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Comic Blog


Freitag, 08. August 2008

Bob Morane - Schreckenskommandos

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 15:49

Bob Morane 4 - SchreckenskommandosGold Sands ist die typische Geisterstadt im ehemaligen Wilden Westen. Umgeben von einer sehr natürlich gebliebenen Landschaft aus riesigen Felsformationen, Sand und großen Kakteen wollten Bob Morane und sein Kumpel Bill ausspannen. Als zu Beginn ihrer Vorbereitungen zur Nachtruhe Schreie einer Frau über die Ebene hallen, ist es sofort vorbei mit der Entspannung. June Landon hat Glück. Die beiden Männer, Abenteurer aus tiefster Seele, stehen der jungen Frau sogleich gegen wilde Hunde bei. Sie verlieren sich am nächsten Morgen in einem Minenkomplex. June hat ein reges Interesse daran, dass sie alle wieder an die Oberfläche zurückkehren.

Oben werden sie bereits von der Polizei empfangen. June ist bekannt dafür, dass sie den Legenden über einen Schatz ihres Großvaters hinterher jagt, während ihr Vater auf einer nahe gelegenen Basis in einer Untersuchungskommission arbeitet. Ein alter Bekannter des Geheimdienstes, Herbert Gaines, nimmt Bob und Bill mit zur Besichtigung. Beider Misstrauen legt sich wieder. Doch wenig später häufen sich seltsame Vorkommnisse. Jemand trachtet ihnen ganz offensichtlich nach dem Leben. Aber warum? Bisher haben Bob und Bill nur Puzzleteile, aber nichts scheint zusammenzupassen. Die Verfolgung eines seltsamen Drillingstrios macht zunächst alles noch verwirrender.

An der Seite von Bob Morane geht es in Operation Wolf in die amerikanische Westernlandschaft, im Westen der USA, wo die grandiosen Felsformationen sofort an bekannte Wildwestfilme erinnern. Hier ist der Westen immer noch wild, aber auch geheimnisvoll. Ein wenig atmet das Abenteuer das Flair eines Films wie Diamentenfieber. Und um bei James Bond zu bleiben: Mit den drei Gaunern Hink, Hunk und Honk gibt es einen Oddjob, wie er in Goldfinger auftauchte, gleich dreifach, sprechend zwar, aber nicht weniger gefährlich.

Coria, der hier den Zeichenstift von seinem Schwager William Vance übernimmt, ist ein absolut gleichwertiger Nachfolger. Der Zeichner, der bei Vance lange mitarbeitete, etwas wie ein Lehrling war, arbeitet etwas weicher, man könnte auch sagen, etwas natürlicher als Vance, der sehr harte Konturen bevorzugt und ein leicht puppenhaftes Aussehen, was sich besonders bei seinen Frauenfiguren bemerkbar macht.

Nach eigener Aussage ist Coria jemand, der realistische Szenarien bevorzugt, echte Landschaften, Lebewesen und Fahrzeuge und sich bei gelegentlichen Abdriften von Bob Morane-Erfinder Henri Vernes besonders anstrengen muss.
Auch in der ersten Episode Operation Wolf kommt es zu einigen phantastischen Einflüssen, aber diese sind technischer Natur – im Zusammenhang mit den Hunden – so dass Coria keinerlei Probleme damit zu haben scheint. Im Gegenteil, die Darstellung von Tieren scheint ihm sehr zu liegen.

Bereits in Schreckenskommando wird es weitaus phantastischer. Nun kommen UFOs ins Spiel. Dank eines Erzähltricks hat Herni Vernes ein Szenario geschrieben, in dem nach kurzer Zeit alles möglich ist. Hypnotisiert scheinende Meuchelmörder, Vampire, alte Feinde wie Miss Ylang-Ylang und natürlich ein unidentifiziertes außerirdisches Flugobjekt, in dem sich die Sinne jederzeit täuschen lassen können. Dank Coria ist es optisch gelungene Schauermär, gruseliger als andere Episoden mit eher thrillerartigem Charakter.

Schlussendlich tritt ein alter Feind auf den Plan. Der gelbe Schatten hat seine Krieger ausgeschickt. Da ist es keine Frage, dass Bob Morane wieder in die Machenschaften dieses global agierenden Irren hineingezogen wird.
In letzterer Episode zeigt sich, wie gut und wie gern Coria mit Menschen zu arbeiten scheint. Das Besondere ist auch, dass die Geschichte keinen technischen Schnickschnack benötigt – sieht man einmal von dem falschen Mr. Ming ab und der letztendlichen Flucht des gelben Schattens. Die Bedrohung entsteht hier durch Schatten, Verfolgungsjagden, die Menge der fehlgeleiteten Angreifer und einem Spiegelkabinett.

An zweiter Stelle, nach menschlichen Figuren, stehen bei Coria sichtlich die Fahrzeuge aller Art. Ob Geländewagen, wie in der ersten Episode, schnelle Sportwagen, wie in allen drei Episoden, sogar Busse, Jagdflieger und Hubschrauber. Die verschiedenen Ansichten in allerhand Action-Szenen beweisen, wie penibel Coria bei seiner Arbeit ist und Wert auf eine möglichst korrekte Darstellung legt. Wer diverse Klassiker wie Bullit gesehen, vermeint bei den Bildern beinahe das Röhren des Jaguar-Motors in der Vorbeifahrt zu hören.

Der Meister des phantastischen Thrillers, Henri Vernes, beweist einmal mehr die Vielfalt seiner Einfälle, deren Originalität auch nach beinahe 30 Jahren neben neueren Produktionen bestehen und noch Vorbild sein können. Coria untermauert sein Können in den Fußstapfen seines Schwagers William Vance eindrucksvoll und unterstreicht gleichzeitig die Eigenständigkeit seines Zeichenstils, ohne die vorgegebene Linie des Originals zu vernachlässigen. :-)

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Dienstag, 22. April 2008

Bob Morane - Der Gelbe Schatten

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 14:08

Bob Morane - Der Gelbe SchattenWer ist der Mann im Hintergrund? Wer wagt es, Regierungen zu erpressen? Wer ist derjenige, der sich selbst Gelber Schatten nennt? Für Bob Morane wird die Antwort auf diese Frage bald überlebensnotwendig.
Es beginnt mit einem Mann auf einer Parkbank. Auf den ersten Blick scheint er zu schlafen. Die Polizisten, die ihn zu wecken versuchen, entdecken nicht nur seine scheinbare Leblosigkeit, sondern auch ein merkwürdiges Zeichen auf seiner Stirn. Der beiliegende Drohbrief wurde durch den Erpresser mit Der gelbe Schatten unterschrieben.

Bob Morane erinnert sich. Vor geraumer Zeit rettete er einem Mann namens Ming das Leben, indem er einen Armstumpf behandelte und den Fremden so vor dem Verbluten bewahrte. Die Nachforschungen gestalten sich schwierig. Gedungene Mörder, die Dacoiten, sind ihnen, Bob und seinem Freund Bill, immer wieder dicht auf den Fersen. Aber schließlich offenbart sich der Mann im Hintergrund, sicher darüber, immer einen Schritt voraus zu sein.

Das Verbrechergenie! Der wahnsinnige Mörder. Edgar Wallace kannte sie, Ian Fleming ließ sie erst recht gegen Mr. Bond antreten. Fantomas, Goldfinger, Dr. Mabuse und viele andere - Der Gelbe Schatten befindet sich in guter Gesellschaft. Allerdings dienen seine Motive nicht der persönlichen Bereicherung, jedenfalls nicht nur. Vordergründig hat der Gelbe Schatten das Wohl einer besseren Welt im Sinn. Leider geht er dafür über Leichen.

Zwei, die sich ihm in den Weg stellen, sind Bob Morane und sein Freund Bill Ballantine. Dieses Unterfangen ist jedoch alles andere als leicht. Denn ihr Gegner versteht es immer wieder, andere nach vorne zu schicken, an den Strippen zu ziehen, so dass es mitunter dauert, bevor Bob und Bill überhaupt sicher sein können, es mit dem Gelben Schatten zu tun zu haben.
Henri Vernes tanzt in diesen Augenblicken auf der Spannungsklaviatur meisterlich und spannt die Nerven des Lesers bis zur Elastizität von Drahtseilen an.
Das beste Beispiel für diese meisterliche Erzählweise ist die Geschichte um Bill Ballantines privaten Rachefeldzug gegen den Gelben Schatten.

Ballantine lässt sich auf ein aussichtsloses Unterfangen ein. Da er seinen Freund Bob tot glaubt, reist er allein nach Birma und macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Verbrecher hinter dem seltsamen Pseudonym.
Vernes lässt den guten Bill mit dem Kopf durch die Wand gehen, einiges einstecken und auch viel Glück haben. Es ist erfrischend und mutig von Vernes, dass er eine Geschichte fast ohne Bob Morane bestreitet und den Sidekick an die vorderste Front schickt.

Coria löst hier Vance als Zeichner ab. Stilistisch liegen die beiden Künstler nahe beieinander. Corias Figuren wirken jedoch etwas weicher, nicht so kantig und hart.
Corias Bilder wirken am besten mit Hintergründen, von denen es reichlich gibt dank vielfältiger Schauplätze, die ein Markenzeichen dieser Comic-Reihe sind. Somit reiht sich Bob Morane nahtlos in andere internationale Thriller-Serien ein. London im Regen, Hinterhöfe, das strahlende Paris, die Dschungel von Birma, Kämpfe in düsteren Gassen, Explosionen und Verfolgungsjagden durch finstere Tunnel, gehetzt von kleinwüchsigen Eingeborenen mit Giftpfeilen. Die Auswahl der Situationen ist vielfältig. Vernes Erfindungsreichtum stellt Coria vor immer neue Herausforderungen.

Das phantastische Element, auch ein Merkmal von Vernes Erzählungen, fehlt auch hier nicht, ist aber auch nicht so offensichtlich eingesetzt – obwohl der Gelbe Schatten alle Merkmale eines Superverbrechers trägt.
Einer der kuriosesten Gegenstände ist eine mechanische Hand, eine Art monströses eiskalten Händchen. Mit dieser Hand hat Bob Morane kein leichtes Spiel. Sie dient hier als Indiz für die unerschöpfliche kriminelle Energie, mit der Ming, der Gelbe Schatten, zu Werke geht.

Absolute spannungsgeladene Kurzweil rund um den Globus. Endlich hat Bill Ballantine, Bobs Freund, seinen sehr gelungenen Solo-Auftritt. Wer Abenteuer und Thriller in bester Inszenierung sucht, findet hier die richtige Unterhaltung. :-)

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