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Comic Blog


Montag, 24. Dezember 2007

Fallen Son - Der Tod des Captain America

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 17:17

Fallen Son - Der Tod des Captain AmericaWolverine muss es genau wissen! Ist Cap tatsächlich tot? Oder war das alles nur eine Charade? Die einzige Möglichkeit, das herauszufinden, ist, in den Shield-Carrier vorzudringen und dem Attentäter ein paar unbequeme Fragen zu stellen. Doch das ist sehr viel leichter gesagt, als getan. – Aber jemand, der Wolverine kennt, weiß, dass dies für den wölfischen Helden kein Ding der Unmöglichkeit ist.

Captain America ist tot.
Nun, das ist keine Neuigkeit. In Fallen Son beerdigt Marvel seinen amerikanischsten Helden, das Symbol für Aufrichtigkeit, Tapferkeit und Mut. Sogar die Medien, amerikanische Fernsehsender, berichteten über seinen Tod. Eine gezeichnete Figur, die einen solchen Kultstatus erreicht, muss auch in ihrem Tod gewürdigt werden. Mit der vorliegenden Ausgabe, in der sich in fünf Ausgaben fünf Top-Zeichner zusammengefunden haben, begeht Marvel den Epilog auf seine ureigene Comic-Ikone.

Wie Marvel es durch seine Episode mit dem zurückgekehrten Hawkeye völlig richtig ausdrückt: Für den Verstorbenen ist kein Ersatz in Sicht. Das Erbe des Captain America ist zu schwer, seine Fußstapfen zu groß.
Nach einem sehr langen Leben geht Cap in aller Stille, beinahe unspektakulär – damit sind nicht die Leistungen der Zeichner, auch nicht des Autors, gemeint, ganz im Gegenteil. Sicherlich gibt es eine Beerdigung, standesgemäß für einen alt gedienten und verdienten Soldaten. Aber es gibt eine Zeremonie für die Massen und Medien, voller Pomp, und eine für die wenigen, die ihm nahe standen – und die ihn nun verschwinden lassen.

Glaubt man daran, dass Comics auch ein Spiegel ihrer Zeit sind, insbesondere der alte Cap, sieht das Ende des Captain America nicht sehr gut aus. Cap hat in der Vergangenheit auch den Kampf gegen den Terror thematisiert, die Kampagne zur Erfassung der Superhelden mag die Maßnahmen im Inland der USA widerspiegeln, aber auch die Abschottung. Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit. Angriff ist die beste Verteidigung. Ähnliche Sätze schwingen immer wieder mit, wenn es um die Eigenverteidigung geht. Am Ende geht es trotz aller Bemühungen in die Brüche – was auch immer. Wenn gedankenlos initiiert wird, auch mit gutem Willen, dann gibt es häufig ein Ende mit Schrecken, oder Schrecken ohne Ende.
Dieser Eindruck entsteht, wenn man den Civil War mit all seinen Konsequenzen verfolgt hat. Am Ende gibt der Klügere nach – noch ein Spruch, der vielleicht stimmen mag, denn die so genannte Initiative, die den Einigungsprozess vorantreiben soll, mag klar strukturiert sein, hinterlässt aber einen gefühllosen Beigeschmack, weil das Mitgefühl auf der Strecke bleibt.

Captain America erfasste genau diesen Umstand, als er die Schäden bewusst erblickte, die durch die Auseinandersetzungen hervorgerufen worden wurden.
Kurzum, der 11. September, Nine Eleven, hat auch den Comic nachhaltig beeinflusst, seine Helden ganz besonders. Gleichzeitig findet sich eine offene bis versteckte Kritik an den Umständen im In- und Ausland. Einzelnen Figuren werden unterschiedliche Standpunkte zugeordnet. In der Konsequenz lässt es sich überhaupt nicht sagen, wer vollkommen Recht hat – fest steht, dass die gewaltsame Konfrontation an Falschheit kaum zu überbieten ist.

Dies mag auch die Crux, der von Jeph Loeb geschriebenen Geschichte um den Fallen Son sein.
Dem Ereignis angemessen haben sich fünf Zeichner eingefunden und machen diesen Epilog zu einem optisch ansprechenden Ereignis. Leinil Francis Yu, Ed McGuinness, David Finch, John Romita Jr. und John Cassaday gehören zu den Zeichnern, die sich in die oberste Garde der Comic-Künstler heraufgearbeitet haben – berechtigterweise. Die Stile dieser Künstler sind völlig unterschiedlich, mal einfacher, mal wilder oder auch strukturierter, skizzenhafter, aber jeder auf seine Art arbeitet mit der erforderlichen Präzision.

Leinil Francis Yu brillierte regelrecht als Zeichner der X-Men und mit Superman – Birthright zeigte er eine sehr gelungene jugendliche Seite des Stählernen.
Ed McGuinness machte aus den Abenteuern von Superman und Batman richtig spannende Happy-Adventures, während ein David Finch für Hyper-Realismus mit seinen Zeichnungen steht. Spider-Man und die neuen Rächer wie auch das Special um Moon Knight sind tolle Beispiele seiner Schaffenskraft.
Wer die Spider-Man-Abenteuer von John Romita Jr. verpasst hat ist selbst schuld. Zusammen mit J. Michael Straczynski, der die Idee zu Fallen Sonhatte, hat er wohl gleichzeitig auch Spidey-Geschichte geschrieben.
John Cassaday machte sich bereits vor Jahren mit Captain America vertraut und kennt auch diverse andere Helden(gruppen) wie die X-Men aus eigener Arbeitserfahrung.
Absolute Profis und alte Hasen waren hier am Werk. Zusammen mit der tollen Arbeit von Tuschern und Koloristen sind fünf tolle Episoden entstanden.

(Die Version des Dings von Ed McGuinness ist eine der schönsten Varianten des urigsten Mitglieds der Fantastischen Vier, die ich gesehen habe.)

Was am Ende übrig bleibt?
Fallen Son ist eine der gehaltvollsten Geschichten der letzten Zeit im Marvel-Universum, eine sehr persönliche, eine traurig inszenierte, mit einem Ende eines Helden, das nur vordergründig würdevoll ist – letztlich wird Captain America verscharrt, entsorgt, versteckt, weil selbst sein Leichnam noch eine Gefahr darstellt. Es mag den Fan versöhnlich stimmen, dass jemand wie Prinz Namor, dem Ehre ähnlich wichtig ist, am Ende über Cap wacht. :-)

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Freitag, 13. Juli 2007

Spider-Man und die neuen Rächer - Ausbruch

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 22:58

Spider-Man und die neuen Rächer - AusbruchMit dem Nervenzusammenbruch der Scarlet Witch erfolgte der Niedergang der Rächer. Tote und Verletzte sorgten für das Auseinanderbrechen der berühmtesten Heldengruppe der Welt. Als sich die Realität wieder einstellte, war nichts mehr so wie zuvor.
Es ist ein Ausbruch, der dafür sorgt, dass der alte Ruf ertönt: Rächer, sammeln!
Das Floss, der Hochsicherheitstrakt von Riker’s Island, einem Gefängnis für die gefährlichsten Kriminellen wird von vier Helden routinemäßig besucht. In ihren normalen Identitäten landen Matthew Murdock (Dare-Devil), Jessica Drew (Spider-Woman) und Luke Cage auf der Insel und inspizieren die Gefängniszellen. Nicht nur Foggy Nelson, der Sozietätspartner von Murdock, ist geschockt über die gewaltige Ansammlung von Superkriminellen, die auf ihre Art sogar vom Wahnsinn beherrscht werden.

Plötzlich wird es dunkel. Obwohl jeder der Beteiligten es gerne hätte, so ist der Ausfall des Lichts kein Normalzustand, denn er ist nur Ausdruck eines kompletten Stromausfalls. Die Gelegenheit für die Kriminellen mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten ist günstig. Kurze Zeit darauf erschüttert eine gewaltige Explosion die Insel. In den Eingeweiden der Strafanstalt zeigt sich ein optimistischer Elektro den versammelten Gefangenen. Während weitere Helden auf der Insel eintreffen – allen voran Captain America und Spider-Man – beginnt unterirdisch der Kampf.

Die Verbrecher haben nur auf diese Chance gewartet. Carnage, Mr Hyde, Foolkiller, Crusader, Cutthroat gehören zu den ersten, die über die Helden herfallen. Inzwischen sucht Nelson einen Helden auf, der auf sein eigenes Geheiß hin in den Verliesen dieser Strafanstalt einsitzt, da eigentlich keine Macht der Erde ihn hier halten könnte. Sein Name ist: Sentry.
Die Lage wird immer schlimmer. Nach all den Katastrophen, den Verlusten geraten die Helden rund um Cap erneut in arge Bedrängnis. Diesmal ist es kein normaler Einsatz, diesmal geht es mehr denn je um Tod und Leben.

Spider-Man und die neuen Rächer fasst die ersten Ausgaben der Geburt einer neuen Gruppierung von Helden in einem Band zusammen. Star-Autor Brian Michael Bendis und Spitzenzeichner David Finch geben dem Neustart Handlung und Optik. Härter, düsterer, geheimnisvoller und mit sehr viel Action fällt dieser Neubeginn ungeheuer rasant aus.

Viele Formationen der Rächer sind im Laufe der Jahre bekannt geworden. Helden kamen und gingen, waren als Gäste auch schon mal Ersatz für Stammformationen. Nach dem sorgfältig inszenierten Zusammenbruch der Rächer, der nicht nur diese Helden, sondern die gesamte Welt betraf, formiert sich jetzt eine neue Gruppe, die einigermaßen ungewöhnlich zusammengestellt ist – und wie der Leser weiß, schon wieder einer Bewährungsprobe unterlegen ist, dank des Civil War-Ereignisses.
Die neue Besatzung im neuen Rächer-Turm aus Captain America, Spider-Woman, Spider-Man, Iron Man, Luke Cage, Wolverine und später auch Sentry könnte nicht ungewöhnlicher zusammengesetzt sein. Mit Spider-Man und Wolverine wurden zwei absolute Einzelgänger in das Team aufgenommen. – Ihre Teilnahme mag auch mit der derzeitigen Popularität der Figuren zusammenhängen. Spider-Woman und Luke Cage sind eher in der zweiten Liga tätig, bewähren sich jedoch recht gut. (Wenn man den Gerüchten glauben darf, ist ein Film mit letzterem in Vorbereitung.) Cap und Iron Man gehören zur Stammbesatzung. Der Sentry ist eine Ausnahmeerscheinung. In einem Werbe-Coup von Marvel wurde dieser vergessene Held in das Marvel-Universum eingeführt. Dieser Held, dessen Kräfte sehr stark sind und dem eines Gottes nahe kommen, könnte eine Art Ersatz für Thor sein. So gibt es zu Beginn durchaus optische Parallelen dieser beiden Charaktere.

Der Auftakt erfolgt mit einem Knall. Der Ausbruch all dieser Gauner, hochgefährliche Irre, die nur Rache im Kopf haben, ist sehr spektakulär in Szene gesetzt. Spider-Man wird den Insassen geradezu vorgeworfen. Gnade gibt es nicht. Jeder möchte der erste sein, der dem Wandkrabbler den Garaus macht. Die Auftritte von Carnage und Mr Hyde sind Horror pur. Mit den aus dem Halbdunkel tretenden Gestalten hat sich David Finch selbst übertroffen. Im Gegensatz dazu wird der Auftritt des Sentry beinahe wie ein heiliger Moment zelebriert. Der farbgebende Künstler Frank D’Armata gibt den Bildern den letzten Schliff.

In dem vorliegenden Sammelband werden zwei Erzählstränge einander gegenüber gestellt. Herrscht im ersten Teil das Szenario des Ausbruchs vor, geht es im zweiten Teil in das wilde Land. Hier wird ein Besucher des wilden Landes aufgesammelt, für den Aufenthalt in dieser Gegend stets wie Urlaub ist. Das Tier in Wolverine fühlt sich unter Raptoren und Tyrannosauriern geradezu wie zu Hause. Aber Bendis wäre nicht Bendis, würde er nicht für eine gehörige Überraschung sorgen. Fans des wilden Landes können sich außerdem über einen Auftritt von Sauron freuen.

Ein packender Auftakt, der durch die Bündelung der ersten Ausgaben ein ungeschmälertes Lesevergnügen beschert. Das neue Team bewährt sich hervorragend. Die Bilder sind dank Finch machen aus diesem Heldenepos ein richtiges Leseerlebnis. :-D

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Sonntag, 13. Mai 2007

Moon Knight - Ganz unten

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 22:01

Moon Knight - Ganz untenMark Spector ist ein Wrack. Er sitzt die meiste Zeit allein in einem abgedunkelten Zimmer. Hinter ihm wacht düster die mannshohe Statue seines ägyptischen Rachegottes. – Dabei war er einmal ein Superheld namens Moon Knight. Jetzt ist er: Ganz unten!
Moon Knight gehörte zu den Helden, die sich in einem Kampf nichts schenken ließen. Mark setzte immer auf den größtmöglichen Einsatz. Wer sich mit Moon Knight anlegte, musste damit rechnen, nicht zu überleben. Sein letzter Kampf bescherte ihm einen Gegner, der mit der gleichen Härte zu Werke ging wie er selbst. Danach waren seine Beine nicht mehr zu gebrauchen. Mark lebte ein Leben mit Tabletten und Alkohol. Er vernachlässigte sich und jene, die einmal seine Freunde waren. In der Dunkelheit seines Zimmers hat der verzweifelte Mark nur noch einen Wunsch. Er will sein altes Leben zurück haben.

Sein Wunsch wird ihm erfüllt. – Mit allen Konsequenzen.
Eine geheimnisvolle Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Ende von Mark Spector zu besiegeln. Der Plan ist bis in das letzte Detail ausgeklügelt. Alles ist von langer Hand geplant. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Der erste Stein in einer langen Kette fällt in Form eines Freundes, der brutal attackiert wird. Mark wehrt sich, aber er agiert impulsiv. Er ist noch lange nicht der alte Moon Knight.

Mark muss mit ansehen, wie sein Freund, dem beide Beine amputiert wurden, sein Leben mit weitaus größerer Leidenschaft anpackt, als er selbst. Doch Mark glaubt noch etwas mehr verloren zu haben als seine Beine. Er glaubt seinen Gott verloren zu haben. Der Rachegott spricht nicht mehr zu ihm. Alles, was ihm von seinem früheren Leben geblieben ist, sind seine Alpträume und die Erinnerungen an ein besseres Leben.

In Moon Knight – Ganz unten begegnet Mark Spector sich selbst und einem Feind, der eigentlich eher zur B-Liga der Superfeinde gehört: Taskmaster.
Charlie Huston, der bisher durch seine Kriminalromane aufgefallen ist, hat sich hier der Wiedergeburt eines eher unbekannteren Helden angenommen. Moon Knight ist zweifellos eine tolle optische Erscheinung, aber bisher stand er doch im Schatten von Helden wie Captain America oder Daredevil, von Helden, die ähnlich unspektakuläre Kräfte haben, aber ein deutlich schärferes Profil ihrer privaten Identität.
Huston hat dieses Problem erkannt und eine tolle Lösung erarbeitet. Mark Spector bekämpft sich selbst. Die verbitterte Kreatur taucht tief in sein innerstes Selbst ein und findet dort einen Feind vor, der schlimmer als alles ist, was ihm je begegnete. Sein Gott stellt ihn auf die Probe. Nur wenn Marc sich selbst überwinden kann, diese Mauer aus Schwächen, die er jahrelang aufgebaut hat, kann er wieder zu dem werden, was er sich am meisten wünscht.

Für diesen Moon Knight, der noch nicht ganz auf der Höhe ist, ist der Taskmaster ein schwerer Brocken. Der Taskmaster, jener Schurke mit den außergewöhnlichen Reflexen und dem fotografischen Gedächtnis, kopiert mit Vorliebe die Fähigkeiten seiner Feinde. Natürlich funktioniert dies nur im Rahmen von normalen Möglichkeiten. Spezielle Fähigkeiten wie Spideys Kletterkünste gehören nicht zu diesen Fertigkeiten. Die Kampfstäbe eines Daredevil hingegen kann er noch genauer ins Ziel bringen als der rote Teufel aus Hell’s Kitchen. Im Gegensatz zu früheren Auftritten hat der Taskmaster sich äußerlich verändert und ist schauriger geworden. – Wie schaurig er wirklich ist, wird in dieser Geschichte auf eindrucksvolle Weise gelüftet.

Der Wechsel zwischen der äußeren und inneren Handlung mag für den Leser zunächst verwirrend sein. Das legt sich jedoch nach kurzer Zeit. Sobald die Erzählweise von Huston offensichtlich geworden ist, greift in der Handlung ein Rädchen ins andere. Sobald sich Moon Knight wieder reaktiviert, ist dies fast schon die Rückkehr eines dunklen Rächers in Weiß.

Diese Rückkehr wurde von einem Zeichner in Szene gesetzt, der einen phantastischen Stil pflegt: David Finch. Hierzulande konnten die Leser seinen optisch grandiosen Auftakt zu den Neuen Rächern verfolgen. Neben Moon Knight war noch an Daredevil, X-Men und Hulk beteiligt. Finchs Bilder zeichnen sich durch einen hyperrealistischen und sehr exakten Stil aus. So ergibt sich für den Leser eine sehr erwachsene Geschichte, denn der Realismus lässt die Charaktere echt erscheinen. Dieser Realismus findet sich allerdings auch in einer zunehmend gezeigten Brutalität, die über einen reinen Faustkampf oder die üblichen abgeschossenen Kraftstrahlen weit hinausgehen. – Aber ich davon aus, dass sich die Leserschaft in den letzten Jahren mitgewandelt hat und diesen Realismus vertragen kann. Andererseits muss man sich bei der Darstellung von Gewalt immer fragen, ob sie die Geschichte trägt oder nur Selbstzweck ist. Hier wandelt Moon Knight teilweise auf einem schmalen Grat.

Der Zeichenstil von Finch ist sehr kraftvoll. Körper, Gesichter, Mimiken und Haltungen sind ungemein ausdruckstark. Wollte man einen Vergleich heranziehen, könnte man den Begriff Theatralik verwenden. Finch verwendet eine Art Bühneninszenierung, um die Vorgaben von Huston umzusetzen. Zusammen mit der Tusche-Crew (Danny Miki, Allan Martinez, Victor Olazaba), die einen sehr aufwendigen Job hat und dem Koloristen Frank D’Armata ergibt sich ein sehr düsteres Comeback, das dem Günstling eines Rachegottes angemessen ist. :-D

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Freitag, 21. Oktober 2005

The boys are back in town

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 18:57

Spider-Man und die neuen RächerEin neuer Auftrag: Befreiung aller Gefangenen aus einem Hochsicherheitsgefängnis.
Elektro übernehmen sie.

Schlechte Zeiten liegen hinter den Rächern. Es gibt sie nicht mehr. Nachdem die Scarlet Witch sogar für den Tod verschiedener Helden verantwortlich ist, weil sie ihre Chaos Magie nicht mehr unter Kontrolle halten konnte, hielt es die verbliebenen Rächer nicht mehr am Ort der zerstörten Rächerzentrale.

Eigentlich hatte sich Spider-Man auf einen ruhigen Abend eingerichtet. Da sorgt ein Stromausfall für ein Desaster in der ganzen Stadt. Spider-Woman, Luke Cage und Matthew Murdock (Daredevil) sind gerade zu Besuch auf dem Floss von Ryker’s Island, als auch Elktro der Gefängnisinsel einen Besuch abstattet.
Ein paar Helden schaffen es noch auf die Insel zu gelangen, darunter auch Spider-Man und Captain America. Aber sie kommen zu spät. Die Superschurken haben sich bereits aus ihren Zellen befreit und haben nichts besseres zu tun, als sich bei den Helden für ihren langen Aufenthalt auf Ryker’s Island in ihrer Form zu bedanken.

Carnage gehört noch zu den einfacheren Gegnern auf der Insel. (Ein Scherz :-) Wie gut, dass auch einer der mächtigsten Helden der Welt auf Ryker’s Island im Gefängnis sitzt: Sentry.

Hat das Ultimative Universum nun auch in den normalen Marvel-Alltag Einzug gehalten?
Fast scheint es so, denn der Auftakt der neuen Reihe, in der sich Spidey im Team der neuen Rächer wieder findet, ist dermaßen bombastisch geraten, dass es nicht nur Brian Michael Bendis zu verdanken ist, dass dieser Start so gut geraten ist. Zeichner David Finch übertrifft sich selbst.
Einige mögen diesen Kracher gewöhnungsbedürftig finden, da bereits zum Ende der alten Rächer alles in Schutt und Asche gelegt wurde. Auch die Wahl der Helden, die sich hier zusammenfinden, ist nicht unbedingt das, was der Otto-Normal-Marvel-Leser erwartet hatte: Wann hat man zuletzt etwas von Spider-Woman gehört?
Nun, wenigstens zur Optik steuert sie ordentlich etwas bei. Gleichwohl schlägt sie sich ebenso gut wie alle anderen Rächer auch.

Was sich hier an den verschiedenen Kriegsschauplätzen tut, ist absolut sehenswert. Spider-Man fällt zwar nicht unter die Räuber, so doch unter die Superschurken. Derart ist Spidey lange nicht mehr gefleddert worden. Die Szene ist sehr realistisch gestaltet. In so manchen Szenen vergangener Folgen diverser Spidey-Serien kam der Spinnenmensch schon häufig in Schwierigkeiten. Dieser Kampf ist so inszeniert, dass Spider-Man sogar sterben könnte – wenigstens von der Schurkenseite aus betrachtet, ist dies das Ziel der Aktion. Die Tatsache seines Maskenverlusts rückt hierbei vollkommen in den Hintergrund.

Der Auftritt des Sentry ist eine echte Überraschung. Der kleine Coup, den Marvel mit dieser vermeintlich verschollenen Heldenfigur vor einiger Zeit landete, ist wohl noch so manchem Marvel-Leser in Erinnerung. Sein Auftauchen in dieser Geschichte, vor allem sein Aussehen, hat etwas von einem Thor-Ersatz.
Sein Handeln ist vergleichsweise ebenso beeindruckend, weil die Leichtigkeit, mit der er Carnage besiegt, viel für die Zukunft erwarten lässt (man wünscht sich geradezu ein Aufeinandertreffen mit dem Hulk).

Die gesamte Szenerie ist wie ein Showdown angelegt. Es ist schmutzig, dunkel, die Örtlichkeiten muten an wie in einem Abwasserkanal, das Heranstürmen der Schurken macht einen apokalyptischen Eindruck. Die Brutalität der Szene – auch das – stützt diese Atmosphäre.
Der vorliegende Band, unabhängig davon, ob es eine neue Serie ist oder nicht, ist eine der wirklich erwachsenen Geschichten des Marvel-Universums, wo selbst Spideys Humor nicht mehr zündet. :-)

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