Donnerstag, 03. Juli 2008
Krieg! Menschen und Zwerge stemmen sich gegen die Horden des Chaos. Von einem Augenblick zum nächsten verwandelt sich der Boden in ein Schlachtfeld aus Tod und Blut. Und langsam steigert sich die Angst, denn die Allianz aus Menschen und Zwergen kann den Ansturm der Monster nicht standhalten.
Tapferkeit und Heldenmut ist nicht alles. Auch Kriegswaffen wie Kanonen sind nicht dazu in der Lage, das Kriegsglück lange auf der Seite der Allianz zu halten. Dabei hatte alles so zuversichtlich begonnen. Die Verteidigung schien möglich, ein Zurückwerfen der Horde machbar. Aber das war vor wenigen Minuten, jetzt gewinnt der Feind die Oberhand.
Der Kampf tobt heftig und kurz. Am Ende heißt es nicht Rückzug, sondern Flucht. Sammeln für einen neuen Angriff, so denn jemals die Hoffnung auf einen Sieg besteht. Franz läuft durch den Wald, das dichte Gehölz, gejagt von seinen eigenen inneren Dämonen, die ihm diese Flucht drastisch vorwerfen. Als er erwacht, findet er in einem Spital verletzte Kameraden um sich herum versammelt.
Zunächst scheinen die Männer die Sicherheit dieser Zuflucht für eine gute Genesung nutzen zu können. Aber warum verabreicht man ihnen nächtens ein Betäubungsmittel? Was ist das überhaupt für ein Spital?
Franz kommt vom Regen in die Traufe.
In einem Szenario der finstersten Vergangenheit schicken die beiden Autoren Dan Abnett und Ian Edginton die Allianz gegen die Chaos-Horden. Gerade als der Leser glauben kann, er kann mit dem Gesehenen dieser Schlachtenschrecken umgehen, zeigt sich, dass noch schlimmere Feinde und Gräuel in dieser Fantasy-Welt gibt.
Kampf und Horror stehen im Zentrum dieses Szenarios, gerade so, wie es der Spieler auch von dem beliebten Tabletop-Spiel Warhammer her kennt. Mit Franz folgt der Leser einem menschlichen Kämpfer der Allianz geradewegs in die nächste Falle, wo nicht der Krieg, aber das Grauen wartet. Neben den Chaos-Horden warten Vampire und untote Skelette auf die erschöpften Krieger.
Abnett und Edginton gestalten eine höllische Achterbahnfahrt. Die Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten sind kurz. Schnell fährt die Erzählung fort, nimmt andere Blickwinkel auf und wechselt auch die Hauptfigur. Nachdem ein menschliches Schicksal nach der Schlacht näher beleuchtet wurde, ist es kurz darauf ein Zwerg, der in der Arena zur Belustigung des Feindes kämpfen muss.
Die Brutalität spiegelt nur das Aussehen der Horden-Mitglieder wider, die weitaus furchtbarer wirken als die eher glatt gebügelten Monster aus dem allseits beliebten Herrn der Ringe.
Optisch machen all die Kämpfe einiges her und scheuen sich auch nicht in den Auswirkungen der Gewalt ins Detail zu gehen. Rahsan Ekedal zeichnet mit der Freude am Detail, wirft seine Figuren gerade in Kampfszenen in dynamisch aussehende Posen, gerade so, als seien Momentaufnahmen einer Kampfszene überzeichnet worden.
Schließlich, nachdem die Gewalt etwas ruht (aber nur etwas), wird es nicht nur gruselig. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, finden sich verschiedene Streiter zusammen. Menschen, Zwerge, ein Magier nebst Greif gehören dazu.
Die Phantastik der Erzählung wie auch der Bilder reißt mit. Das Weiterblättern wird zu einem Muss. Das offene Ende zwingt zum Weiterdenken, obwohl bei der Übermacht des Feindes es keine Frage ist, was nun weiter geschehen wird.
Ein Kriegsepos in Fantasy-Gefilden, gewaltig, gewalttätig, düster. Das ist Warhammer, wie es die Spieler selber erleben können, vielleicht ein wenig tiefer gehend, aber letztlich ohne Wenn und Aber erzählt. Abnett und Edginton kennen sich aus. Mit Ekedal wurde ein perfekter Zeichner gefunden. Nichts für schwache Nerven.
Warhammer – Kriegsschmiede: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: dan abnett, ian edginton
Sonntag, 03. Februar 2008
Der Feind naht. Hinter dem Dunst. Augen glühen hinter den Schleiern des Nebels. Metallisch sind die Geräusche. Die Krieger sind gewappnet und erwarten den Feind bereits: Necrons. Es ist nicht ihre erste Schlacht – und es wird die nicht die letzte sein.
Im 41. Jahrtausend herrscht Krieg, sonst nichts. Er ist zur allumfassenden treibenden Kraft im bekannten Universum geworden. Der Imperator will es so. Die Space Marines sind seine verlängerten Arme, die bis in den fernsten Winkel der Galaxis reichen. Die Feinde ist Abtrünnige, Monster, Außerirdische. Es wird nie enden.
Mit Warhammer 40.000 entstand eine der langlebigsten Spielereihen, die es jemals im Bereich des Tabletop-Spiels gegeben hat. Längst haben die epischen Schlachten zwischen Menschen und Orks in einer fernen Zukunft auch Romane und Computerspiele entstehen lassen. Durch die Vielfalt der Figuren, zu denen immer neue stoßen, und der Szenarien ist die Faszination vieler Spieler an dieser SciFi-Action-Fantasy auch nach Jahren ungebrochen.
Die Mischung macht’s.
Die Space Marines sind auf ihre Art ritterlich und haben sich entsprechenden Auswahlverfahren zu unterziehen. Dan Abnett und Ian Edginton kennen sich im Genre aus. Dan Abnett war an einer Vielzahl von Romanen aus diesem Universum beteiligt, Ian Edginton tat sich bereits mit der Comic-Umsetzung zu Hellgate: London hervor. Somit finden sich zwei Autoren, die mit diesem Gebiet speziell und der Science Fiction allgemein vertraut sind. Der Leser wird gemeinsam mit dem neuen Marine namens Raclaw in den Orden der Black Templars aufgenommen. Ein Krieg wartet, ein Krieg, von dem Raclaw und seine ehemaligen Clan-Gefährten nicht einmal etwas ahnen. Ist dieser Krieger bereits mächtig, agil und kämpferisch, verstummt er doch in Ehrfurcht bei seiner ersten Begegnung mit Bruder Brunner, der sich ihm in voller Kampfmontur präsentiert.
Diese Ehrfurcht ist nur der Beginn einer langen und furchtbaren Ausbildung.
Warhammer 40.000 spart nichts aus.
Orks sind die Feinde der Menschen, Chaos-Horden, grüne Monströsitäten, nach Blut geifernd und vor Zorn triefend. Sie bilden wie jeder Feind eine gegnerische Walze aus Brutalität, die den Space Marines entgegenstürmt. Die Unterschiedlichkeit der Feinde, Orks, Necrons, Eldar, Mutanten und Chaos-Krieger fällt nur optisch ins Gewicht. Es geht um den Kampf und diesen zeigen die Zeichner Lui Antonio, Greg Boychuk, Daniel Lapham und Kevin Chin in aller action-lastigen Oppulenz. In diesem Kämpfen wird getötet, geschlachtet, in blutigen Details, die nichts für schwache Nerven sind, wie man so schön sagt. So wird deutlich, dass eine Säule dieser Erzählungen der blanke Horror ist.
Bei genauer ist das natürlich nichts Neues, denn letztlich ist Warhammer 40000 auch irgendwie vom guten alten Herrn der Ringe abgeleitet. (Eine reine Fantasy-Variante von Warhammer existiert schließlich auch.)
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Warhammer ist ein vielgestaltiges Hobby. Sehr viel wert wird auf die Figuren gelegt, die außerordentlich phantasievoll einerseits und andererseits auf das Beste bemalt sein müssen.
Den Zeichnern und Koloristen dieser Graphic Novel kam die Aufgabe zu, die Feinheit der Modelle auf die Comic-Seiten zu übertragen. Das ist ihnen vollends geglückt, aber es gibt Künstler-Kombinationen in diesem Band, die das noch ein wenig besser können als andere.
Herausragend sind sicherlich Lui Antonio in Kombination mit dem Farbe gebenden JM Ringuet. Hier sind sehr kraftvolle Grafiken entstanden, die regelrecht prall zu nennen sind und gut bemalten Figuren entsprechen.
Zweifellos sind besonders gute Bilder zu sehen, wenn Monster zu sehen sind. Dies äußert sich in Mutanten, Chaos-Kriegern, den außerirdischen Eldar, aber auch besonders in Kreaturen wie dem Säbelzahn-Löwen, der Raclaw gleich zu Beginn das Leben schwer macht.
Kämpfe, Kämpfe, Kämpfe, eine riesige Menge von Gestalten und Figuren in einem gigantischen Universum aus Weite und Krieg. Wer das Hobby liebt, lackiert und eigene Tabletop-Schlachten veranstaltet, wird diesen Comic mögen. Wer einen Zugang zum Hobby sucht, sich Beschreibungen ersparen möchte und die Geschichte erleben will, findet mit dieser Graphic Novel einen guten Start.
Warhammer 40.000 – Kreuzzug der Verdammten: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: dan abnett, ian edginton