichtum zu finden sind.

Die Technisierung, von Don Lawrence optisch möglichst realistisch umgesetzt, ist schlicht und effektiv. In den unterirdischen Gefilden erinnert die Steinformationen an das verschwundene Meer, aber auch an andere unterirdisch stattfindende Fantasy-Erzählungen, womit Matena und Lawrence hier angesichts des Alters der Geschichte einiges von Abenteuern neueren Datums vorweg nehmen.
Richtig schön strahlende Farben, beinahe pompös zu nennende harte Kontraste aus Rot, Gelb, Blau, Grün und dem Grau des Wüstenvolkes schaffen eine tolle Plastizität der Bilder.
Besonders mit Mustern kann Lawrence seinem Hang und auch seinem Talent zur Farbgebung frönen, ganz besonders bei der Gestaltung von Kleidung fällt dies immer wieder auf.

Wer als Don Lawrence Fan einmal eine andere Seite von ihm entdecken möchte – eine erotische – wird sich über die kleine Episode von Carrie – Im Spielzeugland freuen. Sicherlich mit einem etwas pubertären, aber nicht uncharmanten Humor hat eine junge Frau ihr ganz spezielles Abenteuer in einem Kaufhaus.

Ein Klassiker in neuem Gewand, der durch seine drucktechnische Umsetzung zeigt, was der Meister alles konnte und wie er mit der Farbe zu spielen verstand. Ein feiner Anhang mit zusätzlichen Informationen und Grafiken rundet diese Sammlerausgabe mehr als nur wohltuend ab. :-)

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