Freitag, 13. Juni 2008
Die Darkness geht zum Angriff über. Die beiden Wachen, die am Ufer aufgestellt wurden, können sich als letztes Erlebnis auf Erden von der Effizienz dieses Vorgehens überzeugen.
Dominic kann auf die fragenden Rufe seines Partners keine Antwort mehr geben. Vor dem Licht des nahen Leuchtturms entscheidet sich das Schicksal der Männer. Und Jackie Estacado hat gerade erst mit seinem Rachefeldzug begonnen.
Vom Turm aus entdecken weitere Wachen das Geschehen. Aber die Zeit reicht nicht einmal für einen Hilferuf. Die Darkness ist gründlich. Irgendwann fällt bei allen Beteiligten der Groschen. Er ist hier.
Flutlichter werden eingeschaltet. Onkel Paulie hat gelernt. Das Licht gefällt der Darkness nicht, aber sie ist auch nicht dumm. Als ein riesiger geflügelter Schwarm in der Dunkelheit sichtbar wird, halten die Mafiosi dies noch für Vögel oder Fledermäuse, die von dem ungewöhnlichen Licht angezogen werden. Ein tödlicher Irrtum.
Level 5 - die letzte Runde. Was hat Jackie Estacado nicht alles durchlitten, um an diesen Punkt zu gelangen. Die Autoren Paul Jenkins und David Wohl haben den jungen Mafia-Killer im wahrsten Sinne des Wortes bis hierher durch die Hölle geschickt.
Jetzt geht es auch nicht mehr um eine Entwicklung von Charakteren oder Geschichte. Alle Weichen sind gestellt. Jenkins und Wohl beschäftigen sich nur noch mit dem Finale.
Die Dunkelheit gehört zur Darkness einfach dazu. Mit Mike Choi wurde ein weiterer Zeichner ins Rennen geschickt, der seine Arbeiten gleichzeitig auch tuscht. Im Stile neuerer Darstellungen, bei denen es um Atmosphäre und Schnelligkeit geht sind die Bilder skizzenhafter und nehmen nicht für sich in Anspruch, bis in den letzten Strich hinein perfekt sein zu wollen.
Als vergleichbarer Künstler in dieser Machart können Sean Phillips (Criminal) oder Charlie Adlard (The Walking Dead) herangezogen werden.
Choi gelingen einige beeindruckende Bilder mit Großbildleinwandflair. Wer sich an den Film Van Helsing und flatternden Vampir-Nachwuchs vor Augen hat, kann sich sehr gut den nächtlichen Schwarm vorstellen, der Kurs auf das Mafiosi-Versteck genommen hat.
Stilistisch könnte Jackie Estacado dank Chois Technik auch in Schwarzweiß agieren. Es wäre angesichts der verschiedenen Zeichenstile in dieser kleinen Reihe ein gelungenes und passendes Experiment geworden.
Die Darklings werden von der Darkness ins Leben gerufen und bedürfen natürlich auch einer gewissen phantasievollen Grundausstattung ihres Herrn. Jenkins und Wohl zeigen einen Estacado, der wie geschaffen ist für dieses Leben, denn nachdem seine Mannen schon einige Vorarbeit geleistet haben, schreitet der Meister selber zur Tat. Zwar verfügt er nur über Kanonen, aber er ist nicht weniger kaltblütig und menschenverachtend und so wird einiges auch der Phantasie des Lesers überlassen und nicht gezeigt.
Das Finale. Jackie Estacado holt sich seine Rache und kann endlich die Mörder von Jenny Romano bestrafen – sowie jene, die ihm auch die ganze Zeit über ans Leder wollten. Knallhart, nichts für Zartbesaitete.
Stichwörter: paul jenkins, david wohl, mike choi
Sonntag, 09. März 2008
Der Kampf auf dem Schlachtfeld tobt. Welle um Welle rennt gegen die verzweifelten Soldaten an, die mit ihren simplen Schusswaffen keine Chance gegen die Monströsitäten haben. Riesige Mäuler, Reißzähne, knöcherne Panzer, Angriffe aus der Luft. Die Soldaten sind so gut wie wehrlos. Wahrscheinlich soll gerade das ihre Strafe sein, denn das Schlachtfeld befindet sich in der Hölle.
Ein einzelner Mann kann gegen diese Wesen erst recht nicht bestehen. Es sei denn, es handelt sich um einen Mann mit einer besonderen Gabe, die selbst in der Hölle ihre Macht nicht verliert. Jackie Estacado ist selbstbewusst genug, um nicht mit diesen Fähigkeiten anzugeben. Als eines der Wesen ihn herausfordert, ist er aber auch schlau genug, sich zur Wehr zu setzen.
Plötzlich wendet sich das Blatt. Die dämonischen Feinde sind zwar in der Überzahl, doch gegen die Kräfte der Darkness sind sie hoffnungslos unterlegen. Die Hilfe, die Jackie Estacado allein durch die Macht seines Geistes erschaffen kann, fegt die Gegner hinweg, sprichwörtlich.
Als der Kampf ruht, naht von fern ein Wagen. Der einzige Insasse sucht ihn. Jemand von ganz oben – oder von ganz unten, einzig ein Unterschied in der Perspektive – will mit Jackie sprechen. Die Begegnung, die kurz darauf auf Jackie einstürmt, wird er seinen Lebtag nicht vergessen.
Level 4 dieser Darkness-Saga nimmt eine völlig andere Wendung, als der Leser es von der normalen Serie her kennt.
Jackie Estacado, die Darkness bewegt sich in einer apokalyptischen Welt, einer Mischung aus Horror-Fantasy-Reich und den Grabenkämpfen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Diese Mixtur aus der Feder von Paul Jenkins und David Wohl könnte ebenso der Phantasie eines Stephen King entsprungen sein. Der Situationsaufbau ist ähnlich.
Eine normale oder wenigstens bekannte Situation wird durch die Beimischung eines völlig anderen Elements zu etwas Ungewöhnlichem.
Hier wird es noch ungewöhnlicher für Darkness, wenn Estacado die Macht über die Darklings verliert und sich seine eigenen Vasallen gegen ihn wenden.
Mit Zeichner Patrick Blaine erhält diese kleine Reihe auch eine neue optische Interpretation. Blaines Darkness wirkt kräftiger, bulliger, fast ein wenig ungeschlacht, roher. In der Folge, wenn Estacado seine Kräfte gegen den Feind einsetzt, verstärkt sich dieser Eindruck noch.
Andere Zeichner haben diesem brutalen Charakter gerne auch etwas weiches, fast schon feminines mitgegeben und beinahe einen mordenden Brad Pitt daraus gemacht. Das ist nicht unpassend, wird die Wirkung eines Mörders in einer schönen Larve auf dem Leser doch so viel größer. Dieser Estacado wirkt eher wie ein Action-Held, kantiger, wie ein Tarzan im Staubmantel.
Die Monstren, wie auch Estacado selbst, sind mit extrem feinen wie auch voll fetten Schwarzflächen getuscht. Man meint mitunter auch Unterschiede in der Strichführung auszumachen, was nicht von der Hand zu weisen ist, da gleich vier Künstler daran beteiligt waren. Jay Leisten, Joe Weems, Sal Regla und Sean Parsons haben ihre Handschrift hinterlassen. Der Eindruck auf den ersten 10-11 Seiten ist eindeutig besser als im aufkommenden Finale.
Gleichbleibend gut ist die Farbgebung von Blond, erdig, metallisch, giftig. In dieser Welt erstickt eine Farbe stets die anderen, drückt ihr den Stempel auf, sei es auf den Schlachtfeldern, den Kerkern oder in dieser furchtbaren Festung, deren Gestaltung an die Auswüchse der Gedanken eines Bernie Wirghtson oder H.R. Giger erinnert.
Wer die Darkness-Welt einmal in anderem Gewand erleben möchte, ein wenig ultimativ, um es so auszudrücken, vielleicht auch ein wenig wie ein Computerspiel, der liegt mit dieser Reihe genau richtig.
Stichwörter: paul jenkins, david wohl, patrick blaine
Freitag, 30. November 2007
Jenny ist tot. Jackie, der so oft schon mit dem Tod zu tun hatte, kann es immer noch kaum fassen, dass der einzige Mensch, der ihm etwas bedeutete, nun tot ist. Butcher bestätigt ihm, was Jackie schon lange weiß: Im Krieg zwischen Gangstern sind Zivilisten tabu.
Dieses merkwürdige Ethos hat leider den Tod von Jenny nicht verhindern können, denn Onkel Paulie war kein Gangster der alten Schule. Der Gangsterboss wiegt sich in Sicherheit, weil er glaubt, dass Jackie Selbstmord begangen hat – in gewissem Sinne mag das sogar stimmen, sieht man einmal davon ab, dass Jackie aus dem Totenreich zurückgekehrt ist. Wer eine Einheit mit der Darkness bildet, stirbt nicht so leicht einen normalen Tod.
Als sich Paulie in einem Bordell zu entspannen versucht, schlägt Jackie zu. Aus der Dunkelheit heraus, seinem Lebenselixier, verschafft er sich Zugang und räumt unter den Lakaien seines Onkels auf. Doch Paulie hat schon wieder Glück. Zum Ausgleich nimmt Jackie die Drogenküche in den Hinterräumen hoch und fügt dem Gangsterboss so eine üble Schlappe zu.
Wenig später wird Jackie eine neue Falle gestellt, in die er ohne zu zögern hineintappt. Er wähnt sich unbesiegbar, dank der Darkness, aber der Feind hat dazu gelernt.
Der Krieg zwischen Mafiosi und der Macht der Darkness geht weiter. Der Rachefeldzug von Jackie Estacado geht in die dritte neue Runde. Die Neuerzählung um den Killer mit den höllischen Fähigkeiten, einem Teil einer Dreifaltigkeit aus Licht und Schatten, macht es Jackie Estacado nicht einfach. Zwar hat der Killer seine Fähigkeiten erkannt, aber er benutzt sie auch leichtfertig und verlässt sich inzwischen sehr auf sie. Nachdem er festgestellt hat, dass auch der Tod ihm nichts anhaben kann, ist aus ihm ein regelrechtes Einmann-Kamikaze-Kommando geworden.
Zeichner Eric Basaldua zelebriert diese Einsätze geradezu. All die winzigen Krallen, die dünnen Stacheln und Dornen, die wie lebendig gewordener Stacheldraht wirken, sind nur ein Teil des Panzers der Darkness und ihrer Bewaffnung. Die Darklings, ähnlich bestückt wie ihr Herr und Meister, haben ebenfalls ihre 15 Minuten - den haben sie eigentlich immer auf die eine oder andere Weise. Hier stellt sich einer der Darklings in den Vordergrund, weil er auf eine der Tänzerinnen scharf ist. Was sich dahinter genau verbirgt, wird dank Jackies Einschreiten niemals enthüllt werden – zum Glück für die Tänzerin. Die Brutalität hingegen, mit der die Darklings gegen die Gangster vorgehen, lässt keinerlei optischen Zweifel. Dies, wie auch die Vorgehensweise der Gangster ist nichts für zarte Gemüter. Wer im Kino schon entsprechende Filme meidet, sollte auch hier die Finger davon lassen.
Ansonsten kann man immer noch voll des Lobes über den zeichnerischen Aufwand dieser Mini-Serie sein. Zwischen der Cover-Gestaltung und den Innenseiten gibt es keinerlei Unterschied. Das Team mit den Inkern Rick Basaldua und Sal Regla sowie dem Koloristen Rob Schwager macht aus dieser Ausgabe einen mörderisch guten Hit – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie es sich gehört, haben die Autoren Paul Jenkins und David Wohl Gangster geschaffen, die in jeder Situation cool bleiben. (Sieht man einmal von Onkel Paulie ab.) Eine Bluttat wird mit einem Lächeln abgetan, eigene Schmerzen werden mit einem lockeren Spruch gemildert. Das sind ganze Männer, die sich keine Schwächen erlauben. Die Coolness mildert die Brutalität ab, die dadurch den schwarzen Humor eines Tarantino-Films bekommt und so erträglich wird. – Sicherlich nicht für jedermann, wie bereits erwähnt. Wer mit Tarantino nichts anfangen kann, ist auch hier falsch.
Fans von Gangster/Slasher-Geschichten mit einer ordentlichen Portion Horror hingegen liegen mit der Darkness-Level-Serie genau richtig.
Stichwörter: paul jenkins.david wohl, eric basaldua, sal regla
Freitag, 14. September 2007
Der Krieg tobt mit ungebrochener Härte. Die Soldaten sind erschöpft und am Ende ihrer Kräfte. Stetig kommt von der Befehlsstelle die Anweisung zum Vorrücken. Inmitten dieses Wütens erinnert sich ein Soldat an die Heimat, an die Liebe, die er zurücklassen musste.
Charles hat seinen Brief an die Heimat gerade beendet, als bereits der nächste Befehl eintrifft. Die Kompanie soll sofort aufbrechen. Das Ziel lautet Reims, doch das ist 30 Kilometer entfernt. Die Aufgabe scheint kaum lösbar angesichts ihres Zustandes.
Charles hat seinen Brief an die Heimat gerade beendet, als bereits der nächste Befehl eintrifft. Die Kompanie soll sofort aufbrechen. Das Ziel lautet Reims, doch das ist 30 Kilometer entfernt. Die Aufgabe scheint kaum lösbar angesichts ihres Zustandes.
Nanu?!
Charles erlebt ein Dé-Jà-Vu. Der Befehl, das Verlassen des Schützengrabens, das Vorrücken der Truppe, all das kommt ihm plötzlich allzu bekannt vor. Genau in diesem Augenblick schlägt das Schicksal zu. An den Angriff, der folgt, kann er sich bereits erinnern. Die Explosion vernichtet seine Kameraden auf einen Schlag. Und plötzlich hat er wieder diese Begegnung, die ihn schon zuvor im Mark erschütterte.
Doch das Blatt wendet sich. Aus den Rauchschwaden tritt ein mannshoher Schatten hervor, der das Monster, das Charles’ Leben beenden will, erschießt. Der langhaarige Mann ist alles andere als militärisch gekleidet und gehört auch keiner der kämpfenden Einheiten an. Außerdem ist seine Waffe ziemlichungewöhnlich – abgesehen davon scheint er die Waffen, die er benötigt, irgendwie erschaffen zu können.
Was geht hier vor?
Die Odyssee von Jackie Estacado findet in The Darkness – Level 2 ihre Fortsetzung. Ist das die Hölle, in die die Autoren Paul Jenkins und David Wohl ihn hier geschickt haben? Der Eindruck mag sich dem Leser aufdrängen. Umso spannender ist die Tatsache, dass Jackie diese Frage nicht klären kann.
Fest steht, dass es sich um keinen der Weltkriege handelt, nicht einmal um einen zukünftigen Krieg, denn der Feind ist monströs und verfügt über schweres Kriegsgerät, welches so noch nicht in Erscheinung getreten ist.
In Charles findet Jackie einen Weggefährten. Charles weiß sowieso nicht, wohin er soll, nachdem seine Kameraden aufgerieben worden sind. Also kann er auch an der Seite des merkwürdigen Fremden bleiben.
Jenkins und Wohl beschreiben eine Welt, die als Hölle angesehen werden könnte. Eine ständige Wiederholung von Sterben und Tod? So könnte die Hölle aussehen. Und wie es scheint, hält die Hölle für jeden einzelnen Gast die ganz persönliche Hölle parat. Für Charles ist es der Krieg.
Aber was ist es für Jackie Estacado?
Jenkins und Wohl haben für die Darkness, die dem Italo-Killer innewohnt, ein Erziehungsprogramm geschaffen. Als alle Waffen versagen, erschafft Jackie seine ganz eigene Kompanie von Darklings, die sich auf den Feind stürzen.
Dank der versierten Technik von Zeichner Tyler Kirkham ist der Comic dieser bekannten Horror-Comic-Figur auf einem gewohnt hohen Niveau. Das liegt nicht zuletzt auch an der guten Tuscheführung von Sal Regla und dem kolorierenden Studio F.
Braune Erdtöne, olivgrüne Uniformen, grellgelbe Explosionen, stahlblaue Darklings und schmutzigbeige Feindmonster bestimmen das Farbspiel der vorliegenden zweiten Episode der Level-Reihe der Darkness, die das Thema auf andere Weise anpackt und einen Estacado in unbekanntem Umfeld zeigt.
Die Ideen sprechen für sich. Das ist die Darkness einmal anders, gruselig, überraschend, ein Horrorspaß, mit Rätseln und Geheimnissen, zu kurz zwar, aber dennoch mit guten unvorhersehbaren Wendungen versehen. Gut.
Stichwörter: paul jenkins, david wohl, tyler kirkham, sal regla, darkness
Samstag, 01. September 2007
Die Frau mit der roten Sonnenbrille ist zurück. In dem Crossover Tomb Raider vs. The Darkness treffen die weibliche Action-Rollenspiel-Ikone Lara Croft und der Mafia-Killer Jackie Estacado aufeinander. Estacado kann sich bei Dunkelheit in machtvolles Wesen verwandeln. Er wird die Darkness, ein Krieger des Bösen eigentlich, wenn man dem Fluch glauben darf, der die Fähigkeiten aber lieber zu seinem eigenen Wohl einsetzt, als einem höheren Ziel zu dienen.
Crossover sind im TopCow-Universum nichts Ungewöhnliches. Witchblade, Lara Croft, The Darkness und Magdalena liefen einander schon oft über den Weg. Die Darkness traf sogar schon auf Helden wie Batman, Superman, Hulk oder Painkiller Jane. Es gab mit den Overkill-Crossovern sogar Kämpfe mit Aliens und Predatoren. Die Zusammentreffen innerhalb des eigenen Universums gehören allerdings zu den logischsten Geschichten dieser Art.
Eine Kette aus dem alten Ägypten ist verschwunden. In solchen Fällen wurde die Schatzjägerin schon häufig zur Hilfe gerufen – ganz besonders dann, wenn es um ein Kleinod geht, das magische Kräfte besitzt und in den falschen Händen zu einer großen Gefahr werden kann.
Eine alte Freundin, Sara Pezzini, die Trägerin der Witchblade, eines anderen uralten Artefakts, kann Lara weiterhelfen. Es heißt, dass die Mafia hinter dem Raubzug im Museum steckt. Sara hat eine Idee, wie Lara auf die Spur der Täter kommen kann. Es gibt jemanden, der die ehrenwerte Familie sehr gut kennt und zeitweise mit der Polizei zusammenarbeitet – wenn auch nicht immer freiwillig.
Als sich Lara und Jackie Estacado treffen, lässt der Mafioso sofort den lässigen Macho heraushängen. Sara hat ihre Freundin bereits vor dieser Masche gewarnt, aber Lara wäre gegen Jackies Charme sowieso immun gewesen. Außerdem hatte Sara noch in einem anderen Punkt Recht. Im Falle eines übernatürlichen Phänomens kann Jackie eine Hilfe sein. Leider hat das gestohlene Artefakt eine Fähigkeit, mit der Lara nicht gerechnet hat.
Knackig und schnell läuft hier ein Abenteuer ab, das ruhig noch einige Seiten vertragen hätte, denn das Zusammenspiel von Lara und Jackie macht Spaß und ist von Autor David Wohl derart geschrieben, dass die Handlung von einem kurzen Ereignis zum nächsten hüpft. Der Showdown, auf den die Handlung wirklich schnurgerade zustrebt, nimmt einen Großteil der Handlung ein. Der Clou an der Geschichte bringt Jackie andere Hälfte ins Spiel. Jetzt kann Lara wirklich beweisen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist.
Auf Zeichner Billy Tan und Kolorist Steve Firchow kommt eine größere Aufgabe zu. Im Stile der bisherigen Vorbilder sind die Frauen wunderschön, Estacado ein wahres Mannsbild – wer hat sich nicht schon über diesen Perfektionismus gewundert und vielleicht manchmal auch geärgert. Dank der Idee von David Wohl steuert die Geschichte gegen dieses Konzept an und verwendet es als Grundlage für den Showdown.
Ein Crossover, dessen einziger Nachteil seine Kürze ist. In Ausführung und Erzählweise perfekt eingepasst in die bisherigen Charakterskizzierungen. Die Darklings sind wieder einmal knuffige kleine Biester, die den nötigen (schwarzen) Humor beisteuern.
Stichwörter: david wohl, billy tan, tomb raider, darkness
Samstag, 21. Juli 2007
Jenny ist wieder daheim. Es ist wie ein Ausflug in die Vergangenheit. Sie erinnert sich an gute alte Zeiten, an eine schöne Kindheit. Das Bild von ihr und Jackie auf der Kommode kündet von einer sehr engen und vertrauensvollen Verbindung.
Jackie hat Geburtstag. Eigentlich sollte er sich freuen. Jenny hat inzwischen bestimmt wieder alles für einen Pate-Marathon vorbereitet und die DVDs bereitgestellt. Aber Jackie noch ganz andere Probleme. Sein alter Kumpel Gianni hat eine Schrotflinte auf ihn gerichtet. Zwar entschuldigt sich Gianni für die Umstände, doch irgendwie kann Jackie dieser Entschuldigung keinen Trost abgewinnen. Da er kein unbedarfter junger Mann ist, kehrt sich die Situation bald um. Nach einer kurzen Befragung kann Jackie von Gianni erfahren, wer ihm den Tod wünscht. Die Antwort begeistert ihn noch weniger.
Während Jackie weiter gejagt wird, wartet Jenny auf ihn alleine in ihrem Apartment. Sie weiß nicht, dass pünktlich zum 21. Geburtstag etwas äußerst Ungewöhnliches mit Jackie vorgeht. In seinem Versteck meldet sich eine Stimme in seinem Kopf. Ohne es beherrschen zu können, bricht eine schwarze Horde aus seinem Rücken hervor. Seine Augen leuchten rot auf. In dieser Nacht hat er nichts mehr zu befürchten, denn fortan sind die Darklings an seiner Seite und beschützen die Darkness.
Nach einer kurzen Stippvisite bei Jenny beschließt Jackie mit seinem neuen Freunden bei seinen alten Freunden aufzuräumen.
The Darkness: Level 1 ist eine Neuerzählung des modernen Darkness-Mythos, einer Horror-Figur, die sich neben der Witchblade einer größeren Beliebtheit erfreut. Paul Jenkins und David Wohl haben den Anfang dieser Figur neu erzählt, veränderten sie sogar und können so den Leser sicherlich überraschen.
Die Optik, sicher in Szene gesetzt von Stjepan Sejic, könnte als The Darkness trifft Final Fantasy umschrieben werden. Wer die Gesichter der Final Fantasy-Verfilmungen vor Augen hat, kann sich die Gesichter und die gesamte Ausstrahlung der Bilder in diesem Comic sehr gut vorstellen. Es wirkt etwas kühl, aber auch sehr echt und die rückt die Darkness in ein ganz anderes Licht. Sejic hat einen Trickfilm zu Papier gebracht. Die Kunstfertigkeit, die er dabei zeigt, ist beeindruckend. Die Portraits des Jungen Jackie und das des Erwachsenen sind ungeheuer gelungen und vermitteln, was nicht eben häufig ist, auch leise Emotionen sehr gut.
Die Darklings, jene Getreuen der Darkness, die aus ihrer Macht und Phantasie entstehen, erinnern zum Teil an die guten alten Gremlins, aber auch an jene Bildern von gruselig anzuschauenden Tiefseefischen und –schlangen. Das Design dieser Horrorgestalten ist recht ausgefeilt und könnte auf dieser Basis sicher auch gleich für einen Film oder ein Spiel umgesetzt werden. – Wer sich die Bilder des Darkness-Spiels ansieht wird Parallelen im Design feststellen. Eine Grundlage gleichzeitig für einen Film? Oder ein Popularitätstest dafür? Die Witchblade hat es immerhin zu einer Fernsehserie geschafft. Nach dem Erfolg einer Figur wie Blade wäre Jackie Estacado vielleicht ein nächster Anwärter für die Leinwand.
Zuerst hat alles den Anschein eines üblichen Thrillers. Aus den beiden Kindern, die ihre Jugend gemeinsam in einem Waisenhaus verbrachten, sind Erwachsene geworden. Die Beziehung von Jackie und Jenny ist bereits aus der Originalserie bekannt, wird hier jedoch liebevoller dargestellt. Es ist mehr Familie im Spiel, die im krassen Gegensatz zur ehrenwerten Familie steht, für die Jackie arbeitet – uns es zeigt sich, dass die glorifizierte Familie, die Jackie in der Pate-Trilogie so toll findet, in der Realität nicht zu finden ist.
Ein Rädchen greift hier exakt ins andere. Der Werdegang von Jackie Estacado gewinnt besonders durch die Optik eine neue Dimension. Eine herausragende Neuerzählung der bekannten Geschichte.
Stichwörter: paul jenkins, david wohl, stjepan sejic, the darkness