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Comic Blog


Montag, 04. August 2008

Die Saga vom Dunkelelf 6

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 19:18

Die Saga vom Dunkelelf 6 - Der magische SteinRegis wurde entführt. Bruenor ist vermutlich tot. Niemand überlebt einen Kampf mit einem Drachen. Aber Drizzt und Wulfgar wollen nicht aufgeben. Ist die bevorstehende Reise auch lang, so werden sie den Versuch wagen, den Halbling und seinen Entführer Artemis Entreri aufzuspüren. Außerdem hat Drizzt mit dem Assassinen noch eine Rechnung zu begleichen. Auch Entreri wünscht diese Begegnung. Endlich scheint es einen würdigen Gegner zu geben, der keine Angst besitzt und – was vielleicht noch wichtiger ist – dessen kämpferische Fähigkeiten auf einem ähnlich hohen Niveau sind wie seine eigenen.

Tim Seeley ist zurück! Der Zeichner, der auch als Texter mit Publikationen wie Hack/Slash auf sich aufmerksam gemacht hat, übernimmt im vorliegenden Band Der magische Stein wieder den Zeichenstift. Das Ergebnis ist, auch dank eines komplett neuen Grafik-Teams – bis auf eine Ausnahme – wieder in glasklarer Optik umgesetzt.

Die Trilogie, im Kern ausgelöst durch die Jagd auf den Halbling Regis und Bruenors Wunsch, sein Mithrilhalle zurückzuerobern, hat die letzte Folge erreicht. Das Ziel lautet nun Calimport. Die weit entfernte Stadt soll der Schauplatz des Showdowns der Geschichte werden. Und R.A. Salvatore lässt sich nicht lumpen. Wie es sich für eine Stadt im Fantasy-Genre gehört, spielt sich für die Helden auch hier das Leben, genauer die Auseinandersetzung im Untergrund ab. Einige offene Rechnungen wollen beglichen und Freunde wieder zusammengeführt werden.

Andrew Dabb adaptiert auch diesen Teil des Meisters für den Comic. In kurzen, aber knackig spannenden wie auch informativen Häppchen reist der Leser Schritt für Schritt mit den einzelnen Helden, zuerst getrennt, später kurz vor dem Ziel wieder vereint. Salvatore nutzt seine Rezeptur – Überraschungen und Einfälle am laufenden Band – wieder weidlich aus. Gleich zu Beginn, nach einer Mini-Quest, erhält Drizzt Do’Urden ein wichtiges Werkzeug, um unerkannt reisen zu können. Eine Maske verbirgt seine wahre Herkunft, gaukelt dem Betrachter einen normalen Elfen vor, der keine Bedrohung darstellt.

Noch interessanter ist das Spielzeug, das Bruenor und seine Adoptivtochter Cattie-Brie von Lady Alustriell zur Verfügung gestellt bekommen. Ein fliegender Streitwagen mit brennenden Pferden reiht sich in die phantastischen Ideen ein, die Salvatore hier einfließen lässt und erinnert so ein wenig an eine phantastische James Bond-Variante, in der die so genannten Gadgets, eine wichtige Rolle spielen.
Nach eher einfacheren und ebenso normaleren Feinden wie Piraten und räuberischen Beduinen stoßen Helden und Leser in Calimport auf Werratten, eine sehr tückische Wer-Art. Werratten mögen seltener sein als Werwölfe oder Werkatzen, aber sie machen den Helden – besonders in dieser großen Zahl – das Leben, nein, das Kämpfen ziemlich schwer.

Die Abwechslung der Kämpfe – so auch gegen eine Todesfee – und der Standorte der Geschichte machen den letzten Teil der Trilogie überaus interessant. Wenn Bruenor zusammen mit Cattie-Brie einen Luftangriff auf ein Piratenschiff fliegt, dann ist das nicht zuletzt wegen der schönen Bilder von Tim Seeley ein wirklich magischer Fantasy-Moment.
Die Reise beschert dem Leser bereits sehr viel Action mit einigen sehr ruhigen Momenten, die auch die Charaktere besser beschreiben. Die Ankunft in Calimport hingegen ist ein langgestrecktes Finale, bei dem kein Auge trocken bleibt. Kämpfe in dieser und in einer anderen Welt werden vom grafischen Team bestens umgesetzt. Hier ist besonders die Arbeit des Koloristen Wes Dzioba zu nennen, der auch bei der Tuschearbeit aushalf.

Ein toller Abschluss der Trilogie! Das Grafik-Team, perfekt aufeinander abgestimmt, wie man am Ergebnis sehen kann, zeigt, wie Fantasy-Comics zu Papier gebracht werden können. Freilich gekürzt zwar, wird die Vorlage von R.A. Salvatore sehr gut im Kern getroffen und packt ganz einfach von Anfang bis Ende. :-)

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Links: Tim Seeley, Wes Dzioba Color Samples

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Die Saga vom Dunkelelf 5

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 19:13

Die Saga vom Dunkelelf 5 - Die silbernen StrömeMithrilhalle. Ein Mythos unter den Zwergen. Aber für Bruenor Heldenhammer ist es noch mehr. Es bedeutet Heimat. Es ist das Erbe seiner Vorväter. Dort starben sein Vater und sein Großvater im Kampf gegen den eindringenden Feind. Dort lauert nun Dunkelschimmer auf einem riesigen Hort. Dunkelschimmer wird sich nicht kampflos vertreiben lassen, denn das liegt nicht in der Natur eines Drachen. Die vier Freunde, die durch das Eiswindtal stapfen, wissen davon nichts. Bruenor Heldenhammer, Wulfgar, Regis und Drizzt Do’Urden, der Drow, haben im Augenblick noch andere Sorgen. Sie haben zwar ein Ziel, aber sie wissen nicht, wo es liegt.

Bruenor, Wulfgar und Drizzt haben ebenfalls keine Ahnung von Regis’ kleinem Mitbringsel. Der magische Stein, den der Halbling um den Hals trägt und der ihm die Macht verleiht, ist – wie kann es anders sein – gestohlen. Unbemerkt von allen hat sich ein Attentäter an ihre Fersen geheftet. Hartnäckig verfolgt er sein Ziel und geht dabei über Leichen, sofern es ihm zweckdienlich ist. Binnen kurzer Zeit stößt er so auf Cattie-Brie, eine Menschenfrau und Adoptiv-Tochter von Bruenor Heldenhammer. Artemis Entreri, von Beruf Mörder, aber nicht dumm, sieht in der jungen Frau ein gutes Druckmittel und nimmt sie mit.

Derweil stoßen Bruenor und seine Gefährten auf ihrer Suche nach Informationen auf eine Schwierigkeit nach der anderen. Barbaren und Trolle stehen ihnen entgegen. Und wäre das nicht bereits genug, werden sie auch von Artemis Entreri verfolgt, der nun seinerseits – wenn auch ungewollt – Gefährten gefunden hat: Eine junge Zauberin und einen Golem, dessen einziges Ziel es ist, den Drow zu finden.

Die Saga vom Dunkelelf Drizzt Do’Urden, dem Drow, der sein Volk verließ, weil er Mordtaten und Intrigen überdrüssig war, geht mit einer handfesten Quest weiter. An der Seite der vier Gefährten lernt der Leser Land und Leute kennen.

Wulfgar stößt unvermittelt auf andere Barbaren, wenn gleich sie ihm auch nicht sehr friedlich begegnen und seinen Freunde nicht den nötigen Respekt entgegenbringen. Darf auch Wulfgar sich frei bewegen, werden seine Freunde jedoch gefangen gehalten. Einzig Drizzt kann entkommen und die Befreiung seiner Freunde planen. Aus einer ganz normalen Gefangennahme durch Barbaren wird plötzlich ein magischer Zweikampf, den niemand erwarten konnte – auch der Leser nicht.
Dieses Rezept, den Leser beständig über Überraschungen stolpern zu lassen, zieht sich gleich einem roten Faden durch diese Geschichte mit dem Untertitel Die silbernen Ströme.

Diese Überraschungen sind R.A. Salvatore zu verdanken, der sich mit Drizzt Do’Urden in den Fantasy-Himmel schrieb und sich hier nicht nur auf magische Überraschungen verlässt. Auch ganz ordinäre Monster können in dieser Welt schon einmal aus einem Fluss auftauchen und Ärger bereiten. Val Semeiks ist ein Fachmann auf seinem Gebiet. Zu seinen Arbeiten zählen nicht nur die Forgotten Realms mit Drizzt, sondern auch viele Erscheinungen in anderen Universen. Semeiks zeichnete für Marvel und DC, betätigte sich an Batman, Superman, Lobo, Wolverine oder auch Conan.
Im Vergleich zu diesen anderen Zeichnungen anderer Publikationen zeigt sich auch, wie gut Semeiks bei seiner Arbeit ist, wenn die richtigen Tuscher am Werk sind und seine Zeichnungen umsetzen.

Gleich fünf Tuscher sind hier am Werk. Wer was gemacht hat, ist leider nicht zu erkennen, doch in vielen Fällen könnte es besser sein. Geht man nach der Reihenfolge der aufgelisteten Namen, hat John Lowe seine Arbeit auch am besten gemacht und viel mehr Feingefühl eingebracht. Dies äußert sich in feineren und genaueren Strichen, eben einem deutlich größeren Arbeitsaufwand. (Was ein Tuscher aus Semeiks Arbeiten zu machen vermag, können Comic-Fans z.B. an Semeiks Bildern zu She-Hulk sehen.)

Die Grundgeschichte von R.A. Salvatore, umgesetzt durch Andrew Dabb, ist eine Achterbahnfahrt der Abenteuer, mit denen sich jeder Rollenspieler einige Nächte um die Ohren schlagen müsste. Spannend, abwechslungsreich, unvorhersehbar. Die Bilder sind ein kleiner Wermutstropfen, Semeiks kann mehr, doch die Tuscher im Team lassen es nicht zu. Die farbliche Arbeit von Nei Ruffino macht einiges wieder wett. :-)

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Links: Val Semeiks

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Sonntag, 04. November 2007

Die Saga vom Dunkelelf 4

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 22:26

Die Saga vom Dunkelelf 4 - Der gesprungene KristallEs ist eine Scherbe, ein unscheinbares kleines Bruchstück, die verborgen im Schnee auf einen Finder wartet. Im Gebirge, fernab jeglicher Zivilisation, liegt sie seit Jahrtausenden versteckt vor sterblichen Augen. Die Scherbe jemals zu finden, wäre eigentlich eine Unmöglichkeit. Eigentlich.
Von all dem ahnt Drizzt Do’Urden, der Dunkelelf, nichts, als er sich den Weg durch den unwegsamen Schnee bahnt und sogleich eine unliebsame Begegnung mit einem Pärchen Tundra-Yetis hat. Es bleibt keine Zeit für Diskussionen. Die monströsen Kreaturen gehen sofort zum Angriff über. Aber anders als jene der Dunkelelfenkultur, die er hinter sich gelassen hat, kämpft er nicht allein. Ein Zwerg ist bald zur Stelle und hilft dem Bedrängten in höchster Not.

Auch Akar Kessel, der Finder der unscheinbaren Scherbe, erreicht bald einen Punkt im Gebirge, der für das Bruchstück wie geschaffen scheint. Er wirft die Scherbe in den Schnee, und vor seinen Augen wächst ein gigantisches grünes Artefakt in die Höhe, wie ein unirdischer Turm. Kessel hat sein Ziel erreicht. Vorerst.
Denn der Dämon, der Äonen damit verbrachte, auf den Fund der Scherbe zu warten, will dieses Stück endlich wiederhaben. Leider hat er nicht mit Kessels Plan gerechnet und zu Beginn ist er von dessen Idee überhaupt nicht begeistert. Doch bei näherer Betrachtung tun sich für Errtu, das geflügelte Monstrum, ungeahnte Möglichkeiten auf.

Die Bedrohung für die Menschen, Zwerge und anderen Völker ist indes viel realistischer und näher. Die Barbaren kommen!

R.A. Salvatore ist mit der Saga um den Dunkelelf etwas ganz besonderes gelungen. Er schuf mit der Heldengruppe um Drizzt Do’Urden eine äußerst sympathische Party. Enger Freund von Bruenor Heldenhammer, neuer Freund von WulgarCattie-Brie, bewegt sich Drizzt als gebürtiger Drow in einem Umfeld, dem jeder andere Dunkelelf nur Verachtung entgegenbringt. Drizzt, von Hause aus eigentlich der Feind jedes Lebewesens, ist in Begleitung einer magischen Panther-Kreatur namens Guenhwyvar, einer teuren Freundin aus seiner Jugendzeit, die sich nach einem Kampf in ihrer magischen Sphäre wieder regenerieren kann.

Die Vergessenen Reiche sind eine gefährliche Welt. In der vorliegenden Ausgabe, basierend auf den Romanen von Salvatore, hier adaptiert von Andrew Dabb, zieht ein neuer Sturm auf. Nicht nur die Barbaren bedrohen die heile Welt, in der sich neue Freundschaften entwickeln. Der Zauberer und der Dämon ziehen Truppen zusammen, begründen Allianzen.
Langsam wird der Leser dieser fremden Welt nahegebracht. Ausgerechnet Riesen sind es, die die so ungleichen Männer Drizzt und Wulfgar zu Freunden machen.

Es ist natürlich immer eine heikle Angelegenheit, wenn erfolgreiche Romane für das Comic-Genre adaptiert werden. Dies trifft auch auf Verfilmungen zu. Plötzlich werden Figuren optisch umgesetzt, von denen man bislang eigene Bilder hatte. Heikler wird es noch, wenn ein Schauspieler, oder, wie in diesem Fall, der Zeichner wechselt.
Um es vorweg zu schicken: Bilder können eigentlich nie den eigenen Vorstellungen gerecht werden, weshalb man eine Umsetzung als eigenständige Erzählung werten und einen Vergleich besser unterlassen sollte.
Bruenor und Drizzt sind die alten Hasen. Sogar Regis, der Halbling, könnte als solcher gewertet werden. Im Rahmen seiner Möglichkeiten steigt er langsam zu einem sehr wichtigen Mitglied dieser Heldengruppe auf. Wulfgar und Cattie-Brie sind eher jugendlich unbedarft. Sie gehören zu den Charakteren, durch deren Augen man die Geschichte staunend betrachten kann.

Die Zeichnungen von Val Semeiks sind solide ausgeführt. Dank der Tuscheausführungen verschiedenster Inker entstehen dennoch immer neue Eindrücke. Fast könnte man es ein Leerstück nennen, wie eine Tuschetechnik ein Bild, die Grundzeichnung verändern, beeinflussen kann, zum Besseren, wie auch zum Schlechten. So sind von fetten Linien und Flächen bis hin zu feinen Linien und ebensolchen Schraffuren alle Stile vertreten.
Die feinen Umsetzungen gefallen mir persönlich besser, denn sie lassen Semeiks Zeichnungen eleganter erscheinen.

Spannende Unterhaltung aus den Vergessenen Reichen mit einer der neuen Fantasy-Legenden: Drizz Do’Urden. Für Kenner der Fantasy-Reihe mag die Comic-Umsetzung gewöhnungsbedürftig sein, für Leser, die gute phantastische Unterhaltung mit Menschen, Zwergen, Elfen, Riesen, Orks, Zauberern und Dämonen suchen mit Kämpfen, Abenteuern, Intrigen, Freundschaften, Liebe, Magie und allem, was dazu gehört, der ist hier genau richtig. :-)

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